Donnerstag, 13. Oktober 2011

Schon gewußt?

Heute erreichte mich nachstehende e-mail und der darin beschriebene Sachverhalt war mir bisher nicht bewußt. Da ich glaube, dass es ausser mir noch ein paar unbedarft Blauäugige gibt, will ich meinen neuen Kenntnisstand gerne weitergeben.
Also, die Mail beginnt mit einer irritierenden Forderung:

Grab a refrigerator magnet on your way out the door, we all have tons of them!

und kommt dann zur Sache:

Always take a small magnet on your vacation , they come in handy at the end of it.
This is pretty good info. Never even thought about key cards containing anything other than an access code for the room!


HOTEL KEY CARDS

Key Card

Ever wonder what is on your magnetic key card?
Answer:
a. Customer's name
b. Customer's partial home address
c. Hotel room number
d. Check-in date and out dates

e. Customer's credit card number and expiration date!

When you turn them in to the front desk your personal information is there for any employee to access by simply scanning the card in the hotel scanner.. An employee can take a hand full of cards home and using a scanning device, access the information onto a laptop computer and go shopping at your expense.
Simply put, hotels do not erase the information on these cards until an employee reissues the card to the next hotel guest. At that time, the new guest's information is electronically 'overwritten' on the card and the previous guest's information is erased in the overwriting process. But until the card is rewritten for the next guest, it usually is kept in a drawer at the front desk with
YOUR INFORMATION ON IT!

The bottom line is: Keep the cards, take them home with you, or destroy them. NEVER leave them behind in the room or room wastebasket, and NEVER turn them into the front desk when you check out of a room. They will not charge you for the card (it's illegal) and you'll be sure you are not leaving a lot of valuable personal information on it that could be easily lifted off with any simple scanning device card reader.

For the same reason, if you arrive at the airport and discover you still have the card key in your pocket, do not toss it in an airport trash basket. Take it home and destroy it by cutting it up, especially through the electronic information strip!

If you have a small magnet, pass it across the magnetic strip several times. Then try it in the door, it will not work. It erases everything on the card.

Information courtesy of: Metropolitan Police Service.??

Soweit der Inhalt der e-mail. Ich weiß jetzt nicht, ob es sich wirklich so verhält, aber wenn, dann scheint mir diese Information recht nützlich und zur Weiterleitung geeignet.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Das Aus im Morgengrauen

Vielleicht ist es ja dem Ein oder Anderen in Deutschland bekannt, dass seit gut einem Monat in Neuseeland die Rugby-Weltmeisterschaft läuft. Die Gruppenphase wurde Anfang der letzten Woche abgeschlossen und die Favoriten haben sich ausnahmslos für das Viertelfinale qualifiziert. Schon in der Gruppenphase gab es einige Überraschungen und allein das ist überraschend, denn im Rugby kann sich ein schwächer besetztes Team kaum gegen ein stärkeres durchsetzen. In Neuseeland, in Australien, in Südafrika und, mit Abstrichen, in England und Frankreich ist Rugby professionalisiert, alle anderen WM-Teilnehmer treten mit Feierabendprofis oder reinen Amateuren an. Da ist es schon eine kleine Sensation, wenn wie geschehen, Irland gegen Australien gewinnt und sich vor denen als Gruppenerster für das Viertelfinale qualifiziert. Das wusste Südafrika noch nicht, als sie sich durch einen Try kurz vor Spielschluss gegen die erstaunlich spielstarken, schnell und athletisch agierenden Waliser mit 17 : 16 durchsetzten. Ein Pyrrhussieg, wie sich erweisen sollte, denn nun traf man bereits im Viertelfinale auf Australien, einen der Mitfavoriten des Turniers. Keine Überraschung war dann der klare Sieg der „All Blacks“, also der Neuseeländer, gegen Argentinien, aber verblüffend war, wie sang- und klanglos die Engländer gegen Frankreich mit 12 : 19 eingingen. Die schon gegen Südafrika hervorragenden Waliser gewannen gegen die Iren leicht mit 19 : 10 und das letzte Viertelfinale bot dann mit den Wallabies (AUS) vs. Springbocks (ZA) ein vorgezogenes Finale.

