Dienstag, 3. April 2012

Zu spät!

„Ich gehe jede Wette ein: Dutt erlebt das Saisonende nicht in Leverkusen!“ schrieb ich vor einigen Monaten mal in einem Kommentar, nachdem Bayer04 wieder die in dieser Saison gewohnt indiskutable Leistung abgeliefert hatte. Nun ist es soweit und ich kann nur sagen: „Endlich - aber zu spät!“

Vor genau 5 Monaten wandte ich mich hier an den Vorstand der Bayer04-Fußball GmbH (kleiner Scherz!) und beschrieb minutiös meinen Frust über die grausame Vorstellung der Werkself in Freiburg. Für mich war es schon da höchste Zeit, Dutt abzulösen, denn seine Distanz zur Mannschaft, seine fehlende Ausstrahlung waren da auch für einen Außenstehenden schon mit Händen greifbar.

Dutt ist ein Technokrat, möglicherweise sogar ein fachlich hochversierter, aber Emotionen sind seine Sache nicht und somit ist er als Motivator ein Totalausfall. Fußball lebt aber von Emotionen, ist ohne sie eigentlich zum Gähnen langweilig. Ein guter Coach findet genau diese Balance zwischen nüchtern-taktischen Überlegungen und der notwendigen Emotionalität und kann dies der Mannschaft vermitteln. So erzeugt er den notwendigen Willen zum Gewinn eines Zweikampfes, zu dem einen Schritt Vorsprung vor dem Gegenspieler, der zum Ballgewinn und letztlich zum Sieg gegen qualitativ gleichwertige Gegner notwendig ist. Dutt konnte das nicht.

Die wenigen Spiele der Werkself, in denen die Mannschaft überzeugte, gab es gegen qualitativ höher eingeschätzte Gegner, Valencia, Chelsea, zumindest eine Halbzeit, gegen Barcelona und gegen die Bayern, weil sich die Mannschaft selbst motivieren konnte, nach dem Motto: Wir haben keine Chance, nutzen wir sie. (Das 7 :1 –Debakel in Barcelona war für mich keine Katastrophe, sondern absolut nachvollziehbar. Warum sollte man Kräfte an einer sowieso verlorenen Sache verpulvern.)

Dutts Ende begann dann nach 20 furiosen Anfangsminuten in Wolfsburg. Bayer führte 1 : 0, hatte weitere 100%-tige versiebt, schaltete nun in den Trabe-Modus und Dutt schaute zu. Nichts kam von ihm. Hilflos stand er, fein gewandet, mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und er wusste genau, dass es nun vorbei ist, dass er die Mannschaft nicht erreicht, weder jetzt , noch in der Pause noch in den nächsten Spielen. Nach dem Wolfsburg-Spiel spätestens hätte die Reißleine gezogen werden müssen.

Wie’s aussieht ist es jetzt schon zu spät. Ein Platz unter den ersten 6 der Liga ist nun hochgradig gefährdet, denn das die Werkself gegen die, gegen den Abstieg kämpfenden Teams, in der momentanen Verfassung noch mal zulegen kann, ist schwer vorstellbar.

Haben einige Spieler gegen Dutt gespielt? Bewusst vielleicht nicht, aber irgendwo im Hinterkopf stecken da dann doch einige Vorbehalte und verhindern z.B. schnelleres Laufen. Einige Spieler sind mittlerweile so von der Rolle, Schürrle, Augusto, die gesamte Hintermannschaft, dass es längerer Therapie bedarf, um sie wieder bundesligatauglich zu machen. Dass dies dem neuen Trainer- Team kurzfristig gelingt, kann ich mir wünschen. Wahrscheinlich ist es nicht.

Samstag, 31. März 2012

„Aha, Aha“...

CH. Laue...so kommentiert ein Berliner Landtagsabgeordneter der Piraten, Christopher Lauer, bei „Maybritt Illner“ die Ausführungen von Kurt Beck, dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten, und verzieht unentwegt sein Gesicht zur spöttischen Miene. Wenn er, Kurt Beck, die Schlecker-Frauen retten wolle, so soll er’s doch machen, meint Lauer und als Beck ihm nun erklärt, dass ihm aufgrund rechtlicher Bedingungen die Hände gebunden seien, folgt dann dieses höhnische „Aha, aha!“ Das Beck dem Schnösel keine gescheuert hat, zeugte von einer guttrainierten Selbstbeherrschung. Natürlich ist Lauer geradezu stolz darauf, dass er von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, aber an dummbeuteliger Überheblichkeit leidet er keinen Mangel.

Es war das erste Mal, dass ich so einem Piraten über eine ganze Stunde beim Dummschwätzen gelauscht habe und, ehrlich, dass solche volldoofen, ignoranten Arschgeigen es mittlerweile in die Landesparlamente geschafft haben, ja, dass solch pubertär-debilem Gelalle auch noch breiter Raum in den Medien eingeräumt wird, das macht mich wirklich fassungslos. Da ist ja das bekannte, interessengesteuerte Gefasel der Jungunternehmerin Marie Christine Osterman, üblicherweise auch nur unter dem Einfluss härterer Alkoholika zu ertragen, nachgerade eine geistige Erbauung und der FDP-Fricke geradezu eine intellektuelle Offenbarung.

Mit den Piraten ist nun auch die Politik endgültig auf dem Niveau von Fix und Foxi angekommen. Höchstwahrscheinlich beleidige ich damit sogar den Rolf Kauka, aber was Kindischeres fällt mir momentan nicht ein. Im Ernst, wie ignorant, doof und völlig uninteressiert muss man sein, um diese Piraten zu wählen?

Dienstag, 27. März 2012

Noch einmal: Crisis? What Crisis?

Da war doch was? Irgendwas mit Bankenrettung, so vor 4 Jahren, als das Finanzsystem an seiner Gier und Maßlosigkeit zu kollabieren drohte. Weltweit wurden Billionen von Steuergeldern in ein krankes System gepumpt, um den Zusammenbruch der Realwirtschaft zu verhindern. Dies gelang mit Ach und Krach, aber 2 Jahre später war die Krise wieder da, weil sich die Staaten für die Bewältigung der Finanzkrise bis unter die Halskrause verschuldet hatten.

Nun aber hatte die Krise einen anderen Namen, nun war es eine Schuldenkrise und nun trugen die normalen Bürger daran Schuld, in ihrer maßlosen Gier nach sozialer Absicherung. Nun hatten wir alle über unsere Verhältnisse gelebt, die ärmsten Menschen, natürlich, und die schwächsten Länder, selbstverständlich, am unverschämtesten. Natürlich steht das ganze, marode System jetzt wieder vor dem Kollaps und nun müssen gar ganze Staaten gerettet werden, weil ansonsten wieder die Banken zusammenbrechen würden und dann wieder die Realwirtschaft und immer so weiter… Selbstverständlich wird jetzt wieder getrickst, beschönigt, kurz: gelogen, dass sich die Balken biegen.

Es fing an mit einem kleinen 1.Rettungspaketchen von 110 Mrd für Griechenland, dann stiegen die Preise, 200 Mrd Staatsanleihekäufe der EZB, fast 1/2 Billion Rettungsschirm EFSF, 1/2 Billion Rettungsschirm ESM, inzwischen wird fast jeden Monat draufgelegt, hier mal 1/2 Billion EZB-Kredite an Banken, da mal 130 Mrd für ein neues Rettungspaket, dann wieder mal 1/2 Billion EZB-Kredite, jetzt Erhöhung des ESM… Jedes Mal ist’s alternativlos, jedes Mal ist Europa endgültig gerettet, jedes Mal ist’s das allerletzte Mal, die „unüberschreitbare“ rote Linie. Jedes Mal sind wir anschließend nahezu über den Berg, zumindest einen großen Schritt vorangekommen. „Ja klar, Einen großen Schritt näher zum Abgrund!“ denke ich mir dann, denn es geht einzig darum Zeit zu gewinnen um das ganze unvermeidliche Desaster zu strecken. Würde man mit der ganzen Wahrheit rausrücken, so begänne umgehend ein Bankenrun, die Menschen würden ihr Spargeld abziehen und der Systemcrash folgte auf dem Fuße.

