erlebtes

Mittwoch, 9. September 2009

Bad News are good news

Diese alte Journalistenweisheit gilt auch für mein Blog, bieten die Ereignisse der letzten Tage doch urplötzlich wieder Schreibstoff in Hülle und Fülle. Aber der Reihe nach:
Mystisches Armband innen, die schwarzen Punkte sind die Vulkansteine, die japanischen
Armband ausssen - ein Designjuwel
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Am Anfang stand der Erwerb eines angeblich wundertätigen Armbandes aus Edelstahl. Auf der Innenseite eingelassene Vulkansteine zusammen mit einer strenggeheimen Technologie aus Japan führen zu einem grundlegend verbesserten Wohlbefinden und Linderung bzw. Heilung jedweder körperlicher Beschwerden. So erläuterte zumindest der Verkäufer und da dies sich besonders in einer Verbesserung des Golfhandicaps niederschlagen würde, erschien mir der Preis von 1500,--Rand für dieses Erzeugnis japanischer Spitzentechnologie absolut angemessen. Außerdem schmückt diese silberne Gliederkette mein rechtes Handgelenk ungemein und sie ergänzt meine dezenten Oberlippen- und Nasenpiercings aufs trefflichste. Warum mich Frau Blackconti bei der Präsentation meiner Neuerwerbung und der Nennung des Kaufpreises mit so einem merkwürdigen Blick bedachte, irritierte mich zu jenem Zeitpunkt nur unwesentlich.

Zwei Tage später war der Fernseher hin und, obwohl gerade mal 5 Jahre alt, hätte eine Reparatur mehr als ein neues Gerät gekostet. Also wurde ein neuer Apparat gekauft. Der ist jetzt adäquat zum Programm genauso flach.

Flach ist auch der Garagenboden und deshalb ergibt der Wasserinhalt einer auslaufenden Waschmaschine einen schönen, großen See, welchen wir dann am darauffolgenden Tag trockenlegen mussten. Eine kleine Münze, vergessen in irgendeiner Tasche, hatte auf wundersame Weise den Weg in den Wasserbehälter gefunden, vorbei an allen eingebauten Filtern, und dort, von der rotierenden Trommel zum Schneidwerkzeug geschärft und angetrieben, einen Schlitz in den Plastikcontainer gesägt. Dies konnte natürlich erst nach der Demontage der Maschine festgestellt werden. Ein Ersatzcontainer ist hier nicht zu bekommen und so wurde das Loch halt provisorisch verklebt. Ob das lange das hält ist fraglich und über kurz oder lang ist dann wohl eine neue Maschine fällig.

Am Tag 4 nach Erwerb meines Glücksarmbandes habe ich meine Geldbörse verloren. Ich weiß ziemlich genau wo und hatte den Verlust auch nur wenige Minuten nach Verlassen des Ortes bemerkt, aber als ich dorthin zurückkehrte – weg war sie und niemand wusste etwas. Nun ja - jetzt folgt die übliche Prozedur. Die Karten zu sperren ist ja heutzutage kein besonderes Problem – Anruf genügt. Neue Karten zu erhalten ist schon etwas aufwendiger, besonders wenn man in Afrika lebt, aber Karten deutscher Banken besaß. Wirklich aufwendig ist aber die Wiederbeschaffung von ID-Dokumenten, Führerschein usw. Wie bei der Erstaustellung ist wieder stundenlanges Schlangestehen in muffigen Schalterräumen und die Verhandlung mit Schalterpersonal, dessen Kompetenz oftmals, freundlich ausgedrückt, gegen null tendiert. Gegenüber diesen Aussichten ist der Verlust von ca. 500 Rand Bargeld geradezu eine Lappalie.

Dass der Verlust der Geldbörse noch getoppt werden könnte, war kaum zu erwarten, aber wenn’s einmal so richtig schief läuft, gibt es immer noch eine Steigerung. Ich habe ja z.Zt. keine Bankkarten und da ist es hilfreich, dass wenigstens Frau Blackconti noch eigene Karten hat. Sie hat auch ein eigenes Konto und da ist auch ein ausreichendes Guthaben drauf. Um so erstaunter war ich, als ich gestern Morgen, ausgestattet mit Frau Blackcontis Kreditkarte und ihrem Zugangscode, einen Geldautomaten um Bargeld bat und dieser höflich aber bestimmt eine Auszahlung verweigerte. Begründung: Tägliches Limit überschritten! Hääh? Unmöglich! Also habe ich die Bank aufgesucht und dort dann erfahren, dass entweder ich oder Frau Blackconti heute bereits 1000 Rand aus einem Automaten in Durban gezogen hätten. Schon am letzten Samstag, abends um 18.42 Uhr, hätten wir im KFC (Kentucky Fried Chicken) in Durban für 1.430 Rand Pommes Frites gegessen, uns am Sonntag um 10.32 Uhr im Trueworth in Durban für 7.680 Rand eingekleidet und bis einschließlich Dienstag das Konto um insgesamt 12.580 Rand erleichtert. Nun war ich ziemlich sicher, dass weder Frau Blackconti noch ich das Wochenende in Durban verbracht hatten und höchstwahrscheinlich ist auch dem Bankmenschen eine plötzliche Blässe in meinem Gesicht aufgefallen. Auf seine besorgte Frage: „Stimmt was nicht?“ konnte ich nur röcheln: „Da räumt jemand unser Konto ab!“, worauf er blitzschnell 2 oder 3 Tasten an seinem Computer betätigte und nur lakonische meinte: „ It’s done!“ So, jetzt ist auch dieses Konto erst mal gesperrt und jetzt müssen wir zur Polizei, den Kartenbetrug melden. Wo und wie der passiert ist? Frau Blackconti hat da eine Vermutung, aber das hier zu erläutern würde wohl zu weit führen.

