Dienstag, 2. Dezember 2008

Mehr Breitband

Ja, das wäre schön gewesen, in den letzten Tagen, da mein Provider mir plötzlich den Saft abdrehte, obwohl ich noch einen Datenvorrat von 25% hätte haben müssen bis zum Ende des vergangenen Monats, jedenfalls nach der täglichen e-mail-Bilanz meines Servers.

Nun, vielleicht haben dem BKA-Gesetz-Verfechter Wiefelpütz meine hämischen SPD-Kommentare nicht gefallen und er hat seinen Kumpel Schäuble schon mal gebeten, bei mir die Möglichkeiten der staatlichen Onlinebetreuung zu testen. Wohl eher nicht, denn seit gestern ( Monatsanfang) habe ich wieder volle Leistung, die Seiten öffnen sich nur so, dass es eine Lust ist, doch ich selber bin momentan leider ziemlich lustlos hinsichtlich Bloganmerkungen aus dem tiefen Süden.

Auf ein schönes Beispiel, wie zwei, wegen ihrer intelligenten und interessanten Blogs, hochgeschätzte Menschen plötzlich einen völlig absurden Zickenkrieg anfangen, möchte ich aber noch verweisen: Hier und Hier ! Bombay oder Mumbai? Schön, wenn man keine anderen Probleme hat.

Apropo Mumbai – ääh, Mumpitz: Mehr Breitbandverbindungen zur Rettung des Vaterlandes fordert Frau Dr. Merkel. Super! Endlich mal ein konkreter Vorschlag, denn die Stimmung der Menschen im Lande wird sich sofort aufhellen, wenn YouPorn endlich ruckelfrei, nein, quatsch, unterbrechungsfrei, läuft. Würde Goethe heute sterben, würden seine letzten Worte wahrscheinlich umgedeutet in: Mehr Breitband ...

Samstag, 22. November 2008

SPD im Endstadium

st-lucia-sign1Nein, mit dem Schäuble hält sich mein Mitgefühl in engen Grenzen, denn wenn einer wegen persönlicher Paranoia unsere Freiheit beschneiden will, und das will er, keine Frage, dann wünsche ich ihm totales Bremsversagen an seinem High-Tech-Rolli. Ohne BKA-Gesetz sind wir dem Terror hilflos ausgeliefert, klar, und deshalb muss die bisherige Abstimmungsregelung im Bundesrat geändert werden, weil sonst dieses grandiose Gesetz nicht Gesetz werden kann.

Fritz-Rudolf-KoerperDass Schäuble dies anstrebt kann ja kaum mehr überraschen, dass sich aber umgehend der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Fritz Rudolf Körper, vor die Kameras drängt und ebenfalls die Änderung des Abstimmungsmodus des Bundesrates fordert, demonstriert einmal mehr die Untergangssehnsucht der SPD. Egal, was die Basis denkt, egal, ob sie massenweise wegbricht, die SPD betreibt das Geschäft der Konservativen und lässt sich dafür auch noch verhöhnen – Pofallari, Pofallara.

Leider sind die nächsten Wahlen erst in einem Jahr und es ist wahrscheinlich, dass sich die SPD bis dahin bis zur Bedeutungslosigkeit abgewirtschaftet hat und sich dann auch in der Opposition nicht mehr erholen kann. Es war einmal eine Volkspartei...

Freitag, 21. November 2008

Pro7 verwurstet Fleisch in Südafrika,...

Szene as "Fleisch"...zwar schon im Februar dieses Jahres, und wir hätten davon nicht einmal Kenntnis genommen, wenn nicht dieser typische Privatsender-Schmarren bei 3sat zur Auswahl zum Fernsehfilm des Jahres wiederholt worden wäre. Was hat die Jury bloß geritten, solch ein Machwerk zumindest zu einem der 12 besten Fernsehfilme des vergangen Jahres zu küren, denn dies Remake des Rainer-Erler-Klassikers „Fleisch“ von 1979 ist weder handwerklich gut gemacht, noch in irgendeiner Weise spannend.

Obwohl die Menschenfänger- und Organauswaiderstory sich weitgehend an die Erler-Vorlage hält, wirkt alles, Schauspielerei, Dialoge uns selbst Actionszenen, platt, aufgesetzt und absolut unglaubwürdig – privatsendermäßig halt. Geradezu lächerlich die Townshipszenen, wenn deutsche Touristin Hilfe von schwarzen Townshipbewohnern erhält und die Verständigung selbstverständlich problemlos in astreinem Hochdeutsch erfolgt.

