...dann kann man schon ins Grübeln kommen, denn die Geschichte „seines Scheiterns“ als Direktor des IWF (internationaler Währungsfond) ist aber auch zu traurig. Wie war er bereits im Jahre 2000 „besorgt über die, für ihn, immer unverständlicheren gigantischen Finanzierungsvolumen und überkomplexen Finanzprodukte“. Auch hörte er die „Warnungen von Finanzexperten vor einem Risiko der Systemkrise, die aber in den Finanzmetropolen nicht aufgegriffen wurden“. Und wenn schon die Experten keinen Glauben finden, was soll da so ein kleiner IWF-Direktor ausrichten?
So hat auch er geschwiegen, bzw. noch über Jahre das Mantra der Wirtschaftsweisen von mehr Deregulierung, von weniger Kontrollen, von mehr Marktfreiheit und Eigenverantwortlichkeit nachgebetet. Und das mit der Eigenverantwortlichkeit hat ja dann auch geklappt, denn laut Bundeshorst haben wir alle den Kollaps des Finanzsystems und der Wirtschaft selbst zu verantworten, denn „wir alle haben über unsere Verhältnisse gelebt.“
Dem werden die Lidlkassiererin und der Leiharbeiter bei der Gebäudereinigung sicher mit Schamesröte im Antlitz zustimmen und gerne ihr Scherflein zu den Rettungsmilliarden für die notleidenden Banken beisteuern, wodurch wir auch zwangsläufig Horst Köhlers eindringlicher Mahnung zu mehr „Anstand durch Sparsamkeit“ ein gutes Stück näher kommen.
Diese Sparsamkeit darf uns natürlich nicht daran hindern verstärkt zu konsumieren, denn wenn die Auslandsnachfrage wegbricht, so ist der Binnenmarkt im Obligo. Kingeltöne sind z.B. zur Zeit der absolute Renner und wieder stimmt die Prognose unserer aller Kanzlerin: „Der Aufschwung ist bei den Menschen angekommen!“ - Zumindest auf dem Klingeltonmarkt.
blackconti - 27. Mär, 19:09
(aus "Sunday Times" RSA)
blackconti - 22. Mär, 19:06
„Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr...“
Und Gefahr ist im Verzuge für das Schweizer Bankgeheimnis, weshalb die eidgenössischen Abgeordneten nun auch parteiübergreifend zusammenstehen und den deutschen Finanzminister als hässlichen Deutschen angiften, als im Ledermantel und mit Hakenkreuzarmbinde durch die Schweizer Gassen schleichend.
Nun kann man über Peer Steinbrück als Retter in der Krise sicher geteilter Meinung sein, denn er hat mit seiner Deregulierungspolitik das Desaster zumindest mit zu verantworten. Man kann seine Kavallerieandrohungen für sehr undiplomatisch halten, aber natürlich hat er im Kern recht. Die Schweiz darf sich nicht länger als Hehler für Ganoven aus aller Welt betätigen und gleichzeitig den biederen Saubermann spielen.
„Durch diese hohle Gasse muss er kommen, hier vollend ich’s, die Gelegenheit ist günstig...“ Nein, liebe Schweizer, Steinbrück ist kein Gessler und euer Nationalratsabgeordneter Thomas Müller ist ganz sicher kein Wilhelm Tell. Also, seid vernünftig und haltet euch an internationale Gepflogenheiten – sonst werden die Folterwerkzeuge nicht nur gezeigt.
blackconti - 20. Mär, 20:57
,,,wollte ich mir jeglichen Kommentar zu dem neuerlichen Blutbad an einer deutschen Schule verkneifen. Bei all dem scheinheiligen Betroffenheitsgequatsche muss ich ja nicht auch noch mitmachen. Zwei Bemerkungen kann ich mir aber jetzt doch nicht verkneifen:
1. Alle „Waffenfreunde“ ticken nicht ganz sauber und sind eine potentielle Gefahr für die Allgemeinheit – wie wieder einmal bestätigt wurde und ich meine hier nicht mal so sehr den Sohn.
2. Eine Gesellschaft, die die Verblödung und Verrohung der Allgemeinheit durch die ununterbrochene Berieselung mit dem unsäglichsten TV-Schrott zulässt, braucht sich über solche Ausraster nicht zu wundern. Die Krokodilstränen der Verantwortlichen in Medien und Politik sind einfach nur widerlich.
