Breitner hatte es später sinngemäss so formuliert: Die deutsche Mannschaft hatte nicht nur Respekt vor Spanien, sondern Ehrfurcht. Das trifft m. E. ganz gut. "Ehrfurcht" ist ein schlechter ratgeber. Wenn man sich lange genug einredet, dass die SPanier tatsächlich soviel besser sind, werden sie es erst wirklich. Ich hatte in der 2. Halbzeit ein Pressing der Deutschen erwartet - aber man setzte die Kontertaktik fort. Es ist schon erstaunlich, dass Deutschland mit dem Rumpelfussball à la Völler 2002 ins Endspiel kam - aber mit besseren, spielerischen Mitteln 2006 und 2010 scheiterte.
Hier bei uns sind die Liveübertragungder WM in deutschen Sendern nicht zu sehen. Die Mattscheibe bleibt dann schwarz. Es fehlen die entsprechenden Senderechte. Deshalb schau ich mir die Spiele meist zusammen mit anderen Deutschen in einer Kneipe an, natürlich im südafrikanischen TV. Somit entgehen mir die anschließenden Erkenntnisse der Herren Netzer, Breitner usw. , was ja im Normalfall auch leicht zu verschmerzen ist. Wo Breitner aber Recht hat, hat er Recht.. Die Frage ist aber, ob diese "Ehrfurcht" sich aus einer Angst der Spieler, quasi ungewollt, entwickelte, oder ob sie als Taktik vom Trainer vorgeben war. Für mich sah es eher nach Letzterem aus. Auch ich hatte zumindest für die 2. Halbzeit eine aggressivere Vorwärtsstrategie erwartet, aber nix da, es wurde nahtlos angeknüpft an das "Ehrfurcht"-Konzept der 1. Hälfte. Somit war es nur eine Frage der Zeit, wann das Gegentor fallen würde. Danach versuchte man, logischerweise, verstärkt anzugreifen, aber nun waren die Kräfte schon aufgebraucht und es fehlten nun die physischen Vorausetzungen.
Wie Du schon schriebst: Ehrfurcht war wahrlich ein schlechter Ratgeber!
Dass 2002 das Endspiel erreicht wurde, war hauptsächlich glücklichen Umständen zu verdanken. Bis zum Endspiel gegen Brasilien traf man nur auf Gegner der 2. und 3. Kategorie (Saudi-Arabien, Irland, Kamerun, Parguay, USA, Südkorea), die dann jedesmal auch noch ziemlich ausgelaugt antraten, weil sie zuvor höher eingeschätzte Teams ausgeschaltet hatten. Insofern ist das Erreichen des Halbfinales diesmal wesentlich höher einzuschätzen.
Ich vermute auch, dass es taktische Vorgabe des Trainers war. Da hat er sich dann irgendwie geirrt und geglaubt, man könne die Spanier auskontern.
Ich habe die ganze WM über mit meinen Tips falsch gelegen. Daher ist es auch sehr wahrscheinlich, dass ich mit dem weiteren Szenario falsch liege: (1.) Spiel um Platz 3 wird verloren (2.) Sammer, der Intrigant, kommt danach wieder hervor (3.) Löw macht nicht weiter (4.) Ballack wird als Kapitän reaktiviert.
Im falsche-Tipps-abgeben kann ich locker mithalten. 1., 3. und 4.sehe ich auch so. Bei Sammer weiß ich eigentlich nicht, was dessen Funktion ist. Irgendwas mit Nachwuchsarbeit? Denkst Du , dass der dann Löw beerben will oder wird?
Wie Du schon schriebst: Ehrfurcht war wahrlich ein schlechter Ratgeber!
Dass 2002 das Endspiel erreicht wurde, war hauptsächlich glücklichen Umständen zu verdanken. Bis zum Endspiel gegen Brasilien traf man nur auf Gegner der 2. und 3. Kategorie (Saudi-Arabien, Irland, Kamerun, Parguay, USA, Südkorea), die dann jedesmal auch noch ziemlich ausgelaugt antraten, weil sie zuvor höher eingeschätzte Teams ausgeschaltet hatten. Insofern ist das Erreichen des Halbfinales diesmal wesentlich höher einzuschätzen.
Ich habe die ganze WM über mit meinen Tips falsch gelegen. Daher ist es auch sehr wahrscheinlich, dass ich mit dem weiteren Szenario falsch liege: (1.) Spiel um Platz 3 wird verloren (2.) Sammer, der Intrigant, kommt danach wieder hervor (3.) Löw macht nicht weiter (4.) Ballack wird als Kapitän reaktiviert.
Zu Sammer: