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Erinnerungen

Samstag, 29. Dezember 2007

Zwischen den Jahren...

...noch schnell heiraten, wegen irgendwelcher Steuervorteile, wenn ich mich recht erinnere, hauptsächlich aber um den vierschrötigen Wohnungsvermieter durch Vorlage der Heiratsurkunde zur Unterschrift unter den Mietvertrag zu bewegen. Ohne diese Urkunde keine Wohnung, da er, der Vermieter, sich ja sonst der Kuppelei schuldig gemacht hätte.

Es war das Jahr 1967 und da ging ohne Trauschein offiziell gar nichts zwischen Männ- und Weiblein. Das Umgehen der Hürden aus spießigen Moralvorstellungen und daraus resultierenden gesetzlichen Bestimmungen wurde zwar zum Zwecke des Lustgewinns so oft es möglich war praktiziert, war allerdings sehr mühselig und nur unter Inkaufnahme oft sehr peinlicher Situationen zu bewerkstelligen. Nein , komfortabel war voreheliches Liebesleben zu jener Zeit wirklich nicht und nur die Hochzeit beendete das Elend schlagartig.

Auf den Tag genau heute vor 40 Jahren haben auch wir dieses Elend beendet und uns dafür die Last des Ehejochs auferlegt. Wie schwer dieses wiegen kann ahnten wir damals noch nicht, aber untragbar erschien uns diese Bürde letztendlich nie.

Ende offen

Dass in den kleinen Lebensabschnittsbildchen kein Hochzeitsfoto zu sehen ist, liegt einfach daran, dass es keins gibt. Großvater wollte der Fotograf sein, knipste auch unermüdlich, aber hatte vergessen , einen Film einzulegen - kein Scherz.

Und, bitte, nun keine Bemerkungen wie: " Der Zahn der Zeit ...usw.!", das wissen wir schon selber.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Väterchen Franz

FJDWie komme ich nur plötzlich auf ihn? Jahrzehnte lang hatte ich ihn vergessen, nein falsch, nicht vergessen, eher nicht mehr an ihn gedacht, obwohl er mir immer präsent war. „ Ja, wenn der Senator erzählt!“ ,geradezu reflexartig fällt mir dieser Satz ein, wenn ich wieder mal so eine Aufschneidergeschichte vom ehrlich erworbenen Reichtum höre und weiter: „Klar doch, von den als armer Leute Bub beim Milchholen erwirtschafteten Pfennigen hast Du das erste Stahlwerk aufs Wackelsteiner Ländchen gestellt. Großartig!“


Und dann denke ich wieder an die Kinder aus der Oberstadt, die nicht mit den Schmuddelkindern, denen mit dem Rattenpelz am Kragen, spielen durften und dann der unvergessliche „Deutsche Sonntag“ , wo Familienleittiere, „Hütchen, Schühchen, Täschchen passend, ihre Männer unterfassend vom Kirchgang dann nach Hause ziehn, damit die nicht in Kneipen fliehn“. Dieser Titel war monatelang der Spitzenreiter in den SWR3- Chards, die damals noch Hitparade hieß – unvorstellbar heute. So etwa 1968 durfte Franz Josef Degenhardt seine Lieder sogar in einer eigenen TV-Show vortragen, zwar erst nach 22 Uhr , aber immerhin. Degenhardts Lieder trafen bei mir durch ihre bildhaft-poetische Beschreibung der deutschen Spießigkeit und kämpferische Aufmüpfigkeit genau den Kern meiner eigenen Befindlichkeit in jenen Jahren der scheinbaren politischen und gesellschaftlichen Veränderung.

Degenhardt ist Rechtsanwalt und vertrat zu jener Zeit viele APO- Mitglieder in den einschlägigen Prozessen, z.B. wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt oder sonstiger Vorwürfe im Zusammenhang mit den Protestbewegungen der 68er. Das erfuhr man von Zeit zu Zeit noch aus der Presse. Degenhardt war SPD-Mitglied, trat aber als Liedermacher regelmäßig bei den von der DKP veranstalteten UZ-Pressefesten auf und rief anlässlich der Landtagswahl 1971 in Schleswig-Holstein auf, die DKP zu wählen, worauf ihn die SPD aus der Partei ausschloss. Dann wurden Gerüchte lanciert, Degenhardt stände in Beziehung zur Baader-Meinhoff-Gruppe (die sprachreglerische Umbenennung in BM-Bande erfolgte erst später) und dann verschwand Degenhardt vollständig aus den Medien und mit der Zeit leider auch aus meinem Bewusstsein.

Jetzt ist er für mich wieder da. Wie ich plötzlich daraufkomme? Keine Ahnung, aber beim Lesen seiner Texte fühle ich mich mit einem mal richtig wohl.


Deutscher Sonntag

von Franz Josef Degenhardt

Sonntags in der kleinen Stadt,
wenn die Spinne Langeweile
Fäden spinnt und ohne Eile
giftig-grau die Wand hochkriecht,
wenn's blank und frisch gebadet riecht,
dann bringt mich keiner auf die Straße,
und aus Angst und Ärger lasse
ich mein rotes Barthaar stehn,
lass den Tag vorübergehn,
hock am Fenster, lese meine
Zeitung, decke Bein mit Beine,
seh, hör und rieche nebenbei
das ganze Sonntagseinerlei.
Tada-da-da-dam...

Da treten sie zum Kirchgang an,
Familienleittiere voran,
Hütchen, Schühchen, Täschchen passend,
ihre Männer unterfassend,
die sie heimlich vorwärts schieben,
weil die gern zu Hause blieben.
Und dann kommen sie zurück
mit dem gleichen bösen Blick,
Hütchen, Schühchen, Täschchen passend,
ihre Männer unterfassend,
die sie heimlich heimwärts ziehn,
daß sie nicht in Kneipen fliehn.
Tada-da-da-dam...

Wenn die Bratendüfte wehen,
Jungfrauen den Kaplan umstehen,
der so nette Witzchen macht,
und wenn es dann so harmlos lacht,
wenn auf allen Fensterbänken
Pudding dampft, und aus den Schenken
schallt das Lied vom Wiesengrund
und daß am Bach ein Birklein stund,
alle Glocken läuten mit,
die ganze Stadt kriegt Appetit,
das ist dann genau die Zeit,
da frier ich vor Gemütlichkeit.
Tada-da-da-dam...

Da hockt die ganze Stadt und mampft,
daß Bratenschweiß aus Fenstern dampft.
Durch die fette Stille dringen Gaumenschnalzen,
Schüsselklingen, Messer, die auf Knochen stoßen,
und das Blubbern dicker Soßen.
Hat nicht irgendwas geschrien?
Jetzt nicht aus dem Fenster sehn,
wo auf Hausvorgärtenmauern
ausgefranste Krähen lauern.
Was nur da geschrien hat?
Ich werd so entsetzlich satt.
Tada-da-da-dam...

Wenn Zigarrenwolken schweben,
aufgeblähte Nüstern beben,
aus Musiktruhn Donauwellen
plätschern, über Mägen quellen,
hat die Luft sich angestaut,
die ganze Stadt hockt und verdaut.
Woher kam der laute Knall?
Brach ein Flugzeug durch den Schall?
Oder ob mit 'm Mal die Stadt
ihr Bäuerchen gelassen hat?
Die Luft riecht süß und säuerlich.
Ich glaube, ich erbreche mich,
Tada-da-da-dam...

Dann geht's zu den Schlachtfeldstätten,
um im Geiste mitzutreten,
mitzuschießen, mitzustechen,
sich für wochentags zu rächen,
um im Chor Worte zu röhren,
die beim Gottesdienst nur stören.
Schinkenspeckgesichter lachen
treuherzig, weil Knochen krachen
werden. Ich verstopf die Ohren
meiner Kinder. Traumverloren
hocken auf den Stadtparkbänken
Greise, die an Sedan denken.
Tada-da-da-dam...

