Donnerstag, 27. Mai 2010

„Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch!“

So reagierte einst Joschka Fischer im Bundestag auf den damaligen Bundestagspräsidenten Richard Stücklen und so muss man wohl auch auf den amtierenden Bundespräsidenten reagieren. In einem D-Radio- Interview schwadroniert der Bundeshorst nach einem Armeebesuch in Afghanistan:

"Meine Einschätzung ist aber, dass wir insgesamt auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen - negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen."

Was interessiert das Staatsoberhaupt da das Grundgesetz, welches den Einsatz der Bundeswehr nur im Verteidigungsfall erlaubt. Wenn irgendwo auf der Welt unsere Handelswege blockiert sind, oder regionale Instabilitäten unsere Exportchancen beeinträchtigen, ja, da muss dann die Bundeswehr ran. Ein Land unserer Größe wird sich doch nicht seine schöne Exportwirtschaft von ein paar lausigen Kaffern oder unbedeutenden Drittweltländern ruinieren lassen. Heia Safari, wir sind wieder wer und Krieg ist auch für Deutschland wieder ein Mittel zur Durchsetzung deutscher Interessen. Es ist schon unglaublich , mit welcher Geschwindigkeit die fortwährenden Spitzfindigkeiten beim Konstruieren des Verteidigungsfalles in den letzten Jahren alle Hemmungen und Skrupel beseitigt haben. Dass aber nun auch der Bundespräsident so unverblümt rumschwafelt, dass hat eine neue Qualität. Aber möglicherweise ist Horst Köhler auch nur blöde und begreift überhaupt nicht, was er da verzapft. Seinem Geschwätz der letzten Jahre nach mag ich das nicht ausschließen.

Schramm hört auf!

Georg Schramm hat gestern seinen Ausstieg bei „Neues aus der Anstalt“ angekündigt. Im Juni wird er noch eine Folge der ZDF-Kabarettreihe bestreiten und dann will er sich ganz seinem Soloprogramm und seinen Bühnenauftritten widmen.

„Neues aus der Anstalt“ ist eine der wenigen ZDF-Sendungen, auf die ich jeden Monat wirklich gespannt gewartet habe und Georg Schramm in seinen diversen Rollen als Rentner, als Bundeswehroberst, als Pharmareferent oder als SPD-Basismitglied war immer der Höhepunkt jeder Folge. Schramm albert nicht rum, sondern nennt Dinge beim Namen, entlarvt Darstellungen von Politikern und Medien als euphemistische Verschleierungen asozialen Denkens und Handelns. Schramm spricht Klartext, kommt der Wahrheit zumindest ziemlich nahe und spielt überzeugend die Wut, die eigentlich jeden packen müsste angesichts der verlotterten Verhältnisse und der Verlogenheit der sogenannten Meinungsführer.

In diesem Zusammenhang darf man die Rolle Urban Priols als Spielpartner nicht unterschätzen, der durch seine Clownerien Schramms bittere Wahrheiten erst so richtig zum Strahlen brachte. Fazit: Ohne Schramm wird die „Anstalt“ nicht mehr funktionieren, denn adäquaten Ersatz kann ich im einschlägigen Genre nicht sehen.




Hier und dort wird ja nun gemunkelt, Schramm sei beim ZDF abgeschossen worden. Koch wird genannt und der neue Chefredakteur Frey. Auf diese Idee kann man bei diesen Vögeln und eingedenk früherer Programmabsetzungen schon kommen. In diesem Fall allerdings glaube ich das eher nicht, denn dass Schramm dies lautlos hinnehmen würde, darf man mit Fug und Recht bezweifeln.

Dienstag, 25. Mai 2010

Endlich

Aufatmen bei doppelten Staatsbürgern und kriminellen ausländischen Jugendlichen:
Der Frosch mit der Akne gibt auf!

Koch

Fortan kümmert er sich nur noch brutalsmöglich um jüdische Vermächtnisse.

Montag, 24. Mai 2010

Eigentlich...

