Sonntag, 20. Januar 2008

Wes Brot ich ess...

clement ani






















...des Lied ich sing!

Freitag, 18. Januar 2008

Load shedding

Load shedding“ heißt ins Deutsche übersetzt "Belastung abwerfen“ und ist z.Zt. das meistgehasste Wort hier in Südafrika. Durch „Load shedding“ wird uns auch zum erstenmal seit unserer Ankunft hier richtig klar, warum Afrika als der "Schwarze Kontinent" bezeichnet wird, denn schwarz ist die afrikanische Nacht, wenn pünktlich um 20.00 Uhr der Strom abgestellt wird. Das ist ja für eine gewisse Zeit, so etwa eine halbe Stunde, recht interessant, den Sternenhimmel mit dem Kreuz des Südens in voller Pracht zu bewundern, wenn keinerlei Restlicht das Funkeln der Sterne verblasst, aber wenn man das jeden Abend an Stelle von „Heute“ oder „Tagesschau“ erleben darf, lässt das Interesse an der Astronomie sehr rasch nach und man wartet sehnsüchtig darauf, dass es endlich 22.30 Uhr wird, weil dann unter Piepsen, Brummen und Rumpeln alle elektrischen Verbraucher wieder zum Leben erwachen.

Macht sich beim Abschalten der Energie um Acht jedes Mal ein Gefühl von ohnmächtiger Wut breit, so ist allerdings das Glücksgefühl, wenn nach zweieinhalb Stunden dann schlagartig wieder alles in hellem Lichterglanz erstrahlt, Aircons und Ventilatoren wieder Kühlung fächeln und TV und Radio wieder Laut geben, kaum zu überbieten.

KK Koeberg RSAWas ist plötzlich los? Nun, der südafrikanische Energieerzeuger ESKOM ist nicht mehr in der Lage den Energiebedarf des südlichen Afrikas zu 100% abzudecken und schaltet seit Mitte November zur gleichmässigen und „gerechten“ Verteilung des Mangels ganze Regionen nach einem Plan und zeitlich begrenzt von der Stromversorgung ab. Zuerst fing es in der Kap-Region an, 2006, weil das einzige Kernkraftwerk Afrikas, in Koeberg nahe Kapstadt, wegen Mängeln, Überlastung und GAU-Gefahr vom Netz genommen werden musste. Der Energiebedarf steigt wegen der boomenden Wirtschaft und wegen des verstärkten Anschlusses der früher nicht oder nur unzureichend bedienten Schwarzengebiete stark an, während gleichzeitig veraltete Kraftwerke wegen technischer Mängel oder mangelnder Wartung den Geist aufgaben. Wie ich hörte, soll auch der Cabora-Bassa-Staudamm in Mozambique, wo Südafrika einen Teil seines Strombedarfs einkauft, nur in Teillast laufen.

In der vor einer Woche zu Ende gegangenen Urlaubssaison ließ man unsere Küste ziemlich unbehelligt, aber seit Montag dieser Woche kriegen wir’s jetzt umso heftiger. 2-3 mal am Tage, sowie 1-2 mal während der Nachtstunden wird die Energiezufuhr abgeschnitten. Man kann sich vorstellen, welches Chaos an den Straßenkreuzungen entsteht, wenn alle Ampeln tot sind und wie sich all die kleinen Ladenbetreiber freuen, wenn sie stundenlang beschäftigungslos und schwitzend in ihren dunklen Ladenhöhlen hocken, die mangels Beleuchtung und Aircondition kaum ein Kunde betritt.

Die Vertreiber von spritgetriebenen Generatoren und Notstromaggregaten, die Vertreiber von Gaslampen und – kochern allerdings reiben sich die Hände, sind nahezu ausverkauft und können sich vor Bestellungen mit wochenlangen Lieferzeiten kaum retten.
Denn das ist der Clou: Treuherzig versichert ESKOM, deren Chefs hier nur noch „Lords of the Darkness“ genannt werden, dass spätestens im Jahre 2013!! Die Finsternis ein Ende haben wird, weil dann genügend Kraftwerkskapazitäten nachgerüstet sein sollten.
Na, das ist doch schon mal ein Licht am Horizont, das sind ja bloß noch 6 Jahre.
Interessant dürfte es dann 2010 bei der Fußball-WM werden.

Zur Ehrenrettung der ESKOM soll allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass dort schon vor Jahren Pläne zum notwendigen Ausbau der Kraftwerkskapazitäten ausgearbeitet und dem Eigner, d.h. dem Staat, bzw. der Regierung vorgelegt wurden. Letztere hat die Pläne als nicht notwendig abgelehnt. „ We were wrong.“ war der einzige Kommentar von Präsident Mbeki auf diesbezügliche Vorhaltungen während einer Pressekonferenz. Ebenfalls eine staatliche Entscheidung ist die fortgesetzte Lieferung von 300 MW an Zimbabwe, obwohl diese mittlerweile keinen Cent mehr dafür bezahlen. Brudertreue im südlichen Afrika.

Übrigens, während ich diesen kleinen Bericht schrieb, ist 2 mal der Strom abgeschaltet worden für jeweils ungefähr 30 Minuten. Gut das Word zwischenspeichert und gut ebenfalls, dass auch ich bereits einen Generator bestellt habe.

Dienstag, 8. Januar 2008

Der Frosch mit der Maske...

...des Biedermanns ist wieder auf Hetzjagd
und öffnet dem Mob die Pandorabüchse.
Man täusche sich nicht,
dieser Quappenmäulige ist kein Froschkönig.
Selbst wenn man ihn an die Wand klatschte,
nie würde aus ihm ein liebreizender Prinz.
Diese Kröte muss man schlucken.
Brutalstmöglich.

Sonntag, 6. Januar 2008

Standortbestimmung

Gestern gegen Mittag klingelt das Telefon. Frau Blackconti hebt ab.

„Gibst Du mir mal das Geburtstagskind?“ bittet ihre Freundin aus Deutschland.

„Wer hat denn Geburtstag? Die Olga? ( DER HUND (sic!) Anm.d.Verf.) Die ist doch nun bereits älter als ein Jahr.“

„Na, der Herr Blackconti – oder?“

„Nein, der hatte (sic!) doch am Fünften... äähh – Ach du Schande..!“ und reicht mir mit schuldbewusstem Augenaufschlag und „Oh - das tut mir aber leid!“ das Telefon.

Zu spät, Frau Blackconti, das merke ich mir. Da nutzt es Dir gar nichts, dass Du mir während des Telefonats mit der Freundin fortwährend das Ohr ausschleckst...Ach, das bist Du gar nicht, das ist der Hund...

Samstag, 5. Januar 2008

Legal, illegal, scheißegal

Die bundesweite Großrazzia bei Anti-G8-Aktivisten – illegal laut BGH. Na und? Gibt es irgendwelche Konsequenzen? Tritt die Bundesanwältin nun wegen Amtsanmaßung zurück, werden Opfer dieses illegalen Vorgehens entschädigt? Natürlich nicht.

Arbeitsagenturen nach Hartz IV – nicht verfassungsgemäß. Kein Problem, wird’s halt wieder geändert. Sind doch sowieso ineffiziente Fehlkonstruktionen.

Passagierflugzeuge abschießen – illegal, sagt das Bundesverfassungsgericht. Ist ihm egal, sagt der Bundesverteidigungsminister und will trotzdem schießen.

Beugehaft für Ex-Terroristen, um sie zur Preisgabe von Namen zu zwingen – ist legal, sagt der BGH, obwohl es geradezu lächerlich ist, Leuten, die 25 und mehr Jahre im Gefängnis saßen oder sitzen und nie zu einer Aussage bereit waren, mit maximal 6 Monaten Freiheitsentzug zu drohen.

Nur zur Erinnerung:
Beugehaft für einen Ex-Kanzler, um ihn zur Preisgabe von Namen zu zwingen – wäre legal. Allerdings gilt es mittlerweile als ungehörig so etwas auch nur zu denken. Stattdessen schlägt man den Herrn für den Nobelpreis vor.

Vor dem Gesetz sind alle gleich, aber manche sind halt etwas gleicher

Dienstag, 1. Januar 2008

Oh, what a night

Some people like to rock - some people like to roll
moving and a-grooving gonna satisfy my soul
let's have a party …ooooh…

Maggie and Mirka
Headaches now, but anyway, what a great New Year's Eve!
Thanks Maggie - and all the best for 2008!

Samstag, 29. Dezember 2007

Zwischen den Jahren...

...noch schnell heiraten, wegen irgendwelcher Steuervorteile, wenn ich mich recht erinnere, hauptsächlich aber um den vierschrötigen Wohnungsvermieter durch Vorlage der Heiratsurkunde zur Unterschrift unter den Mietvertrag zu bewegen. Ohne diese Urkunde keine Wohnung, da er, der Vermieter, sich ja sonst der Kuppelei schuldig gemacht hätte.

Es war das Jahr 1967 und da ging ohne Trauschein offiziell gar nichts zwischen Männ- und Weiblein. Das Umgehen der Hürden aus spießigen Moralvorstellungen und daraus resultierenden gesetzlichen Bestimmungen wurde zwar zum Zwecke des Lustgewinns so oft es möglich war praktiziert, war allerdings sehr mühselig und nur unter Inkaufnahme oft sehr peinlicher Situationen zu bewerkstelligen. Nein , komfortabel war voreheliches Liebesleben zu jener Zeit wirklich nicht und nur die Hochzeit beendete das Elend schlagartig.

Auf den Tag genau heute vor 40 Jahren haben auch wir dieses Elend beendet und uns dafür die Last des Ehejochs auferlegt. Wie schwer dieses wiegen kann ahnten wir damals noch nicht, aber untragbar erschien uns diese Bürde letztendlich nie.

Ende offen

Dass in den kleinen Lebensabschnittsbildchen kein Hochzeitsfoto zu sehen ist, liegt einfach daran, dass es keins gibt. Großvater wollte der Fotograf sein, knipste auch unermüdlich, aber hatte vergessen , einen Film einzulegen - kein Scherz.

Und, bitte, nun keine Bemerkungen wie: " Der Zahn der Zeit ...usw.!", das wissen wir schon selber.

Montag, 24. Dezember 2007

Bob Dylan for everyone

Folgende Nachricht fand ich heute in der Weihnachtspost:



Danke Bob, sehr nett! Und das ausgerechnet zu Weihnachten!:-)
(Thanks to Thea and Frans in the Netherlands.Very nice!)

Tief im Süden

afrikanische Impressionen

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