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Samstag, 3. Juni 2017

Mit Kind nach Südafrika – ein misslungener Versuch

Unser Sohn hat mit seiner Freundin und deren Sohn (11) 14 Tage Südafrika gebucht, d.h. die Flugtickets, ein Leihauto und diverse Unterkünfte während einer Rundreise. Reiseantritt war ursprünglich gestern Abend (SAA von München), wurde aber, SMS-Nachricht vom Donnerstag, auf heute, also Samstagmorgen 7.00 verschoben. Flugplanänderung ab 1.6 oder so was.

Wie auch immer, die drei erschienen pünktlich um 5 Uhr in der Früh am SAA-Check-In. Die Pässe wurden eingelesen, die Original-Geburtsurkunde des Kindes vorgelegt. Letztere, also die Geburtsurkunde, muss bei jeder Ein- oder Ausreise eines Kindes lt. einem vor 2 Jahren beschlossenen Gesetz bei der südafrikanischen Grenzkontrolle vorgelegt werden. Das war bekannt und noch schien alles normal, problemlos. Die diversen Koffer wurden auf’s Laufband gesetzt, verschwanden Richtung Flugzeug und die Bordkarten wurden ausgehändigt. Anschließend dann zur Sicherheitsüberprüfung, alle Scanner für Körper und Handgepäck durchlaufen, danach durch die deutsche Passkontrolle in den Transitbereich. Noch einen Kaffee, noch ein wenig Duty-Free-Shopping, alles Routine, und zur richtigen Zeit reihte man sich in die Warteschlange am Abflug-Gate.

Die Bordkarte nochmal durch einen Scanner und eine letzte Passkontrolle. Hoppla – hier stimmt was nicht. Im Kinderpass des Buben war eine Passverlängerung eingeklebt, ganz offiziell vom deutschen Einwohnermeldeamt. „Der Junge wird in nach der Landung in Johannesburg damit nicht durch die südafrikanische Passkontrolle kommen,“ erfuhr man nun von der Gate-Kontrolleuse, „denn Verlängerungen in Kinderpässen, mögen sie maschinenlesbar und weltweit noch so gültig sein, werden in Südafrika nicht akzepiert.“ Punkt! Na, das ist doch mal eine tolle Nachricht. Es wird noch argumentiert, geschimpft und geflucht, es wird noch rumtelefoniert, aber - da ist nichts zu machen. Letztlich muss man dem Endgate-Controller dankbar sein, dass er das Problem noch rechtzeitig erkannte, wäre man doch ansonsten 10 Std nach Südafrika geflogen, um anschließend im Transitbereich des Johannesburger Flughafens auf den Rücktransport nach München zu warten und weitere 10 Stunden den bekannten Horror der Touristenklasse zu genießen.

Selbst schuld, könnte man sagen, hätte man das nun von SAA auch noch ausgegehändigte Merkblatt zu den Ein- und Ausreisebestimmungen Südafrikas genau studiert. Da steht explizit drin, dass „ machine readable extentions“ in Kinderpässen, „will not be accepted!“ Ja, hätte, hätte - denn 1. sieht man das Merkblatt nun zum ersten Mal und 2. liegt der Gedanke nicht unbedingt nahe, da man bei verschiedenen Reisen nach Asien noch nirgends Probleme mit diesem, sonst weltweit akzeptierten Pass gab.

Den Schock, die Enttäuschung und die Frustration der drei, die samt den gepackten Koffern nach 4 Stunden, statt im Flieger zu sitzen, wieder zuhause in Gröbenzell ankamen, mag ich mir gar nicht ausmalen. Natürlich sind jetzt auch alle bereits angefallenen Zahlungen (siehe oben) futsch und von unserer zerstobenen Vorfreude unseren Sohn mit Anhang in Kürze hier wiederzusehen, mag ich gar nicht reden.

