Montag, 4. August 2014

Speiübel

SpiegelPutin
(Foto:)

Der Zustand der deutschen Leitmedien ist wirklich zum Gotterbarmen. Am Anfang werden kritische Leserkommentare nur als „Putinversteher“ diskreditiert. Mit diesem Etikett kann man ganz gut leben, wird dadurch ja auch bestätigt, dass dieses tagtägliche Trommelfeuer aus haltlosen Spekulationen, Halbwahrheiten und glatten Lügen bei mir und vielen Anderen wirkungslos abtropft. Wenn "Putin-Versteher" nicht genug Wirkung zeigt, wird eine härtere Gangart angeschlagen. Jetzt werden kritsche Leser von der ZEIT- oder SZ-Redaktion als "kremlgesteuerte Auftragsschreiber" beleidigt. Getroffene Hunde bellen halt und wir ahnen ja, dass aus solch lächerlichen Behauptungen nur die wutschnaubende Erkenntnis der sogenannten „Edelfedern“, der Joffes, Kornelius’, Stürmers usw. steckt, jegliche Deutungshoheit, ja jegliche Glaubwürdigkeit verspielt zu haben.

Vom SPIEGEL will ich gar nicht mehr reden. Der hat nun endlich das Niveau erreicht, für das der Ex- BILD-Scharfmacher Nicolas Blome geholt wurde. In kürzester Zeit ist es dem EX-BILD-Mann gelungen, den noch halbwegs erträglichen SPIEGEL jetzt zur wöchentlichen Postille SPEIÜBEL umzumodeln. Ein weiteres Presseerzeugnis, dem ich mich selbst mit einer Kneifzange nicht ohne Ekel nähern kann. Congratulations!

Montag, 21. Juli 2014

Endlich mal Klartext

Andrew B. Denison

Er ist ja schon seit Längerem auffällig, dieser Politikwissenschaftler und Politikberater Andrew B. Denison, der seit geraumer Zeit in jeder 2. Talkshow die Rolle des überheblichen US-Amerikaners übernimmt. Mir spielerischer Leichtigkeit verkörpert er den arroganten Unsympathen, der es mit jedem Wort seiner lauthals vorgetragenen Einlassungen schafft, auch den letzten Rest von Verständnis für das Verhalten der US-Administration auf Null zu reduzieren. Hat man, wie am letzten Mittwoch bei „AnneWill“, auch das Gefühl, irgendjemand müsse diesen Großkotz doch mit einem Arschtritt aus dem Studio befördern, so muss man andererseits auch wieder dankbar für diese Klarstellung sein. Die jahrzehntelange, gebetsmühlenhafte „deutsch-amerikanischen Freundschaft“ ist nichts weiter als ein „Koch-und-Kellner“-Verhältnis. Dass Deutschland dabei nicht der Koch ist, macht uns Denison unverhohlen klar. Unbotmäßiges Verhalten der Deutschen in der Vergangenheit - Irakkrieg, Libyen, Syrien, gute Handelsbeziehungen zu Russland und zum Iran – Denison führt alles auf, haben die USA nicht vergessen. Man darf annehmen, dass Denison’s undiplomatischer Auftritt bei „AnneWill“ von Washington so gewünscht wurde und das kann man auch als Drohung verstehen.

Montag, 14. Juli 2014

GER - ARG - Ein richtig gutes Endspiel

Götze Tor

Mit Argentinien und Deutschland trafen gestern wirklich die beiden besten Teams dieses WM-Endrundenturniers auf einander. 2 Mannschaften auf Augenhöhe, die ein packendes, hartes, aber weitgehend faires und toll anzuschauendes Endspiel bestritten. Die deutsche Mannschaft war ein Quäntchen besser, auch glücklicher und deshalb verdienter Sieger.

Die Argentinier haben mich im positiven Sinne enttäuscht, da ich ein ähnlich zähes Spiel wie bei deren Halbfinale gegen die Holländer erwartete. Von wegen! Die Südamerikaner spielten aus ihrer bekannt bärenstarken Deckung auf Angriff und die Deutschen mussten alles aufbieten, um dagegen zu halten. Da auch die Deutschen jede Gelegenheit zum Angriff nutzten, ergab sich ein tolles, spannendes Fußballspiel, das, obwohl bis kurz vor Schluss torlos, zu keinem Moment langweilig war.

