Sonntag, 3. Mai 2009

Männerspielzeug

Biker week Margate1

Achtung! Im Hintergrund hören Sie jetzt, imaginär,„Born to be wild“ von Steppenwolf , weil dieses "Easy Rider"-Thema immer läuft, wenn es um Motorräder geht und Motorräder gab es an diesem Wochenende im Übermaß hier bei uns in Margate. Die Harley Owner Group hat zur „Africa Bike Week“ gerufen und seit Donnerstag folgten ca. 4000 Biker aus dem ganzen Land dieser Einladung mit Blubbern und Roaring Thunder. Harley-Davidsons in allen erdenklichen Versionen stehen tiefschwarz oder bunt lackiert, auf jeden Fall aber chromblitzend, sauber aufgereiht in allen Straßen rund um den Margate Main Beach. Viele Maschinen sind dermaßen aufgemotzt, dass man sie kaum noch als Motorrad zu erkennen vermag. Für den Gegenwert vieler Maschinen kann man hier auch ein Einfamilienhaus erwerben und da verwundert es nicht, dass die Harley-Enthusiasten mehrheitlich die Vierzig hinter sich gelassen haben.

Harleys Bikes mit AnanasverkäuferinMargate Biker weekBiker mit Harley-DavidsonBiker und Bikerin

Der Beachbereich von Margate ist für den Autoverkehr gesperrt und Verkaufsbuden für Motorradzubehör, Imbissbuden und Sponsorenzelte (Harley-Davidson, Jack Daniels) säumen die Uferpromenade. Die echten Harley-Biker erkennt man, wie überall auf der Welt, an der Uniformierung nach dem Vorbild der Hell’s Angels. Pflicht ist eine Lederweste mit zahllosen Aufnähern und Buttons vorne, und auf dem Rücken ein großer Adler oder ein Totenkopf, welcher oben mit dem Gangnamen und der Herkunft und unten mit dem Namen oder Spitznamen des Bikers umrahmt ist. Die Kopfbedeckung ist eine Lederkappe, sehr gerne auch in der Art der Armeekappen der amerikanischen Südstaatenarmee, oder ein buntes Kopftuch, einfach ums ergraute Haar geknotet. Als Schutzhelm dient dem korrekten Harley-Biker ein Stahlhelm der deutschen Wehrmacht, möglichst mit aufgemaltem Eisernen Kreuz.

Biker etwas müdeBikergroße BühneAusnamen von hintenBiker sind weiss, aber es gibt Ausnahmen

Ein zünftiges Bikertreffen ist laut, denn ein echter Biker testet die ordnungsgemäße Funktion seiner Maschine kontinuierlich, indem er das gemütliche Blub-Blub-Blub des Harley-Motors im Leerlauf durch schnelles Gasgeben unvermittelt in ohrenbetäubenden Donner verwandelt. Der zünftige Biker liebt den Lärm und deshalb spielen auf den beiden Konzertbühnen, eine große direkt auf dem Sandstrand und eine kleinere hinten am Anglerpier, ausschließlich Heavy Metal Bands. Sehr heavy ist „Iron Maiden“ , die samstagabend Margate und Umgebung erzittern ließen. Spielt gerade keine Band, dann wummert aus den Lautsprecherboxen, scheinbar als Endlosschleife, wen wundert’s :„Born to be wild“!

Nun gut, Morgen fahren alle wieder brav nach Hause, nach Johannesburg oder Kapstadt oder Bloemfontain, um als Buchhalter, Arzt oder Rechsanwalt usw. die nötigen finanziellen Mittel für das nächste Bikertreffen zu erarbeiten. Dann hören wir, wie das Dauergrollen leise in der Ferne verebbt, dann ist die Southcoast wieder so ruhig und verschnarcht wie immer außerhalb der Saison und dann grollt und grummelt wieder nur noch die Meeresbrandung, die in den letzten Tagen doch etwas übertönt wurde.

Freitag, 24. April 2009

Der Unterschied

Barack
Nicolas
Gut, dass wir verglichen haben!

(Thanks again, Oliver!)