Natürlich habe ich versucht, mir den Sinn dieser komischen Grenzübertrittsregel zu erklären und, da ist natürlich eine Logik drin: Kinder verändern sich im Aussehen relativ rasch und um die Übereinstimmung des Kindes mit der Geburtsurkunde prüfbar zu machen, muss ein einigermassen aktuelles Passfoto vorliegen, was bei einer Verlängerung nicht unbedingt gegeben sein könnte. Im vorliegenden Fall aber entspricht die Verlängerung dem Orignal der Erstausstellung, einzig das Passfoto ist neu und aktuell. Die Maschinenlesbarkeit ist gegeben und einzig der Sachverhalt, dass diese Seite in den Pass eingeklebt wurde, ganz offiziell von der deutschen Behörde, führt zur Nichtakzeptanz Südafrikas ( Hier werden halt zuviele Dokumente gefälscht.) Im Prinzip nämlich wurde die Regelung mit der unbedingten Vorlage der Original-Geburtsurkunde für die AUSREISE aus Südafrika geschaffen, weil hier fortwährend Kinder verschwanden und die, wie man herausfand, ins Ausland verkauft wurden. Ein Versuch also, Menchenhandel zu unterbinden, der aber von der hiesigen Tourismusbranche heftig kritisiert wird, weil oben beschriebene Situation kein Einzelfall ist. Die sture, unflexible Handhabung der weltweit einmaligen Einreiseregeln für Familien mit Kindern schaden, so die Branche, dem ansonsten so touristenfreundlichen Ruf Südafrikas.

Eben habe ich noch mit dem Sohn gesprochen. Südafrika ist jetzt erstmal abgehakt und da er und seine Freundin Urlaub haben, packen sie die Koffer erst gar nicht aus, sondern machen sich heute Nacht auf den Weg nach Livorno und dann mit der Fähre rüber nach Korsika. Sicher ein guter Weg, den Frust zu verdauen.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Weihnachten in Afrika

Längst vergessen das Klischee,nikolausi1
zu Weihnachten gehörte Schnee.
Zu Weihnachten ist es hier heiß,
doch auch in Deutschland ist nix weiß.
Da ist’s zu warm, kein Schnee in Sicht,
Dies Problem stört uns hier nicht.
Wir haben’s Meer und Sonne satt,
alles findet draußen statt
und am Strand, am Pool, im Garten,-
kann man entspannt auf’s Christkind warten.
Das kommt auch hier wie überall -
und bringt dadurch auf jeden Fall
dem Handel stattliche Gewinne.
Stop – eh ich hier mit Kritik beginne,
Zitier ich einen der es kann,
Erich Kästner heißt der Mann:

Weihnachtslied, chemisch gereinigt
von Erich Kästner

Morgen, Kinder wird´s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man´s bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist´s noch nicht so weit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt´s Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
Macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen -
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
Denn im Ofen fehlt´s an Holz!
Stille Nacht und heil´ge Nacht -
Weint, wenn´s geht, nicht - sondern lacht!

Morgen, Kinder wird´s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit ...
Ach, du liebe Weihnachtszeit!


Ja doch, ich wiederhole mich, aber 1. ist's noch genauso aktuell wie vor 10 Jahren und 2. wird ja auch "Der kleine Lord" oder "Dinner for one" Jahr für Jahr im TV wiedergekäut. Wenn die das dürfen... Egal, da hab ich dann noch ein Gedicht, ist vom seligen Loriot, kennt natürlich auch jeder, aber da es so richtig anheimelnde Weihnachtsstimmung vermittelt will ich es denen, die's evtl. noch nicht oder nicht mehr kennen, nicht vorenthalten:

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken
Schneeflöcklein leis' herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner, weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her, durchbricht
den tunklen Tann ein warmes Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
Drum kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh'
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie - direkt von vorn -
den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei, drei, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmannssitte aufgebrochen.

Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt darauf - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so später Nacht
im Schnee noch seine Runden macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten.

"He, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?"
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau ist schon bereit:
"Die sechs Pakete, heilger Mann,
's ist alles, was ich geben kann."

Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt - es ist Advent!


Mmmhh, naja - wie finde ich nun zurück zum Wesentlichen? Achso: nikolausi1
god-Jul1







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Freitag, 20. November 2015

Geburtstagskaffee ohne Salzwasser

10-years-afterWas ich letztlich schon andeutete ist jetzt endlich vollbracht. „Tief im Süden“ ist heute auf den Tag genau 10 Jahre online. Ja doch, im letzten halben Jahr war da wirklich nix los, tut mir leid, und auch die kürzlich angekündigten Superideen zur Weltrettung muss ich leider schuldig bleiben. Und um das Unglück voll zu machen, kündige ich hiermit an, dass ich den Betrieb doch noch nicht einstelle, d.h. dass Ihr mein linkslastiges Gezeter über das Elend in der Welt noch eine geraume Zeit ertragen müsst, nein nicht müsst, denn leider gibt’s ja keinen Anklickzwang, leider!

Nun gut, da die supertollen Ideen zur Weltrettung momentan noch nicht voll ausgereift sind, ich aber dennoch irgendwas schreiben möchte, so widme ich mich heute mal wieder unserer kleinen Welt hier an der Southcoast:

Halleluja - unser Leitungswasser ist nun, nach gut anderthalb Wochen wieder trinkbar! Wieso? Nun, aus unseren Wasserhähnen kam plötzlich nur noch Salzwasser – völlig ungenießbar und sogar gesundheitsgefährdend. Südafrika leidet in diesem Jahr unter einer außergewöhnlichen Dürre. Nicht hier bei uns an der Küste, da ist noch alles sattgrün, aber im Inland sieht’s schlimm aus. Es will einfach nicht genügend Regen fallen. Die Talsperren sind alle fast leer und die Flüsse sind trocken oder nur noch dünne Rinnsale. Die Farmer melden in weiten Teilen des Landes den Totalausfall der Maisernte und ähnliches hört man von den Zuckerrohrfeldern nördlich von Durban.

Wir beziehen unser Wasser aus dem Umzimkulu-Fluß, welcher hier bei Port Shepstone ins Meer mündet. Die Pumpstation liegt etwa 10 km oberhalb der Flussmündung. Durch die Gezeiten wird an der Mündung ein Sandwall aufgeschoben, wohinter sich der Fluss zur Lagune staut. Wird der Staudruck der Lagune zu groß, durchbricht der Fluss diesen Wall und strömt ins offene Meer. Das wäre normal, aber da der Fluss z.Zt. kaum Wasser führt baut sich nicht genügend Druck auf, das stehende Flusswasser wird bei hoher Flut mit Meerwasser vermischt, wird Brackwasser und langsam staut sich die Lagune kilometerweit, letztlich bis zur Trinkwasserentnahmestelle und jetzt wird hoch salzhaltiges Brackwasser ins Wasserwerk gepumpt, wo dann zwar alles gereinigt und ausgefiltert wird – außer dem Salz, denn dafür gibt’s keinen Filter und schon gar keine Entsalzungsanlage. Wer schon einmal Kaffee, aus Salzwasser gebrüht, genossen hat, weiß wie weit man dieses eklige Gebräu speien kann.

Jetzt haben die Wasserversorger in wenigen Tagen einen künstlichen Damm aufgeschüttet, direkt unterhalb der Entnahmestelle, weit oberhalb der Mündung, haben so eine Art Rückschlagventile in dem Damm eingebaut, sodass das aufgestaute Rinnsal vom Fluss zwar ablaufen, das Lagunenwasser aber nicht zum Frischwasser gelangen kann. Das funktioniert recht ordentlich. Kurz, jetzt kann man unser Leitungswasser wieder trinken. Selbstverständlich wird dieser provisorische Damm sofort weggespült, wenn es endlich mal wieder ausgiebig regnet und der Umzimkulu wieder zum richtigen Fluss wird. Aber dann wird dieser Notdamm ja auch nicht mehr benötigt.