Das kann ich mit gutem Gewissen behaupten, denn wenn selbst die Südafrikaner in meiner Kneipe, sonst einzig an Rugby interessiert und Fußballer eher als Weicheier verachtend, das Spiel volle 2 Stunden fasziniert und mit Beifall, Ächzen und Stöhnen verfolgten, dann stimmt meine Wahrnehmung durch die deutsche Brille wohl auch objektiv. Beim Götze-Tor kurz vor dem Ende der Verlängerung riss es auch die Südafrikaner vom Barhocker und ich, der einzige Deutsche in der Kneipe, konnte mich der Umarmungen und Gratulationen kaum erwehren. Mir war das ganz schön peinlich, denn ich hatte außer Daumendrücken und Mitfiebern ja nun wirklich nichts zum deutschen Erfolg beigetragen.

Aber gut, jetzt sind WIR zwar nicht mehr Papst, aber dafür Weltmeister. Die Argentinier dagegen sind jetzt nicht Weltmeister, aber dafür immer noch Papst. Passt doch!

Donnerstag, 10. Juli 2014

WM-Halbfinale ARG - NED

Es war zu befürchten. Argentinien und Holland zeigten über 120 Minuten genau das grauenhaft-langweilige Gewürge, welches man nach den zuvor gezeigten Leistungen erwarten durfte. Ein Robben und ein Messi, so gut sie auch individuell sein mögen, sind wertlos, wenn die Grundeinstellung der jeweiligen Mannschaft nur defensiv und auf Torverhinderung ausgerichtet ist. Holland wollte vielleicht, konnte aber nicht und Argentinien wollte gleich gar nicht. Eigentlich hätten beide Teams sich die 2 Stunden Ballgeschiebe schenken und gleich das Elfmeterschießen ansetzen können, denn dass es darauf hinauslaufen würde, war nach wenigen Minuten erkennbar. Fußball kann so langweilig sein.

Leider haben diese Fußballverhinderer aus Argentinien die Lotterie gewonnen und das lässt für das Endspiel am Sonntag nichts Gutes erwarten. Wir können nur hoffen, das sich die deutsche Elf nicht auf diese zögerliche, mutlose Spielweise einlässt, sondern konsequent nach vorne spielt und möglichst schnell ein Tor erzielt. Dann könnte es vielleicht doch noch ein ansehnliches Finale werden. Wenn die Deutschen dann nicht gewinnen – na und? Mit dem 7 : 1 gegen Brasilien haben sie doch das Highlight dieser WM bereits gesetzt.

Mittwoch, 9. Juli 2014

WM-Halbfinale BRA - GER 1 : 7

Schmerz lass nach
Auf Tagesschau.de hat der User Sehmann einen Kommentar zum gestrigen WM-Halbfinale gepostet, der sich wohltuend von dem ganzen entweder miesepetrigen oder national-besoffenen Gefasel der anderen Kommentare abhebt. Weil er wirklich lustig ist, habe ich mir erlaubt ihn hierhin zu kopieren. Sehmann wird’s mir nachsehen, weil er ja ebenfalls aus geistigem Fremdeigentum geschöpft hat:

Am 09. Juli 2014 um 13:18 von Sehmann

Manni Banane - ich Kopf - Toor

So ein Ergebnis hatte doch keiner antizipiert. Aber - der Ball ist rund. Zuerst hatte Brasilien kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu. Die Achillesferse der Brasilianer ist halt Neymar. Wie hatte schon Paul Breitner gesagt: "Sie sollen nicht glauben, dass sie Brasilianer sind, nur weil sie aus Brasilien kommen." Armes Volk, man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Alles ist doch zu einem Politikum hochsterilisiert worden. Die Zuschauer hatten doch vorher alle die Hosen voll, aber auf dem Spielfeld lief es ganz flüssig. Ich sage nur ein Wort: "Vielen Dank". Kroos und Müller sind schon ein gutes Trio. Beide topfit, körperlich und physisch. Jungs, denkt dran: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, und wir sollten schon selbstkritisch sein, auch uns selbst gegenüber. Ihr müsst nur gewinnen, alles andere ist primär. Aber ich hab da vom Feeling her ein gutes Gefühl. Nur jetzt nicht den Sand in den Kopf stecken - der zweite Platz ist greifbar.