Nun, Pro7 kennt seine Klientel. Die hätte bei Originalsprache mit Untertiteln, weil des Lesens unlustig ( oder unkundig?) höchstwahrscheinlich weggezappt. Aber muss man so einen Mist auch auf 3sat verbreiten? Frau Blackconti’s Urteil stand nach den ersten 10 Minuten des Films fest: „Der Film ist nix!“ und natürlich hatte sie recht, aber das Fußballspiel im ZDF oder „Hart aber fair“ im Ersten waren ja nun auch nicht gerade der Hit.

Sonntag, 16. November 2008

Black is beautiful

Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit zu Fotoaufnahmen bei einer Hochzeit im Township Gamalakhe und da ich von der Farbenpracht und Schönheit der festlich gewandeten Hochzeitsgesellschaft so beeindruckt war, stelle ich hier einige Aufnahmen kommentarlos vor:
Hochzeit in Gamalakhe2 guysMutter und SohnGroßmutter und EnkelkindVater und SohnBlack beauties 1Black beauties 2Black beauties 3nice coupleGangsters paradise? No- just friends

Mittwoch, 12. November 2008

Helge Schneider – ein Phänomen!

Helge SchneiderAuch nachdem ich den Wikipediaeintrag über Helge Schneider gelesen habe bin kein bisschen weiter, ich bin weiterhin ratlos. Endlos die Liste seiner „Werke“, seiner Plattenaufnahmen, seiner Bücher, Filme und Bühnenprogramme, deren Titel auch ich vom Hörensagen oder als Kurzschnipsel aus Reklametrailern kenne. Aber gerade diese Ausschnitte, oder gar der ein oder andere TV-Auftritt, lösen bei mir nur die Reaktion aus: „Neee – das gefällt mir nicht! Was soll denn daran witzig sein?“

Letzte Nacht sendete 3sat, wohl wegen des 11.11., Schneiders Film „Jazzclub“ , Untertitel: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, und nun wollte ich es wissen, wollte endlich den Schneider’schen Humor begreifen. 45 Minuten habe ich es ausgehalten und höchstwahrscheinlich hätte ich mir auch den ganzen Film angeschaut, wenn Helge Schneider anderthalb Stunden nur das getan hätte, was er wirklich kann, nämlich coolen Jazz auf dem Piano spielen. Aber Schneider wollte ja keinen Konzertfilm, sondern einen lustigen Spielfilm abliefern und so beendete ich dieses Kulturerlebnis mit der Fernbedienung, nachdem der Jazzband vom zahlungsunfähigen Kneipenwirt statt monetärer Gage eine Dose eingelegte Pflaumen angeboten wurde. Ha Ha – urkomisch! Aber vielleicht fehlt mir da der Draht, jedenfalls regt sich bei mir kein Lachmuskel. Ich find’s einfach nur doof.

In einer Kritik der letzten ZDF-Kabarettsendung „Neues aus der Anstalt“ las ich, wie urkomisch Helge Schneider’s Auftritt als fast wortloser Pianospieler gewesen sei. Witzig war der Sketch, stimmt, aber hauptsächlich wegen Georg Schramm als Sketchpartner, denn für Schneider hätte man auch jeden x-beliebigen Klavierspieler nehmen können.

Schneider ist ja schon ewig und 3 Tage im Geschäft und immer wieder findet man lobende Kritiken besonders in seriösen Feuilletons. Ich hege den Verdacht, dass auch die Kritiker Schneider nicht verstehen und gerade deshalb positiv über ihn schreiben – Hape Kerkelings „Hurrz“ ist ein gutes, sehr witziges! Beispiel.

Noch mal: Ich verstehe einfach nicht, was daran komisch sein soll, wenn sich jemand komisch anzieht, komisch spricht und sich „singende Herrentorte“ nennt. Im Ernst, kann mir da jemand auf die Sprünge helfen?

Samstag, 8. November 2008

Obama-lama-lama-lama-ding-dong

Um den grauenhaften Obama-Hype in Deutschland wieder auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, sorgt Thomas Gsella in der Titanic für nachstehende Klarstellung:

NO, WE CAN'T

Now that I’m the president
There’s one thing that I can’t stand:
The assumption that all blacks
Naturally have good sex!

