Donnerstag, 19. Februar 2009

Zur Kasse bitte

In den nicht nur für eine linke Bazille wie mich sehr informativen und lesenswerten NACHDENKSEITEN fand ich vorhin einen Hinweis auf ein Pamphlet des Schriftstellers Peter Schneider, gestern veröffentlicht auf der Website der Frankfurter Rundschau. Unter dem Titel „ Zur Kasse bitte“ wundert sich Schneider, dass Banker und Top-Manager die globale Wirtschaft an die Wand gefahren haben, die betrogene Masse aber nicht aufmuckt, wo es doch längst Zeit wäre, die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Darüber wundere ich mich schon seit geraumer Zeit und da Schneider es so schön auf den Punkt bringt, kann ich die Lektüre dieses „Pamphlets“ nur empfehlen.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Nochmal: Krieg am Hindukusch

"Wir müssen die Diplomatie einsetzen, und wir müssen die Entwicklungspolitik einsetzen," meint der US-Präsident Obama in einem Interview, „weil die Probleme in Afghanistan allein mit militärischen Mitteln nicht gelöst werden können.“ Das klingt vernünftig, wobei er das „allein“ besser durch „garantiert“ ersetzt hätte, aber warum ordnet er dann die Entsendung weiterer 17 000 Soldaten, 30 000 US-Soldaten sind dort bereits im Einsatz, an? Sollen die nun mit viel Diplomatie und Entwicklungshilfe den Taliban den Garaus machen?
TalibankämpferWer sind eigentlich die Taliban? Wo kommen die her und wie viele gibt es davon? Wikipedia hilft da nicht viel weiter, wenn man von diesem interessanten Link absieht, wo zumindest eine Zahl, geschätzt 45 000 Kämpfer, angegeben wird, die sich überwiegend aus den Koran-Schulen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet rekrutieren sollen. Das alles ist aber sehr vage formuliert. Klar ist aber, die Taliban sind islamische Fundamentalisten, die einen mittelalterlichen Gottesstaat errichten wollen. Das mag uns nicht gefallen, aber wenn daraus ein Bürgerkrieg entsteht, weil wohl viele Afghanen die Ziele der Taliban für richtig halten, so geht das uns, d.h. den Westen, einen Scheißdreck an. Machtfragen müssen die rivalisierenden Parteien alleine ausfechten.

Der bisherige Einsatz ausländischer Truppen, die einseitige Parteinahme, hat jedenfalls
nur ein Ergebnis gebracht: „Der Hass auf den Westen wächst,“ fasst Tagesschau.de das Resultat einer ARD-Umfrage in Afghanistan zusammen. Soll man sich da wundern angesichts der wenig ausgeprägten Rücksichtsnahme der ausländischen Streitkräfte auf die Zivilbevölkerung beim Kampf gegen die Taliban und mit jedem zusätzlichen Soldaten, den die NATO für ihre ISAF-Mission oder die USA für Enduring Freedom dorthin entsenden, wird sich der Hass auf und der Widerstand gegen den Westen verstärken.

In Pakistan hat die nordwestliche Provinzregierung nun einen Friedensvertrag mit den Taliban geschlossen und de facto die Grenzprovinz zu Afghanistan als Taliban-Territorium anerkannt. Folgt man der militärischen Logik, so müssten jetzt noch weit mehr Soldaten an den Hindukusch geschickt werden, um die Taliban dann auch in Pakistan zu bekämpfen.

Präsident Obama mag ja ein netter Kerl sein und möglicherweise sogar die richtigen Ansätze zur Lösung dieses Konfliktes haben, gegen die Gewalt-Logik des Militärs wird er nichts ausrichten, die Spirale der Gewalt , Terror und Gegengewalt wird auch er nicht beenden können und die Forderung nach mehr Bundeswehrkampftruppen für Afghanistan wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Montag, 16. Februar 2009

Crash, Boom, Bang- Part II

In Ergänzung zu meiner damaligen persönlichen Erfahrung, hier ein paar schlimme Klischees über autofahrende Frauen. Als ob das nicht jedem passieren könnte! Wer darüber lachen kann, sollte sich wirklich was schämen:



Oh Gott, ich könnte vor Scham im Boden versink....bruaaahh.. Entschuldigung.......
( and again: Thanks Oliver)

Übrigens: YouTube –Videos laufen nur bei schnellem Broadband unterbrechungsfrei und sind dadurch oftmals nur bedingt betrachterfreundlich. Die aktuelle Version des Realplayers kann Flash-Videos downloaden, aber manche YouTube-Videos lassen das nicht zu. Unter diesem Link findet man sehr nützliche Programme zum Downloaden und Konvertieren von allen YouTube-Clips auf die Festplatte.