blackconti - 16. Mär, 02:41
Nach vier Jahren Große Koalition müssen nun CDU und SPD ihr Profil schärfen wegen sinkender Umfragewerte und wg. der anstehenden Bundestagswahl, d.h. sie schreiben jetzt in Grundsatzprogramme und Leitlinien all die Dinge hinein, für die in der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode Lösungen nicht mal angesprochen wurden. Nichts davon will man wirklich umsetzen, sondern es geht einzig und allein darum, für die Wähler einen Popanz aufzubauen, eine scheinbare Alternative. Abgesehen davon, dass gerade ein Wirtschaftssystem zusammenbricht und Grundsatzprogramme und Leitlinien so was von lächerlich wirken, so wissen die Parteien aus Erfahrung , dass das funktioniert, denn der gemeine Wähler verhält sich mittlerweile nur noch irrational. Wie anders können die Umfragewerte von 17 % für die FDP erklärt werden, also Zustimmung für gerade jene Partei, welche seit Jahren nichts als Deregulierung, noch mehr Freiheit in den Märkten und Steuersenkungen fordert, genau jene Maßnahmen, die schließlich zum Kollaps des Finanz- und Wirtschaftssystems geführt haben. Der Bock als Gärtner - eine großartige Vorstellung. Aber vielleicht haben wir genau so etwas verdient, denn wie scheinbar ganz normale Wähler das Hirn ausschalten können, mag dieses Beispiel Maria_und_Joseph (mp3, 559 KB)verdeutlichen. Da gibt es nichts zu lachen. Zwar handelt es sich dort um Österreicher, aber es wird doch niemand behaupten, solche Grenzdebilen gäbe es in Deutschland nicht. Mehr als genug und natürlich gehen die zur Wahl. Wie mir Oliver ( Danke!)dazu schrieb: Jetzt wundert mich gar nichts mehr!
blackconti - 8. Mär, 03:25

Das hätte ja meine fünf bis sechs Leser auch verwundert, wenn ich mich hier nicht ordentlich aufmanteln würde wegen der gestrigen Pokalniederlage des FC Bayern. Niederlagen der Bayern sind immer schön, doch wenn meine heißgeliebte Werkself sie so schön an die Wand spielt, was ja eher selten vorkommt, so kommt erst richtig Freude auf. Und dabei schien das Fell des Leverkusener Problembären Bruno nach den letzten „Heim“pleiten in Düsseldorf schon ziemlich zerzaust. Umso größer war die Freude, dass nicht Brunos Fell verteilt, sondern das bayerische Leder ordentlich gegerbt wurde, zur Freude auch jener 2 alten Zausel, die angeblich nach dem Spiel auf dem Weg zur Altstadt gesichtet worden sein sollen, um erstens die Bayern-Niederlage und zweitens ihre Pensionierung zu feiern.

blackconti - 5. Mär, 14:21
Nein, nicht aus Deutschland. Nach Südafrika ging ich ganz freiwillig. Vertrieben wurde ich aus Schlesien, was allerdings so nicht stimmt, da ich in einem Schaf- oder Kuhstall in Schleswig-Holstein das Licht der Welt erblickte, auf der Flucht, was aber auch wieder nicht stimmt, denn meine Mutter stammt aus Westdeutschland und war nach dem Krieg zufällig im hohen Norden gelandet. Vertriebene aus Schlesien waren meine Großeltern väterlicherseits und somit auch mein Vater, dem nach dem Ende des Krieges und seiner Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft die Rückkehr nach Breslau verbaut war.
Deshalb hatte unser ganze Familie den Vertriebenenstatus und war sehr ins anheimelnde Vereinsleben des Schlesierverbandes integriert, was uns Kindern die Qual schlesischer Volkstänze und Rübezahllieder aufbürdete, uns aber auch zu gebrauchten Klamotten aus irgendwelchen Kleiderspenden verhalf. Außerdem wurden meine Eltern durch den Vereinsvorsitzenden immer freundlich ermahnt, den BHE, den Bund der Vertrieben und Entrechteten, zu wählen, eine stramm rechte Partei voller Altnazis, die sich die Wiederherstellung eines Deutschland in den Grenzen von 1936, besser noch von 1940, zum Ziel gesetzt hatte und die nach einigen Anfangserfolgen wieder in der Versenkung verschwand.
Für meine Großeltern war die Vertreibung sicher ein Trauma bis zum Lebensende, für meinen Vater dagegen war Breslau und Schlesien nur noch ein Ort verklärter Jugenderinnerungen, für mich und meine Geschwister nur noch eine Gegend im Ostblock ( heute in Polen) ohne jegliche persönliche Bedeutung.
Dies vorausgeschickt erscheint mir nun die merkwürdige Kontroverse mit den Polen wegen der Vorsitzenden des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, geradezu grotesk. Wer sind denn diese, von Frau Steinbach vertretenen Vertriebenen? Das können doch nur solche wie ich sein und dann kann ich die Polen schon ein wenig verstehen, von aller dort anzutreffenden Hysterie einmal abgesehen. Wer heute in Deutschland darauf besteht, Vertriebener zu sein, der hegt tief im Herzen finstere Absichten, der wartet auch heute noch auf einen günstigen Moment in Polen Eigentumsansprüche präsentieren zu können. Die Legion der Anspruchsteller in der Ex-DDR waren gutes Anschauungsmaterial. Man kann ja nie wissen.
Übrigens, ich habe da einige Grundbuchauszüge von meinem Vater geerbt und sie mir auf Grund der Diskussion der letzten Tage einmal genauer angesehen. Eine kleine Landmaschinenfabrik, ein Einzelhandelsgeschäft und ein mehrgeschossiges Wohnhaus, alle in Neumarkt ( heute: Sroda Slaska) nahe Breslau ( Wrazlaw) gelegen....Moment mal..
...Mhmm...und wo bekomme ich einen Aufnahmeantrag für den BdV?
blackconti - 2. Mär, 00:44
blackconti - 24. Feb, 13:27