Dann ist die Spaziergangstunde,
durch die Stadt, zweimal die Runde.
Hüte ziehen, spärlich nicken,
wenn ein Chef kommt, tiefer bücken.
Achtung, daß die Sahneballen
dann nicht in den Rinnstein rollen.
Kinder baumeln, ziehen Hände,
man hat ihnen bunte, fremde
Fliegen - Beine ausgefetzt -
sorgsam an den Hals gesetzt,
daß sie die Kinder beißen solln,
wenn sie zum Bahndamm fliehen wolln.
Tada-da-da-dam..,.

Wenn zur Ruh die Glocken läuten,
Kneipen nur ihr Licht vergeuden,
wird's in Couchecken beschaulich.
Das ist dann die Zeit, da trau ich
mich hinaus, um nachzusehen,
ob die Sterne richtig stehen,
Abendstille überall. Bloß
manchmal Lachen wie ein Windstoß
über ein Mattscheibenspäßchen.
Jeder schlürft noch rasch ein Gläschen
und stöhnt über seinen Bauch
und unsern kranken Nachbarn auch.
Sonntags in der kleinen Stadt,
sonntags in der deutschen Stadt.

Montag, 12. November 2007

Ajuja, ajuja – jez jeht et widder ajuja...

...jez jeht et loss! Treck em e paar, treck em e paar, treck em e paar me’m Reeme
mer han dm Mädsche nix jedonn. Et wör so ärsch am räne!

mercury vom 12.11.07

Entschuldigung, aber eben das kam mir in den Sinn, als ich heute dieses Foto in im hiesigen „Mercury“ sah. Frage mich aber nun bitte niemand, was genau der Dichter uns damit sagen wollte. Jaja, dreissig Jahre Rheinland verlieren sich nicht so leicht. Lust hätte ich zwar, Anfang Februar mal wieder nach Köln zu reisen, aber da ich keine warme Winterkleidung mehr besitze wird da wohl nichts draus.
Nach Windhoek jedoch könnte ich fliegen. Da ist’s warm, ein ruut-wiess-jestrieftes Ringelhemd sowie eine Pappnas besitze ich noch und einen Rosenmontagszug haben die auch.

Montag, 29. Oktober 2007

Zum Tode von Evelyn Hamann

Guten Abend, meine Damen und Herren!

hamann_dpa_400_250Heute sehen Sie die achte Folge unseres sechzehnteiligen englischen Fernsehkrimis Die zwei Cousinen. Zunächst eine kurze Übersicht über den Handlungsablauf der bisher gesendeten sieben Folgen.

Auf dem Landsitz North Cothelstone Hall von Lord und Lady Hesketh-Fortescue befinden sich außer dem jüngsten Sohn Meredith auch die Cousinen Priscilla und Gwyneth Molesworth aus den benachbarten Ortschaften Nether Addlethorpe und Middle Fritham, ferner ein Onkel von Lady Hesketh-Fortescue, der neunundsiebzigjährige Jasper Fetherston, dessen Besitz Thrumpton Castle zur Zeit an Lord Molesworth-Houghton, einen Vetter von Priscilla und Gwyneth Molesworth, vermietet ist.

Gwyneth Molesworth hatte für Lord Hesketh-Fortescue in Nether Addlethorpe einen Schlips besorgt, ihn aber bei Lord Molesworth-Houghton liegengelassen. Lady Hesketh-Fortescue verdächtigt ihren Gatten, das letzte Wochenende mit Priscilla Molesworth in Middle Fritham verbracht zu haben. Gleichzeitig findet Meredith Hesketh-Fortescue auf einer Kutschfahrt mit Jasper Fetherston von Middle Fritham nach North Cothelstone Hall in Thrumpton Castle den Schlips aus Nether Addlethorpe.

