Samstag, 19. Juli 2008

And if you come to San Francisco…

Oceanside Klärwerk…be sure you meet some gentle people there. Jedenfalls ist die Bürgerinitiative zur Umbennung des „Oceanside Water Pollution Control Plant“, also des Abwasserklärwerks, in „ Georg W. Bush Sewage Plant“ eine absolut begrüßenswerte Aktion und ich bedauere zutiefst, dass ich nicht unterschreiben darf. Wenn man der Meldung bei Tagesschau.de glauben darf, so hat diese Initiative gute Erfolgschancen und bei der Umbenennungszeremonie wäre ich nur zu gern dabei. Zwar betonen die Betreiber der Anlage, sie betrieben eine Anlage der Spitzenklasse, die sich noch keine Sauerei zu Schulden hat kommen lassen und die deshalb die Umbenennung in „Georg W. Bush Klärwerk“ nicht verdiene, aber kleinmütige Bedenken müssen zurückstehen. Hier kann es nur heißen: Ehre wem Ehre gebürt.

Montag, 14. Juli 2008

Who is who?

Höchstwahrscheinlich bin ich zu neugierig, aber wenn es im fernen Palo Alto in Kalifornien einen regelmäßigen „Tief im Süden“-Leser gibt, dann frage ich mich natürlich, wer das sein könnte. Er/sie wird deutschsprachig sein und mich höchstwahrscheinlich kennen. Frage: Wen kenne ich, der in Palo Alto leben könnte?
Dort ist die Stanford University, da hätte ich einen Verdacht, aber die Klicks kommen über den Server von Agilent Technologies. Trotzdem: Flo – bist Du das? Du oder derjenige/diejenige welcher/welche kann mir ja mal ne e-mail schreiben. Die Adresse steht auf der rechten Seite. Wenn’s aber die CIA ist, oder sonst ein Auswertungscomputer der unseligen Bush-Admistration – die brauchen mir nicht zu schreiben.

Sonntag, 13. Juli 2008

Kaum vorstellbar,...

...dass in einer deutschen Nachrichtensendung ein Clip über das symbolische Bäumchenpflanzen der G8- Regierungschefs in Japan u.a. folgendermaßen kommentiert würde:

...“fast bezeichnend: George W. Bush auch hier ziemlich ratlos!“
Bush ratlos

Für den ÖRF in der ZiB heute um 13.00 Uhr via 3sat war das kein Problem und wo die österreichischen Nachrichtenmacher recht haben, da haben sie recht. Einfach eine Klasse für sich – die „Zeit im Bild“ des österreichischen Fernsehens.

Mandelas Erben

In den letzten Wochen oder Monaten konnte man in den Begleitschreiben von Gregor Keuschnig einige interessante Beiträge und Überlegungen zum System der Demokratie lesen, die für mich solange nachvollziehbar oder bedenkenswert sind, solange ich mich, zwar seit einigen Jahren in Afrika lebend, aber geistig-kulturell nach wie vor in Europa verwurzelt empfinde. Sobald ich aber einen südafrikanischen Blickwinkel einnehme, scheinen all die aufgeworfenen Fragen und Überlegungen eher müßig und irrelevant, obwohl Südafrika ein im besten Sinne des Wortes demokratisch verfasster Staat ist.

Mbeki and ZumaOne man, one vote – frei und geheim, das ist hier bei Wahlen absolut gegeben, es gibt regionale und kommunale Organisationen, die demokratisch gewählt und in denen Entscheidungen demokratisch beschlossen werden. Und trotzdem verspürt man kaum politisches Interesse, weder in den Medien und schon gar nicht in der Bevölkerung. ja, eher ein Gefühl von Resignation bei den Weißen und weitgehendem Desinteresse bei der schwarzen Bevölkerung. Zu betoniert sind hier die Mehrheitsverhältnisse, Opposition findet zwar verbal statt, ist aber völlig macht- und belanglos, weil, von vernachlässigbaren Ausnahmen abgesehen, Schwarz schwarz, sprich den ANC, und Weiß weiß, die DA, wählt. Die Stimmenanteile entsprechen dann dem Bevölkerungsverhältnis, 9 : 1 für den ANC. Das ist auch der Grund, warum jetzt schon feststeht, dass der nächste Präsident Südafrikas Jacob Zuma heißen wird, obwohl dieser Mann in zahlreiche Korruptions- und sonstige Affären verstrickt war und ist, aber halt auch seit einem halben Jahr Parteivorsitzender des ANC.

