Dienstag, 4. März 2008

Copy and Paste...

…ist ein probates Mittel, wenn einem selbst nix einfällt. Und da „Titanic“ wieder einmal die richtige Frage zu einem hochbrisanten Thema stellt, will ich nicht zögern, diese Frage aus den dunklen Ecken des Netzes hier ans grelle Licht der Öffentlichkeit zu zerren - ääh, - oder umgekehrt:

Muss bald jeder.. ( Titanic-Cover 3.08)

Sonntag, 2. März 2008

Jubel über US-Militärauftrag?

Merkel, Sarkozy, EADS und die Medien jubeln über den 33-Milliarden-Dollar Auftrag zur Lieferung von Tankflugzeugen für die US-Luftwaffe. Mich aber beschleicht sofort ein ungutes Gefühl, weil der Auftrag so ganz und gar nicht zum politischen Klima passt.

Airbus als Tanker„Alles klar“, denke ich, „jetzt muss Deutschland natürlich Kampftruppen in den Süden Afghanistans schicken. Jetzt kommt zusätzlich zum Druck der USA auch noch der Druck der europäischen Rüstungsindustrie, jetzt ist richtig Geld im Spiel.“ So naiv mag ich einfach nicht sein, zu glauben, so ein Rüstungsauftrag würde ohne politische Hintergedanken, nur auf Grund besserer Technik vergeben.

Wenn er denn überhaupt zustande kommt, der Deal ist ja noch nicht in trockenen Tüchern, so wird dieser Auftrag mit Blut bezahlt, mit dem Leben von deutschen Soldaten. Und von den USA gibt’s als Bezahlung sowieso nur grünes Papier. Das druckt sich leicht und bei dem riesigen Handelsbilanzdefizit der Amis kommt es auf ein paar Milliarden mehr oder weniger auch nicht mehr an, denn zurückzahlen können die ihre Schulden im Leben nicht mehr – brauchen die auch nicht, denn deswegen investieren die ja so viel in ihr Militär.

Es passt zwar nicht so ganz, aber der Begriff "Danaergeschenk" geht mir nicht aus dem Sinn.
Jubel über US-Militärauftrag?

Sonntag, 24. Februar 2008

Erleichterung

Irgendwann hörte ich das Wort in einer Bundestagsrede, dann in einer TV-Diskussionsrunde aus seriösem Munde und dann wieder und wieder wie selbstverständlich gebraucht: „NICHTSDESTOTROTZ“! Und jedes Mal zucke ich zusammen, denn diesen Ausdruck kannte ich nur als nichtssagenden Blödsinn, als Nonsenswort, als mehr oder weniger witzige Sprachverballhornung, gebildet aus der Floskel „nichtsdestoweniger“ und dem, etwa das Gleiche ausdrückenden Wort „trotzdem“. Ich meine mich sogar zu erinnern, dass wir zu Gymnasiumszeiten selber solche unsinnigen Ausdrücke gebastelt hatten, sicher bin ich mir da allerdings nicht mehr.

Wie auch immer, jedenfalls habe ich, nachdem dieses „nichtsdestotrotz“ plötzlich gehäuft im allgemeinen Sprachgebrauch auftauchte, irritiert zum Duden gegriffen, in der sicheren Annahme, diesen offensichtlichen Blödsinn dort NICHT zu finden. Aber weit gefehlt. „Nichtsdestotrotz“ ist im Duden ganz normal eingetragen, ist dort zwar zum umgangssprachlichen, aber richtigen Deutsch erklärt, was meinem Selbstvertrauen in mein Sprachgefühl einen heftigen Schlag versetzte.

Mit großer Erleichterung las ich nun vor 2 Tagen bei Tagesschau.de, dass ich wohl nicht der einzige bin, dem dieses Wort unangenehm aufgefallen ist und bereits vom Zwiebelfisch-Autor Bastian Sick als „mit Luft gefüllte Dreikomponentenhülse“ bezeichnet wurde, wobei mir bei dieser Beschreibung spontan eher Worte wie Pofalla, Heil, Söder oder Niebel einfallen.