Ich bin geradezu fasziniert, wenn mir der Herr Schönborn die neuesten Spitzenwerte für Merkel und Schäuble hinsichtlich Glaub- und Vertrauenswürdigkeit auftischt. Das ist zu und zu schön, denn der Herr Schönborn lügt ja nicht. Die Werte sind zwar so absurd, dass man sich an den Kopf fasst, aber sie stimmen. Aber was Anderes soll man auch erwarten, wenn alle dieses falsche Spiel mitspielen, wenn es im Parlament nun seit Jahren keine vernehmbare Opposition mehr gibt und die Meinungsmedien jede kritische Betrachtung eingestellt haben.

Die Medien reden jetzt lieber über die „Piraten“, weil sich über so eine Kinderkacke trefflich schwafeln lässt und über „Nichts“ auch der dämlichste Springer-Speichellecker (wahlweise auch FAZ-, Spiegel-, ZDF- oder ARD- uva.) noch einen bedeutungsschwangeren Furz ablassen kann. Was las ich in einem FAZ-Kommentar sinngemäß: „Die CDU brauche ja nach dem Ausfall der FDP einen Koalitionspartner und da seien die Piraten doch eine mögliche Alternative: Die Schuldenbremse sei doch schon mal eine Gemeinsamkeit.“ Soviel zu den klugen Köpfen hinter unseren Leitmedien

Sonntag, 25. März 2012

Spannend?

Ja, sicher, wenn man die Entscheidung, ob Braunbier oder Spucke oben schwimmt, für spannend hält. Das ungenießbare Gebräu wird dem saarländischen Wähler ja schon im Vorfeld nur als Mixgetränk angeboten und muss ab morgen, Wahl hin oder her, von jedem Saarländer konsumiert werden. Ekelhaft, aber auch hochverdient, denn der Saarländer hat diese Plörre dezidiert bestellt, wohlwissend um die Widerwärtigkeit der trüben Brühe.

Überhaupt muss man sich fragen, wie es sich als Saarländer lebt, wenn man bei jeder “Wahl“ verarscht wird. Da hat er vor zweieinhalb Jahren mit großer Mehrheit die CDU abgewählt und eine linke Mehrheit locker möglich gemacht. Erhalten hat er dann wieder die CDU, als Rastafarian verkleidet. Aus dieser perversen Vereinigung hat sich die FDP mittlerweile pulverisiert und möglicherweise, hoffentlich, kriegen die Grünen nun auch den verdienten Tritt in die Weichteile.

Die Oskar-Linke wählt er zwar zu immerhin noch 15%, aber über eine Regierungsbeteiligung dieser Aussätzigen wird nicht mal mehr diskutiert.

Dafür findet eine Piratenpartei umso mehr Beachtung in den Medien. Eine „Partei“, deren Programm – ääh, na ja, was die so wollen – sich auf die Forderung nach mehr Computerspielen im Hauptabendprogramm und nach Erleichterungen in der höchsten Stufe bei „World of War Craft“ beschränkt. Gut, in der Beschränkung liegt die Kraft, aber wenn das Medien und Parteien auch erwarten, dann muss man doch trotzdem nicht unbedingt beschränkt sein. Mein Gott, so eine „Wahl“ kann man doch nur noch boykottieren.

PS: „Die Lafontaine-Linke hat es jetzt zum 3. Mal geschafft, dass die CDU an der Saar regiert!“ jammert SPD-Chef Gabriel und dient sich aber gleichzeitig der CDU als Juniorpartner in einer großen Koalition an. Sehr logisch und sehr konsequent! Ach ja, die SPD! Sie würde ja zu gerne den Mindestlohn…, eine Herzensangelegenheit, …aber wieder einmal,… leider, leider…Nein wirklich, unmöglich, diese grässliche Lafontaine-Linke!

Dienstag, 20. März 2012

Passt!

