Sonntag, 16. Oktober 2011

Das letzte Aufgebot

Über die FDP noch ein Wort zu verlieren, verbietet sich eigentlich für einen seriösen Politikbeobachter. Wie gut, dass ich total unseriös bin und so gestatte ich mir, den Leichnam noch ein wenig zu fleddern, halt noch ein wenig nachzutreten. Schon seit Längerem treibt mich die Frage um, was jene fast 15% der Wähler, die für die FDP votierten, bei ihrer Wahlentscheidung 2009 erwartet haben. Welche Hoffnung ist so enttäuscht worden, dass sie nun mit der Begründung: „Die haben ja nicht geliefert!“ bis auf einen Splitterparteienrest in Scharen von der Fahne eilen? Was haben die nicht geliefert? Steuererleichterungen? Das war doch bereits vor der Wahl klar, dass es diese garantiert nicht geben würde und den Möwenpick-Scheiß würde die Koalition doch lieber heute als morgen ungeschehen machen. Steuersenkung, weniger Staat, Flexibilisierung und Deregulierung – das war das FDP-Credo. Ist es glaube ich, immer noch, und das war bereits 2009 durch die Finanzkrise so konterkariert, ja, als Programm geradezu absurd. Unwählbar, sollte man meinen, aber 15 % sprechen für sich. Sind das alles glattgegelte BWL-Yuppies und schmierige, steuerhinterziehende Autohändler und Finanzberater? Gibt es davon so viele? - Es scheint so, leider.

Aber gehen wir mal davon aus, dass der gemeine FDP-Politiker an seinen eigenen Unsinn glaubt, gewissermaßen einen Sprung in der Schüssel hat, und diesen Quatsch einer grenzdebilen Wählerklientel auch noch verkaufen kann. Dann bleibt immer noch die Frage, was denn die unzähligen Lohnschreiber in den Redaktionen dazu getrieben hat, für diesen klar erkennbaren Blödsinn auch noch die Werbetrommel zu rühren. Klar, Liz Mohn und Friede Springer sind der Bundeskanzlerin in tiefer Freundschaft verbunden und sie werden ihren Mietmäulern schon gesagt haben, wo’s lang geht. Die Markworts, Joerges’, Joffes, Müller-Fucks , sorry , -Vocks uva. singen ja nur zu gerne das Lied ihrer Brötchengeber, denn was wären das für traurige Figuren ohne ihre Redaktionsschreibtische.

Mittlerweile kann man die Inkompetenz der „Wunschkoalition“ selbst dem hartleibigsten Fokus- oder Bildleser nicht mehr schönschreiben und angesichts des runderneuerten FDP-Personals sind nun selbst die oben angeführten Presseschranzen erschrocken. Wenn schon die pickeligen BWLer und ekligen Finanzhaie schreiend wegrennen und die FDP zur Splitterpartei zerbröselt, dann wird es Zeit sich abzusetzen. Jetzt werden die Lieferprobleme der FDP bejammert, was wiederum kaum verständlich ist, denn heiße Luft liefert die FDP doch ziemlich zuverlässig und davon hat diese Partei noch jede Menge auf Lager.

Gibt es noch Hoffnung? Aber sicher doch, denn gerade rechtzeitig wurde nun der Bundestrojaner entdeckt und schon hat die FDP wieder ein Heimspiel, denn nun tritt Schnarre - Verzeihung!- Frau Leutheusser-Schnarrenberger auf den Plan und kämpft auf ureigenstem FDP-Terrain – für die Freiheit! Schnarre als Jeanne d’Arc und Hoffnungsträger/in – wir warten auf den kernigen Kommentar von Herrn Fucker-Müll und schwupps, schon ist die 5%-Hürde nur noch ein schrecklicher Albtraum einer verblassenden Vergangenheit. Westerwelle, Lindner I und II, Rösler, Koch-Mehrin, Brüderle, Niebel usw. werden uns Gott sei Dank erhalten bleiben und das ist auch gut so, denn auch in ernsten Zeiten brauchen wir alle was zum Lachen.

Samstag, 15. Oktober 2011

Occupy Protest

Da werden sich die Drecksäcke in den Banken aber fürchten, wenn heute die Occupy-Bewegung zur Attacke bläst. Bewaffnet mit Sprechgesang, Fingerfarben, Batiktransparenten, Lautenspiel und Gedichtaufsagen wird gegen die Finanzhaie und deren willfährige Helfer in den Regierungen zu Felde gezogen.

Sollte man nicht schon misstrauisch werden, wenn einem der „Protest“ seit Wochen durch alle Medien ans Herz gelegt wird, ja, wenn einem täglich vorgeführt wird, wie herzig die Wallstreet occupied wird? Sollte man nicht sofort hellhörig werden, wenn wieder so ein USA-Export bei uns zum Trend erklärt wird, eingedenk so großartiger Importe wie Trash-TV, McDonald’s-„Restaurants“, Tattoos, Piercings und Intimrasuren, Coffee-to-go aus dem Plastikbecher, Subprime-Verbriefungen und eklige Ganster-Rapper, von all den exportierten Kriegen gar nicht erst zu reden?

Es ist doch großartig, wie nun die selbstverständlich weltweit grummelnde Wut über dieses geldgeile Bangster-Pack kanalisiert und entschärft werden soll. Unter den vielen handgemalten Plakaten findet man bestimmt auch ein sauber gedrucktes:

„Dieser Protest wird Ihnen präsentiert von der Deutschen Bank – Leistung aus Leidenschaft- mit freundlicher Unterstützung vom Börsenverein und Ihrer Bundesregierung!“

Na dann viel Spass beim Wattebäuschchen werfen!

Übrigens, dass es auch anders geht, zeigt uns der wunderbare Malcom McDowell in nachstehenden Ausschnitt aus dem großartigen Film „If…“ aus dem Jahre 1969:



Ja, Ja, ich weiß, keine Gewalt - natürlich nicht, aber dieses raffgierige Spekulanten-Pack und deren Helfershelfer arbeiten mit Fleiß daran, dass es irgendwann irgendwo gewaltig rummst. Ich wünsch mir das wirklich nicht, aber - London, bzw. ganz akuell, Rom lässt grüssen.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Schon gewußt?

Heute erreichte mich nachstehende e-mail und der darin beschriebene Sachverhalt war mir bisher nicht bewußt. Da ich glaube, dass es ausser mir noch ein paar unbedarft Blauäugige gibt, will ich meinen neuen Kenntnisstand gerne weitergeben.
Also, die Mail beginnt mit einer irritierenden Forderung:

Grab a refrigerator magnet on your way out the door, we all have tons of them!

und kommt dann zur Sache:

Always take a small magnet on your vacation , they come in handy at the end of it.
This is pretty good info. Never even thought about key cards containing anything other than an access code for the room!


HOTEL KEY CARDS

Key Card

Ever wonder what is on your magnetic key card?
Answer:
a. Customer's name
b. Customer's partial home address
c. Hotel room number
d. Check-in date and out dates

e. Customer's credit card number and expiration date!

When you turn them in to the front desk your personal information is there for any employee to access by simply scanning the card in the hotel scanner.. An employee can take a hand full of cards home and using a scanning device, access the information onto a laptop computer and go shopping at your expense.
Simply put, hotels do not erase the information on these cards until an employee reissues the card to the next hotel guest. At that time, the new guest's information is electronically 'overwritten' on the card and the previous guest's information is erased in the overwriting process. But until the card is rewritten for the next guest, it usually is kept in a drawer at the front desk with
YOUR INFORMATION ON IT!

The bottom line is: Keep the cards, take them home with you, or destroy them. NEVER leave them behind in the room or room wastebasket, and NEVER turn them into the front desk when you check out of a room. They will not charge you for the card (it's illegal) and you'll be sure you are not leaving a lot of valuable personal information on it that could be easily lifted off with any simple scanning device card reader.