Mein Armband habe ich nun aus Sicherheitsgründen abgelegt. Es wirkt anscheinend prächtig, nur dummerweise genau entgegengesetzt der ursprünglichen Anpreisung. Höchstwahrscheinlich sind beim Einbringen der japanischen Hochtechnologie die Pole vertauscht worden, denn auch mein Golf hat sich, seit ich es trug, kontinuierlich verschlechtert.

Montag, 22. Dezember 2008

Meine Weihnachtsgeschichte

„0.34 - that’s illegal!“ meinte der Officer mit bedauerndem Gesichtsausdruck, nachdem das Draeger-Atemanalysegerät ratternd den Wert meines Alkoholgehalts in der Atemluft ausspuckte und nun, das ist mir sofort klar, würde die übliche Prozedur abgespult. Ab in den Knast. Freitagnacht, ca. 1 Uhr, und auf dem Rückweg vom Pistol’s hat die Polizei eine Straßensperre eingerichtet, direkt an der Autobahnausfahrt, dort wo bisher noch nie eine Kontrolle aufgebaut war und jetzt hat’s mich erwischt.

Der Schwager versucht noch zu verhandeln, aber das ist vergebliche Liebesmüh. Diesmal macht die Polizei Ernst und hat am 1. Ferienwochenende alle Ausfallstrassen aus Margate blockiert. Der Schwager, da ebenfalls über dem Limit, darf das Auto auch nicht weiterfahren und so müssen die Frau Blackconti und die Schwägerin aus dem Schlaf telefoniert werden. Ich darf mich derweil schon mal in dem Toyota-Pick-up einrichten, hinten, im zum Gefangenentransport verschließbaren Teil, wo bereits sieben weitere Delinquenten hocken, die, wie ich wohl auch, ziemlich bedröppelt dreinschauen. Stickig ist es und geradezu eine Wohltat, als der Wagen sich in Bewegung setzt zum kurzen Transport zur Polizeistation in Margate.

War der Ton der Beamten bisher sehr höflich, so ändert sich das mit dem Verlassen des Transportvehikels schlagartig. Jetzt wird im Kommandoton zur Eile gemahnt, in die oder jene Richtung dirigiert und letztendlich lande ich in einer gitterbewährten Zelle, ca. 2 x 7 Meter, in der sich bereits einige Menschen befinden und nun sind es mit mir 17 Leute. Eine Sitzbank bietet Platz für 6-7 Menschen, der Rest steht, mehr oder weniger dicht, oder lehnt an den Wänden. „Freilassung gegen Kaution frühestens nach 4 Stunden,“ hieß es an der Kontrollstelle und das bedeutete nun, dass Frau Blackconti oder sonst wer so gegen 6 Uhr morgens mit der Kaution eintrudeln sollten. Dass diese Zeit lang werden würde, war schon nach dem ersten Blick auf die Uhr klar, da sich die gefühlte Stunde gerade mal als 10 Minuten erwies.

Müdigkeit setzt ein, aber auf den total versifften Fußboden setzen? Nein, das scheint ausgeschlossen. Die Luft in der Zelle ist zum Schneiden, Lüftung Fehlanzeige. Meine Mitgefangenen, 10 Schwarze, 5 Weiße und 2 Inder, schwitzen genau wie ich und langsam entwickelt sich ein, milde ausgedrückt, ziemlich strenger Geruch, wozu ein Klo in der Ecke noch das Seinige beiträgt.

Nach ungefähr einer Stunde werde ich, wie vor mir schon andere, aus der Zelle geholt zur erkennungsdienstlichen Behandlung. Welche Wohltat nach der Steherei! Name, Adresse usw. und dann die Fingerabdrücke. Fingerabdrücke, von allen Fingern einzeln, von der Faust, rechts und links, von den Fingern gemeinsam , natürlich rechts und links und dann von beiden Handflächen. Die sind nun total schwarz von der Stempelfarbe und nirgends gibt es Wasser, oder ein Tuch, oder wenigstens ein Stück Papier zum Abwischen. Egal, schon werde ich wieder in die Zelle gescheucht, wo sich dann eine gewisse Lethargie einstellt. Ich habe Durst, aber da gibt’s nichts und so sacke ich, Dreck hin, Dreck her, langsam zu Boden, um endlich etwas bequemer, sitzend vor mich hin zu dämmern. Noch eine Stunde bis 6 Uhr und die wird jetzt auch noch vergehen.

Es ist 6 Uhr und ich werde unruhig, weil nichts passiert. Hey Frau Blackconti, hey Schwager, wo seid ihr? Diese Frage stelle ich auch via Handy und erhalte die schockierende Auskunft, dass es wohl noch bis 10 Uhr dauern dürfte, bis man mich rauslassen würde. Nun, mindestens 4 Stunden hat man mir gesagt, mindestens, und da darf es verständlicherweise auch ein wenig mehr sein. Meine Enttäuschung geht nahtlos in Apathie über, denn jetzt sind ein paar Stunden mehr oder weniger eh schon Wurscht. Dreckig bin ich, stinken tu ich und langsam setzt bei mir ein Denkprozess ein. Irgendwie bin ich an meiner Lage ja wohl selber Schuld und möglicherweise könnte ich aus der Situation ja auch etwas lernen, z. B., dass ich unter Alkoholeinfluss nicht Auto fahren darf.

Zum guten Schluss hat man mich dann um 9 Uhr gehen lassen unter der Auflage, dass ich am 24. 12. (Toll, Heilig Abend!) um 8.30 Uhr in Ramsgate vor Gericht erscheine, wo man mich dann zu einer Geldstrafe von 2.500,00 Rand verurteilen wird. Nun denn, Frohe Weihnachten!


Frau Blackconti und ich haben lange diskutiert, ob ich das hier erzählen sollte oder nicht. Letztendlich habe ich mich dafür entschieden

Dienstag, 11. März 2008

Eine Spur der Verwüstung

Auf Hawaii ist vorgestern der Vulkan Kilauea Vulkan Kilauea Hawaiiausgebrochen. An sich nichts besonderes, das macht der mit schöner Regelmäßigkeit und liefert zuverlässig wunderschöne Bilder von rotglühender Lava, die fauchend und dampfend im Meer verzischt. Möglicherweise bin ich Schuld am Ausbruch, denn vorgestern habe ich mich wieder mal den USA genähert, zwar nur gedanklich (siehe vorhergehenden Blackconti-Eintrag) und deshalb ist dieser Vulkanausbruch wohl auch nur harmloser Natur. Ansonsten waren bei meinen realen USA-Annäherungen immer gewaltige Katastrophen die Regel. Aber der Reihe nach:

Mount St HelensAm 15. Mai 1980 betrat ich zum ersten mal nordamerikanischen Boden, zwar in Vancouver in Kanada, aber das liegt ja dicht an der Grenze zur USA und dem Bundesstaat Washington. In diesem findet man den Vulkan Mount St. Helens, der am 18.Mai 1980 in einer gewaltigen Eruption rund 400 Meter seiner vormals beachtlichen Höhe von 2950 Meter wegsprengte, riesige Waldgebiete verwüstete und 57 Menschen tötete. Die Bilder sah ich im kanadischen Fernsehen, interessiert an diesem beeindruckenden Naturschauspiel und natürlich ohne persönlichen Bezug.

SF-Erdbeben 89Am 17. Oktober 1989 fand ich es auch noch nicht merkwürdig, dass wir die Tourpläne unserer Rundreise durch den Südwesten der USA am Bryce-Canyon ändern mussten, weil unser Reiseziel San Francisco am selbigen Tag durch das heute so benannte Loma-Prieta-Erdbeben getroffen worden, erheblich beschädigt und zur gesperrten Stadt erklärt worden war. Ein paar Tage später war SF wieder zugänglich, ganze Stadtbezirke allerdings abgesperrt und der Schock noch überall zu spüren.


Oklahoma City Murray-BuildingMeine nächste USA-Reise führte mich im April 1995 nach Georgia im Südosten der Vereinigten Staaten und von dort zu einem Abstecher nach New Orleans. Nein, mit den Überschwemmungen dort von 2005 habe ich nichts zu tun, ehrlich, aber dennoch hat auch dieser USA-Aufenthalt ordentliche Zerstörung hinterlassen, denn auf der Rückfahrt von New Orleans nach Jekyll Island in Georgia vernahm ich am 19. April 1995 aus dem Autoradio, dass das Alfred P. Murray Federal Building in Oklahoma City durch einen Bombenanschlag vollständig zerstört wurde und 169 Menschenleben zu beklagen seien. Da, zum erstenmal, fiel mir auf, dass jeder meiner Besuche in Amerika von einem gewaltigen Desaster begleitet wurde.

Obwohl von Frau Blackconti gedrängt , habe ich, lange schwankend, einen nochmaligen USA-Trip abgelehnt, ihr aber anheim gestellt, ruhig mit einem guten Freund zu fliegen. Der Abflugtermin war, man ahnt es schon, nein, nicht der 11., aber der 13. September 2001 und die Ereignisse des 11. Septembers sind ja bekannt. Danach war der Luftraum über den USA für einige Tage gesperrt und Frau Blackconti konnte ihre Reise erst eine Woche später antreten. Schlimmes passiert ist dann nicht mehr. Ich allerdings bin heilfroh, dass ich nicht mitgeflogen bin, denn dadurch sollte auch der CIA klar sein, dass ich mit 9/11 nichts zu tun habe.

Aber jetzt mal im Ernst: Die Daten stimmen und so gesehen gibt es schon erstaunliche Zufälle – finde ich jedenfalls.

Freitag, 1. Juni 2007

Umfolozi/Hluhluwe

„A walk in the park” ist in den grossen Game-Reserves nur eingeschränkt möglich, d.h. nur nach Anmeldung und in Begleitung von Park-Rangern, weil es für Touristen ohne Erfahrung einfach zu gefährlich ist. Jeder kann mit seinem Auto kreuz und quer herumfahren, aber Aussteigen ist verboten, bis auf einige ausgewählte View-Points. Die Tiere sind an die Fahrzeuge gewöhnt und zeigen selbst auf wenige Meter Abstand keine Scheu. Sobald sich aber eine menschliche Gestalt von diesen, zum Teil offenen Fahrzeugen löst, reagieren die Tiere entweder mit panischer Flucht oder agressiv-drohender Angriffshaltung. Nachstehend einige Bilder, die wir in den letzten Tagen im Umfolozi/ Hluhluwe-Game-Reserve geschossen haben.
kein  Verkehr mehr - elephant crossinggiraffeelephantwarthognyalabuffaloshipposcrocodilshipporhino

Sonntag, 13. Mai 2007

Back from The Cape

Golfmässig, wie zu erwarten war, höchst erfolglos, jedoch getreu dem olympischen Motto, dass Siegen wichtiger ist als Dabei-sein - oder war’s umgekehrt? – keineswegs deprimiert.
Die Kap-Region ist im gleißenden Licht der Herbstsonne von besonderer landschaftlicher Schönheit und speziell für uns Europäer hier von der stets sommerlichen, subtropischen South-Coast schafft die Herbststimmung am Kap ein außergewöhnliches, fast nostalgisches Lebensgefühl.
Wein
Im Gebiet Paarl, Stellenbosch, Franschhoek, Wellington reiht sich in den Tälern Weingut an Weingut und rot-braun erstrecken sich die Weinberge bis zu Füssen der steil aufragenden Bergmassive.
vineyards near FranschhoekPaarl ValleyPaarl GolfDevonvale Golfestate
Ohne es vorher zu ahnen, hatte ich meine Wohnung in einem kleinen Naturschutzgebiet auf halbem Wege zwischen Paarl und Stellenbosch gebucht und nur zu groß war mein Erstaunen, als mir bereits bei der Anfahrt auf dem schmalen Waldweg eine Herde Gnus und Springböcke den Weg versperrten und erst, dann natürlich in wilder Panik, wichen, als ich aus meinem Fahrzeug ausstieg.
Wiesenhof FishingdamGnu ( Wildebeest)SpringbockZebra am Pool
Natürlich habe ich auch die ca. 60 km entfernten Mothercity, wie Cape Town hier in Südafrika liebevoll genannt wird, besucht, bin hinauf zum Signal Hill gefahren, um den Sonnenuntergang am Atlanik bei einem Glas Wein zu geniessen, bin die steilen Serpentinen hinunter nach Camps Bay und weiter nach Hout Bay gefahren und habe dann am Abend an der Victoria & Alfred Waterfront im, und jetzt höre ich den geneigten Leser aufstöhnen, im „Paulaner-Bräu“ bei einem Paar frischer Weißwürst und einer Halben Paulaner Dunkel abgeschlossen.
Cape Townv&a waterfront
Letztere, Würst und Dunkelbier, waren dermaßen gut, dass ich alle höhnischen Kommentare meiner Münchener „Freunde“, etwa wie: „ Typisch Preiß, damischer, Weißwürscht noach’m 12-Uhr-Leiten, der g’hört g’schlogen!“ locker wegstecken kann.

Panorama Tafelberg, 12 Apostel und Lion's Head

Sonntag, 4. März 2007

Mondfinsternis – nostalgisch

Die totale Mondfinsternis in der letzten Nacht konnten wir hier auf der südlichen Halbkugel ebenfalls verfolgen. Leider bei uns nur, bis der Mond vom Kernschatten zu dreiviertel verdunkelt war. Dann zog ein Gewitter auf und das weitere Geschehen war hinter Wolken verschwunden. Das Gewitter kam uns aber gerade recht, denn zum einen brachte es endlich die seit Tagen ersehnte Abkühlung und zum zweiten konnte ich endlich den unbequemen Kopfstand beenden.
Sollte der letzte Satz nun gewisse Fragen aufwerfen ( Kopfstand??), so will ich das gerne erläutern:
Der Mond, von hier aus normal beobachtet, steht nämlich auf dem Kopf, wirkt fremd, und der Mann im Mond, der aus dem Bechstein-Märchen, mit dem Holzbündel auf dem Rücken und seit Kindesbeinen vertraut, wird nur erkennbar, wenn man ihn mit dem Kopf nach unten betrachtet.
Nun wird mir das mit dem Kopfstand niemand glauben und das ist auch richtig so, aber gemacht habe ich das schon, wenn auch nicht letzte Nacht und es ist erstaunlich wie vertraut der Mond auf seiner Bahn dann wieder aussieht.
Mond von der Südhalbkugel betrachtetMond von der Hordhalbkugel betrachtet