Nach einer dramatischen Auseinandersetzung zwischen Lady Hesketh-Fortescue und Priscilla Molesworth in North Cothelstone Hall eilt Gwyneth Molesworth nach dem zwei Meilen entfernten South Thoresby, um ihre Tanten Amelie Hollingworth und Lucinda Satterthwaite aufzusuchen.

Diese sind jedoch nach North Thurston zu ihrem Schwager Thomas Thatcham gefahren, der als Gärtner in Thrumpton Castle bei Lord Molesworth-Houghton arbeitet.

Gwyneth Molesworth fährt nach North Cothelstone Hall zurück, aber nicht über Middle Addlethorpe, sondern über North Thurston, Thrumpton Castle, Middle Fritham und Nether Addlethorpe. Dort trifft sie Priscilla Molesworth, die mit Lord Molesworth-Houghton noch nachts von Middle Fritham nach North Cothelstone Hall fahren wollte...


Loriots Parodie einer Fernsehansagerin der sechziger Jahre ist für mich unvergesslich mit dem Gesicht der Evelyn Hamann verbunden, Loriots kongenialer Scetchpartnerin. Wie habe ich die Frau für ihr schauspielerisches und komödiantisches Talent bewundert.
Evelyn Hamann ist letzte Nacht verstorben. Sie wird mir / uns fehlen.

Samstag, 29. September 2007

Lebenslauf (automobilistisch)

1967 BMW Isetta; Kaufpreis DM 50,--; Laufzeit 14 Tage; Motor geplatzt; Schrottplatz
isetta

1967 NSU Jagst; Kaufpreis DM 300,--; Laufzeit 2 Jahre; durchgerostet, geschweißt,
wieder durchgerostet; Schrottplatz
Jagst

1968 VW Käfer; Kaufpreis DM 2000,--; Laufzeit 3 Monate; tiefer gelegt, Rennfahrer
geworden, Horrorcrash gegen einen Baum und, Riesendusel, unverletzt
geblieben; Totalschaden; Schrottplatz
vw-k04

1969 VW Käfer I, II, III; Kaufpreise DM 1000,-- 200,-- 20,--; aus 3 mach einen,
alternierend, ein Jahr lang ( Wie ich Autobasteln hasse!); dann alle Schrottplatz
vw-k04

1970 Renault R4; Kaufpreis ca. DM 5000,--; der erste Neue mit völlig überteuertem
Ratenkredit bezahlt; Laufzeit 10 Jahre, nie Probleme; das Ende als Rostlaube;
Schrottplatz (noch heute mit Wehmut bedacht, wg. der unvergesslichen
Urlaubsreisen mit den Kindern durch halb Europa bis runter in die Türkei.)
renault-R4

1976 Citroen GS; Kaufpreis DM 6000,-- DM; Secondhand, aber nie richtig
glücklich geworden damit, weil dauernd sündteure Reparaturen anfielen; Laufzeit
2 Jahre; verschenkt
Citroen_gsa_special

1977 Opel Kadett; Firmenwagen; eine richtige Möhre, aber immer fahrbereit; dann
nicht mehr als Cheffahrzeug vorzeigbar, aber bis 1986 noch als unermüdliches
Baustellenfahrzeug im Einsatz; verschenkt
Opel_kadett_

1978 BMW 520i; Firmenwagen; der erste Richtige und mit Bauchschmerzen
gekauft, weil wir keine Ahnung hatten, ob man so eine Ausgabe auch
erwirtschaften konnte; Laufzeit 2 Jahre; verkauft
bmw-520-1972

1980 BMW 528i; Firmenwagen; er war locker zu erwirtschaften und deshalb durfte
es gleich etwas mehr sein; Laufzeit 2 Jahre; verkauft
bmw-525i