Bryce LawrenceUm es kurz zumachen: Hier in Südafrika waren am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr die Sportkneipen mit den Großbildschirmen gerammelt voll und die enthusiastisch mitgehenden Zuschauer sahen aus Wellington ein packendes Kampfspiel, sahen überlegene, ständig angreifende Springbocks und aufopferungsvoll verteidigende Wallabies. Und, sie sahen einen sehr merkwürdig pfeifenden Schiedsrichter, einen Neuseeländer, der alles daran setzte, den offensichtlich schwächeren Aussies zum Sieg zu verhelfen, was letztlich auch gelang. Kurz vor Spielende gingen die Aussies durch einen dubiosen Penalty mit 2 Punkten in Führung und danach wurde jeder südafrikanische Angriff konsequent durch haarsträubende Fehlentscheidungen unterbunden.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie diszipliniert die so martialisch agierenden Rugbyspieler jede noch so falsche Entscheidung des Referees akzeptieren. Das beim Fußball übliche Lamentieren, Meckern und Bedrängen des Schiedsrichters gibt es einfach nicht. Grund dazu hätte es einigen gegeben, denn am Ende gewann Australien mit 11 : 9, Südafrika war ausgeschieden und der Schiedsrichter Bryce Lawrence ist nun der Buhmann in den südafrikanischen Medien. Verständlich ist das schon, aber wer aus 60 % Ballbesitz und 80 % Raumbeherrschung, wer bei eindeutigem Vorteil in allen Statistiken wärend der gesamten Spielzeit nicht einen Try, also einen Durchbruch bis zur Endzone schafft, der darf sich über so eine unnötige Niederlage nicht beschweren.

Im Halbfinale kommt es nun zu den Paarungen Neuseeland - Australien und, überraschend, Wales – Frankreich. Mein Endspieltipp ist Neuseeland –Wales, wobei Neuseeland zwar Favorit ist, Wales aber für eine weitere Überraschung sorgen könnte. Am Wochende geht's weiter und auch wenn Südafrika wieder in der Heimat ist, die Übertragungen aus NZ schau ich mir weiter mit viel Genuss an. Wo anders, als bei diesem rauhen Sport kann man schon beim Zuschauen spüren, wie schön es ist, wenn der Schmerz vergeht?

Ach, übrigens, einen überaus beeindruckenden Bocktackle kann man hier bewundern.



Freerange-Rugby at it's best. A genuine South African experience!

Dienstag, 4. Oktober 2011

Parteifreunde : Sachlich und kollegial

Letzten Donnerstag in der CDU-Fraktion:

Euro-Rettung  inside

Einwandfrei, gefällt mir! Wer wollte diesen Fachleuten nicht vertrauen?.

Montag, 26. September 2011

Mein Wochenende (an Stelle von diversen Re-mails)

Am Freitagabend ist business as usual und mittlerweile, nach fast 9 Jahren, würde sowohl mir, wie auch den einschlägigen Southcoastern was fehlen , würde man den Pflichttermin im Pistols nicht wahrnehmen. Partystimmung und Alkoholpegel sind fein aufeinander abgestimmt und Reflex, die Hausband, heizt ordentlich, so dass die Münchner Wiesn auch von mir nicht wirklich vermisst wird.

Der Samstagmorgen erscheint mir dank Brummschädel kurzzeitig etwas verschwommen, aber da das Tier, der Hund, die überaus lästige Olga so gar keine Ruhe gibt, bleibt mir nichts anderes, als aufzustehen und dem Vieh zu Willen zu sein. Also ab ins Auto und an den Strand in Ramsgate, wo sich das Tier dann in Sand wälzen, Katzen und Krabben umbringen und sich ansonsten mit anderen Hunden anlegen kann. Frau Blackconti traktiert in der Zwischenzeit ihr Ross und gegen Mittag finden wir uns alle wieder in St Mikes ein, denn nun muss ich mich auf den Samstagabend vorbereiten.