In den ersten Tagen des Desasters gab es einen Run auf Flaschenwasser und die Läden waren im Nu ausverkauft. Dann kamen Tankwagen mit Frischwasser und überall wurden dann große Fässer aufgestellt, vor denen putzige Menschenschlangen mit Eimern und Bottichen anstanden. Endlich auch für uns Weiße mal ein zünftiges Drittweltfeeling.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Auszeit vorbei? – Ich weiß nicht!

Zuerst nagt es gewaltig, ja, es plagt einen geradezu ein schlechtes Gewissen. Da gibt es irgendwo in Deutschland oder sonst wo ein paar Menschen, vielleicht 5 oder auch 10 wenn’s hoch kommt, die klicken immer wieder mal hier rein und die finden plötzlich über Monate - nix mehr. „Tief im Süden“ hat den Sendebetrieb eingestellt, weil der Blogger blackconti nicht mehr blogt sondern bockt.

Plötzlich wurd’s ihm fad. Er hatte seine Wut, seine Empörung über die notorischen Desinformationen und Halbwahrheiten der Politik und der unterstützenden Medien bis zum Abwinken ausgekotzt. Er merkte, dass er sich nur noch wiederholte und da es ihn langweilte, wollte er dasselbe seinen 3-5 Lesern ersparen.

Leicht fällt das Aufhören aber nicht, denn, siehe oben! Schließlich war das (ich würde eigentlich gefühlsmäßig immer viel lieber „der“ schreiben) Blog über fast 10 Jahre Teil meiner täglichen Gedankenwelt, aber mit jedem Tag, jeder Woche und schließlich jedem Monat der Abstinenz lässt das Verlangen nach und lebt man auch ohne veröffentlichtes Hirngeschwurbel ganz angenehm.

Dann aber stellt man plötzlich fest: Mein Gott, das waren ja wirklich fast 10 Jahre, d.h. nur noch einen Monat durchhalten, um dann mit einem Feuerwerk von Geistesblitzen zur Rettung der Welt den Laden ganz dicht zu machen! Großartige Idee und das schreib ich jetzt.

Leider hatte ich gerade keine süssen Kätzchenbilder zur Hand, aber ein Video mit „frolicking Whales“, aufgenommen von der hiesigen Reklame-Plattform „eHowzit“ direkt vom Strand in Shelly Beach sollte auch hinreichen, meine Vorstellung von einer heilen Welt zu symbolisieren. Diese Buckelwale kann man hier von Juni bis Anfang Dezember täglich beobachten Nicht immer so viele zusammen und nicht immer so nah, aber es müssen Tausende sein auf der Wanderung von der Antarktis in tropische Gewässer und retour.