For the same reason, if you arrive at the airport and discover you still have the card key in your pocket, do not toss it in an airport trash basket. Take it home and destroy it by cutting it up, especially through the electronic information strip!

If you have a small magnet, pass it across the magnetic strip several times. Then try it in the door, it will not work. It erases everything on the card.

Information courtesy of: Metropolitan Police Service.??

Soweit der Inhalt der e-mail. Ich weiß jetzt nicht, ob es sich wirklich so verhält, aber wenn, dann scheint mir diese Information recht nützlich und zur Weiterleitung geeignet.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Das Aus im Morgengrauen

Vielleicht ist es ja dem Ein oder Anderen in Deutschland bekannt, dass seit gut einem Monat in Neuseeland die Rugby-Weltmeisterschaft läuft. Die Gruppenphase wurde Anfang der letzten Woche abgeschlossen und die Favoriten haben sich ausnahmslos für das Viertelfinale qualifiziert. Schon in der Gruppenphase gab es einige Überraschungen und allein das ist überraschend, denn im Rugby kann sich ein schwächer besetztes Team kaum gegen ein stärkeres durchsetzen. In Neuseeland, in Australien, in Südafrika und, mit Abstrichen, in England und Frankreich ist Rugby professionalisiert, alle anderen WM-Teilnehmer treten mit Feierabendprofis oder reinen Amateuren an. Da ist es schon eine kleine Sensation, wenn wie geschehen, Irland gegen Australien gewinnt und sich vor denen als Gruppenerster für das Viertelfinale qualifiziert. Das wusste Südafrika noch nicht, als sie sich durch einen Try kurz vor Spielschluss gegen die erstaunlich spielstarken, schnell und athletisch agierenden Waliser mit 17 : 16 durchsetzten. Ein Pyrrhussieg, wie sich erweisen sollte, denn nun traf man bereits im Viertelfinale auf Australien, einen der Mitfavoriten des Turniers. Keine Überraschung war dann der klare Sieg der „All Blacks“, also der Neuseeländer, gegen Argentinien, aber verblüffend war, wie sang- und klanglos die Engländer gegen Frankreich mit 12 : 19 eingingen. Die schon gegen Südafrika hervorragenden Waliser gewannen gegen die Iren leicht mit 19 : 10 und das letzte Viertelfinale bot dann mit den Wallabies (AUS) vs. Springbocks (ZA) ein vorgezogenes Finale.

Bryce LawrenceUm es kurz zumachen: Hier in Südafrika waren am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr die Sportkneipen mit den Großbildschirmen gerammelt voll und die enthusiastisch mitgehenden Zuschauer sahen aus Wellington ein packendes Kampfspiel, sahen überlegene, ständig angreifende Springbocks und aufopferungsvoll verteidigende Wallabies. Und, sie sahen einen sehr merkwürdig pfeifenden Schiedsrichter, einen Neuseeländer, der alles daran setzte, den offensichtlich schwächeren Aussies zum Sieg zu verhelfen, was letztlich auch gelang. Kurz vor Spielende gingen die Aussies durch einen dubiosen Penalty mit 2 Punkten in Führung und danach wurde jeder südafrikanische Angriff konsequent durch haarsträubende Fehlentscheidungen unterbunden.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie diszipliniert die so martialisch agierenden Rugbyspieler jede noch so falsche Entscheidung des Referees akzeptieren. Das beim Fußball übliche Lamentieren, Meckern und Bedrängen des Schiedsrichters gibt es einfach nicht. Grund dazu hätte es einigen gegeben, denn am Ende gewann Australien mit 11 : 9, Südafrika war ausgeschieden und der Schiedsrichter Bryce Lawrence ist nun der Buhmann in den südafrikanischen Medien. Verständlich ist das schon, aber wer aus 60 % Ballbesitz und 80 % Raumbeherrschung, wer bei eindeutigem Vorteil in allen Statistiken wärend der gesamten Spielzeit nicht einen Try, also einen Durchbruch bis zur Endzone schafft, der darf sich über so eine unnötige Niederlage nicht beschweren.