1982 BMW 528i; Firmenwagen; warum was Kleineres, wenn das Finanzamt nix
dagegen hat?; Laufzeit 2 Jahre; verkauft
bmw-525i

1984 BMW 535i M; Firmenwagen; kein richtiger M5, sondern so ein mit
Äußerlichkeiten aufgemotzes Gefährt. Für den Heckspoiler schäme ich mich
heute noch; Laufzeit 3 Jahre; verkauft
BMW_M535i_hinten

1987 BMW 735i; Firmenwagen; der Chef braucht jetzt eine große Nobelkutsche und
die Firma gibt das her; Laufzeit 3 Jahre; verkauft
BMW 735i

1990 BMW 735i; Firmenwagen; noch mal dasselbe, der Kunde besteht darauf und
die Aufträge kommen dann, keine Frage; Laufzeit 4 Jahre; verkauft
BMW 735i

1994 BMW 325D; Firmenwagen; ein Diesel, aber ein knackiger. Eines der besten
Autos, die ich fahren durfte; das Geld sitzt nicht mehr so locker, erste
Anzeichen der Globalisierung; Laufzeit 3 Jahre; verkauft
BMW-3-er

1997 BMW 328i Cabrio; Firmenwagen; die Geschäfte gehen schlechter, aber einmal
nur, einmal die Leopoldstraße rauf und runter in einem Cabrio. Oh Gott, auch
dafür schäme ich mich heute; Laufzeit 23 unbequeme Monate; Crash auf der
Autobahn, vom LKW geschnitten und dann vom nachfolgenden Fahrzeug
abgeschossen in die Leitplanken. Wieder einmal Glück gehabt und unverletzt
geblieben. Die Versicherung zahlte den Zeitwert des Totalschadens und auch
für den Trümmerhaufen gab’s noch einen gut zahlenden Verwerter. Pikantes
Detail am Rande: Ca. ein halbes Jahr später erhielt ich in der Firma eine
Anfrage, ob ich, da ich doch der Vorbesitzer gewesen sei, wüsste, ob der
Wagen schon mal einen Unfall gehabt hätte, er hätte so eine komische
Straßenlage!
bmw-cabrio

1999 BMW 320i; Firmenwagen; endlich wieder eine normale, bequeme Limousine;
Laufzeit 2 Jahre und 3 Monate bis zum Umzug nach Südafrika; verkauft
Bmw3black-2000

2002 Toyota Tazz; Kaufpreis 65.000,--Rand, z.d.Ztpkt. ca. 6000,--Euro; ein
Kleinwagen von echtem Schrot und Korn, d.h. ohne jeglichen techn.
Schnickschnack wie z.B. Servolenkung, was im Verbund mit einem riesigen
Wendekreis sehr zur Ausbildung einer wohlgeformten Arm- und
Schultermuskulatur beiträgt. Laufzeit 1 Jahr und 3 Monate, dann
rammt mich eine Inderin, die rote Ampel hat sie mal eben ignoriert, in die
Leitplanken. Totalschaden, der von der Versicherung mit 65.000,-- Rand
entschädigt wird. Das Wrack beansprucht die Versicherung für sich. Bis heute
erhielt ich allerdings noch keine Anfrage seitens eines hiesigen Tazz-Fahrers
bzgl. Unfallwagen usw (s.o.).
Tazz

2003 Toyota Tazz; Kaufpreis 70.000,-- Rand; Laufzeit bisher 4 Jahre und da er von
Frau Blackconti gefahren wird, ist mindestens mit einer Verdoppelung zu
rechnen.
Tazz

2006 Toyota Tazz; Kaufpreis 75.000,-- Rand; Laufzeit - schaun wir mal, ich werde
ihn schon klein kriegen, bzw. Frau Blackconti mit dem Garagentor.

(to be continued someday!)