Freitag, 17. Januar 2014

Reflex - Live @ Pistols

REFLEX

Freut euch, ihr 4-5 Leser dieses Blogs, das Warten hat ein Ende! Der technische Fortschritt hat nun auch unsere Southcoast erreicht. Mit diesem Posting ist es ab sofort auch dem entferntesten Winkel Deutschlands, ach was sag ich, der ganzen Welt, möglich, einem einzigartigen Musikgenuss teilhaftig zu werden. REFLEX, die Pistols-Hausband hat die innovative Brenntechnik entdeckt und mir eine CD mit ihren, mir ach so sattsam bekannten Tanz-Oldies zugesteckt. Der Sound ist gewöhnungsbedürftig, aber, das versichere ich an Eides Statt, absolut authentisch. Sicher, im nüchternen Zustand mag ein musikalisch geschultes Ohr sich gequält verschließen, aber nüchtern sind Pistols-Besucher sowieso nur kurzzeitig. Carling Black Label, Klippie and Coke und dann die diversen bunten Shooters lockern die Gehörmuscheln mehr und mehr. Immer virtuoser erscheint das Gitarrenspiel der Reflex-Protagonisten Dave und Jimmy und die, dank japanischer Hochtechnologie, im Laptop versteckten Drummer-Zwerge treiben mit ihrem Beat auch den letzten Tanzmuffel zu ekstatischen Verrenkungen. So, genug geschwafelt. Heute ist Gestern war wieder Freitag und ich muss jetzt an den bin wieder zurück vom Ort des Geschehens. Wer mag, darf sich einen direkten Eindruck verschaffen und eines oder auch mehrere Teile der auch heute gestern Abend wieder erwartbaren Darbietungen anhören. (Links kopieren und ins Browser-Adressfeld einfügen! Dann Download!)
Nein, einfach Titel anklicken, kurzer Download - und dann genießen - ääh, oder sich mit Grausen abwenden. Natürlich dankt mir wieder kein Schein für das Gefummel ;-)

Reflex-CD

Still got the blues
Alright now
Angels
Another brick in the wall
Apache
Beds are burning
Black magic woman
Cocain
Every breath you take
Green door
Have you ever seen the rain
Hurt so good
I want to hold your hand
Paranoid
Rock around the clock
Rocking all over the world
I saw her standing there
Tush
Twist and shout
Hotel California
Spirit in the sky

Sonntag, 22. September 2013

Schock

Verkehrsunfälle passieren tagtäglich überall auf der Welt und jeden Tag sterben dabei Menschen. Das ist der Preis der Mobilität und wird als unvermeidlich hingenommen, Wir verdrängen die entsetzlichen Tragödien und Schicksale, die sich hinter solch „normalen“ Unfällen verbergen und wir besteigen unsere Automobile jeden Tag in der Scheingewissheit, dass die schlimmen Unfälle immer nur Anderen passieren. Diese trügerische Selbstsicherheit wird allerdings gewaltig erschüttert, wenn man von einem schrecklichen Unfall ganz in der Nähe hört, bei von einem Moment zum anderen 27 Menschen den Tod fanden.

Pinetown ist ein Vorort im Westen von Durban und wegen seiner Hanglage weisen die Hautverkehrsstraßen in Richtung Durban ein ziemliches Gefälle auf. Umsichtiges Fahren ist also geboten, aber die talwärts führenden Fahrbahnen sind gut ausgebaut und große Warnschilder fordern für LKW ein Zurückschalten in den niedrigsten Gang.

Am 5. September hörten wir mit Entsetzen von einem schrecklichen Verkehrsunfall in Pinetown. Ein LKW sei außer Kontrolle geraten, habe mehrere vollbesetzte Sammeltaxis gerammt und 27 Todesopfer seien zu beklagen. Die Nachricht und die TV-Bilder der herumliegenden Wracks und Trümmer ließen uns betroffen aufhorchen, denn jeder hier an der Küste kennt diese Straße und befuhr sie schon ungezählte mal.

Mittlerweile wurden auf Youtube Bilder von Überwachungskameras hochgeladen, die den Unfallhergang aufgezeichnet haben. Die Bilder sind so schockierend, dass ich hier auf eine Einbettung verzichte. Wer unbedingt mag, kann sich bei YouTube selber bedienen. Mir wurde jedenfalls bewusst wie selten zuvor, wie unsicher und zu jederzeit gefährdet unser Leben ist und Tod oder Leben oftmals einfach nur davon abhängt, dass man zufällig nicht zum falschen Moment am falschen Ort ist. Hoffentlich krieg ich die Bilder schnell wieder aus dem Kopf.

Dienstag, 2. April 2013

Africa is not for sissies!