Dienstag, 10. Februar 2009

Die Schnöselisierung der Politik

An einen Clown wie Westerwelle und seine Bedeutungslosigkeit haben wir uns über Jahre gewöhnt und seine ewiggleiche Steuersenkungs – und Deregulierungssuada als unangenehmen, aber unvermeidlichen Bestandteil des täglichen Nachrichtentrash’s hin- aber nicht ernstgenommen. Dies könnte sich aber bald ändern, denn man mag über die Zuwächse der FDP in den Meinungsumfragen auch noch so sehr den Kopf schütteln ( ausgerechnet DIE!), die Signale sind eindeutig: Westerwelle ante portas.

Auch die grotesken TV-Statements des Polit-Gnoms Pofalla sind Futter für jeden Kabarettisten und sorgen wegen absurder Logik stets für eine heitere Atmosphäre. Aber täuschen wir uns nicht, auch diese meckernde Gestalt wartet nur auf die Chance eine politische Machtposition zu besetzen.

Dass man momentan sowenig von dem scheinheiligen Karrieristen Markus Söder hört, was im Zuge des Glos-Rücktritts doch ein wenig verwunderte, liegt wohl einzig daran, dass dieser ausgesuchte Unsympath z.Zt. bundesweit nicht vermittelbar erscheint. Aber dieses egozentrische Chamäleon wird zur gegebenen Zeit über uns kommen, unvermeidlich wie das Amen in der Kirche.

v u z GuttenbergGut, kein Söder, aber dafür einen Freiherrn von und zu Guttenberg, einen Juristen, der uns nun mit sicherer Hand als Bundeswirtschaftsminister durch die größte Wirtschaftskrise seit Christi Geburt (oder war’s noch länger?) führen wird. Der hat gefühlt ca. 50 Vornamen und ist als Wirtschaftsfachmann noch nicht besonders aufgefallen, wenn man von der Geschäftsführung der Guttenberg GmbH Vermögensverwaltung, d.h. von der Mehrung des eigenen Vermögens, absieht. Aber das macht nichts, war doch der Michel Glos durch seinen erlernten Beruf als Müllermeister ebenfalls hochqualifiziert.

Dieser Freiherr von und zu... war bis vor wenigen Tagen noch Generalsekretär der CSU und, ebenfalls bis vor ein paar Tagen, wie bei „Welt-online“ zu lesen, ein „versierter Außenpolitiker“. In dieser Eigenschaft hat er dem Ex-CSU-Staatssekretär und langjährigen Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler Blödheit attestiert, weil dieser den Einsatz bayerischer Polizisten in Afghanistan, ja, die ganze Beteiligung Deutschlands am Bürgerkrieg in Afghanistan, wie übrigens 85% der Deutschen, für einen schweren Fehler hält. „ Gauweiler ist populistisch und es ist ihm diesmal nicht gelungen, das Problem intellektuell zu durchdringen,“ so etwa sinngemäß der Freiherr und die Unverschämtheit dieser Formulierung ist dem 37-jährigen Schnösel wohl nicht mal bewusst – ziemlich sicher wegen mangelnder intellektueller Durchdringung.

JU-Bayern S.MüllerIn diesem Zusammenhang fiel mir letzten Sonntag ein gewisser Stefan Müller auf, seines Zeichens JU-Vorsitzender in Bayern, der in der ZDF-Sendung „Berlin Direkt“ zum Interview vor die Kamera geschickt wurde, da sich wohl kein anderer CSU-Politiker wegen der, zu diesem Zeitpunkt, noch ungeklärten Glos-Nachfolge äußern wollte. Stefan Müller im Zusammenspiel mit dem Moderator Peter Frey lieferten ein Glanzstück moderner Politikvermittlung. Beiden gelang es mindestens 5 Minuten TV-Zeit zu verplempern um absolut NICHTS mitzuteilen. Peter Frey war am Schluss so begeistert von dem Jungtalent, dass er ihm verzückt professionelles Verhalten „ wie ein gestandener Politiker,“ bescheinigte, wofür sich Müller, vor Stolz leicht errötend, artig bedankte. Wohl dem Lande, das solche Talente aufweisen kann.

Freitag, 6. Februar 2009

Das System ist pervers

Die spanische Banco Santander hat „einige wunderbare Resultate erzielt“ zitiert Tagesschau.de den Santander-Chef und frohlockt mit ihm über den Milliardengewinn dieser Bank inmitten der Krise. Na, da jubeln wir doch am besten gleich mit, denn, so lobt Tagesschau.de: Santander hat diesen schönen Reibach vor allem aus Geschäften mit Privatkunden erzielt, weil sie davon etwas versteht.

Ich verstehe allerdings auch: Um aus normalem Bankgeschäft Milliardengewinne zu erzielen, darf man getrost davon ausgehen, dass die Banco Santander ganz simpel Wucherei betreibt, nämlich nix oder fast nix auf Spareinlagen, aber Wucherzinsen auf Kredite und durch nichts gerechtfertigte Gebühren für jeden Computerklick.

Jubel darüber, dass die Gesellschaft von den Banken direkt abgezockt wird und nicht erst über den Umweg milliardenschwerer Rettungspakete? Wenn das kein Grund zur Freude ist?

Golf ist langweilig!

Richtig - und hier ist der Beweis:



( und nochmal: Danke ,Oliver!)

Montag, 2. Februar 2009

Witze über den Irakkrieg...

...verbieten sich eigentlich angesichts des Elends, welches dort angerichtet wurde, aber die verfilmte Antwort auf die Frage, warum sich dieser Krieg so lange hinzieht, ist dermaßen komisch, dass ich das einfach weitergeben muss, zumal mir momentan sowieso nix einfällt.
Klick hier:
(Thanks, Oliver)

Montag, 26. Januar 2009

Jetzt wird’s dreist

„Na, das ist mal eine illustre Runde,“ dachte ich und vermutete erst einen schlechten Scherz. Da hocken gleich vier Gestalten bei Anne Will (die Namen spar ich mir, denn die Typen hocken in jeder 2. TV-Talkshow), die seit Jahren die Gehirne der Zuschauer mit ihrem neoliberalen Quark vernebeln und bestätigen sich nun gegenseitig, wie großartig die Regierung die Brandbekämpfung betreibt. Zu den Ursachen der Feuersbrunst und den Brandstiftern natürlich kein Wort. Staatsbankrott? Allein die Möglichkeit wird entrüstet zurückgewiesen.

Selbstverständlich werden noch viele Milliarden in das Bankensystem gepumpt werden müssen und Genaues weiß man nicht, aber die einzige kritische Anmerkung durch das Alibigegengewichtchen Jürgen Trittin, dass bei den, an die Banken überreichten Milliarden die parlamentarische Kontrolle explizit ausgeschlossen wurde, wurde geradezu als lächerlich abgetan. Der Lobbyist Röttgen erklärt ohne mit der Wimper zu zucken, dass das ja wohl keiner erwarten könne, dass die Banken ihre Gaunereien ( hat er so natürlich nicht gesagt) vor der Öffentlichkeit darlegen. Das war mir neu, aber mittlerweile kann mich gar nichts mehr erschüttern. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Die Banken wollen Hunderte von Milliarden von der Öffentlichkeit, aber wofür und wohin, das geht selbstverständlich selbst die stellvertretende Öffentlichkeit nichts an.

Wie schön, dass wir noch live miterleben durften, wie die ahnungslose Quasselstrippe und Merkel-Verehrerin Wolfgang Joop neben ordentlicher Werbung für seinen globalen Klamottenladen in Potsdam auch noch in der Sendung eine Kreditzusage per Telefon erhalten hat, signalisierend: Von wegen Kreditklemme – es ist alles in bester Ordnung.

Fazit: Eine ruhige Expertendiskussion ohne Kontroverse, bei der selbst von Donanys
ewig gleiche Leier sich harmonisch in das Gebrabbel der Gästerunde und der Moderatorin einfügte.


NACHTRAG: Momentan versuche ich die Punkte herauszufinden, weshalb diese, zugegeben, nicht gerade freundliche Zusammenfassung im Anne- Will-Blog gelöscht wurde. Wo habe ich mich wirklich beleidigend ausgedrückt? Ist "Gestalten", oder "Typen" schon eine Beleidigung, darf man "neoliberalen Quark" nicht als solchen bezeichnen, ist Röttgen etwa kein Lobbyist und erzählt von Donany nicht immer das Gleiche, hat Joop nicht tatsächlich wegen selbst eingestandener Ahnungslosigkeit nichts als Eigenreklame gemacht und, kurz, darf man das Ganze nicht als "Gebrabbel" zusammenfassen? Nun, das darf man offensichtlich nicht, aber verglichen mit den Pöbeleien und Beleidigungen, die sich Vertreter der LINKEN in dieser und vergleichbaren Sendungen ungerügt gefallen lassen müssen halte ich meinen Beitrag geradezu für ein Beispiel betonter Sachlichkeit. Oder etwa nicht?

Dienstag, 20. Januar 2009

Zum Abschied - Nachgetreten

Bush-stamp1
(Thanks, Oliver!)

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