Freitag, 17. August 2007

UFO's - Die Wahrheit

Wieder einmal merke ich, dass wir hier Tief im Süden doch etwas weit ab vom Schuss sind, d.h., dass wir wichtige Themen, die weltweit aufgeregt diskutiert werden, hier gar nicht oder zumindest verspätet mitbekommen. So fand ich in diesem Blog ein Foto, welches ich zuerst ziemlich ratlos anschaute und auch die Lektüre des dort verlinkten SPON-Artikels schaffte keinen wesentlichen Erkenntniszugewinn. Erst der mir nunmehr von 3 Seiten zugesandte „Haiti-UFO“-Videoclip erhärtete meinen Verdacht, dass endlich auch in Deutschland zur Kenntnis genommen wird, was ich schon seit Jahren aus eigenem Erleben weiß: UFOs gibt es wirklich!

aliensGröbenzell im Jahre 1993. Auf der Terrasse des dortigen Tennisclubs genießen die Clubmitglieder den lauen Sommerabend beim Weißbier und angeregter Unterhaltung. Die Sonne ist bereits untergegangen und die Dämmerung bricht herein. Kein Lufthauch ist zu verspüren. Da erschien, aus östlicher Richtung kommend, ein hellleuchtender, leicht flackernder Punkt am Himmel, relativ niedrig, geschätzte Höhe 200-300 Meter, und bewegte sich geradlinig geräuschlos von Ost nach West.

Das Objekt löst Verwunderung aus und es wird spekuliert, was das denn sein könnte. Erste Vermutung: Der Landescheinwerfer eines, den nahegelegenen Fliegerhorst Fürstenfeldbruck ansteuernden Flugzeuges. Aber das Objekt ist nicht weit entfernt. Es gibt keinen erkennbaren Rumpf, kein Motorengeräusch und keine Positionslichter. Außerdem fliegt es für ein Flugzeug viel zu langsam, es ist mehr ein Schweben. Nächste Vermutung: Ein Heißluftballon, aber dagegen spricht, dass das Licht fortwährend leuchtet und auch die Flugrichtung, denn zu diesem Zeitpunkt war am Boden zwar Windstille, ansonsten herrschte jedoch eine normale Wetterlage, d.h. die Höhenströmung verlief von West nach Ost und dass ein Ballon gegen den Wind schwebt, schien doch recht unwahrscheinlich.

Für mich war sehr schnell klar, dass wir hier den Überflug eines UFO’s erlebten. Dass mir diese Erklärung, lauthals vorgetragen, merkwürdige Blicke meiner Tennisfreunde eintrug, mancher tippte sich dabei auch vielsagend an die Stirn, irritierte mich keineswegs.

Zwischenzeitlich war das Flugobjekt hinter dem Clubhaus außer Sicht geraten und ich lief, als einziger, um das Gebäude, um den weiteren Flugverlauf zu verfolgen. Und jetzt kam der Moment, der mich mit offenem Munde zurückließ : Das leuchtende Objekt veränderte plötzlich Flugrichtung und Geschwindigkeit, zog stark beschleunigend in einem steilen Bogen senkrecht nach oben in den mittlerweile sternenklaren Nachthimmel, höher und höher, bis das Licht immer schwächer wurde und letztlich zwischen den Sternen nicht mehr auszumachen war.
et_kiss2So habe ich’s gesehen und Tage später bestätigte mir ein Bekannter, dem ich mein Erlebnis schilderte, dass er von einem anderen Standort das Gleiche beobachtet hat.

Selbstverständlich handelt es sich nicht um eine Begegnung der 3. Art, aber eine annehmbare rationale Erklärung habe ich bis heute nicht gefunden. Insofern würde es mich nicht besonders wundern, wenn eines schönen Tages ein kleines grünes Männchen an unserer Türe klopfte mit der mitleiderregenden Bitte: „Nach Hause, nach Hause telefonieren!“

Freitag, 6. April 2007

Die Asche seines Vaters...