Ein Spruch, den Afrikaner immer gerne und mit einem gewissen Stolz gebrauchen,
was aber natürlich total übertrieben ist. Wie ich ja schon häufig beschrieben habe, unterscheiden sich die allgemeinen Lebensverhältnisse hier für zumindest die Weißen nur marginal von den jenen in Westeuropa und sind in manchen Bereichen sogar um einiges komfortabler.

Dennoch kam mir diese Redensart in den Sinn, weil jetzt eindeutig geklärt ist:

Ulla ist kein Weichei!

Genau! Jene Ulla, über die ich am 18.2. 2008 berichtete:

…Und dann ist da noch Ulla, die bei uns alljährlich überwinternde Freundin von Frau Blackconti, die ebenfalls an einem geschwollnen Haxen laboriert. Glücklicherweise nur ein dicker Fuß, denn dieser bizarre Unfall am Strand hätte auch schlimmer ausgehen können. Was war passiert? Strandspaziergang der Frauen mit Hund. Die Flut treibt die Wellen ziemlich weit auf den Strand und in einem unbedachten Moment erfasst ein übergroßer Brecher die mit dem Rücken zum Wasser stehende Frau und wirft sie um. Nun bestand diese Welle nicht nur aus Wasser sondern führte noch einen 40 cm dicken und 4 mtr. langen Baumstamm mit sich, welcher die Umgeworfene überrollte, zweimal, vor und wieder zurück.
Nun, der Sand war weich und das schwimmende Holz brachte Gott sei Dank nicht sein ganzes Gewicht auf den Körper, sodass am Ende nur ein Paar Prellungen, Abschürfungen und eben ein dicker Knöchel als glimpfliches Resultat übrig blieben…


Ja, glimpflich war damals, aber da kann man doch noch einen draufsetzen:

Traraaa! Blackconti präsentiert: Ulla heute!

Ulla 1.4.2013

Gestern morgen noch heil und unversehrt zum Strandspaziergang aufgebrochen, sitzt Ulla nun, wohlversorgt vom Margate Hospital, wieder bei uns auf dem Sofa und lächelt gequält. Das gebrochene Handgelenk geschient und die recht tiefe Platzwunde an der Stirn fein säuberlich genäht und verbunden. Die Prellungen und Zerrungen an Beinen, Hüften, Armen und Schultern erwähne ich nur der Vollständigkeit halber als systemimmanentes Beiwerk eines kapitalen Ausrutschers und Sturzes in den rutschigen Felsen am Strand.

Zur Beruhigung in der Heimat: Mutter, bzw. Oma geht’s gut, obwohl „gut“ hier selbstverständlich relativ zu werten ist. Ohne fixierten Arm und Kopfturban wär’s natürlich besser, aber die Beweglichkeit kommt schon wieder und gegen die Schmerzen wurden wirksame Mittel verschrieben. Sind ja noch eine paar Tage bis zum Rückflug und ein Weichei ist Ulla ja nun wirklich nicht.

Mittwoch, 7. November 2012

Grounded – die Nächste

In der Marktwirtschaft sind Insolvenzen systemimmanent und der Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens folgt in der Regel ein Rattenschwanz an finanziellen Problemen bei Zulieferern und Mitarbeitern. Bei Pleiten von Transportunternehmen, im konkreten Fall einer Billig-Airline, erfahren die Kunden, die Passagiere also, bis zum Moment der Einstellung des Flugbetriebs nichts vom bevorstehenden Grounding. Es werden bis zur letzten Minute Tickets verkauft und Passagiere an die Zieldestinationen befördert, von wo sie dann sehen können, wie sie wieder heimkommen. So war’s 2008, als die südafrikanische „Nationwide“ kollabierte ( siehe hier) und so war es auch letzten Freitag, als die Gesellschaft „1Time“ ihren Flugbetrieb einstellte.