Donnerstag, 23. April 2009

Gruselkabinett

Es ist ja nur ein kurzes Tagesschaufilmchen, aber wenn man mir als Teilnehmer des Konjunkturgipfels im Bundeskanzleramt ausgerechnet den feixenden Ackermann von der Deutschen Bank, den wegen nachgewiesener Dummschwätzerei hinreichend blamierten Ifo-Institutsleiter Werner Sinn und den vollgefressenen BDA-Hundt in Großaufnahme anbietet, dann erscheint mir das als eine lobenswerte Provokation der Tagesschauredaktion zur Mobilisierung der Straße. Ich jedenfalls denke beim Anblick dieser widerwärtigen Typen und angesichts des Finanz- und Wirtschaftsdesasters immer nur: Knüppel oder Kalaschnikow!

Is ja gut – ich reg mich ja schon wieder ab.

Montag, 20. April 2009

Der Sani Pass...

Sani Pass

...ist die höchste Passstraße in Südafrika, wobei das Wort „Straße“ nur deshalb nicht gänzlich falsch ist, weil auf dem Geröllpfad doch tatsächlich Sammeltaxis Menschen tagtäglich von oben nach unten und umgekehrt transportieren. Der Pass führt von Himeville in den südlichen Drakensbergen hinauf nach Lesotho, dem kleinen unabhängigen Königreich, welches ringsum vollständig von Südafrika umschlossen wird.

Sani Pass - The RoadSani Pass - da muss man hoch und da ist eine "Strasse" - wenn man genau hinschautSani Pass - RSA Border -  Taxis and people from LesothoSani Pass - BergweltSani Pass - oben

Die südafrikanische Grenzstation liegt etwa 8 km vor der Passhöhe und bis dorthin kann man zur Not auch noch mit einem normalen PKW fahren. Hinter der Grenzschranke allerdings wird’s dann heftig, denn nun geht es steil bergan, 1000 Höhenmeter auf 8 km, und die schmale „Straße“ ist nur noch mit starken, geländegängigen Fahrzeugen zu bewältigen. Die oben erwähnten Taxis sehen aus wie ganz normale Kleinbusse, sind aber allradgetriebene Sonderanfertigungen mit verstärktem Fahrwerk und wesentlich erhöhter Motorleistung. Der Grenzübergang nach Lesotho (Fotografieverbot!) befindet sich oben auf der Passhöhe in 2 873 m über NN. Dort oben befindet sich das Sani Top Chalet, ein Gasthaus wie eine altmodische österreichische Skihütte, welches sich als „Highest Pup in Africa“ preist. Ob’s stimmt? Möglich scheint es.

Außer einem schütteren Grasbewuchs gibt es dort oben keine Vegetation, keinen Baum und keinen Strauch, und trotzdem befindet sich dort oben eine kleine Ansiedlung, ein paar steinerne Rundhütten, in denen während der Sommermonate Schaf- und Ziegenhirten mit ihren Familien leben. Diese Menschen gehören zum Stamm der Basothos und sie werden auch Blanket People, Deckenmenschen, genannt, weil sich hauptsächlich die Männer traditionell in kunstvoll gewebte Decken hüllen und so gegen die Kälte schützen. Die Armut dieser Menschen ist nicht zu übersehen und so ist es selbstverständlich, dass man für die Erlaubnis ein paar Fotos machen zu dürfen, gerne ein paar Rand bezahlt. Gemessen an den paar Hütten dort oben sahen wir erstaunlich viele Kinder, welche uns Touristen schweigsam und mit ernsten Mienen bei unserem Rundgang durch den Kraal zuschauten. Wie wir hörten, ist das nächste größere Dorf in Lesotho ca. 50 km entfernt und oben am Sani Summit gibt es weder eine ärztliche Versorgung noch eine Schule. Ach nein, über die Konsequenzen daraus mochten wir jetzt nicht grübeln und deshalb haben der Sohn und ich uns auf ein Bier und einen abgebräunten Leberkäs (Austrian Meatloaf)!! ins „Highest Pup in Africa“ geschlichen, haben auf der Aussichtsterrasse bei strahlendblauem Himmel den großartigen Blick ins Tal nach Südafrika bestaunt und sind dann mit dem Land Rover den Sani Pass wieder talwärts gerumpelt.


Sani Pass - Blanket PeopleSani Pass - Basotho RondavelsSani Pass - childrenSani Pass - Basotho LadySani Pass - Basothos and Rondavel

Nach den vorgenannten Eindrücken ist es mir jetzt fast peinlich zu berichten, dass wir uns dann noch 2 Tage im Drakensberg Garden Resort eingemietet haben um bei herrlichstem Herbstwetter ein wenig Golf zu spielen und die Bergwelt zu genießen.
Das erzähle ich jetzt nur, weil ich da ein paar Fotos gemacht habe und wenigstens eins muss ich hier unbedingt zeigen, weil es die Schönheit der Drakensberge recht eindrucksvoll vermittelt.

Drakensberge

Sonntag, 12. April 2009

Happy Easter 4

chocolate bunnys

This Easter Bunny family
Looks like there was a tragedy.
Mother and child seems very scared
Father seems shy, stays not alert
As bunnies usually do.
May be they know that me and you
Will eat them very, very soon.
Oh yes, we will, this afternoon,
Because it’s good Swiss chocolate,
Sweet, creamy - yes, and rich of fat!
But we don’t care – we eat the Biester (German for “beasts”)
And wish you all a “Happy Easter!”


This very old-fashioned Chocolate Bunnies are handmade by our Swiss baker Karl Zurfluh in “The Swiss Surf Bay Bakery” at Shelly Beach. Recommendable!

Dienstag, 7. April 2009

Monetaria

(Monetaria ist eine Schneckengattung aus der Familie der Kaurischnecken.)

Kauris

Das internationale Finanzsystem knirscht und wackelt und es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis Dollar, Euro, Pfund und u.a. auch der südafrikanische Rand durch die zu erwartende Hyperinflation völlig wertlos werden. Für diesen Fall hat Frau Blackconti in ihrer Weitsicht vorgesorgt. Bekanntlich war das Gehäuse der Kaurischnecke, viele sagen dazu fälschlicherweise „Kaurimuschel“, bis weit ins 20.Jahrhundert Zahlungsmittel in Teilen Afrikas Die Muschelsucherinund genau wegen jenes „Kaurigeldes“ bückt Frau Blackconti sich bei jeden Strandspaziergang. Zwischenzeitlich hat sich ein schönes Sümmchen angesammelt, sorgsam in diversen Glasbehältern gehortet. Nur ungern tauscht Frau Blackconti ihre Schätze gegen normales Bargeld ( Dollar, Euro, Pfund oder Rand), aber in dringenden Fällen hilft sie natürlich. Verständlicherweise kann kein einheitlicher Preis genannt werden, da selbstverständlich die einzelne Kauri umso wertvoller ist, je weiter der Interessent von der Küste entfernt lebt. Eine 2 cm Kauri z.B. kostet hier in St Michaels natürlich nichts, die liegen ja am Strand rum, in Johannesburg aber schon- na ja, sagen wir 1 Cent, in Berlin als Schnäppchen 1 Euro und in Rostock 1 Million Euro. Letzteres ist doch klar, denn was ist schon 1 Million bei einer Hyperinflation und außerdem liegt Rostock zwar an der Ostseeküste, wo man vielleicht etwas Bernstein (nehmen wir gern in Zahlung!) aber sicher keine Kauris findet.


Und hier noch ein Warnhinweis:
Wie bei allen Zahlungsmitteln muss man auch beim Kaurigeld mit Fälschungen rechnen
.

Muscheln usw.

Vorstehende Abbildung zeigt Falschgeld, welches hier auch am Strand herumliegt und von verantwortungslosen Sammlern z.B. ahnungslosen Rostockern als Kaurigeld untergejubelt wird. Die Fälschungen sind raffiniert gemacht, aber dennoch für den erfahrenen Numismatiker leicht zu erkennen.

Montag, 30. März 2009

Kinderpornographie – verzweifelt gesucht

Angeblich ist Kinderpornographie eine schlimme Pest im Internet, die sich in der letzten Zeit auch noch explosionsartig ausbreitet - so wird uns nun seit Wochen tagtäglich in den Nachrichten erzählt und ganze Ministerien sind nun mit der Bekämpfung dieser Seuche befasst. Immer wieder werden uns Filmchen vorgeführt, in denen Polizisten vor Computern hocken und das Netz nach entsprechenden Seiten durchforsten und zum Beweis werden uns verschwommene Screenshots vorgeführt auf denen nichts zu erkennen ist, aber alles hineininterpretiert werden kann und der zugehörige Kommentar erklärt uns die Widerwärtigkeit des Dargestellten.

Kinderpornographie war ja bisher nicht unbedingt mein Fall, aber wenn’s so ein Massenphänomen ist? Wenigstens mal nachschauen, was denn da so angeboten wird, sich selber vor der Perversität gruseln und da in den Nachrichtenfilmchen nie die Web-Adressen zu erkennen sind, versuch ich’s halt auf dem üblichen Wege, über Suchmaschinen oder Peer-to-Peer-Filesharing. Aber was ich auch anstelle, welche Reizwörter schmierigster oder euphemistischer Art ich auch eintippe, ich bekomme Tausende von Hinweisen auf Webseiten, die sich über die Abscheulichkeit von Kinderpornographie auslassen, Zeitungsartikel über Verhaftungen von Pädophilen usw. usf. – nur keine einzige Seite mit kinderpornographischem Inhalt, was 1. absolut erfreulich und 2. wohl auch zu erwarten ist – Gott sei Dank!

Bleibt jetzt allerdings die Frage, warum Kinderpornographie im Netz nun so ein beherrschendes Nachrichtenthema in den Mainstream-Medien ist? Ich bin nicht der erste und nicht der einzige, dem mittlerweile schwant, dass über das Vehikel "Kinderpornographie" versucht wird Akzeptanz für das Sperren von missliebigen Webseiten zu schaffen. War bisher die Meinungsführerschaft der Herrschenden mittels der herkömmlichen Massenmedien unbestritten, so hat sich mittlerweile im Netz eine Gegenöffentlichkeit etabliert, die die offensichtlichen Verfälschungen und Manipulationen in den Massenmedien sofort aufdeckt und öffentlich macht. Das kann den Mächtigen nicht gleichgültig sein und so eine scheinbar harmlose Glucke wie die Familienministerin Ursula von der Leyen eignet sich natürlich vorzüglich zum Verschleiern der wahren Absichten.

uvl

PS: Vielleicht bin ich auch bloß zu blöd zum Suchen und ich bekomme jetzt Tausende von Links zu einschlägigen Childporn-Sites zugeschickt. Bitte nicht, denn 1. will ich’s nicht wirklich sehen und 2. ist dann meine ganze schöne Verschwörungstheorie im Eimer.

Freitag, 27. März 2009

Ja, wenn der Bundeshorst erzählt,...

...dann kann man schon ins Grübeln kommen, denn die Geschichte „seines Scheiterns“ als Direktor des IWF (internationaler Währungsfond) ist aber auch zu traurig. Wie war er bereits im Jahre 2000 „besorgt über die, für ihn, immer unverständlicheren gigantischen Finanzierungsvolumen und überkomplexen Finanzprodukte“. Auch hörte er die „Warnungen von Finanzexperten vor einem Risiko der Systemkrise, die aber in den Finanzmetropolen nicht aufgegriffen wurden“. Und wenn schon die Experten keinen Glauben finden, was soll da so ein kleiner IWF-Direktor ausrichten?

So hat auch er geschwiegen, bzw. noch über Jahre das Mantra der Wirtschaftsweisen von mehr Deregulierung, von weniger Kontrollen, von mehr Marktfreiheit und Eigenverantwortlichkeit nachgebetet. Und das mit der Eigenverantwortlichkeit hat ja dann auch geklappt, denn laut Bundeshorst haben wir alle den Kollaps des Finanzsystems und der Wirtschaft selbst zu verantworten, denn „wir alle haben über unsere Verhältnisse gelebt.“

Dem werden die Lidlkassiererin und der Leiharbeiter bei der Gebäudereinigung sicher mit Schamesröte im Antlitz zustimmen und gerne ihr Scherflein zu den Rettungsmilliarden für die notleidenden Banken beisteuern, wodurch wir auch zwangsläufig Horst Köhlers eindringlicher Mahnung zu mehr „Anstand durch Sparsamkeit“ ein gutes Stück näher kommen.

Diese Sparsamkeit darf uns natürlich nicht daran hindern verstärkt zu konsumieren, denn wenn die Auslandsnachfrage wegbricht, so ist der Binnenmarkt im Obligo. Kingeltöne sind z.B. zur Zeit der absolute Renner und wieder stimmt die Prognose unserer aller Kanzlerin: „Der Aufschwung ist bei den Menschen angekommen!“ - Zumindest auf dem Klingeltonmarkt.

Tief im Süden

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