Keith Richards...hat, laut einer Meldung von „Tagesschau.de“, der Stones- Gitarrist Keith Richard, zwar nicht in der Pfeife geraucht, jedoch, versetzt mit einer ordentlichen Prise Kokain, zur vollsten Zufriedenheit geschnupft. In diesem Zusammenhang und weil man heute, am Karfreitag, sowieso wieder einmal an die Endlichkeit menschlichen Seins gemahnt wird, fällt mir auf, dass auch uns der Umgang mit der Asche lieber Verblichener recht vertraut ist:

StreuurneSchwiegermutters Asche haben wir seinerzeit mittels einer Art Milchkanne, bei der eine Mechanik im Handgriff die Bodenplatte öffnet, in einem kleinen Streupark neben dem Krematorium in einer holländischen Grenzstadt der Erde übergeben. Schwiegermutter hat es so verfügt, weil ihr Grabbesuche zeitlebens verhasst waren und sie uns genau dieses ersparen wollte. Die Reise in die Niederlande war notwendig, weil einfaches Verstreuen in Deutschland nicht erlaubt ist. Es werden in Deutschland Pietäts- und Hygienegründe vorgeschoben, wobei es in Wirklichkeit nur um eine sprudelnde Geldquelle für die Garten- und Friedhofsämter geht.

sonnenaufgangSchwiegervaters Asche haben wir hier in Südafrika dem Meer übergeben, seinem Wunsche entsprechend am Proteareef, sieben Kilometer vor der Küste, wohin er in seinen letzten Lebensjahren immer zum Angeln rausgefahren ist. Zuerst wollte der kleine Holzschrein mit der Asche nicht versinken, was eigentlich auch kein Wunder ist, sondern er trieb lustig auf den Wellen und musste erst mal wieder eingefangen werden. Mittels eines Schraubenziehers aus dem Bordwerkzeug haben wir den Kasten dann geöffnet und die Asche dann lose ins Wasser gestreut. Zuerst blöderweise auch noch gegen den Wind, was über jeden Anwesenden ein paar Krümel Vater, Schwiegervater, Opa usw. verteilte. Der Schrein wurde bis zum Rand mit Angelblei gefüllt, wieder verschraubt und durfte dann endlich langsam und feierlich zwischen den ins Meer gestreuten Blumen versinken.

Loch 12 - im Hintergrund der Garden of RememberanceGolfers Asche muss man im Margate Country Club seine Referenz erweisen und zwar bei jeder Golfrunde. Der Weg führt durch den „Garden of Rememberance“, einen kleinen Streupark, wo die Asche jener Golfer verteilt wird, die auch in den ewigen Jagdgründen keine Ruhe geben, solange ihnen nicht mindestens ein Hole- in- One geglückt ist. Es ist Tradition, dass jeder Golfspieler beim Passieren dieses Gartens seine Kopfbedeckung abnimmt und den Weg schweigend zurücklegt, was manchmal schwerfällt, besonders, wenn man am vorausgegangenen Loch 12 ( Stroke 18) nach 2 guten Schlägen aufs Grün anschließend 4 Puts bis zum Einlochen benötigte.

Noch ein klärendes Wort in eigener Sache: Obwohl auch dieser Beitrag mal wieder vom Tod handelt, bestehe ich darauf, dass dies kein thanatologisches oder Gothic-Blog ist. Eher ein Grufti-Blog, denn, unleugbar, die Einschläge kommen immer näher.
In diesem Sinne

FROHE OSTERN

Dienstag, 8. August 2006

Genau heute...

...vor zwei Jahren hast Du Dich für immer vom Hof gemacht. Und immer noch ist das Gefühl von Entsetzen, Hilflosigkeit, Wut und Schuld so gegenwärtig wie damals, als die Meldungen aus Deutschland über die rapide Verschlechterung Deines Zustandes nach der OP eintrafen. Noch am Morgen des OP-Tages haben wir am Telefon geblödelt und mit Entsetzen Scherz getrieben. Neue Herzklappe, na und, reine Routine, braucht doch fast jeder. Drei Tage später hast Du den Löffel abgegeben.