Im Halbfinale kommt es nun zu den Paarungen Neuseeland - Australien und, überraschend, Wales – Frankreich. Mein Endspieltipp ist Neuseeland –Wales, wobei Neuseeland zwar Favorit ist, Wales aber für eine weitere Überraschung sorgen könnte. Am Wochende geht's weiter und auch wenn Südafrika wieder in der Heimat ist, die Übertragungen aus NZ schau ich mir weiter mit viel Genuss an. Wo anders, als bei diesem rauhen Sport kann man schon beim Zuschauen spüren, wie schön es ist, wenn der Schmerz vergeht?

Ach, übrigens, einen überaus beeindruckenden Bocktackle kann man hier bewundern.



Freerange-Rugby at it's best. A genuine South African experience!

Dienstag, 4. Oktober 2011

Parteifreunde : Sachlich und kollegial

Letzten Donnerstag in der CDU-Fraktion:

Euro-Rettung  inside

Einwandfrei, gefällt mir! Wer wollte diesen Fachleuten nicht vertrauen?.

Montag, 26. September 2011

Mein Wochenende (an Stelle von diversen Re-mails)

Am Freitagabend ist business as usual und mittlerweile, nach fast 9 Jahren, würde sowohl mir, wie auch den einschlägigen Southcoastern was fehlen , würde man den Pflichttermin im Pistols nicht wahrnehmen. Partystimmung und Alkoholpegel sind fein aufeinander abgestimmt und Reflex, die Hausband, heizt ordentlich, so dass die Münchner Wiesn auch von mir nicht wirklich vermisst wird.

Der Samstagmorgen erscheint mir dank Brummschädel kurzzeitig etwas verschwommen, aber da das Tier, der Hund, die überaus lästige Olga so gar keine Ruhe gibt, bleibt mir nichts anderes, als aufzustehen und dem Vieh zu Willen zu sein. Also ab ins Auto und an den Strand in Ramsgate, wo sich das Tier dann in Sand wälzen, Katzen und Krabben umbringen und sich ansonsten mit anderen Hunden anlegen kann. Frau Blackconti traktiert in der Zwischenzeit ihr Ross und gegen Mittag finden wir uns alle wieder in St Mikes ein, denn nun muss ich mich auf den Samstagabend vorbereiten.

Vorbereiten dahingehend, dass ich am Nachmittag erst mal einen Internet-Livestream finden muss, weil am Abend das Bundesligaspiel meiner geliebten Leverkusener Werkself gegen den bajuwarischen Lieblingsgegner, den FC Bayern angesetzt ist. Ach bin ich aufgeregt, denn ich erwarte ein Schlachtfest. Seitens der Bayern, selbstverständlich, denn dass Leverkusen in München was erben könnte, ist ja gemäß Geheimvertrag auf ewig ausgeschlossen. Jedenfalls möchte ich mir das Gemetzel möglichst ohne dauernde Unterbrechungen und möglichst ohne arabischen oder chinesischen Kommentar zu Gemüte führen. Den Livestream habe ich gefunden und das Spiel kann man wie folgt beschreiben:

(Achtung! Jetzt folgt eine Spielbericht über ein Bundesligaspiel. Den darf jeder überspringen, dem mein Club oder Fußball überhaupt völlig schnurzpiepegal ist. Aber nach dem Kursiven wird weitergelesen - ok?)

Glück gehabt – nur 0 : 3

Bayern gegen Werkself, Samstagabend , das war wie Porsche gegen Gogomobil und der Porsche fuhr dabei noch mit angezogener Handbremse. Das Spiel war bereits nach 4 Minuten entschieden und das Schlimme war, dass man genau dies auch spürte. Ribery hatte den armen da Costa wie einen Schulbub stehen gelassen und präzise nach Innen gepasst. Müller, schnell und spritzig, schneller und spritziger jedenfalls als die gesamte Bayer-Abwehr, war zur Stelle - und das war’s dann. Als Kiessling sich 5 Minuten später bis vor Neuer durchgewuselt hatte, aber, weil er halt kein Robben ist, den Keeper nur anschoss, da war die einzige Torchance im gesamten Spiel für meine geliebte Werkself vertan. Bayern erstickte alle Leverkusener Angriffsversuche bereits im Mittelfeld, wobei auffiel, dass alle Spieler der Bayern in körperlich besserer Verfassung schienen. Jeder ballführende Spieler der Werkself wurde sofort von 2-3 Bayern attackiert und war dadurch kaum zu einem geordneten Spielaufbau nach vorn in der Lage. Bei Bayernangriffen dagegen stand dem Angreifer meist nur ein Leverkusener Verteidiger entgegen. Letztere lösten, das kann man positiv anmerken, diese Eins-zu -Eins-Situationen meist zu ihren Gunsten, aber das ist natürlich Hochrisiko und wenn die Bayern nicht bereits in der ersten Hälfte Ergebnisverwaltung betrieben hätten , – nein, ich mag’s mir gar nicht vorstellen. Das Van-Beuten-Tor war natürlich ein Glücksschuss, aber irgendwie auch typisch für die Werkself. Man stellt eine Mauer, klar, aber die ist dann löchrig wie ein Schweizer Käse und da trifft dann auch so ein Holzschnittfussballer wie der lange Belgier. Apropo Käse: Genau dies ist mein Urteil zur momentanen Verfassung meiner geliebten Werkself und ob das bis Mittwoch besser wird, da beschleichen mich doch ernsthafte Zweifel. Genk ist ja bestimmt nicht so eine Übermannschaft wie die Bayern, aber wenn die Belgier rennen und kämpfen – na, dann gute Nacht Marie. In Leverkusen, so scheint es jedenfalls, leidet der Trainer nicht am Burn-out-Syndrom. Robin Dutt wirkt auch nach den letzten Niederlagen recht entspannt. Zu entspannt, wie ich meine, denn die Mannschaft wirkt in diesem frühen Stadium der Saison schon verdammt abgewirtschaftet.


Um 20.15 Uhr war die Quälerei endlich beendet und falls mich jetzt jemand fragen sollte, warum ich mir diese erwartbare Selbstkasteiung denn antäte, so kann ich nur die Gegenfrage stellen: Ist denn die Reklameorgie der ARD-Sportschau nicht noch viel, viel grausamer?

Na gut, das 3sat-Festival mit Volker Pispers und Anderen im Anschluss an das deprimierende Spitzenspiel enthielt genügend Polemik um meine Wut auf meine geliebte? Werkself, auf die Bayern und dann natürlich auf Gott und die Welt schön am Köcheln zu halten.

Ach ja, Gott, bzw. dessen Stellvertreter. Wie hat er mir doch das Wochenende versüßt. Wohin man auch schaltete, überall nur dieses dünne Fistelstimmchen mit dem Pathostremolo und dem ignoranten Katholenblabla. Im Prinzip sind sie mir egal, diese salbungsvollen Kuttenträger, deren Heuchelei mit Händen zu greifen ist, aber wenn's so massiert daherkommt und mich ganztägig mit irrwitzigem Aberglauben attackiert, dann geht mir das ordentlich auf die Nerven. Ich weiß, ich weiß – so richtig orthodoxer Katholizismus ist momentan absolut In und besonders vormalig Linksorientierte wie der ehemalige Spiegel-Kulturchef Matthias Matussek können ihr Bekenntnis zum Streng-Römisch-Katholischen nicht bei sich halten. Tagtäglich bezeugen sie ihr Glaubensglück in Büchern, Zeitungsartikeln und Talkshows und man kann nur hoffen, dass dieser Wahn dem übermäßigen Weihrauchschnüffeln geschuldet ist. Jedenfalls sollte dringend über ein Verbot dieser Modedroge nachgedacht werden.