Sonntag, 28. Januar 2007

Heinz – eine Liebesgeschichte

HeinzHeinz ist 72 Jahre alt, ist kerngesund, war zweimal verheiratet und wieder geschieden und hat zwei erwachsene Söhne, aus jeder Ehe einen. Heinz ist Deutscher und nach Ende des Krieges verschlug es ihn zuerst nach Nord- und ein paar Jahre später nach Südafrika, wo er als gelernter Schreiner unter den Apartheitsbedingungen ein angenehmes Leben führte. Heinz sieht, gemessen an seinem Alter, blendend aus, hat noch alle Zähne im Mund und schon vor Jahren sein lichter werdendes Haupthaar durch Implantate verdichten lassen. Heinz ist nach eigenem und fremdem Bekunden noch ein ganzer Mann und Heinz liebt die Frauen, wie auch die Frauen Heinz lieben – jedenfalls solange, bis sie merken, dass Heinz auch ein Riesenarschloch ist.

Heinz ist Rassist, selbstverständlich, was nichts ungewöhnliches ist hier unter den apartheitsverwöhnten Weißen, die in der Mehrheit die Schwarzen für dumm, faul, kriminell und überhaupt minderwertig erachten und, allerdings nur hinter vorgehaltener Hand, die Unfähigkeit der schwarzen Regierung bejammern und von den „good old days“ schwärmen. Heinz allerdings ist auch noch Nazi, hasst die Juden, hasst die Kommunisten, hasst die Kapitalisten und hängt in seinem Schlafzimmer ein Hitlerbild auf. Vor allem aber ist Heinz ein Nassauer, ein Schmarotzer, aber all das erkennt man natürlich erst nach und nach.

Bedingt durch seine Scheidungen bezieht Heinz heute nur eine schmale Rente, teils aus Deutschland, teils aus der südafrikanischen Versicherungen. Man kann davon leben, aber wenig komfortabel. Also sinnt Heinz auf Verbesserung seiner wirtschaftlichen Situation und nutzt das ihm von der Natur gegebene Kapital. Er ist ein gutaussehender, rüstiger Rentner und es gibt viele alleinstehende Frauen, die sich wieder einen Partner wünschen. So eine Frau ist Marianne. Marianne, Mitte sechzig, lebt seit dem Tode ihres Mannes vor ein paar Jahren allein, in finanziell gesicherten Verhältnissen. Marianne begegnet Heinz zum erstenmal auf einer Grillparty, wo beide eingeladen sind. Heinz lebt zu diesem Zeitpunkt eigentlich auf den Seychellen, im Hause einer alleinstehenden Diplomatin. Er ist, wie er sagt, nur ein paar Tage auf Urlaub. Heinz wird Mariannes Interesse gespürt haben, jedenfalls fährt er ihr nach dem Ende der Party bis zu ihrer Wohnung nach, wird noch auf ein Glas oder einen Kaffee eingeladen und die beiden verbringen die Nacht zusammen.

Marianne ist verliebt und Heinz gibt ihr zu erkennen, dass er am liebsten sofort von den Seychellen zurück nach Südafrika kommen würde, das Verhältnis zur Tochter der Diplomatin sei nicht das beste, er aber nicht wüsste wohin, worauf ihm Marianne anbot, er könne ja bei ihr einziehen. Heinz fliegt zurück auf die Seychellen, packt seine Sachen in einen Container, verschifft diesen nach Südafrika und trifft selbst zwei Monate später wieder bei Marianne ein, freudigst erwartet.

Ab diesem Zeitpunkt lernen auch wir Heinz kennen. Ja, vom ersten Eindruck können wir die Schwärmerei von Marianne verstehen, ein attraktiver Mann – äußerlich. Nur, was redet der Mensch für einen Unsinn? Ein Plattitüden dreschender Aufschneider und Dummkopf. Mariannes Sohn, zur selben Zeit zu Besuch aus Deutschland, sagt seiner Mutter unverblümt, er halte den „Seychellen-Heinz“ für einen ganz windigen Heiratsschwindler, da er bemerkt habe, dass Heinz sich konsequent von Marianne aushalten lasse. Marianne hört die Worte, ahnt wohl auch ein wenig den Wahrheitsgehalt, verdrängt dies aber und genießt es, nicht mehr allein zu sein und wir Außenstehenden respektieren dies natürlich.

Marianne entschließt sich, ermuntert durch Heinz, ein Haus zu kaufen. Ein älteres Haus, etwas renovierungsbedürftig und Heinz kümmert sich um die Handwerker während Marianne die Rechnungen bezahlt. Nach einigen Wochen ist das neue Heim fertig und Heinz sitzt von nun an jeden Nachmittag vor dem Fernseher und verfolgt diese hochintelligenten Gerichtsplotten der diversen TV-Richter, wobei er Mariannes Zigaretten raucht und, bei ihm nicht passenden Entscheidungen, lauthals seinen Unmut gegen den Fernsehapparat brüllt.

Marianne gerät immer mehr in die Isolation, da die früher zahlreichen Besucher wegen dieses Heinz’ mehr und mehr fernbleiben und Marianne bei Einladungen durch die Blume gebeten wird, bitte ohne Heinz zu kommen. Nach ungefähr einem Jahr verblasst bei Marianne die rosarote Wolke und die Stimmung kippt. Heinz nervt nur noch und Marianne bittet Heinz, sich doch eine eigene Wohnung zu suchen, da sie keine Zukunft für diese Verbindung sieht. Da stößt sie bei Heinz erst mal auf taube Ohren. Er heuchelt zwar Verständnis, unternimmt aber gar nichts, monatelang. Marianne wird etwas drängender und Heinz fährt verstimmt zu einem seiner Söhne nach Johannesburg. Dort will er sich eine Wohnung suchen und bestätigt mehrfach telefonisch, dass er ausziehen werde.

In den folgenden drei Monaten stellt Marianne schon einmal Heinz’ Sachen für den Umzug in einem separaten Raum zusammen. Eines Sonntagsnachmittags trifft er unangemeldet wieder ein und erklärt, dass er nicht ausziehen werde, er wohne hier und er hätte ein Anrecht darauf. Er hätte einen Rechtsanwalt befragt, sprach’s, und setzt sich zu Marianne und anwesenden Gästen ins Wohnzimmer. Auf die Vorhaltung, dies sei doch nicht sein Haus und er könne doch nicht einfach nach monatelanger Abwesenheit hereinplatzen und in die Privatsphäre anderer eindringen, steht er auf und geht, um nach etwa einer Stunde mit zwei Polizisten zu erscheinen. Diese bestätigen, dass Heinz im Recht ist. Er beruft sich auf das Squatter –Law, ein Gesetz in Südafrika, das es verbietet, Nichtsesshafte zu vertreiben, wenn sie einen Platz ( Land oder Gebäude) über einen gewissen Zeitraum besetzt hatten. Allerdings bestünde die Möglichkeit Ersatz anzubieten und den hat Marianne. Um Heinz aus dem Wohnzimmer zu bekommen, wird ihm die, bei fast allen älteren Häusern, vorhandene Gesindekammer angeboten. Als Heinz das entrüstet ablehnen will, machen ihm die Polizisten, die längst gemerkt haben, woher der Wind weht, klar, dass er das annehmen müsse.

Marianne schaltet einen Rechtsanwalt ein. Der bekommt gleich am nächsten Tag Arbeit, da Heinz sich per einstweiliger Verfügung Zugang zur Küche des Wohnhauses verschafft, was 3 Tage später wieder rückgängig gemacht wird. Nun darf Heinz nur noch im Hof vor seiner Kammer sitzen, muss seine eigenen Zigaretten rauchen und kann statt der Richterin Salesch nur noch die im Hof montierte Wäschespinne beschimpfen. Nach 4 Tagen gibt Heinz auf und zieht aus. Nach 4 Wochen erhält Marianne ein Anwaltsschreiben, in welchem Heinz ein viertel von Mariannes Haus fordert ( 250 000 Rand) für seine Bauleitungstätigkeit bei der Renovierung. Ein halbes Jahr später spricht ihm das Gericht 15 000 Rand zu. Anwalts- und Gerichtskosten für Marianne ca. 20 000 Rand. Heinz dürfte nicht viel weniger berappt haben.

Heinz lebt nun, so hört man, in Johannesburg. Versuche, in Deutschland Hartz IV zu erschleichen sind, wie zu vernehmen war, gescheitert. Ob er in Johannesburg wieder eine alleinstehende Frau gefunden hat, ist nicht bekannt, aber es ist anzunehmen.

