Dienstag, 14. Oktober 2008

Kaum sind sie davon gekommen,...

...die „Börsianer“, da feiern sie schon wieder, brennen „Kursfeuerwerke“ ab und streichen Gewinnmitnahmen ein. Vor Stunden noch auf den Dächern der Bankpaläste stehend, den finalen Sprung unausweichlich vor Augen und Rettung ausgerechnet von denen erflehend, die sie normalerweise nur zum Melken oder Aussaugen brauchen, eilen sie sofort nach der rettenden Finanzspritze wieder aufs "Parkett" und lassen die Champagnerkorken knallen. Das System kann weitermachen, kann weiter „Produkte“ - was für ein dreister Euphemismus für bedrucktes Papier bar jeglicher Substanz – „entwickeln“ und verhökern, die die Weltwirtschaft am Ende kollabieren lassen und der gemeine Bürger und Steuerzahler, der dieses ganze widerliche Geschmeiß alimentiert, muss weiterhin tagtägliche über alle Medien der gequirlten Kacke jener „Finanzexperten“, „Wirtschaftsweisen“ und pickeligen BWL-Yuppies lauschen, Expertisen, deren Aussagen die Ersteller wohl selbst nicht begreifen und deren Halbwertzeit von der Lebensdauer einer Eintagsfliege weit übertroffen wird.
Ach, hätte man sie doch springen lassen! Die dumpf-klaschenden Aufschläge in den Straßenschluchten der Bankenviertel wären sicher Musik für sensible Ohren.

Freitag, 10. Oktober 2008

„Kleinvieh macht auch Mist“

...meint der Beamte der mobilen Zollfahndung Hagen und verweist gestern in der ZDF-Reportage stolz auf die Jahresmenge von 1000 bis 1200 Stangen Zigaretten, die bei der Jagd auf Zigarettenschmuggler beschlagnahmt werden. Ausführlich wurde vorgeführt, wie gewitzte Zollbeamte mit geschultem Auge polnische Autos am Kennzeichen erkennen und anhalten. Der erfahrene Zollfahnder, so erfährt man, weiß, dass in solchen Fahrzeugen polnische Wanderarbeiter auf dem Wege zum Ernteeinsatz sind und dass diese Menschen, weil arm, nicht nur jede Menge polnischer Lebensmittel sonder auch polnische Zigaretten mitführen. 200 Zigaretten sind laut Einfuhrbestimmung erlaubt, aber da die für die Dauer des Arbeitseinsatzes nicht reichen, nimmt der gemeine Wanderarbeiter halt eine Stange mehr mit und die versteckt er irgendwo im Fahrzeug, wo sie von den hervorragend ausgebildeten Zollfahndern dann gefunden werden, da die alle Tricks kennen.

Die Reportage belegte eindrucksvoll die Fahndungserfolge in 3 Fällen. Bei jedem gestoppten Fahrzeug präsentierten die eifrigen Beamten der ZDF-Kamera mit sichtlichem Stolz etwa doppelt so viele Zigarettenstangen wie die Anzahl der Fahrzeuginsassen, also bei 5 Insassen ungefähr 10 Stangen, d.h. 5 zuviel, die dann, weil nicht deklariert, eingezogen wurden und für die wegen Steuerhinterziehung auf der Stelle ein Bußgeld von 28,-- Euro je Stange erhoben wurde. Bei der oben genannten Jahresmenge von 1200 Stangen und ca. 30,-- Euro Bußgeld je Stange ergibt das für den Fiskus eine schöne Einnahme von ca. 36.000,-- Euro im Jahr. Super!