Schriebe nun aber jemand, z.B.: „ Zwar beginge Frau Ypsilanti eklatanten Wortbruch, nichtsdestotrotz sollte sie sich auch mit den Stimmen der Linkspartei zum MP von Hessen wählen lassen.“, so wäre das natürlich weiterhin falsches Deutsch, aber eben auch nur das Falsche im Richtigen, denn dass Roland, der Frosch, weg muss, daran besteht ja wohl kein Zweifel.

Montag, 18. Februar 2008

Wir leben noch

Dies zur Beruhigung der unzähligen , ääh, fünf, sechs Leser dieses Blogs, die das geistige Manna auf „Tief im Süden“, wenn’s denn länger als eine Woche ausbleibt, zu entbehren scheinen. Jedenfalls deuten Fragen wie: „ Wassen los?“ darauf hin.
Ja, was ist los? – Eigentlich nix besonderes, sieht man von einer momentanen Schreibunlust ab, die mich mal wieder heimsucht. Nichts ungewöhnliches um diese Jahreszeit, zumal die sommerliche Hitze einen Strandaufenthalt eher nahe legt als schwitzige Zeit am Computer.
Außerdem läuft hier einiges ziemlich unrund, im wahrsten Sinne des Wortes, dh. es humpelt heftig bei Blackcontis.
Mein rechtes Knie macht mal wieder Zicken, d.h. ist nur mit Diclo schmerzfrei zu halten und wird gerade ärztlich behandelt. Erfolgreich, wie sich langsam zeigt., aber Tennis kann ich wohl vergessen.
Die Olga, der Hund, hat sich an einer Glasscherbe ziemlich übel die Pfote aufgeschnitten, wurde vom Veterinär mit mehreren Stichen genäht und bekommt jeden Tag einen dicken Verbandsschuh verpasst, den sie sich über Nacht wieder abkaut. Die Fäden hat sie zwischenzeitlich ebenfalls wieder kauend entfernt, aber der Heilungsprozess macht gute Fortschritte.
Angeline, das Pferd, hat ebenfalls ein dickes Knie, bedarf der Schonung und verschafft dem Tierarzt ebenfalls ein hübsches Einkommen.
Und dann ist da noch Ulla, die bei uns alljährlich überwinternde Freundin von Frau Blackconti, die ebenfalls an einem geschwollnen Haxen laboriert. Glücklicherweise nur ein dicker Fuß, denn dieser bizarre Unfall am Strand hätte auch schlimmer ausgehen können. Was war passiert? Strandspaziergang der Frauen mit Hund. Die Flut treibt die Wellen ziemlich weit auf den Strand und in einem unbedachten Moment erfasst ein übergroßer Brecher die mit dem Rücken zum Wasser stehende Frau und wirft sie um. Nun bestand diese Welle nicht nur aus Wasser sondern führte noch einen 40 cm dicken und 4 mtr. langen Baumstamm mit sich, welcher die Umgeworfene überrollte, zweimal, vor und wieder zurück.
Nun, der Sand war weich und das schwimmende Holz brachte Gott sei Dank nicht sein ganzes Gewicht auf den Körper, sodass am Ende nur ein Paar Prellungen, Abschürfungen und eben ein dicker Knöchel als glimpfliches Resultat übrig blieben.

Wie oben schon erwähnt: Wir leben noch.

Samstag, 9. Februar 2008

Spätfolgen des Rinderwahns?

Der Erzbischof von Canterbury und Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, Rowan Williams, schlägt allen Ernstes vor, das englische Recht mit Teilen der Scharia „anzureichern“, um Der Erzbischof von Canterbury, Rowan WilliamsSpannungen in der multikulturellen Gesellschaft, sprich, mit den rund 1.7 Millionen Moslems in Großbritannien, abzubauen. Natürlich nicht die gewalttätige Auslegung wie Steinigung oder Handabhacken, aber z.B. im Zivilrecht, bei Eheproblemen gäbe es Ansatzpunkte.

Klar doch, eine Ohrfeige zur rechten Zeit hat einer aufmüpfigen Muslima noch nie geschadet und ein legalisierter Harem wäre doch auch für den englischen Durchschnittspascha eine feine Sache, zumal durch ein dreimaliges: „Ich verstoße dich!“ eine Scheidung schnell und umkompliziert zu bewerkstelligen wäre.

Wirklich lustig anzusehen, wie der kommentierende Imam im entsprechenden „Tagesschau“- Bericht, ein schelmisches Grinsen im Gesicht, meint: „Ein Kleinbisschen Scharia wäre schon schön.“ , wobei er neckisch Daumen und Zeigefinger etwa 5 cm spreizt.

Nein, nicht mal ein kleiner Finger, denn darauf folgt alsbald die ganze Hand und die wird zur gegebenen Zeit dann abgeschnitten - mit der großen, scharfen Scher - hei, dann schreit der Rowan sehr.

Donnerstag, 7. Februar 2008

Es herrscht Krieg am Hindukusch

Diese Aussage ist Angesichts des immer gewaltigeren Aufgebots an Soldaten, bereits Mudschahedin
<br />
stationiert und im Einsatz oder zusätzlich angefordert, nicht zu bezweifeln. Aber wer kämpft gegen wen und wofür? Wo ist der Frontverlauf und was soll erreicht werden?

Am Anfang stand die Absicht, direkt nach dem 11. September, die Brut- und Ausbildungsstätte des Al Quaida-Terrorismus zu zerschlagen und Osama Bin Laden zu fangen oder zu liquidieren. Das war verständlich und auch zumindest teilweise erfolgreich. Dass dabei die fundamentalistische Talibanregierung weggefegt wurde, weil sie sich gegen die alliierten Invasionstruppen stellten, wurde als ein positiver Nebeneffekt gewertet. Doch genau damit begannen dann die Probleme, denn die Taliban sind ein wesentlicher Bestandteil der afghanischen Gesellschaft, ob es dem Westen passt oder nicht, d.h. ein Kampf gegen die Taliban ist ein Kampf gegen weite Teile der afghanischen Bevölkerung. Die scheindemokratische Installierung einer pro-westlichen Regierung mit dem Operettenpräsidenten Karzai ist nur eine Alibiveranstaltung, um die Kampfeinsätze gegen die oppositionellen Taliban zu rechtfertigen.

Der Kampf gegen den Terrorismus am Hindukusch ist zu einer Floskel verkommen. Unter diesem Tarnnamen hat der Westen längst Partei ergriffen in einem Bürgerkrieg und zu gewinnen gibt es nichts, ausgenommen erhöhte Anschlagsgefahr in den kriegführenden Ländern. Die Taliban sind nun wieder die Mudschahedin, fanatisch-religiöse Kämpfer, mit denen schon die Sowjetarmee nicht fertig wurde und an denen auch die USA und ihre Verbündeten scheitern werden.

Schon seit Monaten erhöht sich der Druck der USA, speziell auf Deutschland, mehr Kampfverbände nach Afghanistan zu entsenden, auch in den umkämpften Süden des Landes. Dieser Druck wird noch zunehmen, auch unter einer neuen amerikanischen Präsidentschaft, wer auch immer das sein mag. Da mache man sich nichts vor, und irgendwann werden auch massiert Särge in Deutschland eintreffen. Sinnlos geopferte junge Leben - für nichts.

Donnerstag, 31. Januar 2008

Guilty!

Sunday Times Mit dieser Schlagzeile und den Konterfeis der Schuldigen an der Stromversorgungskrise erschien letzten Sonntag Südafrikas größte Sonntagszeitung. Angesichts des Ausmaßes des Desasters, das ja erst nach und nach ins Bewusstsein der Bevölkerung dringt, bleibt einem letztendlich nur Kopfschütteln und Galgenhumor:















Frage: Was ist der Unterschied zwischen Südafrika und der Titanic?
Antwort: Die Titanic ging hell erleuchtet unter!


Oder:

DSCN3961

Eskom bittet, kein Witz, von solchen Scherzen Abstand zu nehmen, man arbeite rund um die Uhr an einer Lösung des Problems.

Zur Zeit werden Überlegungen angestellt, jedem Stromverbraucher eine maximale monatliche Verbrauchsquote zuzugestehen (10% niedriger als der Durchschnittsverbrauch), bei deren Überschreitung Bußgelder zu entrichten wären.
Das könnte eine vertretbare Lösung sein, denn Einsparungspotential gibt es tatsächlich reichlich.

Zwar ist es traurig, aber auch spannend, den Niedergang eines bis dahin funktionierenden Staates aus nächster Nähe zu erleben. Eigentlich unfassbar, wie schnell Inkompetenz, Ignoranz und willfähriges Speichellecken einen Staat an den Rand des Ruins treiben können. Unfassbar auch, dass von personellen Konsequenzen nicht einmal andeutungsweise zu hören ist. Für den wahrscheinlich nächsten Präsidenten Südafrikas, Jacob Zuma, ist die Stromkrise ein Beleg für die hervorragende Politik des ANC, da ja das rasante Wachstum der südafrikanischen Wirtschaft erst zu diesem Engpass geführt habe. In Zürich versicherte er gestern der FIFA treuherzig, dass die WM-Stadien 2010 genügend Strom haben werden. (Ob sie bis dahin überhaupt fertig werden? Zumindest Zweifel sind nun gerechtfertigt.)

Auszug aus einem Kommentar der in Durban erscheinenden Tageszeitung „The Mercury“ von heute:
“Eskom’s electricity cuts hammered the final nails in the coffin of public faith in our elected representatives and our public institutions.”

Dienstag, 29. Januar 2008

Das deutsche Wesen?

Natürlich ist nichts gegen einen Schutz von Nichtrauchern vor Rauchbelästigung zu sagen, an Orten wo sich beide Gruppen zur gleichen Zeit aufhalten müssen. Warum aber muss der Staat das Rauchen auch in Bars oder Kneipen verbieten, wo eine einfache Kennzeichnung als „Raucherbar“ oder „-kneipe“ jedem Nichtraucher sofort signalisierte, diese todbringende Stätte nicht zu betreten?

Kaum gibt es so ein Gesetz, dann wird’s aber auch gleich so richtig typisch „deutsch“. Sofort sind militante Nichtraucherorganisationen auf dem Plan, die im Internet Formulare zur Denunziation verbreiten. Feige Mitmenschen werden darin aufgefordert, einen Wirt über die entsprechende Organisation anzuschwärzen, falls jener seinen Gästen verbotenerweise das Rauchen gestatte.

Da hört jeglicher Spaß auf und da bin ich dann besonders froh in Südafrika zu leben, wo es das Rauchverbot in Restaurants und öffentlichen Gebäuden, Bars und Kneipen sind ausgenommen, schon seit Jahren gibt, problemlos, und wo aber so eine perverse Denunziationsidee einfach unvorstellbar ist.

Daher folgende e-Mail an den Verein „Pro-Rauchfrei“:

Verehrte Damen und Herren,

ich möchte mich unbedingt an Ihrer lobenswerten Aktion "Verstösse melden" beteiligen, werde allerdings von meinen Mitmenschen deswegen als "Denunziantenschwein" bezeichnet, was mich doch ein wenig kränkt. Ich habe daraufhin auf Ihren Verein verwiesen, worauf auch Sie als "Denunziantenschweine" bezeichnet wurden, was ja irgendwie auch logisch erscheint, aber mir nun auch echt leid tut. Ehrlich.

Mit deutschem Gruß
Ihr südafrikanischer Blockwart


(Auf den o.a. Verein bin ich erst durch den Blog von Quirinus gestoßen, dem ich diesen Beitrag widme, damit er sich nicht so einsam fühlt.)

Tief im Süden

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