… war das ja Samstagabend ein Grund zu ehrlicher Freude. Inter Mailand hat den Bayern so eindrucksvoll die Grenzen aufgezeigt, dass das größenwahnsinnige Geschwafel von der „vielleicht besten Mannschaft Europas“ umgehend gestoppt wurde. Ob es allerdings zu der Einsicht reichen wird, als Deutscher Meister und Pokalsieger halt der einäugige König unter lauter Blinden zu sein, wage ich zu bezweifeln. Und nun bin ich bei dem, meine oben beschriebene Freude einschränkenden „eigentlich“.

girl_walking_with_south_africa_flag_sm_In gut 3 Wochen beginnt die Fußballweltmeisterschaft hier in Südafrika und nach der Demonstration von Inter Mailand am Samstag darf man wohl sicher davon ausgehen, dass sich die deutsche Nationalmannschaft in Südafrika nach Herzenslust blamieren wird. Die 7 Spieler des FC Bayern im Aufgebot sollen ja wohl so etwas wie ein Gerüst des Nationalteams bilden und dieses Gerüst ist nun wirklich morsch und wackelig. Badstuber und Müller als Nationalspieler können im Ernst nur als schlechter Scherz angesehen werden. Das Auslaufmodell Butt mag ja als Ersatztorwart noch angehen, weil’s egal ist, wer den 3. Torhüter mimt, aber wenn unsere Topstürmer Klose und Gomez heißen, die selbst für die Bayern zu schwach sind und eine volle Saison auf der Reservebank verbrachten, dann verbieten sich alle Hoffnungen auf eine erfolgreiche WM. Philip Lahm und, mit Einschränkungen, Schweinsteiger, von dem man aber im CL-Endspiel außer Fehlpässen auch nichts gesehen hat, sind die einzigen, denen man eine Nationalmannschaftstauglichkeit unterstellen darf.

Ja, und wenn man dann noch eine Abwehr mit so zentralen Spielern wie Mertesacker (Pokalendspiel – ohje,ohje!) von Werder Bremen und Arne Friedrich vom Absteiger Hertha BSC denkt, oder wenn man sich Lucas Podolski ( 2 Saisontore in Köln) im deutschen Angriff vorstellt, dann kommt man unweigerlich zu dem Schluss: Das kann nix werden!

Es soll mir aber jetzt nur keiner Defätismus vorwerfen. Immerhin besitze ich schon eine Deutschlandfahne (habe ich geschenkt bekommen) und die schwarz-rot-goldenen Außenspiegelüberzieher für mein Auto werden in den nächsten Tagen geliefert. So ausgestattet werde ich mich am 16. Juni auf den 900km-langen Weg nach Port Elisabeth machen, denn für das Spiel Deutschland – Serbien am 18. Juni konnte ich ein Ticket erwerben. Wenn sich die deutsche Nationalelf hier blamiert, dann will wenigstens einmal live dabei sein.

Samstag, 15. Mai 2010

Depression

Was im Euroraum bislang wohl nur gefühlsmäßig wahrgenommen wird, zeigt für unser Leben hier in Südafrika bereits echte Auswirkungen. Der Euro hat die Schwindsucht und langsam müssen wir anfangen zu rechnen. Innerhalb eines Jahres verlor der Euro gegenüber dem südafrikanischen Rand ca. 20% seines Wertes, was für uns eine Rentenkürzung in etwa dieser Höhe bedeutet. Hinzu kommt die südafrikanische Inflationsrate, die z,Zt. mit 5% für hiesige Verhältnisse zwar noch als moderat anzusehen ist, aber deren steigende Tendenz auch nicht gerade beruhigend wirkt. Bei solch gegenläufigen Trends darf man doch wenigstens ein klein wenig depressiv werden, auch wenn wir wohl auf absehbare Zeit noch nicht um Spenden bitten müssen, weshalb sich die Angaben unserer Bankdetails hier momentan noch erübrigen.

EurZar 1year

Für den SWC 2010 (Soccer World Cup 2010 wir hier so abgekürzt) scheint die Währungskrise aber böse Auswirkungen zu haben, denn war Südafrika noch bis vor wenigen Monaten ein preisgünstiges Reiseland, so kann mittlerweile davon keine Rede mehr sein. Dass aber nun die Dollarzeichen in den Augen der geldgeilen Reiseveranstalter so langsam verlöschen und der Blick trübe, besser wohl: betrübt wird, kann mich nicht wirklich rühren. Wer für einen Monat im Winter die Preise für jeden touristischen Scheiß, sei es für Übernachtungen, Inlandsflüge, Sightseeingtouren usw. verdoppelt oder gar verdreifacht, hat es einfach nicht besser verdient.

Depressiv aber kann man auch werden, wenn man auf Tagesschau.de folgende Meldung liest:

Pinke Yacht

Was, bitte, ist eine „pinke Yacht“? Möglicherweise eine sehr teure, d.h. mit sehr viel Pinke-Pinke erworbene. Ach ja, früher wurde ein Pink Panther einfach als Rosaroter Panter übersetzt, ziemlich altmodisch, klar, aber irgendwie klingt für mich die Einfahrt einer „rosaroten Yacht“ ziemlich anschaulich und normal. Die Einfahrt einer „pinken Yacht“ klingt einfach nur doof, und dass bei einem seriösen Medium wie Tagesschau.de Doofe doofe Texte schreiben dürfen, mein Gott, „depressiv“ ist vielleicht ein zu großes Wort, aber ein wenig schwermütig darf man angesichts solcher sprachlichen Blödheiten schon werden, oder?

Dienstag, 11. Mai 2010

Nicht zu fassen – fast 60% wollen DDR in NRW

Die Menschen sind wirklich unbelehrbar. Obwohl es doch an einschlägigen Warnungen nicht mangelt, entscheiden sich in einer Umfrage bei Tagesschau.de fast 60% für eine Rot-Rot-Grün-Koalition:

Abstimmung

Das ist unglaublich. Hugo Müller-Fuck, der begnadete BILD-Kommentator hat doch treffend analysiert und rechtzeitig gewarnt:

Müller Vogg Kommentar

Spielt denn jetzt selbst geballte politische Hetze in der Blödzeitung keine Rolle mehr? Wählt jetzt jeder was er will? Gemach, gemach, Herr Hugo Fucker -Müll, keine Panik, keine Sorge. Da ist noch das Scheinsozialistenpack von der SPD und denen ist es in den letzten Jahren zuverlässig gelungen, den Wählerwillen ins genaue Gegenteil zu verkehren.

Montag, 10. Mai 2010

NRW-Wahlergebnis: Eine Chance für die SPD?

Langsam sieht’s freundlicher aus. Noch ist es nicht amtlich, aber mittlerweile scheint es für Rot-Grün nicht mehr zu reichen und das freut mich doch mindestens genauso, wie die Bauchlandung von Rüttgers und Westerwelle. Jetzt könnte die SPD endlich wieder in der Realität ankommen und eine ehrliche, d.h. linke Mehrheit anstreben, mit den Grünen und notgedrungen auch den LINKEN.
Für die ramponierte Glaubwürdigkeit der SPD wäre das der Anfang eines Heilungsprozesses und die LINKEN könnten auf ihre Regierungstauglichkeit getestet werden. Endlich gäbe es wieder eine Alternative bei den nächsten Wahlen und das allein wäre ein Segen für die Demokratie. So jedenfalls würde ich es mir wünschen, aber nach den Erfahrungen zurückliegender Wahlen wird die SPD wohl lieber wieder Juniorpartner unter einem CDU-Ministerpräsidenten werden. Wirklich überraschen würde mich das nicht.

Sonntag, 9. Mai 2010

Last Night at Pistols

„Hello, Sir, hellooo, wake up Sir!“ – Langsam tauchen nebelig-verschwommen Gesichter über mir auf, die besorgt auf mich herunter blicken. Was ist denn los? Warum fährt mir ein nasser Lappen über die Stirn? Warum werden mir die Wangen getätschelt, überhaupt, warum liege ich hier…? Oh Gott, jetzt lichtet sich der Nebel und Erinnerungsfetzen beginnen sich zusammen zu setzen. Freitagabend, Pistols Saloon in Ramsgate, und eben war ich doch noch der wilde Rock n’ Roller auf der Tanzfläche? Eben? Wie lange war ich weggetreten? Jetzt erinnerte ich mich wieder: „I saw you standing there.” „Reflex“, die Hausband, rockte den alten Beatles-Hacker und da wollte ich der Dame neben mir an der Bar nicht schon wieder einen Korb geben, denn eigentlich war mir nicht nach Party. Na gut, und dann ging’s ja auch ganz flott ab. Zu flott wohl für einen 64-jährigen, denn urplötzlich blieb mir die Luft weg. Ich weiß noch, dass ich das Tempo rausnahm, mich irgendwie, irgendwo (an ihr?) festhalten wollte… Mehr weiß ich nicht. Meine nächsten Eindrücke: siehe oben.