In der Reportage waren 3 Beamte im Einsatz, täglich auf der Straße, wie sie enthusiastisch erzählten. Man darf annehmen dass jeder dieser Beamten geschätzt 50.000 Euro im Jahr kostet, plus Fahrzeug und Sonstiges. Und wieder bewahrheitet sich die Weisheit deutscher Sprichwörter: „Kleinvieh macht auch Mist.“

PS: Großvieh natürlich noch mehr, wie wir angesichts der momentan locker hin und her geschobenen Milliarden und Billionen erleben dürfen. Ein Unterschied fällt allerdings auf: Die polnischen Wanderarbeiter und die Zollfahnder waren bildlich fassbar, im Gesicht etwas verfremdet, aber reale handelnde Personen. Die Gangster, die die Trillionen verzockten und verzocken bleiben merkwürdig verschwommen, eigentlich unsichtbar, nicht festzunageln und wird doch der Eine oder Andere verantwortlich gemacht, so trägt er schwer - an seinen Abfindungsmillionen.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Trust in me

Vertrauen - wir müssen einfach wieder vertrauen! Erstaunlicherweise fordern uns gerade die dazu auf , die sich selber gegenseitig keinen Millimeter über den Weg trauen. Warum bloß fällt mir zu „Vertrauen“ im aktuellen Fall immer nur dieses hübsche Beispiel ein?

Dienstag, 7. Oktober 2008

Kaum ist man mal aus dem Haus...

...tanzen die Mäuse. Unglaublich, wie sich die Welt verändert, nur weil ich mal für gut 2 Wochen abwesend war. Zuerst verabschiedet sich der südafrikanische Präsident und mit ihm die halbe Regierungsmannschaft und dann renoviert Frau Blackconti in meiner Abwesenheit auch noch das Haus, sodass mir heute bei meiner Heimkehr vom neuen Glanz der Hütte die Augen tränten. Aber das nur nebenbei, denn wichtiger scheint mir, dass durch meine Anwesenheit in Bayern die Vormachtstellung der CSU sowie des FC Bayern dermaßen erschüttert wurden, was ich selbst in meinen kühnsten Träumen nicht zu hoffen gewagt hätte.
Die Verantwortung für den Zusammenbruch des Weltwirtschaftssystems, mit dem nach der Garantieerklärung der Kanzlerin für die Spareinlagen ja nun gerechnet werden muss, lehne ich allerdings ab.
Oktoberfest 08 Hofbräuzelt
Da ja das Geld nun bald nichts mehr wert sein wird, so bin ich doch froh, wenigstens einen kleinen Teil in den geldgierigen Rachen der Wiesnwirte geworfen zu haben. Namentlich sei hier die Hühnerbraterei Ammer erwähnt, bei der ein Wiesnhendl für lumpige 16,90 Euro serviert wurde zzgl. 5,20 Euro für 2 Knödl mit Sauce und weitere 5,20 Euro für ein Schälchen Blaukraut, was insgesamt wohl als Schnäppchen angesehen werden muss, angesichts der zu erwartenden Inflation. Überhaupt funktionierte die Wiesnmaschine wieder wie geschmiert und nach 2 Mass stand auch ich nebst Bruder, Schwester, Kindern und Freunden auf den Bänken, bereit zum „Prosit der Gemütlichkeit – eins, zwei, gsuffa“ und auf Verbrüderung aus mit all den angesoffen-fröhlichen Menschen aus aller Herren Länder.

OktoberfestBierzelt innenOktoberfest 08Oktoberfest LoopingOktoberfest Kettenkarussell hoch

Und natürlich gehört zu einem zünftigen Wiesnbummel eine abschließende Fahrt mit einem der rasanten Highspeed-, Turn-around- oder Spin-over-Fahrgeschäfte, bei denen das Ticket für schlappe 5-8 Euro zu erwerben ist. Als besonders empfehlenswert erwies sich in diesem Jahr das ca. 80 m hohe Kettenkarussell. Bei regnerisch-kalter Witterung erlebt man in dieser Höhe den Fahrtwind recht eisig und ein einsetzender Schneeregen kann nicht verwundern. Leider erwies sich der „Schnee“ nach der Landung als Mageninhalt eines anderen Fahrgastes, aber da man sich ja sowieso auf dem Heimweg befand tat das der guten Laune keinen Abbruch.

So, jetzt bin ich wieder hier in SA angekommen, zwar gesundheitlich etwas angeschlagen ( eine mitgebrachte Erkältung ist bei dem kühlen Herbstwetter in D kaum zu kurieren), aber voll von Erinnerungen an liebe Menschen und für die durchweg freundliche Aufnahme möchte ich mich hier noch einmal herzlich bedanken. Ich hoffe, wir sehen uns beim nächsten mal hier in SA an der Southcoast.

Dienstag, 16. September 2008

Ich bin dann mal weg

Nein, nicht auf Pilgerreise auf dem Jacobsweg. Der ist mir inzwischen zu überlaufen. Nein, ich werde mich in eine ruhige Ecke auf der Wiesn hocken, eine Mass trinken und ein Hendl verzehren, die goldene Herbstsonne genießen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Wie? Das ist bloß ein blödes Klischee? Die Wiesn ist nur noch eine Halsabschneider-veranstaltung, bei der man ohne Vorbestellung oder Schmier kaum einen Sitzplatz bekommt, bei der man Bier und Hendl nur noch zu Wucherpreisen erhält, bei der das Wetter im allgemeinen grauslich ist, wo die Alkoholleichen im Minutentakt abtransportiert werden und wo man mit 50 Anderen in einer Reihe im Urindampf an einer verzinkten Pissrinne steht?

Ja, sicher, jetzt erinnere ich mich wieder, aber 7 Jahre Abstinenz sind eine lange Zeit und die Erinnerung verklärt so manches. Alles egal, ich brauch’s halt mal wieder und in ca. 3 Wochen erzähle ich dann hier, wie’s wirklich war – ääh, oder irgendetwas anderes aus der Abteilung: "Kurz und uninteressant".

Sonntag, 14. September 2008

Alter und Weisheit...

Adolf Lafontaine…bedingen sich nicht unbedingt, wie am Beispiel des prinzipiell hochgeschätzten Altkanzlers Helmut Schmidt deutlich wird. Dessen holzschnittartige Betrachtungen zur politischen Großwetterlage mag man ja noch als Meinung eines Politrentners hinnehmen, aber Oskar Lafontaine mit Hitler gleichzusetzen (hier) wegen angeblich vergleichbaren demagogischen Redetalents - bei allem Respekt vor dem Altkanzler – dümmer geht’s nicht.
Als Redner ist Hitler ein Ausnahmetalent und damit dies deutlich wird, erinnere ich an jene unvergessene Rede des Führers über persönlichen Probleme:



Wann hätte man je eine so grazil und dennoch fulminant vorgetragenen Anklage vom Lügner, Kommunisten, Brutaldemagogen Lafontaine gehört? Vielleicht wäre ein neuer Warnhinweis auf Zigarettenpackungen nützlich: Achtung! Rauchen zerstört das Urteilsvermögen!

Roland Tichy ( Dödel)Anmerkung:
"Lügner", "Hetzer" und "Brutaldemagoge" sind O-Ton Roland Tichy von der „Wirtschaftswoche“, der das heute im ARD-Presseclub mindestens dreimal mit angewidertem Gesichtsausdruck wiederholt hat und sich gar nicht mehr einkriegen wollte. Ist schon toll, wie sachlich sich jeder hergelaufene Dödel im öffentlich- rechtlichen Bereich zur LINKS-Partei äußern darf.

Montag, 8. September 2008

Diese Seefahrt ist nicht lustig

Der stoppelbärtige Kapitän ist weg und der alte Fahrensmann hat wieder das Steuer übernommen. Kurs halten ist seine Devise. Aber wohin? Nach steuerbord, dem „wohlmeinenden“ Rat des CDU-Klabautermann Pofalla folgend doch wohl eher nicht. Backbord geht auch nicht, denn dann begäbe man sich ja in die Nähe des Aussätzigen, des roten Franzosen. Und obwohl im Verband zu segeln eine schlagkräftige Armada bedeuten würde - nein zu groß ist die Furcht vor dem Klabautermann. Dabei mustert die Mannschaft schon in zunehmender Zahl bei der morschen Schaluppe SPD ab und heuert beim Franzosen an, Pest an Bord hin oder her, denn etwas besseres als den Tod findet man überall.