Schrieb ich eben Talkshows? Aber ja doch, denn am Sonntagabend gab’s dann noch ein Highlight. Hatte mich Georg Schramm auf 3sat bis kurz vor 10 noch recht kurzweilig unterhalten, hat er mir nochmals die TV-Talkshows als öffentliche Bedürfnisanstalten mit angebauter Pissrinne erklärt, so gab’s dann bei Günther Jauch, den Namen muss man sich wirklich nicht merken, Anschauungsunterricht am lebenden Objekt. Merkel hatte die Haare schön und die runterhängen Lefzen hatte man ihr sauber weggeschminkt. „Oh ja“, so möchte man ausrufen, „Wie schön sie wieder aussieht.“ Das war aber auch das einzig interessante, denn die von Bübchen Jauch vorgetragenen Fragen, oder besser: Stichworte, waren von der gleichen Unbedarftheit, wie die Antworten der Kanzlerin. Nun war ja sicher nicht zu erwarten, dass Jauch sich selber abschießen würde, aber wie er dem Merkel jede Plattitüde ohne Nachhaken durchgehen liess, dass war schon bewundernswert. Allein die mit Merkelverve vorgetragene Forderung nach vertraglichen Sanktionen, bzw. Eingriffsmöglichkeiten bei unbotmäßigen Euroländern, wirft doch die Frage auf, wie diese denn im Ernstfall aussehen sollten. Eine militärische Lösung kann man doch wohl ausschließen.

Ja, und dann das unvermeidliche „Wir haben alle über unsere Verhältnisse gelebt.“ Zumindest die Nachfrage, wer denn konkret damit gemeint sei, sollte doch auch so einem Weichspüler wie Jauch möglich sein. Selbst bei Jauchs „zum Verständnis“-Frage, wofür denn die nächste Milliarden –Tranche an die Griechen verwendet würde, war er am Merkel-Gefasel von „... gar kein richtiges Geld, sondern nur Garantien für günstigere Anleihen...“ gar nicht mehr interessiert und verlor sich in einem müden Witzchen. Hätte er auch nur einen Funken Ahnung von der Materie, dann hätte er der Merkel erklärt, dass die Milliarden zur Bedienung der fälligen Zinsen dienen und somit bei den Gläubigerbanken, Versicherungen usw. landen. Das ganze Gespräch der beiden mutete mich an, als unterhielten sich zwei Blinde über die Farbe, aber das Saalpublikum war begeistert und goutierte jede Selbstbeweihräucherung mit donnerndem Applaus.

Meinen nächtlichen Frieden fand ich letztlich doch noch, denn im ZDF-Nachstudio saßen endlich mal ein paar gestandene Atheisten, die das ganze Papstgesülze der letzten Tage offen und intelligent konterkarierten. Mit der Gewissheit, dass es doch noch einige vernünftige Leute gibt, konnte ich danach beruhigt einschlafen...Gäähnn

Samstag, 17. September 2011

Was die UBS kann...