Vorbereiten dahingehend, dass ich am Nachmittag erst mal einen Internet-Livestream finden muss, weil am Abend das Bundesligaspiel meiner geliebten Leverkusener Werkself gegen den bajuwarischen Lieblingsgegner, den FC Bayern angesetzt ist. Ach bin ich aufgeregt, denn ich erwarte ein Schlachtfest. Seitens der Bayern, selbstverständlich, denn dass Leverkusen in München was erben könnte, ist ja gemäß Geheimvertrag auf ewig ausgeschlossen. Jedenfalls möchte ich mir das Gemetzel möglichst ohne dauernde Unterbrechungen und möglichst ohne arabischen oder chinesischen Kommentar zu Gemüte führen. Den Livestream habe ich gefunden und das Spiel kann man wie folgt beschreiben:

(Achtung! Jetzt folgt eine Spielbericht über ein Bundesligaspiel. Den darf jeder überspringen, dem mein Club oder Fußball überhaupt völlig schnurzpiepegal ist. Aber nach dem Kursiven wird weitergelesen - ok?)

Glück gehabt – nur 0 : 3

Bayern gegen Werkself, Samstagabend , das war wie Porsche gegen Gogomobil und der Porsche fuhr dabei noch mit angezogener Handbremse. Das Spiel war bereits nach 4 Minuten entschieden und das Schlimme war, dass man genau dies auch spürte. Ribery hatte den armen da Costa wie einen Schulbub stehen gelassen und präzise nach Innen gepasst. Müller, schnell und spritzig, schneller und spritziger jedenfalls als die gesamte Bayer-Abwehr, war zur Stelle - und das war’s dann. Als Kiessling sich 5 Minuten später bis vor Neuer durchgewuselt hatte, aber, weil er halt kein Robben ist, den Keeper nur anschoss, da war die einzige Torchance im gesamten Spiel für meine geliebte Werkself vertan. Bayern erstickte alle Leverkusener Angriffsversuche bereits im Mittelfeld, wobei auffiel, dass alle Spieler der Bayern in körperlich besserer Verfassung schienen. Jeder ballführende Spieler der Werkself wurde sofort von 2-3 Bayern attackiert und war dadurch kaum zu einem geordneten Spielaufbau nach vorn in der Lage. Bei Bayernangriffen dagegen stand dem Angreifer meist nur ein Leverkusener Verteidiger entgegen. Letztere lösten, das kann man positiv anmerken, diese Eins-zu -Eins-Situationen meist zu ihren Gunsten, aber das ist natürlich Hochrisiko und wenn die Bayern nicht bereits in der ersten Hälfte Ergebnisverwaltung betrieben hätten , – nein, ich mag’s mir gar nicht vorstellen. Das Van-Beuten-Tor war natürlich ein Glücksschuss, aber irgendwie auch typisch für die Werkself. Man stellt eine Mauer, klar, aber die ist dann löchrig wie ein Schweizer Käse und da trifft dann auch so ein Holzschnittfussballer wie der lange Belgier. Apropo Käse: Genau dies ist mein Urteil zur momentanen Verfassung meiner geliebten Werkself und ob das bis Mittwoch besser wird, da beschleichen mich doch ernsthafte Zweifel. Genk ist ja bestimmt nicht so eine Übermannschaft wie die Bayern, aber wenn die Belgier rennen und kämpfen – na, dann gute Nacht Marie. In Leverkusen, so scheint es jedenfalls, leidet der Trainer nicht am Burn-out-Syndrom. Robin Dutt wirkt auch nach den letzten Niederlagen recht entspannt. Zu entspannt, wie ich meine, denn die Mannschaft wirkt in diesem frühen Stadium der Saison schon verdammt abgewirtschaftet.


Um 20.15 Uhr war die Quälerei endlich beendet und falls mich jetzt jemand fragen sollte, warum ich mir diese erwartbare Selbstkasteiung denn antäte, so kann ich nur die Gegenfrage stellen: Ist denn die Reklameorgie der ARD-Sportschau nicht noch viel, viel grausamer?

Na gut, das 3sat-Festival mit Volker Pispers und Anderen im Anschluss an das deprimierende Spitzenspiel enthielt genügend Polemik um meine Wut auf meine geliebte? Werkself, auf die Bayern und dann natürlich auf Gott und die Welt schön am Köcheln zu halten.