Das würde mich ja persönlich nicht weiter beschäftigen, wenn ich nicht blöderweise von beiden Insolvenzen direkt betroffen worden wäre. Seit Jahren buche ich die Inlandsflüge für unsere Besucher von hier aus, weil’s in der Regel erheblich kostengünstiger ist, bzw. schien, denn waren es im Fall „Nationwide“ nur ca. 100 Euro, die abgeschrieben werden mussten, so sind es bei „1Time“ jetzt schon fast 500 Euro, die der Insolvenzverwalter nicht wieder rausgibt, bezahlt für Inlandsflüge, die unsere Kinder zu Weihnachten antreten wollten. Kostengünstig, wie ich oben schrieb, ist das nicht gerade, weil ja die Flüge mit einer anderen Airline noch mal gebucht und bezahlt werden müssen. Schlagen wir 3 Kreuze, dass „Kulula.com“ oder „Mango“ nicht anschließend auch noch Konkurs anmelden. Gut, dann gäbe es noch SAA, die wohl, da staatlich, nicht pleite gehen wird, aber die ist ja gleich 3-4-mal so teuer.



Übrigens: Der Mann links im Video ist Blacky Komani (1time Group CEO) und seine Danksagung auf der finalen 1Time-Website an seine Angestellten und Kunden, also u.a. auch an mich, kann er sich in die Haare schmieren. Dafür, dass er mich nicht frühzeitig gewarnt hat, hat er die dargestellte Behandlung unbedingt verdient.

Und jetzt noch ein wichtiger Tip: All diejenigen, die ihre nun wertlosen Tickets mit einer Kreditkarte (VISA, MASTERCARD, AMERICAN EXPRESS) bezahlt haben, bekommen ihr Geld vom Kreditkartenunternehmen zurück. Da greift eine Versicherung, die den Kreditkartennutzer automatisch gegen „Nichtlieferung“ absichert. Ich habe leider per Kontoüberweisung gezahlt und krieg nix. Merke ich mir natürlich für die Zukunft.

Sonntag, 19. August 2012

War das "Marikana-Massacker" wirklich nur Notwehr?

Die Polizei behauptet es und Filmaufnahmen, die in den Nachrichtensendung weltweit gezeigt wurden, scheinen es zu belegen: Die Schüsse der Polizei auf die bewaffnet angreifenden Minenarbeiter waren reine Notwehr. Die 34 Todesopfer sind zwar zu beklagen, aber letztlich selbst schuld.
Hier noch einmal ein Zusammenschnitt verschiedener internationaler Nachrichtensender und deren Darstellung der Ereignisse:

Worldwide News Footage



Angesichts dieser Aufnahmen, die uns so auch sowohl in den deutschen Abendnachrichten, wie auch hier im südafrikanischen TV vorgeführt wurden, scheint klar: Die Streikenden rennen gegen die Polizeikette. Irgend ein Polizist verliert die Nerven, feuert aus Angst und sofort, wie bei einem Fehlstart, schießen auch die Nebenleute wahllos in die anstürmende Meute. Sekunden später befehlen Polizeiführer, das Feuer einzustellen, aber da ist das Entsetzliche schon geschehen und zahllose Körper liegen tot oder sterbend auf dem ausgedörrten Boden.

Aber nun schauen wir uns das grausame Geschehen mal aus einem anderen Winkel an, denn dankenswerter Weise hat der arabische Sender Al Jazeera uns dieses Filmmaterial nicht vorenthalten.

Al Jazeera Footage



Dieser Clip zeigt uns die Streikenden noch nicht rennend, sondern in langsamer und geduckter Vorwärtsbewegung und man sieht Polizeikräfte, die, hinter gepanzerten Polizeifahrzeugen verschanzt, von der Seite und von hinten auf die Demonstranten feuern. Ob es sich dabei um scharfe Munition, oder Gummigeschosse handelt, ist nicht erkennbar, aber dass die Streikenden nach diesem Beschuss um ihr Leben rennen, ist wohl logisch. Sie rennen in ihr Verderben, denn 100 Meter entfernt wartet die Polizeikette, die wir im oberen Film von hinten sahen, und die feuert nun aus allen Rohren gegen die vermeintlich Angreifenden, wohl aber eher Fliehenden. Ein Fall von putativer Notwehr - wohlwollend betrachtet.

Natürlich ist das jetzt nur meine Interpretation und möglicherweise sehe ich das nicht richtig, aber dass uns die offiziellen Nachrichten nicht vollständig informieren, ist sicher nicht zu bezweifeln.

Eins ist selbstverständlich auch klar: Die 3000 Streikenden der AMUC-Gewerkschaft hatten die Lonmin-Mine, die insgesamt 24 000 Menschen beschäftigt, seit über einer Woche illegal lahmgelegt und haben in der letzten Woche mindestens 10 Menschen umgebracht, darunter 2 Polizisten. Wenn man sich zum Toi-Toi, zum Protest also, nicht nur mit den tradionellen Stöcken bewaffnet, sondern auch mit Macheten, Speeren und sogar Feuerwaffen, dann erzeugt Gewalt Gegengewalt.

Allerdings ist die Rolle der Verantwortlichen in Regierung und Behörden Südafrikas auch ein einziges Trauerspiel. Sie wollten den illegalen Streik beenden, die Ordnung wieder herstellen. Zur dazu notwendigen, vorausschauende Planung sind die meist durch Vetternwirtschaft und Beziehungen in Führungspositionen gelangten Personen aber kaum in der Lage. Als Resultat sind nun 34 Tote zu beweinen. Das Ausmaß an Ignoranz, Korruption und Inkompetenz lässt für die Zukunft Südafrikas nichts Gutes ahnen.

Dienstag, 26. Juni 2012

Gut zu Vögeln

Ich will gleich vorausschicken, dass, sollte die Überschrift zum Klick angeregt haben, einschlägige Erwartungen nun aufs Gröbste enttäuscht werden. Es geht hier wirklich nur um die gefiederten Freunde im Garten, denen der plötzliche Tod einer Agave nun den Platz für ungetrübten Badespass verschafft hat. Agaven sterben umgehend, nachdem sie die einzige Blüte ihres langen Lebens in wenigen Wochen meterhoch in den Himmel gereckt haben.

Agave u Vogelbad

Also wurde der stachelig-spitze Pflanzenkadaver entfernt und nun war besserer Platz geschaffen für das Vogelbad, welches bis dato, da zu nahe am Haus, fast ausschließlich von der Olga als Reservetränke genutzt wurde. Nun, am neuen Ort, tobt das Vogelleben, und das zu beobachten ist wesentlich spannender, als die meist zum Gähnen langweiligen Fußballspiele der Euro 2012, einschließlich der peinlich ungelenk torjubelnden Kanzlerin

Glücksüchtig, wie ich es nun einmal bin, lausche ich auch lieber dem fröhlichen Vogelgezwitscher, als den grauenhaften Lobhudeleien für 100 Tage selbstgefällige Pastoralsalbadereien eines ganz schlimmen Wendehalses, der mein Unbehagen an eingeflogenen Soldatenleichen in Plastiksäcken als Krankheit, als Glücks-Sucht eben, diffamiert. Ich bleibe ganz entspannt und schaue den planschenden Webervögeln zu, auch wenn dieser merkwürdige Militärpfaffenpräsident jeden einzelnen der 600 Panzer für die Saudis höchstpersönlich segnen sollte. Ich hab nichts Anderes erwartet, nicht von dem.

Noch mal zurück zur Headline: Die habe ich natürlich mit Bedacht gewählt, ausnutzend, dass die Twoday-Vorgaben für dieses Weblog für den Titel ausschließlich Großbuchstaben vorsehen. Nicht sehr originell, ich weiß, aber Autos werden seit Menschengedenken auch mit Pin-ups verkauft

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