Ich rappelte mich langsam auf, bzw. man half mir auf die Beine und schob mir einen Stuhl hin. Immer wieder besorgte Blicke und Fragen, aber langsam wich mein wohl ziemlich dümmliches Grinsen. Jemand reichte mir ein Glas mit einer in Wasser aufgelösten Tablette. Ich trank das Zeug ohne zu fragen. Irgendwo in einer Ecke erkannte ich aus den Augenwinkeln meine Tanzpartnerin und die Arme beobachtete mich ziemlich konsterniert aus der Distanz. Mein Gott, war mir das jetzt peinlich.

Dann standen plötzlich ein Notarzt und ein Sanitäter vor mir, führten mich zum Ambulanzwagen vor der Kneipentür. Oh je, da fehlten mir ja wohl doch ein paar Minuten. Mittlerweile aber fühlte ich mich eigentlich wieder fit. Trotzdem konnte ein Check ja wirklich nicht schaden und so wurden meine Blutwerte, mein Puls und mein Blutdruck überprüft. Letzterer war ein wenig erhöht, aber nicht besorgniserregend und ansonsten war alles im grünen Bereich. Nein, sie brauchen mich nicht ins Krankenhaus fahren und nein, ich brauche keine weitere Hilfe. Meine zwei Bier hatte ich bereits bezahlt und so konnte ich mich ohne weiteres Aufsehen verdrücken. Mein Bedarf an mitleidigen Blicken und höhnischen Kommentaren der Pistols-Gäste war für diesen Abend gedeckt.

„Wie siehst Du denn aus?“ fragte Frau Blackconti, als ich so gegen Mitternacht das Haus betrat und erst jetzt bemerkte ich meine verdreckte Kleidung. Nun, ich hatte einiges zu berichten, bevor wir uns zur Ruhe begaben. Geschlafen habe ich wie ein Stein und so kann ich diese peinliche Geschichte jetzt frisch und ausgeruht in den PC tippen.

Im Übrigen weiß ich natürlich selbst, dass ich a) das Rauchen aufhören und b) abnehmen muss. Von guten Ratschlägen dieser Art bitte ich also Abstand zu nehmen.
Des Weiteren betrachte ich auch den Hinweis, es gäbe doch im „Village of Happiness“ (das hiesige Altersheim) jeden Sonntagnachmittag für Senioren einen netten Tanztee mit Kaffee und Kuchen, als wenig zielführend, um nicht zu sagen: eine Unverschämtheit!

Donnerstag, 6. Mai 2010

Finanzexpertise a la FDP

Blondinenwitze sind nun wirklich nicht meine Sache. Bei Silvana Koch-Mehrin allerdings kann man auf den Gedanken kommen, dass diese Witzklischees doch nicht so weit hergeholt sind.

„Hart aber fair“ am Mittwochabend. Abschlussfrage des Moderators an die Talkgäste:
„Unsere Sendung dauerte 75 Minuten. Um welchen Betrag ist die Staatsverschuldung Deutschlands in diesen 75 Minuten angewachsen. Was schätzen Sie, Frau Koch-Mehrin?“

Silvana Koch-MehrinGott sei Dank hat Plasberg die FDP-Blondine als erste gefragt und so konnte die FDP-Finanzexpertin nicht spicken. „ Mmmh, schwer, ääh – 6000 Euro?“ meint Blondie mit neckisch-treuherzigen Augenaufschlag.
(Hüstel, Räusper, kurzes peinliches Schweigen…)

Nun ja, die Schuldenuhr tickt z.Zt. mit ca. 4500 Euro Zuwachs/sek was bei 75 Minuten einen Anstieg der Staatsverschuldung um ca. 20 Millionen Euro ausmacht, aber wenn die FDP von der Koch-Mehrin-Schätzung ausgeht…Jetzt verstehe ich endlich das Steuersenkungsmantra der FDP.

Tief im Süden

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