Zwei Meldungen auf Tagesschau.de, direkt untereinander:

Tagesschau.de v. 20.3.12

Tagesschau.de v. 20.3.12


Wenn man dann auch noch liest, dass das U-Boot mit Abschussmöglichkeiten für atomare Mittelstreckenraketen ausgerüstet ist und, bestens geeignet für den atomaren ZWEITSCHLAG sei, dann mag man nicht einmal mehr höhnisch lachen. Zweitschlag, is klar, aber Erstschlag geht auch, oder? Angesichts der immer unverhohleneren Drohungen (s.o.) erscheint mir diese Frage nicht gänzlich unberechtigt. Nun ist dieses U-Boot ja bereits das 6., welches die Howaldwerft an Israel ausliefert. Ein toller Deal, denn Dank der geschickten Verhandlungen der deutschen Regierung mit den Israelis muss der deutschen Steuerzahler nur jeweils 1/3 des Kaufpreises, also nur 135 Millionen Euro, übernehmen.

Klar, das ist nicht neu, das war auch vor 6 Jahren schon der Fall, aber diesmal konnte Israel zusätzlich dazu bewegt werden, die widerrechtlich, nach der Palestina-Anerkennung durch die UNESCO, einbehaltenen Steuern der Palästinenser wieder rauszurücken. Danke, vielen Dank! War da nicht mal irgendwas mit einem Verbot von Waffenlieferungen in Spannungsgebiete?

PS: Langsam verstehe ich, wie wir zum äussert zweifelhaftenTitel "Exportweltmeister" kommen und warum uns niemand diesen Titel streitig machen will. Die israelischen U-Boote zahlen wir zu einem Drittel selber, die griechischen gleich zu 100%. Und die Aktionäre der Howaldwerft lassen die Champagnerkorken knallen.

Sonntag, 18. März 2012

Glück? Pech?

Margate CC Green 6, 17.3.12 12.05PM after 2 shots
Wenn ein Golfball nach ca.400 Metern und 2 Schlägen an einem Par 4 Loch, noch dazu am Stroke 1, d.h. der am schwersten eingestuften Spielbahn, eine Ballbreite neben dem Loch zum Halten kommt, ist das dann Glück oder Pech? Glück natürlich, denn so einen freundlich-hilfreichen Rückenwind wie gestern gibt’s nicht alle Tage und ein Birdie ( 3 Schläge in) ist an diesem Loch auch eher selten. Und vermaledeites Pech natürlich auch, denn wenn der Ball schon so nah hinrollt, dann kann er doch verdammt noch mal auch reinrollen. Ein 2-Club am Par 4, ebenso selten wie ein Hole-in-one am Par 3, das wär’s doch und 25 Rand Prämie hätte es auch noch eingebracht. Wie auch immer, es ist schon merkwürdig, wie das Hochgefühl in 180 Meter Entfernung, man weiß den Ball auf dem Grün, im Näherkommen langsam erst dem Erstaunen und dann der Enttäuschung weicht, angesichts der 3 cm, die der Ball das Loch verfehlte. Jaja, die Gier!

(Dieser Larifari-Beitrag ist als bewusstes Kontrastprogramm zur ganztägigen Gauck-Hudelei gewählt. Der 3., den man mir in kürzester Zeit mit immer dem gleichen Geschwafel als großen Wurf unterjubelt. Ich kann’s nicht mehr hören.)

Samstag, 10. März 2012

Berufe, die die Welt nicht braucht: Der Sportjournalist

Frank NägeleNormalerweise sollte man über diese unterste Stufe der journalistischen Lebensform kein Wort verlieren. Da es aber besonders in der männlichen Zuschauer-und Leserschaft ein wohl unstillbares Bedürfnis nach Allgemeinplätzen, Plattitüden und Vorurteilen gibt, so hat sich die Spezies des Sportjournalisten herausgebildet und sich in den Redaktionen von Sendern und Presseorganen gemütlich und auskömmlich eingerichtet. Namen wie Marcel Reif, Heribert Fassbender oder, ganz lang ist’s her, Heinz Mägerlein u.v.a. haben es wegen besonders schiefer Vergleiche, krauser Metaphern und unverhohlenem Chauvinismus zu einer gewissen Berühmtheit gebracht.

Andere, wie z.B. Frank Nägele vom Kölner Stadtanzeiger, sind weniger bekannt, weil sie ihren immer gleichen Wortmüll nur in Zeitungen absondern und vielleicht ab und an mal bei Sport1 (DSF?) das Phrasenschwein füttern dürfen. Diesen Frank Nägele habe ich jetzt natürlich mit Absicht ins Spiel gebracht, denn der hat im KSTA einem Kommentar zur 1 : 7- Niederlage meiner geliebten Werkself Bayer04 in Barcelona veröffentlicht, der an wichtigtuerischer Blödheit kaum zu überbieten ist.