Ach ja, Gott, bzw. dessen Stellvertreter. Wie hat er mir doch das Wochenende versüßt. Wohin man auch schaltete, überall nur dieses dünne Fistelstimmchen mit dem Pathostremolo und dem ignoranten Katholenblabla. Im Prinzip sind sie mir egal, diese salbungsvollen Kuttenträger, deren Heuchelei mit Händen zu greifen ist, aber wenn's so massiert daherkommt und mich ganztägig mit irrwitzigem Aberglauben attackiert, dann geht mir das ordentlich auf die Nerven. Ich weiß, ich weiß – so richtig orthodoxer Katholizismus ist momentan absolut In und besonders vormalig Linksorientierte wie der ehemalige Spiegel-Kulturchef Matthias Matussek können ihr Bekenntnis zum Streng-Römisch-Katholischen nicht bei sich halten. Tagtäglich bezeugen sie ihr Glaubensglück in Büchern, Zeitungsartikeln und Talkshows und man kann nur hoffen, dass dieser Wahn dem übermäßigen Weihrauchschnüffeln geschuldet ist. Jedenfalls sollte dringend über ein Verbot dieser Modedroge nachgedacht werden.

Schrieb ich eben Talkshows? Aber ja doch, denn am Sonntagabend gab’s dann noch ein Highlight. Hatte mich Georg Schramm auf 3sat bis kurz vor 10 noch recht kurzweilig unterhalten, hat er mir nochmals die TV-Talkshows als öffentliche Bedürfnisanstalten mit angebauter Pissrinne erklärt, so gab’s dann bei Günther Jauch, den Namen muss man sich wirklich nicht merken, Anschauungsunterricht am lebenden Objekt. Merkel hatte die Haare schön und die runterhängen Lefzen hatte man ihr sauber weggeschminkt. „Oh ja“, so möchte man ausrufen, „Wie schön sie wieder aussieht.“ Das war aber auch das einzig interessante, denn die von Bübchen Jauch vorgetragenen Fragen, oder besser: Stichworte, waren von der gleichen Unbedarftheit, wie die Antworten der Kanzlerin. Nun war ja sicher nicht zu erwarten, dass Jauch sich selber abschießen würde, aber wie er dem Merkel jede Plattitüde ohne Nachhaken durchgehen liess, dass war schon bewundernswert. Allein die mit Merkelverve vorgetragene Forderung nach vertraglichen Sanktionen, bzw. Eingriffsmöglichkeiten bei unbotmäßigen Euroländern, wirft doch die Frage auf, wie diese denn im Ernstfall aussehen sollten. Eine militärische Lösung kann man doch wohl ausschließen.

Ja, und dann das unvermeidliche „Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt.“ Zumindest die Nachfrage, wer denn konkret damit gemeint sei, sollte doch auch so einem Weichspüler wie Jauch möglich sein. Selbst bei Jauchs „zum Verständnis“-Frage, wofür denn die nächste Milliarden –Tranche an die Griechen verwendet würde, war er am Merkel-Gefasel von „... gar kein richtiges Geld, sondern nur Garantien für günstigere Anleihen...“ gar nicht mehr interessiert und verlor sich in einem müden Witzchen. Hätte er auch nur einen Funken Ahnung von der Materie, dann hätte er der Merkel erklärt, dass die Milliarden zur Bedienung der fälligen Zinsen dienen und somit bei den Gläubigerbanken, Versicherungen usw. landen. Das ganze Gespräch der beiden mutete mich an, als unterhielten sich zwei Blinde über die Farbe, aber das Saalpublikum war begeistert und goutierte jede Selbstbeweihräucherung mit donnerndem Applaus.

Meinen nächtlichen Frieden fand ich letztlich doch noch, denn im ZDF-Nachstudio saßen endlich mal ein paar gestandene Atheisten, die das ganze Papstgesülze der letzten Tage offen und intelligent konterkarierten. Mit der Gewissheit, dass es doch noch einige vernünftige Leute gibt, konnte ich danach beruhigt einschlafen...Gäähnn

Samstag, 17. September 2011

Was die UBS kann...

...können selbstverständlich andere Banken auch. Und da soll mir keiner erzählen, die verzockten 2 Milliarden Dollar seien ein bedauerlicher Einzelfall. Nichts, rein gar nichts, hat sich geändert seit dem Spekulationsdebakel vor 3 Jahren. Die Rettungsmilliarden, den Steuerzahlern wegen angeblicher Systemrelevanz ungefragt abgeknöpft, wurden wie selbstverständlich genommen. „To big to fail“ hieß es und die Horrorszenarien konnten gar nicht schaurig genug gemalt werden, ließe man auch nur eine dieser Zockerbuden kollabieren. Vom „fresh money“ zahlte man erst mal die allfälligen Boni an die glücklosen, aber unverändert tatendurstigen Geldjongleure, die sich dann unverzüglich ans Werk machten, die Steuermilliarden, wie gehabt, in private Taschen umzuleiten. Reinreden darf ihnen keiner, denn Mitsprache oder auch nur Information über die Verwendung der „Rettungsmilliarden“ wurde in den „Rettungsverträgen“ ausdrücklich ausgeschlossen. Leider, wie man uns mit treuherzigem Augenaufschlag erklärt: „Das Bankgeheimnis!“ und das verstehen wir selbstverständlich. Mittlerweile krachen die Staaten zusammen, weil die Bankenrettung die Staatsschulden in solche Höhen getrieben hat, dass die fälligen Zinsen nicht mehr bedient werden können. Die Gläubiger der Staaten sind, na wer schon? - Genau - die Banken. Eben noch mit Milliarden gerettet, verliehen sie dieses Geld dann wieder an die Staaten, die nun selber vor der Pleite stehen, weil sie die Zinsen nicht mehr bedienen können. Diese Quasi-Pleitestaaten müssen jetzt wieder mit Steuermitteln gerettet werden - nein falsch, die Banken müssen ihre Zinsen bekommen, welche sie dann wieder an die verschuldeten Staaten verleihen, gegen noch höhere Zinsen... usw., usf.. Ein tolles System und sowas von relevant!

Freitag, 16. September 2011

Der Zappelphilipp

"Ob der Philipp heute still zappel_philip_1r
wohl bei Tische sitzen will?"
Also sprach in ernstem Ton
der Papa zu seinem Sohn,
und die Mutter blickte stumm
auf dem ganzen Tisch herum.
Doch der Philipp hörte nicht,
was zu ihm der Vater spricht.
Er gaukelt
und schaukelt,
er trappelt
und zappelt
auf dem Stuhle hin und her.
"Philipp, das mißfällt mir sehr!"


zappel_philip_2r
Seht, ihr lieben Kinder, seht,
wie's dem Philipp weiter geht!
Oben steht es auf dem Bild.
Seht! er schaukelt gar zu wild,
bis der Stuhl nach hinten fällt.
Da ist nichts mehr, was ihn hält.
Nach dem Tischtuch greift er, schreit.
Doch was hilft's? Zu gleicher Zeit
fallen Teller Flasch und Brot.
Vater ist in großer Not,
und die Mutter blicket stumm
auf dem ganzen Tisch herum.


zappel_philip_3-r




Nun ist Philipp ganz versteckt,
und der Tisch ist abgedeckt.
Was der Vater essen wollt,
unten auf der Erde rollt.
Suppe, Brot und alle Bissen,
alles ist herabgerissen.
Suppenschüssel ist entzwei,
und die Eltern stehn dabei.
Beide sind gar zornig sehr,
haben nichts zu essen mehr.




Was der Philipp da abgeräumt hat, ist noch nicht ganz klar. Wenn’s am Ende die FDP, die Koalition, das Merkel nebst Kauder und schlussendlich er selbst wäre - nur zu, Philipp, nicht nachlassen. Auch nach der Berlin-Wahl schön weiterzappeln.

Dienstag, 13. September 2011

Die unheimlich graue Eminenz

AsmussenOder: Da jetzt sowieso alles den Bach runtergeht, da sowieso keiner mehr durchblickt, da schicken sie halt den nach vorne, auf dessen segensreiches Wirken seit Menschengedenken keine Bundesregierung verzichten kann und der sich im Auslösen von Finanz- und Währungskrisen allerhöchste Meriten erworben hat. Jörg Asmussen wird nun EZB- Chefvolkswirt. Er wird Nachfolger von Jürgen Stark, der die EU-vertragswidrige Praxis der EZB, den Großbanken wertlose Staatsanleihen von Pleitestaaten zum vollen Preis und in Billionenhöhe abzukaufen, die EZB quasi zur größten europäischen Bad-Bank zu machen, nicht mehr verantworten wollte. Das ist für Asmussen kein Problem, hat er doch bis dato als beamteter Einflüsterer seine vorgesetzten Finanzminister, Eichel, Clement, Steinbrück und Schäuble, allesamt naturgemäß simple Politiker und finanz- und volkswirtschaftlich genauso ahnungslos wie Hinz und Kunz, bzw. wie Du und ich, dazu überredet, den Banken das Verhökern auch der irrsinnigsten und undurchsichtigsten Finanzprodukte zu erlauben.

Wikipedia gibt da nähere Auskunft und beschreibt Asmussens Leistungen wie folgt:

...Für den Koalitionsvertrag 2005 (CDU-SPD) setzte sich Asmussen unter anderem dafür ein, die Punkte des Abbaus „überflüssige[r] Regulierungen“ und den „Ausbau des Verbriefungsmarktes“ für den Finanzmarkt aufzunehmen.

Während seiner Zeit als Abteilungsleiter saß Asmussen als Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat der Mittelstandsbank IKB, die im Sommer 2007 infolge der Krise am US-amerikanischen Subprime-Markt in eine Schieflage geraten war und zu deren Rettung die staatseigene Förderbank KfW Milliarden zur Verfügung stellen musste. Asmussen setzte sich dabei massiv dafür ein, die Papiere zu kaufen, die später die Krise der IKB auslösten.

Außerdem saß er als Vertreter des BMF auch im Verwaltungsrat der Bundesaanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Asmussen war des Weiteren Mitglied im Gesellschafterbeirat der Lobbyorganisation True Sale International GmbH (TSI), die sich für die Entwicklung des deutschen Asset Backed Securities-Marktes einsetzt.[ Probleme mit Asset Backed Securities sind eine der Hauptursachen der Finanzkrise ab 2007.

Mit seiner Ernennung zum beamteten Staatssekretär zum 1. Juli 2008 wurde er der jüngste Staatssekretär der Bundesregierung und löste Thomas Mirow ab. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hielt Asmussen im Amt und überließ ihm unter anderem die Verantwortung zur Politik gegenüber Griechenland während dessen Finanzkrise.

Jörg Asmussen sitzt derzeit im Lenkungsausschuss des Bankenrettungsfonds SoFFin, im Verwaltungsrat der Finanzaufsichtsbehörde Bafin und im „Wirtschaftsfonds Deutschland“, der ohne parlamentarische Kontrolle über Staatsbürgschaften für Unternehmen entscheidet.


Nun sind wir es ja schon gewohnt, dass unsere Bundesregierung sich mangels eigenem Sachverstand Gesetze und Vorschriften, Lösungsvorschläge und Handlungsabläufe von einschlägigen Lobbyisten in die Feder diktieren lässt. Wir wundern uns kaum noch, wenn die Spitzenbanker im Kanzleramt Geburtstag feiern oder an Gipfeltreffen der europäischen Regierungschefs wie selbstverständlich teilnehmen um ihre eigene Rettung zu organisieren. Wenn sich aber eine graue Eminenz wie Jörg Asmussen seit 12 Jahren wie eine Schleimspur durch alle Regierungen zieht, scheinbar unersetzlich, unermütlich an der Zerstörung der Gesellschaft arbeitend, dann ist etwas oberfaul im Staate. Jetzt ist er bei der EZB angekommen um die Inflation anzuheizen. Dass dieser bebrillte Klassenprimus Mitglied der SPD ist und, wie man hört, seit Jahr und Tag mit dem Fahrrad zu seinem destruktiven Tagwerk erscheint, macht ihn noch unheimlicher.

Sonntag, 4. September 2011

Also sprach...

Dr. Traudl Bünger...Dr. Traudl Bünger im „Literaturclub“ des Schweizer Fernsehens SF, dessen Wiederholung in 3sat ich gerade verfolge: „Großartig diese Sprache. Ich bin ja das erst Mal damit in Berührung gekommen und habe mir jetzt sofort seine Gesamtausgabe bestellt.“
Das ist bemerkenswert, ist Frau Dr. Bünger doch studierte Germanistin und lt Xing auch Dozentin an den Unis von Bonn und Bochum. So eine Aussage zu Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“ macht dann doch stutzig. Gut, Frau Bünger ist erst 36 Jahre alt und der olle Kleist ist ja nun schon 200 Jahre tot, aber irgendwie fragt man sich doch ziemlich erschrocken, was man denn heutzutage in Germanistik so studiert.

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