Sonntag, 14. Januar 2007

Namibia

los geht's -ab in die WüsteDies war nun unsere dritte Tour durch dieses ungewöhnliche, bizarre, trockene, weite und dünn besiedelte Land und es wird, so uns das Alter keinen Strich durch die Rechnung macht, nicht unser letzter Besuch gewesen sein, denn Namibia macht süchtig. Nicht, dass wir dort permanent leben wollten. Dazu muss man wohl speziell konditioniert sein, d.h. man muss es mögen, entweder als Farmer den nächsten Nachbarn erst in zwanzig oder dreißig Kilometer Entfernung anzutreffen, oder in ziemlich spießigen Kleinstädten alles ganz genau über jeden Einwohner zu wissen oder zu erfahren. Namibia ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nur ca. 2 Mio. Einwohner, d.h. während in Deutschland 226 Einwohner auf den Quadratkilometer kommen, sind es in Namibia nur 2,4 Menschen/qkm. Da allein die Hauptstadt Windhoek ca. 250 000 Einwohner zählt und die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Namibias im wasserreicheren Norden des Landes, also oberhalb der Etoshapfanne, angesiedelt ist, kann man sich gut vorstellen, dass man über Hunderte von Kilometern kaum einen Menschen antrifft. Und doch ist das Land touristisch voll erschlossen und selbst an den entlegensten und unwirtlichsten Ecken findet der Reisende eine Gästefarm, einen Caravanpark oder eine Lodge. Bis auf wenige Tage im Jahr, hauptsächlich zwischen Weihnachten und Neujahr, sind Quartierreservierungen nicht notwendig. Wo immer man hinkommt, wird man freundlich empfangen, sind Rat oder Hilfe , falls benötigt, selbstverständlich und überall zu erhalten.
Da Namibia bis 1915 eine deutsche Kolonie war (Deutsch-Südwestafrika), wird von vielen Menschen die deutsche Sprache verstanden, bzw. noch fließend gesprochen. Der deutsche kulturelle Einfluss ist an vielen Stellen noch bemerkbar, jedoch ist der Lebensstil des modernen Namibia mittlerweile mehr durch den südafrikanischen Einfluss geprägt ( Namibia, oder wie es bis 1990 hieß South-West-Afrika, war von 1920 bis zur Unabhängigkeit 1990 südafrikanisches Mandatsgebiet).
Wer genaueres über Namibia wissen möchte findet hier und hier bei Wikipedia detaillierte Informationen und auch eine Namibia-Landkarte.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, beim Suchtfaktor Namibia. Namibia, das ist zum einen die Namib-Wüste, die älteste Wüste der Welt mit den höchsten Sanddünen, teilweise über 300 m hoch und bei Seisriem im Sossusvlei zu besichtigen und, allerdings nur an der dafür freigegeben Düne 45, zu besteigen;

Sossusvlei Lodge- im Hintergrund das Naukluftgebirge in der letzten AbendsonneSossusvlei Lodge - Dämmerungim Vlei mit Bushcampernan der Düne 45. d.h. bei Kilometer 45diese ist nur ca 200 m hoch - es gibt höhereBlick von der Düne ins Vlei- nach 65 km ist Ende, dann kommt nur noch Sand - bis an den Atlantik. Nur noch 60 km -schön breiter Strand, oder?

das ist die fast bedrohlich wirkende Fels- und Steinwüste am Kuiseb-Canyon;

unglaublich - mit dem Fahrrad durch die Wüste - es herrschen fast 40 Gradwir passieren den südlichen Wendkreis am Kuiseb- CanyonMondlandschaft - hier gibts nix mehrDoch, im ausgetrockneten Flussbett des Kuiseb wächst noch wasStrauße - trifft man überall in den kargen Gebieten

das sind die merkwürdigen Städtchen Walvisbay, Swakopmund und Hentiesbay, an der Atlantikküste gelegen und ringsum von den Sandbergen der Wüste umgeben;

Namib -TransitDas Waschbrett der Gravelroad wird geglättetKüstenstraße zwischen Walvisbay und Swakopmund - die Sonne kann den Küstennebel kaum durchdringen. Es ist empfindlich kalt, obwohl 5 km weiter im Inland,.d.h. in der Wüste 40 grad herrschenFlamingos in den Salzgewinnungsbecken bei SwakopmundGolfplatz in Hentiesbay - nur dei Abschläge und die Grüns haben Gras - schönes Spiel!

das Cap Cross an der Skelettküste mit seiner permanenten Robbenkolonie, wo
ca. 300 000 Seebären dicht gedrängt leben, gebären und sterben, wobei das Bellen,
Blöken und Määähen der Tiere zusammen mit dem Grollen der anrollenden Atlantikbrecher eine unglaubliche Geräuschkulisse abgibt, nur noch übertroffen vom bestialischen Gestank nach faulendem Fisch, Tierkot und Verwesung, der dem Besucher bereits auf dem etwas entfernteren Parkplatz entgegenweht;

Robbenkolonie Cap Cross - den Geruch muss man sich denkenMutter und Kind - die Mütter erkennen iher Jungen an dem speziellen Ruf - und es rufen tausende gleichzeitig!

das ist die grandiose Steppenlandschaft des Damaralandes mit dem Brandberg ( über 2500 m hoch) und seinen über 50 000 Jahre alten Buschmann-Felsmalereien;

bizarres DamaralandDas Brandbergmassivanotherone bites the dusttypisches Eselsgefährtirgendwo im Damaraland

das ist die Etoshapfanne, ein Salzsee von 129 km Länge und 50 km Breite, der von einem mehr als doppelt so großen Wildreservat umgeben ist, in welchem fast alle großen und kleinen Wildtiere Afrikas beheimatet sind ( ausgenommen Nilpferd und Krokodil - wie auch, gibt es doch keinen Fluss dort);

Etosha-Gate bei Okaukuejoam WasserlochOryxantilope - Namibias Wappentieram WasserlochOkaukuejoirgendwo in EtoshaBlick in die Etosha-Pfanne

das ist der größte gefundene Meteorit der Erde, ein Eisenklotz von 50 Tonnen Gewicht;

notwendige WarnungHoba-Meteorit, soll vor ca. 80 000 Jahren aufgeschlagen sein. Ganz schön eisenhaltig, die Luft , damals...

das ist der aus der Ebene steilaufragende Waterberg mit seiner, bedingt durch die isolierte Lage, ganz speziellen Flora und Fauna oben auf dem Plateau, sowie seiner für Deutsche so traurigen Berühmtheit durch die „Schlacht am Waterberg“( 1904), als ein Generalleutnant von Trotha zur Kolonialzeit den Herero-Aufstand dadurch beendete, dass er erst die meuternden Einheimischen dank überlegener Waffentechnik niedermetzelte und dann die Überlebenden samt Frauen und Kindern in die naheliegende Kalahari trieb, ohne Wasser und Nahrung, dann die Wüste abriegelte, sodass Tausende verhungert und verdurstet sind. Der Völkermord gelang nur deshalb nicht zu hundert Prozent, weil die damalige Reichsregierung in Berlin auf Grund internationaler Proteste den sauberen General zurückpfiff. Angesichts dieser bedrückenden Historie ist es geradezu bewunderswert, wie liebevoll im ganzen Land die Zeugnisse der deutschen Kolonialzeit gehegt und gepflegt werden.

Der Waterberg - weithin sichtbarganz schön anstrengend, da hoch zukletternerstaunlich -solche Tafeln findet man an vielen Stellen

Namibia, das ist auch Windhoek, die kleine, saubere Hauptstadt mit der Independence Avenue ( früher: Kaiserstraße) und den gleichen Banken und Geschäften wie in jeder größeren Stadt Südafrikas, mit den Regierungsgebäuden und Botschaften und mit der gleichen Aufteilung wie fast alle Städte in Südafrika, den modernen Teil mit ca. 80 000 meist wohlhabenden und überwiegend weißen Bewohnern und dem etwas abseits gelegenen Township Katutura mit ca. 170 000 armen, ausnahmslos schwarzen Menschen.

Windhoek - Independence AvenueHererofrau in traditioneller Kleidungüberall nur freundliche Gesichter

Natürlich ist Namibia noch viel mehr: Der ganze Süden, fast menschenleeres, unfruchtbares Halbwüstengebiet, die Lüderitzbucht mit ihren versandeten Geisterstädtchen, das von der de-Beer-Group kontrollierte Diamantensperrgebiet der südlichen Namib, der Fish-River-Canyon, nach dem Grand-Canyon in den USA der zweitgrößte Flusscanyon der Welt, oder der Bevölkerungsreichste Teil des Landes im Norden unterhalb der angolanischen Grenze am Okavango-Fluss, aber diese Teile haben wir noch nicht bereist und deshalb kann ich dazu auch nichts weiter berichten.

Antonow in Windhoek

Und dann, zum Abschied von Namibia, gab es noch etwas besonderes: Auf dem kleinen Flughafen in Windhoek konnten wir eine russische Antonow bestaunen. Das größte Flugzeug der Welt - echt gigantisch!

Samstag, 13. Januar 2007

Die Wüste lebt,

das können wir bestätigen. Mehr aus Namibia gibt es in den nächsten Tagen.
Namib-Wüste

Sonntag, 19. November 2006

Jacaranda

Pretoria, TshwaneVortrekker- MonumentDie Hauptstadt von Südafrika ist bekanntlich Pretoria und wer die Farbe Blau liebt, sollte die Stadt im Oktober besuchen. Dann blühen in der Stadt die Jakaranda - Bäume und davon gibt es Tausende. Der Jakaranda - Baum stammt, so habe ich es gelesen, ursprünglich aus Hawai. Die Bäume in Pretoria wurden um 1880 aus Argentinien eingeführt und das in „Tshwane“, so heißt der Verwaltungsbezirk Pretoria seit einigen Jahren offiziell, herrschende milde Klima ließ die Bäume wachsen und gedeihen.
Heute leuchten von Oktober bis Anfang November fast alle Straßenzüge in einem fast kitschigen Hellblau und das bewirkt in der Stadt eine wunderbar entspannte Frühlingsatmosphäre.

Jacaranda1Jacaranda2Jacaranda3Jacaranda4jacaranda5

Obwohl Pretoria nur rund 50 km nördlich von Johannesburg liegt, obwohl im Bezirk Tshwane ungefähr 2 Millionen Menschen leben, obwohl die beiden Städte in den Außenbezirken ineinander übergehen ist das Lebensgefühl viel entspannter als in Johannesburg. Dies liegt wohl hauptsächlich an der subjektiv empfundenen, wie auch objektiv zu belegenden, weitaus besseren Sicherheitslage in Pretoria.

Über das Thema Sicherheit in Südafrika möchte ich, da dies ja im Zusammenhang mit SA immer wieder als ein Angst machendes Problem genannt wird, mal einen gesonderten Beitrag verfassen. Irgendwie finde ich aber keinen richtigen Einstieg, da uns, obwohl nun schon einige Jahre hier lebend, persönlich jegliche negative Erfahrung fehlt. Das heißt nichts, das kann sich natürlich schnell ändern, aber einfach nur Statistiken oder Horrorgeschichten von rassistischen ( "the good old days") Apartheitsfossilen wiederkäuen mag ich nicht.
Aber irgendwann wird doch auch bei uns einmal eingebrochen, so ist zu hoffen, und dann, dann schreie ich hier Zeter und Mordio. Versprochen!

Tief im Süden

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