Twenty-seven times a day!
This assumption ain’t okay.
That we’re downside very strong
And hilariously long

Never was and is not true:
That proves German CDU…
(They just aren’t awesome fuckers.
Most of them are only suckers (Trottel!)


Obama ist halt eine ehrliche Haut und dass er das politische Umfeld in Deutschland richtig einschätzt, davon zeugt allein der letzte Satz - äääh, von Thomas Gsella.

Montag, 3. November 2008

Aus für Ypsilanti

Der SPD ist wirklich nicht mehr zu helfen. Da bemüht sich eine starke Frau, nein, „eine machtgeile Emanze“, wieder eine einigermaßen nachvollziehbare Linie, evtl. auch eine Perspektive, in das Totalchaos einer mittlerweile völlig orientierungslosen Partei zu bringen und dann kommen plötzlich einige Provinzhinterbänkler daher und entdecken wenige Stunden vor der entscheidenden Abstimmung ihr Gewissen. Vorherige Zustimmung bei Probeabstimmungen hin oder her, nein, sie können diese linke Politik nicht mittragen und die Gewissensqualen werden durch die Leidensminen in alle Kameras demonstriert. Dass FRAPORT dieser Gewissensentscheidung nachgeholfen haben könnte, ist nur ein unzulässiger Verdacht von mir, aber ist er auch völlig absurd?
Der Koalitionsvertrag ist vom Tisch und die Antwort auf die klassische Frage: „Wem nützt das?“ lautet?---Eben.

Dienstag, 28. Oktober 2008

UN-SINN

Hans Werner SinnBei seinen arroganten Auftritten in ungezählten Talkshow’s, seinen zynischen Verteidigungen selbst übelster Auswüchse eines wildgewordenen Kapitalismus, konnte man schon einen ordentlichen Hass auf Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchener Ifo-Instituts, entwickeln. Empörung über seine meistens zynisch vorgetragenen Ausführungen zur dringenden Notwendigkeit von Niedrigstlöhnen zur Produktivitätssteigerung wäre allemal angebracht gewesen, aber darüber empörte sich, abgesehen von ein paar „linken Spinnern“, niemand.

Nun aber ist die öffentliche Empörung plötzlich riesengroß, weil Sinn zur Verteidigung der, wegen des Finanzdebakels gescholtenen Finanzmanager einen Vergleich mit Juden während der Finanzkrise 1929 gezogen hat. Was aber hat Sinn im Tagesspiegelinterview gesagt?:

„In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager. Als Volkswirt sehe ich stattdessen falsche Anreize und fehlende Regeln. Schauen Sie sich den Straßenverkehr in Indien an. Die Leute fahren links, rechts, auf dem Bürgersteig, das ist abenteuerlich. Der Verkehr kommt deswegen immer wieder ins Stocken. Sind daran die „Manager“ an den Steuerrädern schuld oder fehlende Verkehrsregeln?“

An diesem Vergleich ist einiges ziemlich dämlich. So kann Sinn doch wohl nicht im Ernst annehmen, dass es in Indien keine Verkehrsregeln gäbe. Die gibt es selbstverständlich, aber die „Manager“ hinter den Steuerrädern halten sich nicht daran und der einzige Systemfehler ist, dass nicht ausreichend kontrolliert und sanktioniert wird. Ansonsten will Sinn ja bloß ausdrücken, typisch für ihn, aber nicht anders zu erwarten, dass für ihn heute die Finanzmanager fälschlicherweise zu Sündenböcken gemacht werden, wie seinerzeit fälschlicherweise die Juden.

Auf den Umkehrschluss, und der liegt ja wohl der allgemeinen Empörung zugrunde, dass, wenn also heute die Finanzmanager als verantwortlich für das Desaster angesehen werden, zwangsläufig auch die Juden für das Debakel in der Weimarer Republik verantwortlich gewesen sein dürften, muss man erst mal kommen. Nun, der Zentralrat der Juden kommt darauf und er kommt auch reflexartig gleich mit dem ganz dicken Hammer: Holocaust und KZ!

Mein Fazit: Hans-Werner Sinn sieht nicht nur doof aus,... Die Empörer sind es nicht minder.

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