Ok, Leverkusen hat sich "bis auf die Knochen blamiert". Kann man so sehen, sehe ich anders, denn warum sollte man in einen von vornherein verlorenen Kampf Kräfte investieren, die 3 Tage später dringend gebraucht und dann sinnvoller eingesetzt werden können. Lt. Nägele hat Bayer04 ein „Drama“ erlitten und ist, oh Wunder, als Fußballverein "halt doch viel kleiner, als das Werk“, also die BayerAG. Doch, da hat Nägele recht, 40 Millionen Vereinsetat ist schon ein wenig kleiner als 50 Milliarden Bilanzsumme der BayerAG in 2011.

Und dann ist die „Blamage, Peinlichkeit, Demütigung, Schande“ der Bayer04-Niederlage natürlich auch ein Menetekel für den deutschen Fußball insgesamt. Da helfen keine „bayer04-typischen Erklärungsmuster“- was immer das heißen soll. Huhu, kein einziger Sieg in der letzten Woche! – Auweia, das lässt Böses ahnen für die EM, und wenn nicht für diese, dann für die weitere deutsche Fußballzukunft. Komisch, bis vor 3 Wochen war die Nationalelf noch Mitfavorit für die EM. Alles aus und vorbei, nur weil sich die Werkself als „Spielzeug“ für Barcelona hergegeben hat. Oh ja, Nägele sorgt sich um die Zukunft, hebt warnend den Zeigefinger und – kassiert für soviel Besorgnis ein schönes Zeilenhonorar. Ähnlich wie Wulff – Money for nothing!
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Dienstag, 6. März 2012

Jetzt gebt’s ihm endlich – alles!

Natürlich sind 200.000 Euro pro Jahr eine Menge Geld und die Bezeichnung „Ehrensold“ klingt gerade im Falle des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff wie blanker Hohn. Und verständlicherweise fühlt sich im Vergleich jeder 52-jährige, der gerade bei Schlecker oder einem anderen Pleiteunternehmen seinen Job verlor, mies und ungerecht behandelt. Wegen des Alters nun unvermittelbar, wird Letzterer in Bälde vom ALG2, sprich Hartz4, ein ziemlich ärmliches Leben fristen müssen.

Stimmt, aber der „Ehrensold“ steht dem Ex-Bundespräsidenten nun mal zu, ist Vertragsbestandteil der Stellenbeschreibung. Seinen Präsidenten-Job hat Wulff ja weitgehend fehlerfrei ausgeübt, nicht besonders lange, aber das spielt keine Rolle. Letztlich hat ihn nur seine Vergangenheit eingeholt, wodurch seine charakterlichen Schwächen offenbar wurden, was ihn zur lächerlichen Figur und deshalb den Rücktritt unausweichlich machte. Aber er hätte ja auch weitermachen können, denn den Rücktritt zu erzwingen wäre ein sehr kompliziertes Verfahren geworden, langwierig und mit ungewissem Ausgang. Freiwillig wird Wulff auf seinen „Ehrensold“ und die sonstigen Privilegien nicht verzichten, da kann man ihm noch so oft seine eigenen kritischen Worte zum Thema vorspielen. Also sollte dieser Mann jetzt so schnell wie möglich abgewickelt werden, auch mit großem Zapfenstreich, damit die Peinlichkeit vollständig und dann endlich Ruhe ist.

Die eigentlich Verantwortlichen für das würdelose Gezerre und für die Kosten in Millionenhöhe dürfen wir aber nicht vergessen. Zweimal die falsche Knallcharge durchgedrückt zu haben reichte noch nicht. Jetzt schiebt man uns eine dritte, einen eitlen Schwadroneur unter, erklärt ihn gar zum „Präsident der Herzen“ und bejubelt ihn genauso wie seine gescheiterten Vorgänger. Aber was soll’s? Niemand hat von dieser Regierung anderes erwartet.

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