Norbert 2004

Gestern haben wir uns mal wieder eins Deiner Shakycam – Videos reingezogen, die Du in Deinem "Sound Lab Olching" ( Bild ebenda!) mit Deinem ureigenen Witz und deiner unprätentiösen Kreativität zusammengebastelt hast. Wie schmerzlich wird dann die Lücke bewusst, die Du hinterlassen hast. Und jetzt hoffen wir mal, dass wir uns, so das mit der christlichen Lehre stimmt, später wiedersehen.
Dass ich „später“ sagte und nicht „ so schnell wie möglich“, wirst Du mir nachsehen!

Montag, 3. Juli 2006

Robert Gernhardt

Robert GernhardtRobert Gernhardt ist tot. Seine merkwürdigen Gedichte, seine skurilen Zeichnungen, seine Bücher haben mich seit dem Erscheinen der ersten „Pardon“ (1962) und später der "Titanic" über die Jahre begleitet. Er war ein Multitalent ohne jede Eitelkeit und belehrende Attitüde. Seinen Humor, seine Gabe, die eigenen Schwächen und die seiner Mitmenschen in Verse, Prosa oder Bilder zu fassen, habe ich immer bewundert und genossen.

Das sagte er über sich selbst:

Ich mach mir nichts aus Marschmusik,
ich mach mir nichts aus Schach.
Die Marschmusik macht mir zuviel,
das Schach zu wenig Krach.


Und so sah er den Tod:

Ach, noch in der letzten Stunde
werde ich verbindlich sein.
Klopft der Tod an meine Türe,
rufe ich geschwind: Herein!

woran soll es gehn? Ans Sterben?
Hab ich zwar noch nie gemacht,
doch wir werd‘n das Kind schon schaukeln -
na, das wäre ja gelacht!

Interessant so eine Sanduhr!
Ja, die halt ich gern mal fest.
Ach - und das ist ihre Sense?
Und die gibt mir dann den Rest?

Wohin soll ich mich jetzt wenden?
Links? Von ihnen aus gesehn?
Ach, von mir aus! Bis zur Grube?
Und wie soll es weitergehn?

Ja, die Uhr ist abgelaufen.
Wollen sie die jetzt zurück?
Gibt‘s die irgendwo zu kaufen?
Ein so ausgefall‘nes Stück

Findet man nicht alle Tage,
womit ich nur sagen will
- ach! Ich soll hier nichts mehr sagen?
geht in Ordnung! Bin schon still!

Samstag, 28. Januar 2006

Johannes Rau

Nun ist auch er nicht mehr. Er, der mich so fürchterlich abgekanzelt hat. 1968, in der Fachhochschule Wuppertal. Und nur, weil ich der Meinung war, und noch bin, dass Gesamtschulen für die meisten Schüler eher zu einem positiven Abschluss führen würden.
Heute gibt es daran eigentlich keinen Zweifel mehr, aber damals galt das in der SPD als zu weit aus dem Fenster gelehnt. Man wollte ja auch mal eine Wahl gewinnen und durfte „bürgerliche“ Wähler, sprich CDU-Wähler, nicht verschrecken. Und die CDU war natürlich dagegen. Gleichmacherei... bla bla usw.
Wie auch immer, Bruder Johannes gab sich wenig brüderlich, nutzte die nur ihm gegebene Kraft der, seine Argumentation ( welche, habe ich leider vergessen) verstärkenden, Lautsprecheranlage und erklärte mich vor versammeltem Auditorium zum naiven Blödmann. War ich wohl auch, ich war gerade 22.
Ich trage ihm nichts nach, aber immer, wenn ich ihn später in all seinen Ämtern wiedersah, erinnerte ich mich an jene Begegnung, an meine roten Ohren und an die Bank unter welche ich mich verkriechen wollte. So auch heute. Rest in peace!

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