Den Blick markig nach vorn, steuert die graue Eminenz geradezu ins Desaster. Dass dabei die eben neu montierte, weißhaarige Galeonsfigur als erste zu Schaden kommt kann man leicht verschmerzen und überhaupt werden kaum Opfer zu beklagen sein, denn auch die Ratten a la Klaas Hübner vom Seeheimer Kreis werden vor dem Crash das Boot verlassen haben. Wer, wie Hübner, einen Brandbrief gegen Hartz IV an den SPD-Vorstand, von 60 SPD-lern unterzeichnet, darunter Gewerkschaftsführer und Bundestagsabgeordnete, für eine marginale, vernachlässigbare Meinung der Basis!! hält, den hält ganz sicher nichts auf einem sinkenden Kahn. (Nebenbei, ich möchte auch nicht mit so einem in einem Boot sitzen - und wär's ein Rettungsboot.)

Nach dem Desaster, wenn sich der Strudel wieder geschlossen hat, lacht über dem dunklen Wasser höhnisch der Klabautergnom. Doch das Lachen wird ihm noch vergehen, denn am Horizont steuert die rote Galeere des Franzosen mit der „marginalen“ Basis nach backbord – in Richtung Sonne und Freiheit. Dorthin wollte die SPD auch einmal, aber am Ende war das nur noch ein Lied.

Freitag, 5. September 2008

Thomas Roth ist nicht zu fassen

Thomas Roth„Thomas Crown ist nicht zu fassen“ war der Titel einer Gangsterkomödie aus den späten Sechzigern und der Bankräuber Steve McQueen alias Thomas Crown agierte so geschickt, dass man seiner nicht habhaft werden, d.h. ihn fassen konnte.
Anders verhält es sich mit Thomas Roth. Sein Verhalten ist nicht zu fassen. Eigentlich hätte man annehmen dürfen, dass seit der Ausstrahlung des so verfälschend zusammengeschnittenen Putin-Interviews genügend Zeit vergangen ist, um sich eine vernünftige Strategie der Schadensbegrenzung zurechtzulegen, denn der Imageschaden der ARD-Tagesschau ist ja wahrlich gewaltig.

Was hätte Roth gestern Mittag in Tagesschau- Chat sagen können? „ Entschuldigung, wir haben da sicher unter Zeitdruck Fehler gemacht und ich bedauere sehr, wenn durch unsere Bearbeitung des Originals ein falscher Eindruck entstanden sein sollte. Bitte nehmen Sie mir ab, dass dahinter keine verfälschende Absicht oder gar eine Zensur steckt.“ Ja, das hätte man, knurrend zwar, akzeptieren können. Aber was sagt Roth statt dessen?:

Frage: Halten Sie angesichts der Reaktion Ihrer Zuschauer die Art und Weise, in der das Interview gekürzt wurde, weiterhin für gerechtfertigt und objektiv? Würden Sie es heute anders machen?

Thomas Roth: Ja, ich halte es nach wie vor für richtig, dass wir an einem herausgehobenen Programmplatz im ARD-Hauptprogramm das Interview in einer Länge von 10 Minuten ausstrahlen durften.( ....) Wir haben, da wir kein staatlicher Rundfunk sind, nicht die Verpflichtung, das Interview eines Ministerpräsidenten unmittelbar in gesamter Länge auszustrahlen. (....) Die Kürzung selbst habe ich nach aus meiner Sicht streng nachrichtlichen Kriterien vorgenommen.

Nix da mit Entschuldigung

Frage: Halten Sie das gekürzte Interview inhaltlich für gleichwertig?

Thomas Roth: Am besten ist ein Interview natürlich immer, wenn man es sofort und unmittelbar in voller Länge zeigen kann. Natürlich auch deshalb, weil in voller Länge jede Nuance viel deutlicher wahrgenommen werden kann - insofern ist eine gekürzte Version natürlich immer eine gekürzte Version.


„Gekürzte Version“ ist wirklich nett gesagt.

Frage: Wer entschied, diesem Interview nur neun Minuten Sendezeit einzuräumen?

Thomas Roth: Das war eine Entscheidung der ARD-Programmplanung, über die ich mich aber sehr gefreut habe. (...) Obwohl nach meiner Information das Publikum an einem solchen Abend eher unterhaltungsorientiert zu sein scheint.


Unterhaltungsorientiert? Direkt nach den 9 Minuten Stümmel-Putin wurde fast 5 Stunden ununterbrochen vom Obama-Wahl-Kongress in Denver übertragen. Keine Zeit für 20 Minuten mehr Putin? Direkt lachhaft!