Montag, 7. Juli 2014

Google vergißt nichts,…

…auch nicht einen schon vor 2 Jahren hier eingestellten Blog-Beitrag und wer sucht, der findet. Jürgen O. Stange, Mitglied der LINKEN, Kreistagsabgeordneter im Kreis Meyen-Koblenz und Initiator der Bürgerinitiative „ICH TU’S“ hat gegooglt und nun nach 2 Jahren diesen Blog gefunden. Jürgen O. Stange war auch mal Karnevalsprinz in Berlin und er war mal , vor 2 Jahren auf dem Göttinger Parteitag, Kandidat für den Parteivorsitz bei den LINKEN. Weil die Bilder und die Abschluss-Statements der damaligen Kandidaten so urkomisch wirkten, habe ich sie zu meinem damaligen Beitrag verwurstet, ironisch, wie ich glaubte und, meinem Blog-Stil gemäß, auch polemisch.

Jetzt hat mir Herr Stange eine E-Mail gesandt mit dem Hinweis, dass seine Kandidatur nicht wirklich ernstgemeint war, sondern nur deshalb erfolgte, um auf dem Parteitag mehr Redezeit für seine Anliegen zu bekommen. Dies ginge auch klar aus seiner Parteitagsrede, den Link hat er beigefügt(Pos.3), hervor.

Ich habe mich nun per E-Mail bei Herrn Stange entschuldigt und dabei angeboten meinen damaligen Blog-Beitrag zu löschen, falls ich ihn verletzt haben sollte. Nein, löschen brauche ich nichts, antwortete Herr Stange, aber vielleicht sei ein kurzer Nachtrag möglich. ICH TU’S, lieber Herr Stange, und jetzt sind wir uns wieder gut – oder?

Sonntag, 6. Juli 2014

WM-Viertelfinale 3&4

Gott sei Dank nahmen sich die Viertelfinalisten vom Samstag die Treterei des Brasilien-Kolumbien-Clash’s vom Vortag nicht zum Vorbild, sondern versuchten sich im Wesentlichen mit erlaubter Härte gegenseitig niederzuringen.

Die Argentinier spielten unspektakulär, aber sehr solide und ließen die Belgier nach dem glücklichen, frühen 1:0 nie richtig ins Spiel kommen. Ein verdienter Sieg der Argentinier, die ich, weil wohl auch etwas unterschätzt, als ernsthaften Titelaspiranten ansehe, auch wenn ihnen Di Maria höchstwahrscheinlich verletzt fehlen wird.

Der Sieg der Holländer gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Costa Ricaner geht natürlich in Ordnung, aber es war schon faszinierend, wie eine No-Name-Truppe mit Willen, Leidenschaft und auch erstaunlichen technischen Fähigkeiten eine erfahrene Spitzenmannschaft des Weltfußballs an den Rand einer Niederlage bringen kann. Arien Robben ist topfit, schnell, beweglich und nur schwer zu bremsen, aber – er ist auch sehr eigensinnig. Das macht die Holländer ausrechenbar. Wenn es gelingt Robben vom Strafraum fernzuhalten – im Strafraum wird er fallen, denn er fädelt konsequent ein und provoziert so einen Strafstoß – dann ist Holland nur noch die Hälfte wert. Ich denke, dass die Argentinier das natürlich auch wissen und somit ist Argentinien für mich Endspielteilnehmer.

Ob Deutschland vom Ausfall Neymars und Thiago Silvas ( jetzt hab ich’s hoffentlich richtig geschrieben ;-)) gegen Brasilien profitieren kann, wage ich zu bezweifeln. Wenn ich die bisherigen Schiedsrichterleistungen in den Brasilienspielen berücksichtige, erscheint mir eine deutscher Sieg eher unwahrscheinlich.

Sicher ist jedem aufgefallen, dass die Trikots bei mehreren Mannschaften plötzlich wie Rugby-Shirts eng am Körper liegen. Eine Konsequenz der mittlerweile branchenüblichen Klamottenzieherei. In diesem Zusammenhang fällt mir auch auf, dass Klammern und Niederhalten des Gegenspielers bei Standardsituationen vor den Toren nunmehr regelgerecht sein müssen, da dies von den Schiedsrichtern konsequent nicht geahndet wird. Abstellen ließe sich das leicht. Es müsste nur ein Schieri den Mut aufbringen bei einem in den 16er fliegenden Eckball aufs Gratewohl Strafstoß zu pfeifen. Er würde immer richtig liegen und nach 1 – 2 Elfern blieben die Hände endlich wieder da, wo sie hingehören – weg vom Gegenspieler. Ist natürlich illusorisch – aber gut fände ich das schon.

WM-Viertelfinale 1&2

Wenn man Ergebnisfußball mag, dann war das deutsche 1 : 0 gegen Frankreich ein gutes Spiel. Relativ souverän wurde das frühe Hummels-Tor über die Zeit gebracht, zumal Neuer z.Zt. fast unüberwindlich scheint. Persönlich wünsche ich mir bei dieser Art Ergebnisverwaltungsfußball allerdings immer ein Gegentor, um endlich richtigen Fußball zusehen. Klar, das ist natürlich naiv, denn schließlich geht es um den WM-Titel und da zählt nur der Sieg - egal wie der zustande kommt.

Wohin das führt, konnte man im 2. Spiel des vorgestrigen Abends exemplarisch erleben. Die Brasilianer stiegen mit unglaublicher Härte gegen die Kolumbianer ein und unterbanden jeden Ansatz Fußball zu „spielen“ durch fortwährende Fouls. Unglücklicherweise sah der spanische Referee diese brutale Treterei als normale Härte eines kampfbetonten Spiels an und ließ klare Fouls durchgehen oder beließ es bei Ermahnungen, wo gelbe Karten von Anfang an dringend erforderlich gewesen wären. Selbstverständlich holzten die Kolumbianer irgendwann zurück und nun jammern die Brasilianer, dass ihr Superstar Nemar dieser, von ihnen selbst angezettelten, Tretorgie schwerverletzt zum Opfer fiel. Für Nemar tut’s mir leid, aber seinen Ausfall und dazu noch die Gelbsperre ihres Kapitäns Tiago Silva haben sich die Brasilianer mit ihrer rüden Spielweise selbst zuzuschreiben. Wer Wind säht…

Dienstag, 1. Juli 2014

Gary Linekers…

… legendäre Definition „Beim Fußball jagen 22 Spieler dem Ball nach und am Ende gewinnt immer Deutschland.“ wurde gestern abend eindrucksvoll widerlegt. Um den Ansturm von 11 topfitten Algeriern zu stoppen, genügt ein deutscher Torhüter und 10 deutsche Stehgeiger. „70% of the earth is covered by water – the rest is covered by Manuel Neuer!” schrieb mir ein südafrikanischer Freund nach dem Ende dieser Fußballgroteske.

Letzer Halt Manuel Neuer

Irgendjemand erklärte nach dem Spiel, dass hinter dem 1-Mann-Harakiri-Abwehrbollwerk Namens „Neuer“ System stecke. Ja, ist klar, und hinter dem Stand-, Rück- und Fehlpassfußball der DFB-Elf natürlich auch – weil, ja weil am Ende , Lineker hat da schon recht, immer Deutschland gewinnt.

Nun ist ja bei dieser WM zu sehen, dass auch die anderen sogenannten Top-Teams, so sie nicht schon hochkant aus dem Turnier geflogen sind, nur mit Wasser kochen. Insofern kann Löw auch solch indiskutable Schlaftabletten wie Götze und Ösil mitschleppen, die, wie ich gestern verwundert hörte, das „spielerisch Leichte“ im deutschen Team verkörpern, - Hää? – Durch fortwährende Alibi-Pässchen, mangelndes Durchsetzungsvermögen und abstruse Ballverluste verkörpern sie einzig den Irrsinn der Multimillionen, die für solche Milchbubis ausgegeben werden.

Als ich am frühen Abend die ebenfalls ziemlich dürftige Vorstellung der Franzosen gegen Nigeria sah, schien mir das als nächster Gegner für die Deutschen als eine relativ leicht zu bewältigende Aufgabe. Das denke ich jetzt nicht mehr, denn verglichen mit dem planlosen Gekicke der Deutschen wirkten die Franzosen geradezu gut organisiert. Ein Sieg der Deutschen scheint unter diesen Umständen fast ausgeschlossen – wenn, ja wenn da nicht Gary Linekers Fußballdefinition wäre...

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