Natürlich darf sich die weiße Bevölkerung nicht über diese Verhältnisse beklagen, hat sie doch durch die Jahre der Apartheid die Bildung der Parallelgesellschaften befördert und zu verantworten. Der weiße Rassismus ist unter der Oberfläche nahezu unverändert virulent, aber mittlerweile gibt es auch Anzeichen für einen schwarzen Rassismus, bzw. eine ziemliche Überheblichkeit mancher Schwarzer, die durch die Umkehrung der Machtverhältnisse in gehobene und höchste Positionen gelangt sind.

Nelson MandelaDiese Arroganz der Macht hat aber für die jeweiligen Protagonisten keine negativen Auswirkungen und findet im Wählerverhalten keinen abstrafenden Niederschlag, weil die in europäischen Demokratien übliche Aufteilung in zwei etwa gleichstarke linke und rechte Lager in der südafrikanischen Gesellschaft durch das oben erwähnte 9 : 1 –Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß gebildet wird. Da die Mehrheit der schwarzen Wähler kaum lesen und schreiben kann, ist eine auch nur halbwegs abgewogene Wahlentscheidung nicht zu erwarten, zumal der ANC alle gesellschaftlich relevanten Schaltstellen bis in die kleinsten Verästelungen besetzt hat. Die südafrikanische Demokratie ist mit den demokratischen Systemen Europas zwar formal, in der Praxis aber überhaupt nicht zu vergleichen.

Am Beispiel Zimbabwes, diesem ebenfalls absolut demokratisch verfassten, nördlichen Nachbarstaat Südafrikas lässt sich ermessen, wie sehr die Demokratie hier einzig vom Goodwill der jeweiligen Machthaber abhängt. Dieser gute Wille ist z.Zt. in Südafrika noch gegeben, aber das Eis ist sehr, sehr dünn. Ob es auch nach Mandela noch trägt?

Dienstag, 8. Juli 2008

The Good, the Bad and the Ugly

Das Gute zuerst:

Margate mainbeach July 08
Wieder ist Ferienzeit und wie jedes Jahr haben wir bestes Badewetter mitten im Winter. (Margate Mainbeach gestern)

Das Böse:

G8 Japan from Tagesschau.de
Ja sicher, platt und pauschal, aber solche eine Ansammlung von miesen Typen hat schon was faszinierendes.

Das Hässliche:

Mein Knie July 08
Ganz schön martialisch, so ein getackerter Längsschnitt am Bein. Wie man solche Klammern aus zusammengetackertem Papier entfernt weiß ich und somit darf ich mich wohl für morgen auf Einiges gefasst machen.

( Zur Erklärung: Diesen ziemlich banalen Beitrag habe ich nur geschrieben, weil ich mich mal wieder melden wollte und mir partout nix einfiel.)

Montag, 30. Juni 2008

Guter Rat – schlecht umgesetzt

„Deutschland gewinnt, wenn Gomez sich an der Außenlinie warmläuft. Dann bekommen die Spieler auf dem Feld Angst und strengen sich doppelt an. Odonkor geht auch!“

Dieses probate Mittel empfahl ein unbekannter Kommentator im Kölner Stadtanzeiger, doch Yogi Löw hat das leider nicht verstanden. Nur "warmlaufen", Herr Löw, von "einwechseln" war keine Rede.

Sonntag, 29. Juni 2008

Anspruch und Wirklichkeit – die 2.

nach dem EN-Finale

10 Minuten am Anfang und 5 Minuten in der 2. Halbzeit, also insgesamt 15 Minuten, versuchte die deutsche Mannschaft dem Anspruch, die EM zu gewinnen, gerecht zu werden. Die restlichen 78 Minuten stolperte sie ohne Ausnahme den wunderbar aufspielenden Spaniern hinterher. Was man schon gegen Kroatien, Österreich und die Türkei erlebte, wurde heute nahtlos fortgesetzt, sah nur noch viel unbeholfener aus, da die Spanier ein ganz anders Kaliber waren und geradezu einen Klassenunterschied sichtbar werden ließen.
Das wäre ja alles nicht weiter erwähnenswert, wäre da nicht diese unsägliche Quatscherei im Vorfeld. Da werden dem Kaiser die wunderschönsten Kleider angedichtet und bei der Parade zeigt er sich dann ungeniert vollkommen nackt.
Heute wäre eine Niederlage mit 4-5 Toren Unterschied angemessen und höchstwahrscheinlich heilsamer gewesen, denn diese knappe 1 : 0 –Niederlage leistet nur weiterem Selbstbetrug Vorschub, wie einige Äußerungen nach dem Spiel leider Gottes vermuten lassen.

Freitag, 27. Juni 2008

Obama – endlich die Wahrheit

obamaIn den letzten Tagen erreichten mich diese (Ken-Blackwell (doc, 194 KB)) und diese (What-a-szenario (doc, 37 KB)) E-Mails aus den USA, die uns allen die Augen öffnen sollten. Das ist ja echt schrecklich und dese Fakten muss jeder kennen. Jetzt erwarte ich aber auch, dass sich Broder und die Achse des Blöden richtig reinhängen.

Samstag, 21. Juni 2008

Zuviel Wasser...

...nicht nur im Mittleren Westen der USA, sondern auch hier an der Southcoast, natürlich vom Ausmass der Katastrophe nicht zu vergleichen, doch für diejenigen, denen das Wasser bis zum Hals steht, ist es ziemlich egal, ob's der Missisippi oder der Izosha-River ist, der ihnen das Haus unterm Hintern wegspült.
Anfang dieser Woche prallten ein Ausläufer eines Madagaskar-Zyklons vom Nordosten und eines ausgedehnten Tiefdruckgebietes über den südlichen Kap-Provinzen exakt hier über Southcoast aufeinander und entluden hier am Dienstag und Mittwoch gewaltige Regenmengen über der Küste. Innerhalb von 2 Tagen ununterbrochenen Regens gingen mehr als 250 mm nieder, mehr als doppelt soviel wie die durchschnittliche Regenmenge eines gesamten Junis. Die Folge: Flüsse und Bäche, die normalerweise träge und harmlos dem Meer zustreben, verwandelten sich in kürzester Zeit in gefährliche Monster, traten über die Ufer, überschwemmten alle tiefergelegenen Gebiete und rissen mindestens 5 Menschen in den Tod. In Margate und Port Shepstone standen die Ortszufahrten über die Küstenstraße meterhoch unter Wasser und die Orte waren nur noch vom höhergelegenen Inland zu erreichen. Für die ländlichen Gebiete wurde der Notstand ausgerufen und Hubschrauber von Polizei und Militär waren zur Evakuierung von Menschen aus gefährdeten Gebieten im Dauereinsatz.
Flooding 1Flooding2Flooding4Flooding3
Heute, am Samstag scheint wieder die Sonne vom strahlendblauen Himmel und die Flüsse und Bäche scheinen wieder harmlos wie eh und je. Das Wasser ist aus den überschwemmten Bereichen wieder abgelaufen und vor den betroffenen Gebäuden türmt sich der Müll der Aufräumarbeiten. Nur die schlammig-braune Farbe des Meeres, die über und über mit Treibholz bedeckte Küste und die wieder mal weggewaschenen Badestrände, ins Meer gespült von den reißenden Fluten, erinnern noch an das Chaos vor 3 Tagen.
Eigene Bilder habe ich keine, denn während des Regens hätte man keinen Hund vor die Tür geschickt und außerdem muss ich mein Bein schonen, da ich nächsten Dienstag wieder in die Klinik gehe. Letzteres nur als Vorankündigung.

A gmahte Wiesn...

...ist, wenn man den Spielbericht auf Tageschau.de liest, das Halbfinale der Deutschen gegen die Türken. „Nach dieser Viertelfinal-Leistung braucht sich die Mannschaft von Trainer Löw vor diesen Türken nicht zu fürchten.“ meint Redakteur Jens Mickler und damit ist ja dann schon alles klar. Anscheinend braucht’s dieses Halbfinalspiel gar nicht Croatia vs. Turkeymehr, denn Deutschland ist im Prinzip schon im Finale. Blöd nur, dass dieses Halbfinale noch gespielt werden muss und ich bin sicher, dass Jens Mickler genauso sicher war, dass Deutschland dort nochmals auf Kroatien treffen würde. Nun, es kommt ein wenig anders und so wie die Türken bisher fighten, bis zur letzten Minute, so wenig klar ist der Sieger dieses Halbfinales.

Die Überheblichkeit eines Jens Mickler werden Trainer Löw und die Spieler hoffentlich nicht an den Tag legen, denn sonst könnte das Ausscheiden aus dem Wettbewerb schon vorprogrammiert sein. Ich weiß nur eins, Deutschland hat gegen die Kroaten verloren , ziemlich eindeutig. Die Türken haben gegen diese Kroaten gewonnen , nicht glanzvoll, aber immerhin. Überheblichkeit ist da nun wirklich nicht angebracht..

Tief im Süden

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