Frage: Meines Erachtens wurde die Frage von 'Anfang' nicht beantwortet. Es ging in der Frage darum, ob Herr Roth die Art und Weise der Kürzung als objektiv empfindet, nicht um die Kürzung an sich.

Thomas Roth: Ich habe diese Kürzung nach journalistischen Kriterien vorgenommen und versucht, dabei möglichst viele interessante Gesichtspunkte an diesem Abend zu berücksichtigen.( ....)


Interesse hat Roth wahrlich geweckt, aber nicht mit journalistischen Kriterien.

Frage:Wie erklären Sie sich die große Empörung über die Kürzungen?

Thomas Roth: Offen gestanden, tue ich mich damit sehr schwer. (...) Was mich an der Reaktion durchaus stört ist, dass von nicht Wenigen wie selbstverständlich davon ausgegangen wird, ich hätte dabei ein manipulatives Interesse gehabt. Dem war natürlich nicht so.


Natürlich nicht, Roth hat nur Anweisungen befolgt.

Frage: Warum haben Sie die Langfassung um 6.20 Uhr morgens ausgestrahlt? So hat sie doch kaum jemand sehen können.

Thomas Roth: Das war eine Entscheidung der Programmplanung des WDR. Ich war froh, dass wir die Langfassung im WDR-Fernsehen zeigen konnten. Zudem haben wir ja den Text im Internet auf dem sehr gut besuchten Portal "tagesschau.de" ebenfalls zur Verfügung gestellt. Mehr kann man kaum tun, wie mir scheint.


Ja,ja, aber alles erst, nachdem die Proteste nicht mehr zu ignorieren waren. Und 6.20 Uhr spricht für sich. 30 Minuten Interview und dafür keine normale Sendezeit auf -zig ARD-Kanälen, wo sonst für jeden Schwachsinn Platz ist?

Frage: Lieber Herr Roth! Warum wurde die Passage ausgeschnitten, wo es sich darum handelte, wer den Krieg angefangen hat? Das ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten Fragen. Alle, die ich kenne, glaubten bis vor kurzem, Russland war der Aggressor.

Thomas Roth: Putin hat doch deutlich gesagt, wie seine Sicht der Dinge ist.(....)


Aber in Original doch sehr viel deutlicher.

Frage: Hallo Herr Roth. Wie war die Stimmung in der Redaktion, als sich abzeichnete, wie viel negatives Feedback das Interview erzeugte? War man geschockt oder ist man in der Redaktion auf solche Situationen vorbereitet?

Thomas Roth: Ich selbst war überrascht, weil ich ja noch stolz darauf war, dass wir einen Teil des Interviews im ARD-Programm zeigen durften. Geschockt war ich allerdings, da doch ziemlich Viele mir mehr oder weniger deutlich unterstellt haben, dass ich ferngesteuert sei. Oder, dass ich mich zu einer offenen Zensur hergeben würde. Ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, zumindest diesen Verdacht auszuräumen.


Verdacht? Nach diesem Putin-Interview und Roths Erklärungen ist das Gewissheit.

Frage: Haben Sie überwiegend Zustimmung von den Kollegen erhalten? Gab es auch Kritik?

Thomas Roth: Lieber wolfo, es gab überwiegend Zustimmung, ja sogar Lob!


Das sagt Roth und Selbstzweifel sind seine Sache nicht. Er hat alles richtig gemacht und kann sich die Empörungswelle, die über die Tagesschauredaktion schwappte nicht erklären. Stolz ist er und Lob hat er auch erhalten und somit ist alles in schönster Ordnung.

Das verfälschte Interview allein hätte aber meines Erachtens nicht diese massive Reaktion in der Blogsphäre ausgelöst, in den großen Printmedien fand das kaum einen Niederschlag, wenn nicht schon seit geraumer Zeit das latente Gefühl bestehen würde, dass die Mainstream-Medien manipulierend informieren. Afghanistan, Tibet, China –Olympiade und jetzt Georgien, immer erscheint der „Fokus“, wie uns so erhellend erklärt wurde, einseitig parteiergreifend ausgerichtet. Allerdings macht die Reaktion so Vieler auf dieses Putin-Interview auch Hoffnung.

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