Dienstag, 17. Januar 2012

Huch!

„Tief im Süden“ ist ein Weblog, welches ich vor über sechs Jahren ohne jedes Konzept begann, weil ich, nächtens im Web surfend, zufällig auf ein Twoday-Blog stieß. Die Begriffe „Blog“, bzw. „bloggen“ hatte ich zwar schon gehört, aber was dahinter steckte, wusste ich damals nicht. Nun war ich also bei einem gelandet. War’s irgendein Katzenblog oder ähnliches? Ich erinnere mich nicht mehr, aber die persönliche Form brachte mich plötzlich auf den Gedanken, so etwas selbst einzurichten. Nach unserem Umzug nach Südafrika unterhielt ich ständigen Mail-Kontakt mit den Kindern, Verwandten, Freunden und Bekannten und die Möglichkeit, alle in einem Aufwasch zu bedienen, schien verlockend. Ein Klick am „Katzenblog“ auf den twoday.net-Link und schon landete ich auf der „1-2-3-eigenen-Blog-einrichten“-Seite. Eine halbe Stunde später gab’s das Tief-im-Süden-Blog und war ich zu „blackconti“ mutiert. Im Prinzip hab ich am Layout bis heute nichts geändert – wozu auch?

Und inhaltlich? Na ja, eine Rubrik „dies und jenes“ sagt eigentlich alles. Viele bunte Bilder, Berichte über unser Leben hier und unsere Befindlichkeiten. Meinungen, mehr oder weniger unausgegoren, zu aktuellen politischen Themen, aber immer schön durch die linke Brille und immer gern einen ordentlichen Schuss Häme oder Spott für öffentliche Akteure, ahnend, dass das zwar oft verdient, sehr oft aber auch sehr ungerecht ist. Da gibt es dann einen Zirkel interessierter Leser, der dieses Gebräu durch einen täglichen Klick goutiert, aber diese Leserschaft ist äußerst überschaubar. Mit den zufällig reingeschneiten Klicks ergibt sich ein durchschnittlicher Tagessatz von ca. 25 und der steht so seit Jahren, seltene Ausreißer nicht mitgezählt.

TiS-StatisikSo, und nun komme ich zur Überschrift. Huch, plötzlich, am 2. Januar schießen die Klicks hoch, vervier-fünf-und-sechsfachen sich, über mehrere Tage, und dabei habe ich außer ein paar Allerweltszeilen zu Weihnachten nichts in das Blog gestellt. Komisch, alle Klicks, zu 99% aus Deutschland, landesweit verteilt, zielen auf einen alten Blogeintrag vom 29.10.2009, der sich dem Bild-Chef Kai Diekmann widmet. Ein Klick auf einen der aufgelisteten Backlinks erklärt dann die wundersame Klick-Vermehrung: Das Diekmann-Bildchen aus meinem Blogbeitrag ist bei Google auf der 1. Seite einer Suchanfrage nach Kai Diekmann verlinkt und der ist z.Zt. wegen des Wulff-Affairchens in aller Munde. Der eigentliche Witz ist nun, dass dieses Bild gar nicht von mir stammt. Ich habe es seinerzeit auch nur im Web gefunden und mittels copy and past geklaut. Kann „Titanic“ gewesen sein, ich weiß es nicht mehr. Einen Quellennachweis habe ich mir damals jedenfalls geschenkt, wie so oft. Unverzeihlich, ich weiß. Auf der anderen Seite freut es mich natürlich ungemein, dass gerade dieses Diekmann-Portrait so eine schöne Resonanz findet und dass das klare Wort von Max Goldt nun in vielen Hirnen segensreich wirken kann.

Gott sei Dank reduzieren sich die Klicks langsam wieder auf Normalmaß und wenn ich weiter so schreibfaul bin, dann werde ich den Durchschnitt bald auf 1 gedrückt haben. Das bin ich dann selber, tränenblind, weil mir einfach nichts einfallen will.

Sonntag, 8. Januar 2012

Zum Neuen Jahr: Paint it Black

Wenn sich die Blödzeitung und ihre willfährigen Handlanger Diekmann und Döfpner, also die Speerspitze des Schweinejournalismus, als Opfer eines Angriffs auf die Pressefreiheit gerieren, dann muss man sich als gestandener 68er wohl oder übel auf die Seite des Angreifers schlagen. Das fällt natürlich angesichts seiner kleinkrämerischen Mickrigkeit, unseres, genau wegen seiner unscheinbaren Harmlosigkeit ins Amt gehievten und gestolperten, Bundespräsidenten, nicht leicht.

Auf so eine trübe Tasse könnten wir leicht verzichten. Nicht aber Frau Merkel, denn sie, obwohl selber, weil DDR-sozialisiert, ahnungslos und unbedarft, kann nur strahlen, wenn um sie herum lauter aschfahle Funzeln trübes Dämmerlicht verbreiten. Man schaue sich doch nur ihr Kabinett an. Der einzige, der etwas herausragt, dem man ein Mindestmaß an Kompetenz und Ernsthaftigkeit zutraut, ist tiefergelegt und sitzt im Rollstuhl. Merkel hat diesen Bundespräsidenten Wulff durchgedrückt und auch seinen Vorgänger, eine ähnliche Figur, wie Braunbier mit Spucke.

Das alles ist ja nicht neu und langsam vergeht einem die Lust, dieses ganze Elend auch nur zu verfolgen, denn ändern, zum Besseren, wird sich nichts. Wir alle spüren, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise demnächst eskalieren wird, weil die immer kürzere Abfolge von Gipfeltreffen, die teilweise diametral entgegengesetzten Beschlüsse, keine Lösungen, sondern immer neue Hiobsbotschaften auslösen. Dass in immer mehr Staaten der Eurozone Goldman-Sachs-Banker nun die Regierungsgeschäfte übernommen haben, wird mittlerweile als völlig normal angesehen und löst keinerlei Empörung aus. Aber wie sollte auch, gibt es doch angeblich keine Alternative zum Krisenmanagement, was dann ja auch durch die jeweiligen Oppositionsparteien bestätigt wird.

Öffentlich wahrnehmbare Opposition will eigentlich nur das Personal austauschen und ansonsten den alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen. Alternativen gibt es natürlich, aber Opposition, die diese Vertritt, wird mittlerweile konsequent totgeschwiegen. Die Linkspartei erhielt 2009 im Saarland 21 % der Wählerstimmen. Was aber macht die SPD nun, nachdem dieses perverse Jamaika-Konstrukt geplatzt ist? Die SPD wanzt sich schon wieder bei der CDU an und die Medien klatschen Beifall. So geht Opposition in der Post-Demokratie.

Na dann, viel Vergnügen im Neuen Jahr und natürlich ein Quentchen Glück. Wir werden es brauchen und sollten uns warm anziehen. PS: Letzteres ist für mich hier nur symbolisch gemeint, denn mittlerweile habe ich bei 29° im Schatten hier auf der Terrasse auch das letzte Hemd abgelegt. Es ist heiß, aber ich denke, dass die aufkommende Brise die finsteren Gedanken bald wegblasen wird.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Warten auf…, ja, auf was eigentlich?

Sicher nicht auf den Weihnachtsmann, denn dieses inflationäre, amerikanisierte Ho-Ho-Ho-Gedöns, dieses grauenhaft verkitschte Konsumanimieren, geht mir schon seit Jahren so gewaltig auf den Keks, dass ich mit der Zeit mehr und mehr zum Weihnachtsignoranten mutierte. Das fällt natürlich hier im hochsommerlichen Südafrika auch nicht besonders schwer, denn in der Sonnenglut schwitzende Santa’s sehen nicht nur komisch aus, sondern, kommt man ihnen zu nahe, riechen sie auch etwas streng. Ich weiß, wovon ich rede ( guckst Du hier)!
In diesem Jahr kommt zur normalen Weihnachtsapathie leider auch noch eine veritable Blogunlust. Hier passiert nichts Berichtenswertes und irgendwie ist mir auch die Lust an Spott und Häme abhanden gekommen. Entweder sind die Dimensionen und die Tempi von Krisen und Fehlentwicklungen so gewaltig, ist die Hilflosigkeit der Krisenmanager so offensichtlich, dass ich mir mangels Sachverstand tunlichst jegliche Bewertung versagen sollte, oder aber, die publizierten Aufreger sind so spießig und banal, wie ihre Protagonisten, über die auch ich mich schon zur Genüge ausgelassen habe.
Natürlich ist es bemerkenswert, wenn sich eine Nation eine kleinkarierte Krämerseele als Staatsoberhaupt leistet und selbstverständlich entbehrt es nicht einer gewissen Komik, wenn sich eine Partei in Regierungsverantwortung in Auflösung befindet und zur Konkursabwicklung ihr Führungspersonal aus dem Kindergarten rekrutiert. Aber daran arbeiten sich tag-täglich ganze Heerscharen von Professionellen ab, wobei die Doppeldeutigkeit dieser Bezeichnung auch die Tätigkeit von so manchem Medienvertreter zutreffend beschreibt.
Der manchmal von mir als Ausweichthema herangezogene Bundesligafußball, im speziellen natürlich die Werkself von Bayer04 Leverkusen, ist leider im Moment auch nicht zu verwenden, denn 1. ist jetzt Winterpause und 2. spielt die ehemals geliebte Werkself einen geradezu peinlich schlechten Ball – ne, da schweige ich lieber betreten.
Also, worauf warte ich? In erster Linie wohl auf ein Ende der Schreibblockade und vielleicht mal wieder auf den ein oder anderen Einfall für eine erzählenswerte Geschichte. Warten wir es ab, vielleicht ist ja dies hier ein neuer Ansatz, denn bekanntlich, so ein Sprichwort, kommt der Appetit mit dem Essen. Apropo: Diesmal gab es keine Gans zu Weihnachten. Nirgends war eine käuflich zu erwerben und die Jagd auf die ägyptischen, wilden, verlief glücklos. Aber die beiden Mastenten vom Woolworth waren, mit Orangen-Honig-Glasur roasted to perfection, ein köstlicher Ersatz. In diesem Sinne, wenn auch etwas verspätet, tief aus dem Süden:

Fröhliche Weihnachten!

Dienstag, 13. Dezember 2011

EU-Berater...

...für Copy and Paste aus dem Internet? Ja sicher, eine schöne und den Fähigkeiten angemessene Aufgabe für unseren, nach öffentlicher Aufmerksamkeit gierenden Baron Graf Rotz zu Hotzenplotz und Guttenberg. Vielleicht richtet ja auch die Bildzeitung eine tägliche Rubrik ein: „Die schönsten Internetperlen – vom Baron eigenhändig kopiert.“? Ob damit aber die angestrebte Mediendauerpräsenz ausreichend bedient sein wird, wage ich zu bezweifeln.

In Brüssel rumort mittlerweile die Gerüchtküche. Der EU –Job dient angeblich seiner hochwohlgeborenen Durchlaucht nur zur Überbrückung bis zum Start der neuen Staffel des RTL2-Straßenfegers „Das Dschungelcamp“, jener ultimativen Comeback-Plattform für abgehalfterte Pseudo-VIPs. Guttenberg soll dort angeblich mit Cotza Cordalis und Freddy Brech gemeinsam im Schlamm wühlen, Würmer fressen und dabei in die Kamera grinsen.

Wie gesagt, noch ist das nur ein Gerücht, aber dieser Sendung ist erfahrungsgemäß die tägliche, mediale Aufmerksamkeit garantiert. Guido Westerwelle puschte damals seine Popularität im Big-Brother-Haus und warum sollte seine baroneske Freiherrlichkeit sich eine ähnliche Gelegenheit entgehen lassen, sein etwas angeschlagenes Image aufzupolieren. Und eins ist ja mal klar: Wer beim Dschungelcamp überlebt, der kann auch Kanzler. Drücken wir unserem Gutti die Daumen!

Mittwoch, 30. November 2011

Lach- und Sachgeschichten aus der Bankenwelt

Immer wieder interessant, wen wir Steuerzahler mal soeben mit ein paar schnellen Milliarden retten und wie dankbar und freundlich darauf reagiert wird. Vor ein paar Tagen traf hier folgendes Schreiben ein:
Hypo-Mahnschreiben
Zusammengefasst also: Ich unterhalte bei der HypoVereinsbank ein Konto ohne verfügbaren Kreditrahmen und dort habe ich Schulden von 32,77 Euro, die ich umgehend ausgleichen soll, da man mich ansonsten als säumigen Schuldner der Schufa melden müsste.

„Super“, dachte ich, „Tolle Geschäftsidee!“ und dass es der HypoVereinsbank z.Zt. wohl nicht besonders gut geht, geistig zumindest, denn dieses Konto hatte ich vor 7 Monaten gekündigt. Zum Zeitpunkt der Kündigung beließ ich noch ein kleines Guthaben von 20 Euro auf dem Konto, denn dass auch für die Kontoauflösung wieder ordentlich Gebühren anfallen würden, hatte ich schon einkalkuliert. Meine Kündigung habe ich der Bank per E-Mail über meinen gesicherten Internet-Banking-Account übermittelt, mit dem Hinweis, dass ich der Bank die verbliebenen 20 Euro zur freien Verfügung überließe, meinetwegen auch für die Kaffeekasse.

Meine Kündigung war meine letzte Aktion auf diesem Internet-Account. Ich habe alle Karten, Tan-und Pin-Codes vernichtet und die Sache war für mich erledigt - dachte ich, denn von der Bank hörte ich seitdem nichts mehr. – Bis nun dieser Brief eintraf. Angehängt an den Brief war noch ein Kontoauszug, der minutiös nachwies, wie sich meine 20 Euro Guthaben ohne eine einzige Bankleistung in 7 Monaten durch Kontoführungsgebühren und 17, 54 %-ige Überziehungszinsen in eine nicht mehr hinnehmbare Verschuldung wandelte. Banktechnisch nennt man so was wohl „Wandelanleihe“? Vermute ich jedenfalls.

Wie auch immer, im Prinzip bin ich ja überrascht, dass die Bank mich JETZT schon auf meine Schulden hingewiesen hat, denn sie hätte ja z.B. noch 20 Jahre warten können. Bei gleichbleibenden Konditionen wären dann aus 20 Euro Guthaben eine satte Schuld von ca. 11.300,-- Euro angewachsen, ohne dass ich überhaupt etwas geahnt hätte. Also muss ich wohl meiner ehemaligen Bank dankbar sein und deshalb rangiert sie auf meiner persönlichen Beliebtheitsscala nun wieder vor dem FC Bayern und Florian Silbereisen , allerdings immer noch hinter Pest und Cholera.

Nachdem ich umgehend jegliche Zahlung abgelehnt habe und zu verstehen gab, dass die Schufa-Drohung mich auch nicht gerade vor Furcht zittern ließe, erinnerte sich die Bank nun doch meiner damaligen Kündigung und buchte die 32,77 Euro sang-und klanglos aus. Hoffentlich führt solch unverantwortliche Großzügigkeit nicht zu heftigen Erschütterungen an den ach so sensiblen Finanzmärkten. Wenn das jetzt alle machten? Hoffentlich kann die Unicredit-Group diesen Verlust verschmerzen. Italiener!! Das sag doch schon alles. Man weiß doch, wie wackelig die aufgestellt sind. Am Ende bin ich für den großen Kollaps verantwortlich ... Mein Gott, was hab ich getan....?

Freitag, 25. November 2011

Er ist wieder da

Gutti as Jack

Wieso auch nicht? Da hatten und haben wir ganz andere Kaliber im Politgeschäft und richtig kriminell ist er ja nicht. Der Freiherr ist bloß ein eitler Gockel, der außer einem ausgeprägten Geltungsbedürfnis und gutsitzender Schmalzfrisur keine weiteren Talente vorzuweisen hat. Für einen normalen Beruf daher ungeeignet, bleibt letztlich zum Broterwerb nur die Profession des Schmierenkomödianten und da bietet einzig die politische Bühne ein weites Betätigungsfeld. Bedeutungsschwanger quasseln, ordentlich heucheln und konsequent leugnen, selbst wenn die Lüge offensichtlich ist, all diese Fertigkeiten beherrscht der Edelmann bekanntlich perfekt. Tänzelnd und federnd wird er in kürzester Zeit sein dankbares Publikum aufs Neue begeistern und auch für mich wird dann wieder der ein oder andere höhnische Blog-Beitrag abfallen.


PS: Natürlich ist mir aufgefallen, dass ich mit der o.a. „Schmalzfrisur“ nur ein Klischee bedient habe, denn genau diesem Markenzeichen hat der „ neue“ Baron ja jetzt abgeschworen und den äußerlichen Fettverbrauch sichtbar reduziert. Was er sich damals in die Haare schmierte, stopft er jetzt in sich hinein, wofür seine in gerade mal 9 Monaten angefutterten Pausbacken beredtes Zeugnis ablegen.

Donnerstag, 17. November 2011

Der Unterschied

NazisDa können die Innenminister von Bund und Ländern nun noch so triefäugig schockierte Betroffenheit heucheln, ihr völliges Versagen ist unverzeihlich und müsste den sofortigen Rücktritt nach sich ziehen. Sollte man meinen, aber das wird nicht geschehen, denn dass es einen Unterschied zwischen linkem und rechtem Terror gibt und damit auch in den Bekämpfungsstrategien, müssen wir einsehen.

Die RAF-Terroristen suchten sich ihre Opfer gezielt aus, gerne besonders widerwärtige Vertreter der Geldelite und deren Helfershelfer in Politik und Justiz. Um diesen Angriff auf die Mächtigen abzuwehren, fuhr der Staat alles auf, erließ Schnellschussgesetze, welche die Bürgerrechte bis heute einschränken und stellte alle Staatsbürger unter Generalverdacht. Die täglichen Personenkontrollen mit vorgehaltener Maschinenpistole an allen Ausfallstraßen der Städte sind noch in lebhafter Erinnerung. 34 Menschen fielen über die Jahre dem RAF-Terror zum Opfer, aber auch 27 Terroristen ließen ihr Leben. Der linke Terror ist das Böse schlechthin.

Mindestens genauso böse ist der islamistische Terror, der sich in Deutschland bisher zwar nur durch kaum nachvollziehbare Unfähigkeit bemerkbar machte. Ob Kofferbomber oder Sauerlandterror, jeder geplante Anschlag ging geradezu grotesk in die Hose, entweder weil man die Zünder vergessen hatte oder aber beim Chemikalienkauf gleich den Verwendungszweck signalisierte. Tolle Fahnungserfolge der Terrorbekämpfer konnten dennoch vermeldet werden und das Einverständnis der Bürger, sich noch intensiver überwachen zu lassen, stieg mit jedem dieser „Anschläge“. Die wichtigste, aufwendigste und erfolgreichste Terrorbekämpfung findet aber nach wie vor am Hindukusch statt und auch wenn die Bevölkerung das eher skeptisch beurteilt, es ist eine einzige Erfolgsgeschichte.

Der braune Terror ist dagegen wesentlich harmloser. Lebensgefährlich bis tödlich zwar für türkische Gemüsehändler und Dönerbudenbesitzer, für Asylbewerber und Zigeuner, aber für die Geld- und Machtmenschen ist er keine Bedrohung. Außerdem ist das ausländerfeindliche Gedankengut in weiten Teilen der Bevölkerung fest verankert und wird von bestimmten Massenmedien und Buchautoren noch befeuert. Warum also sollte man da den gleichen Fahndungsaufwand wie bei den Linksterroristen oder Islamisten betreiben? Wenn, je nach Statistik, seit 1990 zwischen 60 und 190 Todesopfer auf Grund rechter Gewalt zu verzeichnen sind, fast ausschließlich Dunkelhaar- und –häutige, wurden diese Leute immer von Einzeltätern erschlagen, erstochen oder erschossen. Wer denkt denn schon an Bandenterror, wenn über die Jahre immer mit der gleichen Waffe bundesweit verteilt Muslime umgebracht werden? Warum sollte jemand mal beim Verfassungsschutz nachfragen, bzw. warum sollte der Verfassungsschutz von sich aus Hinweise oder Auskunft geben? Selbstverständlich nicht, sind doch die angesoffenen Glatzenträger mit ihren feisten Brutalfressen, die mit ihrer nur schwach verkappten Nazisymbolik pöbelnd durch die Städte ziehen, zu 50% V-Leute des Verfassungsschutzes. Auf diese Vermutung kann man jedenfalls beim Betrachten vom TV-Bildern solcher Aufmärsche kommen. Zwischen all den asozialen Schlägervisagen sieht man immer wieder verpixelte Physiognomien und da liegt doch der Verdacht nahe, dass das V-Leute sind, die nicht erkannt werden sollen.

Wegen der vielen V-Leute kann man dieses Nazigeschwärl auch nicht verbieten, denn das würde die Arbeitslosenquote im Osten erhöhen. Da aber nun zwei Verfassungsschützer mit der Lizenz zum Töten ausgefallen sind, sind zwei Stellen neu zu besetzen. Die entsprechenden legal illegalen Papiere gibt es ja schon. Da muss man nur noch die Lichtbilder austauschen. Die müssen allerdings biometrisch sein.

Dienstag, 15. November 2011

Väterchen Franz II

Franz Josef Degenhardt

Meinem Alter gemäß ist es wohl unausweichlich, dass sich über Jahrzehnte persönlich oder nur allgemein vertraute Menschen in immer kürzeren Abständen in die Ewigkeit verabschieden. Eben erfuhr ich, dass Franz Josef Degenhardt heute verstorben ist.
Hier hatte ich vor 4 Jahren schon einmal an ihn erinnert. Den Text von „Deutscher Sonntag“ hatte ich seinerzeit als Beispiel von Degenhardts so beeindruckender Bildhaftigkeit seiner Verse vorgestellt. Jetzt können wir uns Väterchen Franz noch einmal anhören und ein wenig melancholisch werden oder auch traurig sein.

Franz Josef Degenhardt - Deutscher Sonntag by hukbeilhartz

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