...können selbstverständlich andere Banken auch. Und da soll mir keiner erzählen, die verzockten 2 Milliarden Dollar seien ein bedauerlicher Einzelfall. Nichts, rein gar nichts, hat sich geändert seit dem Spekulationsdebakel vor 3 Jahren. Die Rettungsmilliarden, den Steuerzahlern wegen angeblicher Systemrelevanz ungefragt abgeknöpft, wurden wie selbstverständlich genommen. „To big to fail“ hieß es und die Horrorszenarien konnten gar nicht schaurig genug gemalt werden, ließe man auch nur eine dieser Zockerbuden kollabieren. Vom „fresh money“ zahlte man erst mal die allfälligen Boni an die glücklosen, aber unverändert tatendurstigen Geldjongleure, die sich dann unverzüglich ans Werk machten, die Steuermilliarden, wie gehabt, in private Taschen umzuleiten. Reinreden darf ihnen keiner, denn Mitsprache oder auch nur Information über die Verwendung der „Rettungsmilliarden“ wurde in den „Rettungsverträgen“ ausdrücklich ausgeschlossen. Leider, wie man uns mit treuherzigem Augenaufschlag erklärt: „Das Bankgeheimnis!“ und das verstehen wir selbstverständlich. Mittlerweile krachen die Staaten zusammen, weil die Bankenrettung die Staatsschulden in solche Höhen getrieben hat, dass die fälligen Zinsen nicht mehr bedient werden können. Die Gläubiger der Staaten sind, na wer schon? - Genau - die Banken. Eben noch mit Milliarden gerettet, verliehen sie dieses Geld dann wieder an die Staaten, die nun selber vor der Pleite stehen, weil sie die Zinsen nicht mehr bedienen können. Diese Quasi-Pleitestaaten müssen jetzt wieder mit Steuermitteln gerettet werden - nein falsch, die Banken müssen ihre Zinsen bekommen, welche sie dann wieder an die verschuldeten Staaten verleihen, gegen noch höhere Zinsen... usw., usf.. Ein tolles System und sowas von relevant!

Freitag, 16. September 2011

Der Zappelphilipp

"Ob der Philipp heute still zappel_philip_1r
wohl bei Tische sitzen will?"
Also sprach in ernstem Ton
der Papa zu seinem Sohn,
und die Mutter blickte stumm
auf dem ganzen Tisch herum.
Doch der Philipp hörte nicht,
was zu ihm der Vater spricht.
Er gaukelt
und schaukelt,
er trappelt
und zappelt
auf dem Stuhle hin und her.
"Philipp, das mißfällt mir sehr!"


zappel_philip_2r
Seht, ihr lieben Kinder, seht,
wie's dem Philipp weiter geht!
Oben steht es auf dem Bild.
Seht! er schaukelt gar zu wild,
bis der Stuhl nach hinten fällt.
Da ist nichts mehr, was ihn hält.
Nach dem Tischtuch greift er, schreit.
Doch was hilft's? Zu gleicher Zeit
fallen Teller Flasch und Brot.
Vater ist in großer Not,
und die Mutter blicket stumm
auf dem ganzen Tisch herum.


zappel_philip_3-r




Nun ist Philipp ganz versteckt,
und der Tisch ist abgedeckt.
Was der Vater essen wollt,
unten auf der Erde rollt.
Suppe, Brot und alle Bissen,
alles ist herabgerissen.
Suppenschüssel ist entzwei,
und die Eltern stehn dabei.
Beide sind gar zornig sehr,
haben nichts zu essen mehr.




Was der Philipp da abgeräumt hat, ist noch nicht ganz klar. Wenn’s am Ende die FDP, die Koalition, das Merkel nebst Kauder und schlussendlich er selbst wäre - nur zu, Philipp, nicht nachlassen. Auch nach der Berlin-Wahl schön weiterzappeln.

Tief im Süden

afrikanische Impressionen

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Kontakt:

hukbeilhartz@mweb.co.za

Aktuelle Beiträge

Offtopic
twoday schließt. Wie geht es denn hier weiter? Wäre...
Gregor Keuschnig - 4. Apr, 10:40
Der große Bruder, nicht...
Der große Bruder, nicht du, sondern der im Keller,...
dauersauer - 25. Aug, 13:16
Der Videobeweis
Gegen den Videobeweis ist ja prinzipiell nichts einzuwenden....
blackconti - 23. Aug, 21:08
so eine straßenschlacht...
so eine straßenschlacht ist besser als jedes fitnessprogramm.
bonanzaMARGOT - 1. Aug, 06:17
Ja, auf unsere Demonstranten...
Ja, auf unsere Demonstranten ist Verlass. Da staune...
dauersauer - 15. Jul, 20:47

Zufallsbild

..die ist schoen

aktuelles Wetter

Suche

 

Status

Online seit 7515 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 4. Apr, 10:40

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB


bloggen
dies und jenes
Erinnerungen
erlebtes
Fussball
hier
lustig
Meinung
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren