Dienstag, 29. November 2016

Fuck the fake

Der Justizminister ist zutiefst besorgt und der „Bericht-aus-Berlin“-Moderator stellt gerne seine gesamten 15 Minuten diesem eminent wichtigen Thema zur Verfügung: Falschmeldungen, neudeutsch „fakenews“, in den asozialen Netzwerken und die politische Beeinflussung der Bevölkerung durch eben solche. Das geht natürlich nicht, das muss aufhören, denn für Fakenews waren bisher einzig BILD und Glotze zuständig, weil man lt. Ex-Kanzler Schröder mit diesen beiden Deutschland regieren kann.

Blöd ist natürlich, dass es das Internet gibt, wodurch die „Wahrheiten“ von Bild, Glotze und dem ganzen Mainstream zumindest hinterfragt werden können und zu oft als echte Fakenews enttarnt werden. Blöd auch, dass man erst diese unsäglichen Datenkraken Facebook und Twitter als weiteres nützliches Instrument der direkten Beeinflussung in geradezu obzöner Weise propagiert hat, um nun plötzlich festzustellen, dass dort nicht nur der Herr Maas oder die Frau Nahles ihren Quatsch posten können, sondern andere, wer auch immer ( der böse Iwan - huhu?), Maas und Nahles daraufhin als Flachpfeifen kennzeichnen, was allerdings der Wahrheit ziemlich nahe kommt und ganz sicher kein Fake ist.

Wie weit die politische Diskussion in Deutschland mittlerweile verkommen ist, konnte man letzten Mittwoch im Bundestag erleben. Da hielt zum Kanzleretat die Sarah Wagenknecht eine einer Oppositionsführerin angemessende Rede, benannte die jedem bekannten Probleme, die es ja objektiv auf allen Politikfeldern gibt und ließ kein gutes Haar an der Regierung. Eine typische Oppositionsrede halt, wie sie zu Zeiten, da sich Regierungsparteien und Opposition als etwa gleichstarke Blöcke gegenüberstanden, völlig normal war. Anschließend singt die Kanzlerin ihr bekanntes Mantra, dass es Deutschland gut ginge und erzählt wie prima alles ist, ohne auch nur auf einen Kritikpunkt der Vorrednerin einzugehen. Auch das ist nicht verwunderlich und normal. Doch dann erscheint das dauergrinsende Backpfeifengesicht des SPD-Fraktionsführers Opppermann und dieser Quotenbringer der Sozialdemokratie ist sich nicht zu blöde, die doch ziemlich detailreiche Oppositionsrede der Wagenknecht als puren Populismus, was immer das heißen mag, zu bezeichen, wodurch sich natürlich auch die argumentative Auseinandersetzung mit auch nur einem der Kritikpunkte erübrigt. Viel einfacher ist es da, die Querfront ( Linke = AfD) zu beschwören. Oppermann wörtlich:

„Früher hieß es: Proletarier aller Länder vereinigt euch. Heute heißt es: Populisten aller Länder vereinigt euch. Ihre Antwort auf den Populismus von Rechts ist mehr Populismus von Links. Sie wollen Frauke Petry im Deutschen Bundestag überflüssig machen.“

So einen Oppermann möchte man nicht in seiner Nähe wissen. Allein dieses angeborene (kann er ja nix dafür) Dauergrinsen reizt ungemein...Gemach, die SPD kann’s noch besser - jetzt kommt der neue Hoffnungsträger – gestern noch ein lustiger Würselner aus Brüssel, bald schon auf der ganz grossen Bühne in Berlin – Martiiiiin Schuuullzzzzz – (sorry, aber irgendwie kann ich über die SPD nicht mal mehr lachen.)

Dienstag, 8. November 2016

Amerikas next Top-Präsident

Wenn auch nur die Hälfte von dem stimmt, was sich die beiden Kandidaten in der Schlammschlacht der letzten Monate so gegenseitig vorwarfen, so wird der nächste US-Präsident/die nächste US-Präsidentin ein primitives, kriminelles Charakterschwein oder ein primitives, kriminelles Charakterschwein sein. Tolle Wahl, die den amerikanischen Wählern da angeboten wird.

Politik ist langweilig und wird deshalb einzig in Form von Allgemeinplätzen oder populistischer Kraftmeierei der lächerlich verkleideten und ekstatisch kreischenden Menge halbdebiler Fans zugemutet. Nur zu verständlich, dass sich dann heute, wie üblich, etwa 50% der Wahlberechtigten so einer Negativ-Auswahl verweigern. Wer, wenn er noch einigermaßen bei Verstand ist, will sich schon mit lächerlich verkleideten und ekstatisch kreischenden Vollhonks gemein und mitschuldig machen, einem (s.o.) kriminellen Charakterschwein zu realer Macht verholfen zu haben?

PS: Da es unfassbarerweise gelungen ist, bei einem gehörigen Teil der Deutschen die Vollkörpertätowierung als Erkennungszeichen für einen trendigen Vollidioten durchzusetzen, habe ich wenig Zweifel, dass der politikabstinente Jauchekübelwahlkampf bald auch in Deutschland fröhliche Urständ feiert. „Angie“- oder „Siggi“-Schilder-schwingende Pickelgesichter lassen mich nichts Gutes ahnen.

Freitag, 28. Oktober 2016

„Es müssen ja auch nicht alle schlau sein!“...

....meint Deutschland-Radio Kultur und vermittelt seinen jungen Hörern „Kakadu -Nachrichten für Kinder“. Großartig, wie da mit kindgerechter Wortwahl und in lockerem Vortrag schon unsere Kleinsten auf die richtige, von jeglichem Zweifel ungetrübte, Sichtweise eingestellt werden. Putin ist böse, führt Kriege und hält sich an keinerlei internationale Regeln. Vergeblich werden die Guten, Merkel, Hollande und Poroschenko!! den bösen Putin anflehen, mit dem Kriegführen doch bitte, bitte aufzuhören. Höchstwahrscheinlich vergeblich, wie die mit Halbwahrheiten gespickte Schauergeschichte eines Marcus Pindur suggeriert.

Für mich stellt sich jetzt einzig die Frage, wer ein Interesse daran hat, dass die Geschichte vom bösen Putin bereits in Kinderhirnen festgeklopft wird? Die Bundesregierung ist da eher unverdächtig, denn warum sonst reisen Seehofer und Stoiber plötzlich nach Moskau zu eben diesem bösen Putin, und warum kommt dieser „Massenmörder“ (Originalton US-Uralt-Kommunistenfresser Don Jordan) nach Berlin, um mit Merkel, Hollande und Poroschenko Wichtiges zu besprechen. Natürlich enden alle diese Gespräche, ohne dass wir irgendetwas über die Inhalte erfahren, „ergebnislos“. Aber ja doch, die Spitzenpolitiker wichtiger Länder fliegen mal eben so, nach Moskau, nach Berlin, unvorbereitet, einfach mal so, zum Smalltalk, zum Kaffee, zum Bla-Bla! – Ach nee, das ist jetzt die Märchenstunde für Erwachsene in den Abendnachrichten.

Mein Gott, die Furcht vor den misstrauischen Argusaugen des „amerikanischen Freundes“ muss verdammt tief sitzen und ist wahrscheinlich tunlichst angebracht.

Dienstag, 9. August 2016

Hoeneß for president

Das passt doch wie die Faust auf's Auge. Zu den peinlichen "Bayern" gehört ein peinlicher Präsident. Und wieso auch nicht?

In Zeiten, in denen lügende Schwarzgeldempfänger Finanzminister sein können, in denen gerichtsnotorische Zockerbanker ihren Geburtstag im Kanzleramt feiern dürfen und "Mission-accomplished"-Kriegsverbrecher, in Heldenpose rumgockelnd, bejubelt werden, da muss doch so ein kleiner Steuerbetrüger beim wichtigtuerischen Drang ins Rampenlicht nicht zurückstehen.

Hoeneß hat, nach eigenem Bekunden, den größten Fehler seines Lebens begangen. Klar, er hat den blöden Fauxpas begangen, sich erwischen zu lassen. Gott sei Dank, denn sonst würde er uns heute noch mit seinem heuchlerischen Geschwätz bei Anne Will nerven.

Seine Steuerbetrügereien waren kein Fehler, sondern bewusstes kriminelles Verhalten. Ob Hoeneß das zwischenzeitlich verstanden hat? Ich habe da meine Zweifel. Jedenfalls gönne ich den „Bayern“ so einen Präsidenten von Herzen.

Donnerstag, 7. April 2016

Wag the dog?

Die Holländer haben das EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine in einem Referendum mit über 60% abgelehnt. Über 30% aller Stimmberechtigten haben gewählt und somit ist das Ergebnis gültig, wenn auch rechtlich nicht bindend für die niederländische Regierung. Reflexartig die Reaktion der EU: Das Assoziierungsabkommen wird ja bereits vorläufig angewendet und daran wird jetzt nichts geändert! Man wird wohl mit den Holländern reden müssen, weil diese als einzige das Abkommen noch nicht ratifiziert haben und blöderweise alle 28 Länder zustimmen müssen. Also erst mal weiter so, denn möglicherweise kann man die holländische Regierung und das Parlament noch überreden das Bürgervotum zu ignorieren. Kommt Zeit kommt Rat, evtl. auch eine neue Abstimmung – hatten wir alles schon.

Karl Lamers ( Ex-EU-Abgeordneter der CDU) argumentierte heute im Deutschlandfunk mit besonderem Durchblick: Weil doch mehr als zweidrittel der Stimmberechtigten gar nicht abgestimmt hätten, könne man wohl davon ausgehen, dass die Mehrheit der Holländer für das Abkommen wären und also nur eine geradezu lächerliche Minderheit nun die ganze EU blockiere, der Schwanz also mit dem Hund wedele. Solch schöner Logik kann man sich kaum verschließen und spürt nur verwundert, dass sich die Fußnägel aufrollen.

Komischerweise haben solche Vögel keine Hemmung sich für ihre grandiosen Wahlsiege zu feiern, wenn sie, wie z.B. bei den letzten Landtagswahlen, bei 50% Wahlbeteiligung einen Stimmenanteil von 30% erreicht haben und wenn sie nun mit absoluten 14, 15 oder 16% aller Stimmberechtigten ihren von keinerlei Zweifel irritierten Führungsanspruch bestätigt sehen.

Angesichts dieses holländischen Abstimmungsdesasters, können sich die Deutschen glücklich schätzen, nie mit solchen in anderen Ländern kontrovers diskutierten Fragen belästigt zu werden. Wir haben unsere Groko. Die entscheidet für uns, ruhig und ohne dass wir es merken, damit wir friedlich weiterschlafen können.

Freitag, 1. April 2016

„Schuster, bleib bei deinem Leisten!“...

...möchte man raten, wenn ein SZ-Kolumnist, der über Jahre wöchentlich über „Das Beste aus meinem Leben!“ oder „Das Beste aus aller Welt!“ mehr oder weniger humorvolle, manchmal ins Absurde spielende Gedanken veröffentlicht, plötzlich politisch wird. Nun wissen wir ja seit geraumer Zeit, dass der russische Präsident Putin ein ganz schlimmer Finger ist, charakterlich und überhaupt. Lügen, betrügen, unterdrücken, erwürgen - gibt's noch mehr schlimme Worte mit "ü"? ach ja - und andere Länder überfallen sind sein Lebenszweck. Das genau erklärt uns unser SZ-Kolumnist noch einmal auf seine unnachahmlich humorige Art und Weise.

Vielleicht gab es aber auch so etwa vor 2 Jahren eine SZ-Redaktions-Direktive, dass jeder schreibende Mitarbeiter seinen Beitrag zur Aufklärung über den bösen Putin leisten solle/müsse?. Jedenfalls veröffentlichte besagter Humor-Kolumnist seine erste Putin-Kolumne, die uns das verlogene Charakterschwein Putin so einfühlsam wie’s sonst nur die Bildzeitung vermag, nahebrachte.

Höchstwahrscheinlich nicht nahe genug, denn irgendwie gibt es immer noch viel zu viele „Putinversteher“ und jetzt hat unser Kühlschrank-Kolumnist und Küchenpsychologe noch einmal nachgelegt, hat uns, auf jede kritische Reflexion verzichtend und kein Klischee auslassend, den bitterbösen Putin als Schulhofschläger vorgestellt.

Ich sag jetzt weiter nix mehr dazu. Wer die Links anklickt kann sich selber ein Bild machen. Wenn ich diese völlig gedankenbefreiten Hacke-Absonderungen lese, komme ich nicht umhin anzunehmen, dass Hacke höchstpersönlich statt „..der weiße Nebel wunderbar!“, „..der weiße Neger Wumbaba!“ verstanden hat.

Dann hätte ich da noch eine Anregung für Hackes nächste hochpolitische Putin –Analyse-Kolumne. Hier z.B. ist sie schon halbwegs ausgearbeitet und entspricht doch geradezu punktgenau Axel Hackes Hang zum Absurden und untermauert seine Putin-Analysen aufs Trefflichste. Nee, nix zu danken Herr Hacke, gern geschehen!

Ach ja, und noch eins: Der ach so seriöse, immer gut angezogene (Frau Blackconti!) Ernst A Granditz ist sich in der Anmoderation zu einem Kulturzeit-Beitrag über Putin nicht zu blöde wie folgt zu beginnen: Youtube-Link (Leider nur der Link,. weil ich's embedded einfach nicht hin kriege. Man kann mir aber vertrauen - er sagt's wirklich so!)

Nach dem russischen EINMARSCH in der Ostukraine...“.Ich dachte ich höre nicht recht. Hatte ich da etwas verpasst? Sicher, mittlerweile bin ich höchstwahrscheinlich zu sensibel, aber wenn ich so eine völlig aus der Luft gegriffene, falsche Aussage höre, die als Fakt so im Nebenbei eingeschleust wird, klingeln bei mir sofort alle Alarmglocken, dann vermute ich dahinter entweder Brunzdummheit oder Kalkül. In diesem Fall tippte ich auf Kalkül und hab dann folgende E-mail an die Kulturzeit-Redaktion z.Hd. Herrn Granditz geschrieben:

Lieber Herr Granditz,

In der Anmoderation zur 3sat-Sendung „Kulturzeit“ am 22. 10. dieses Jahres behaupteten Sie u.A. so ganz nebenbei:

„…Nach dem russischen Einmarsch in der Ostukraine wurde das Treffen ( der Petersburger Dialog) im Vorjahr ausgesetzt…“

Ausgesetzt wurde der Petersburger Dialog, stimmt, aber von einem russischen Einmarsch, was doch wohl die Invasion russischer Truppen in die Ostukraine meint, war mir bis heute nichts bekannt. "Russische Unterstützung" war wohl nicht ausreichend, um die westliche Sichtweise „wir gut – Russland, bzw. Putin böse“ in den Hirnen der Zuschauer festzuklopfen? Die vorher angeführte "Annektion der Krim" schreckt auch nicht mehr so richtig. Da befeuert doch ein so nebenbei herbeiphantasierter „russischer Einmarsch in der Ostukraine“ das Böse viel bildhafter und einprägsamer. Ach, lieber Herr Granditz, kriegen Sie so einen Blödsinn vorgeschrieben, oder haben Sie sich den selbst ausgedacht? Wie auch immer, dass man selbst bei einer so scheinbar seriösen Sendung wie der Kulturzeit nicht von der Mainstream-Stimmungsmache verschont bleibt, ist wirklich traurig.

Mit freundlichen Grüßen


Auf eine Antwort warte ich selbstverständlich bis heute!

Dienstag, 23. Februar 2016

Skandal, Skandal...

...nein, nicht im Sperrbezirk, sondern am Sonntag in derBayArena in Leverkusen.
Eigentlich ist es ja nicht komisch, sondern nur ein Zeichen, wie völlig hohl ein Großteil der Mitmenschen in der Birne sind – und das ist dann doch wieder ausnehmend komisch.

Da gibt es bei einem Fußballspiel plötzlich eine ungewöhnliche Situation und die wird dann von den Medien zum „Skandal“ hochgejazzt. Ein Schiedsrichter schickt einen aufgebrachten Coach auf die Tribüne, sagt es diesem aber nicht klar und eindeutig sondern lässt, hab ich vorher noch nie gesehen, „ausrichten“! Der Coach möchte ohne Erklärung nicht gehen und zickt, worauf der Schieri wiederum den Boten schickt und dann, da seinen Wünschen wiederum nicht nachgekommen wird, das Spiel kurzerhand vorerst beendet und alle Teilnehmer in die Kabinen schickt.

Warum dieser Pfeifenmann dem Coach, wie sonst üblich, die Tribünenverbannung nicht persönlich ins Gesicht sagte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. War’s Faulheit, Feigheit, oder ein wenig schlechtes Gewissen, weil er genau wusste, worüber sich der Coach erregte – egal, hätte er den Coach persönlich angewiesen, hätte es keinen „Skandal“, nicht mal ein Skandälchen gegeben und damit auch keinen Medienhype.

Der Medienhype ruft dann die Vollpfosten in die Kommentarfunktionen der einschlägigen Printmedien bzw. deren Online- Ausgaben. Und nun komme ich zurück auf meinen Eingangssatz: Jetzt überbieten sich die Laienrichter in der Schärfe der Sanktionsforderungen für den unbotmäßigen Coach. Fehlt eigentlich nur Teeren, Federn und die Todesstrafe, denn von lebenslanger Sperre, sofortiger fristloser Kündigung durch den Konzern, Geldstrafen von mehreren hunderttausend Euro usw. usf. findet man alles, was in grausam gestelztem Deutsch, mit scheinjuristischen Floskeln und im Brustton unglaublicher Empörung einschließlich aller nur denkbaren orthographischen und grammatikalischen Fehler vorstellbar ist.

Das ist lustig, da muss ich wirklich lachen, obwohl – es ist auch ganz schön traurig (siehe oben).

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Weihnachten in Afrika

Längst vergessen das Klischee,nikolausi1
zu Weihnachten gehörte Schnee.
Zu Weihnachten ist es hier heiß,
doch auch in Deutschland ist nix weiß.
Da ist’s zu warm, kein Schnee in Sicht,
Dies Problem stört uns hier nicht.
Wir haben’s Meer und Sonne satt,
alles findet draußen statt
und am Strand, am Pool, im Garten,-
kann man entspannt auf’s Christkind warten.
Das kommt auch hier wie überall -
und bringt dadurch auf jeden Fall
dem Handel stattliche Gewinne.
Stop – eh ich hier mit Kritik beginne,
Zitier ich einen der es kann,
Erich Kästner heißt der Mann:

Weihnachtslied, chemisch gereinigt
von Erich Kästner

Morgen, Kinder wird´s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man´s bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist´s noch nicht so weit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt´s Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
Macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen -
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
Denn im Ofen fehlt´s an Holz!
Stille Nacht und heil´ge Nacht -
Weint, wenn´s geht, nicht - sondern lacht!

Morgen, Kinder wird´s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit ...
Ach, du liebe Weihnachtszeit!


Ja doch, ich wiederhole mich, aber 1. ist's noch genauso aktuell wie vor 10 Jahren und 2. wird ja auch "Der kleine Lord" oder "Dinner for one" Jahr für Jahr im TV wiedergekäut. Wenn die das dürfen... Egal, da hab ich dann noch ein Gedicht, ist vom seligen Loriot, kennt natürlich auch jeder, aber da es so richtig anheimelnde Weihnachtsstimmung vermittelt will ich es denen, die's evtl. noch nicht oder nicht mehr kennen, nicht vorenthalten:

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken
Schneeflöcklein leis' herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner, weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her, durchbricht
den tunklen Tann ein warmes Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
Drum kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh'
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie - direkt von vorn -
den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei, drei, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmannssitte aufgebrochen.

Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt darauf - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so später Nacht
im Schnee noch seine Runden macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten.

"He, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?"
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau ist schon bereit:
"Die sechs Pakete, heilger Mann,
's ist alles, was ich geben kann."

Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt - es ist Advent!


Mmmhh, naja - wie finde ich nun zurück zum Wesentlichen? Achso: nikolausi1
god-Jul1







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