Sonntag, 25. Dezember 2011

Warten auf…, ja, auf was eigentlich?

Sicher nicht auf den Weihnachtsmann, denn dieses inflationäre, amerikanisierte Ho-Ho-Ho-Gedöns, dieses grauenhaft verkitschte Konsumanimieren, geht mir schon seit Jahren so gewaltig auf den Keks, dass ich mit der Zeit mehr und mehr zum Weihnachtsignoranten mutierte. Das fällt natürlich hier im hochsommerlichen Südafrika auch nicht besonders schwer, denn in der Sonnenglut schwitzende Santa’s sehen nicht nur komisch aus, sondern, kommt man ihnen zu nahe, riechen sie auch etwas streng. Ich weiß, wovon ich rede ( guckst Du hier)!
In diesem Jahr kommt zur normalen Weihnachtsapathie leider auch noch eine veritable Blogunlust. Hier passiert nichts Berichtenswertes und irgendwie ist mir auch die Lust an Spott und Häme abhanden gekommen. Entweder sind die Dimensionen und die Tempi von Krisen und Fehlentwicklungen so gewaltig, ist die Hilflosigkeit der Krisenmanager so offensichtlich, dass ich mir mangels Sachverstand tunlichst jegliche Bewertung versagen sollte, oder aber, die publizierten Aufreger sind so spießig und banal, wie ihre Protagonisten, über die auch ich mich schon zur Genüge ausgelassen habe.
Natürlich ist es bemerkenswert, wenn sich eine Nation eine kleinkarierte Krämerseele als Staatsoberhaupt leistet und selbstverständlich entbehrt es nicht einer gewissen Komik, wenn sich eine Partei in Regierungsverantwortung in Auflösung befindet und zur Konkursabwicklung ihr Führungspersonal aus dem Kindergarten rekrutiert. Aber daran arbeiten sich tag-täglich ganze Heerscharen von Professionellen ab, wobei die Doppeldeutigkeit dieser Bezeichnung auch die Tätigkeit von so manchem Medienvertreter zutreffend beschreibt.
Der manchmal von mir als Ausweichthema herangezogene Bundesligafußball, im speziellen natürlich die Werkself von Bayer04 Leverkusen, ist leider im Moment auch nicht zu verwenden, denn 1. ist jetzt Winterpause und 2. spielt die ehemals geliebte Werkself einen geradezu peinlich schlechten Ball – ne, da schweige ich lieber betreten.
Also, worauf warte ich? In erster Linie wohl auf ein Ende der Schreibblockade und vielleicht mal wieder auf den ein oder anderen Einfall für eine erzählenswerte Geschichte. Warten wir es ab, vielleicht ist ja dies hier ein neuer Ansatz, denn bekanntlich, so ein Sprichwort, kommt der Appetit mit dem Essen. Apropo: Diesmal gab es keine Gans zu Weihnachten. Nirgends war eine käuflich zu erwerben und die Jagd auf die ägyptischen, wilden, verlief glücklos. Aber die beiden Mastenten vom Woolworth waren, mit Orangen-Honig-Glasur roasted to perfection, ein köstlicher Ersatz. In diesem Sinne, wenn auch etwas verspätet, tief aus dem Süden:

Fröhliche Weihnachten!

Dienstag, 13. Dezember 2011

EU-Berater...

...für Copy and Paste aus dem Internet? Ja sicher, eine schöne und den Fähigkeiten angemessene Aufgabe für unseren, nach öffentlicher Aufmerksamkeit gierenden Baron Graf Rotz zu Hotzenplotz und Guttenberg. Vielleicht richtet ja auch die Bildzeitung eine tägliche Rubrik ein: „Die schönsten Internetperlen – vom Baron eigenhändig kopiert.“? Ob damit aber die angestrebte Mediendauerpräsenz ausreichend bedient sein wird, wage ich zu bezweifeln.

In Brüssel rumort mittlerweile die Gerüchtküche. Der EU –Job dient angeblich seiner hochwohlgeborenen Durchlaucht nur zur Überbrückung bis zum Start der neuen Staffel des RTL2-Straßenfegers „Das Dschungelcamp“, jener ultimativen Comeback-Plattform für abgehalfterte Pseudo-VIPs. Guttenberg soll dort angeblich mit Cotza Cordalis und Freddy Brech gemeinsam im Schlamm wühlen, Würmer fressen und dabei in die Kamera grinsen.

Wie gesagt, noch ist das nur ein Gerücht, aber dieser Sendung ist erfahrungsgemäß die tägliche, mediale Aufmerksamkeit garantiert. Guido Westerwelle puschte damals seine Popularität im Big-Brother-Haus und warum sollte seine baroneske Freiherrlichkeit sich eine ähnliche Gelegenheit entgehen lassen, sein etwas angeschlagenes Image aufzupolieren. Und eins ist ja mal klar: Wer beim Dschungelcamp überlebt, der kann auch Kanzler. Drücken wir unserem Gutti die Daumen!

Mittwoch, 30. November 2011

Lach- und Sachgeschichten aus der Bankenwelt

Immer wieder interessant, wen wir Steuerzahler mal soeben mit ein paar schnellen Milliarden retten und wie dankbar und freundlich darauf reagiert wird. Vor ein paar Tagen traf hier folgendes Schreiben ein:
Hypo-Mahnschreiben
Zusammengefasst also: Ich unterhalte bei der HypoVereinsbank ein Konto ohne verfügbaren Kreditrahmen und dort habe ich Schulden von 32,77 Euro, die ich umgehend ausgleichen soll, da man mich ansonsten als säumigen Schuldner der Schufa melden müsste.

„Super“, dachte ich, „Tolle Geschäftsidee!“ und dass es der HypoVereinsbank z.Zt. wohl nicht besonders gut geht, geistig zumindest, denn dieses Konto hatte ich vor 7 Monaten gekündigt. Zum Zeitpunkt der Kündigung beließ ich noch ein kleines Guthaben von 20 Euro auf dem Konto, denn dass auch für die Kontoauflösung wieder ordentlich Gebühren anfallen würden, hatte ich schon einkalkuliert. Meine Kündigung habe ich der Bank per E-Mail über meinen gesicherten Internet-Banking-Account übermittelt, mit dem Hinweis, dass ich der Bank die verbliebenen 20 Euro zur freien Verfügung überließe, meinetwegen auch für die Kaffeekasse.

Meine Kündigung war meine letzte Aktion auf diesem Internet-Account. Ich habe alle Karten, Tan-und Pin-Codes vernichtet und die Sache war für mich erledigt - dachte ich, denn von der Bank hörte ich seitdem nichts mehr. – Bis nun dieser Brief eintraf. Angehängt an den Brief war noch ein Kontoauszug, der minutiös nachwies, wie sich meine 20 Euro Guthaben ohne eine einzige Bankleistung in 7 Monaten durch Kontoführungsgebühren und 17, 54 %-ige Überziehungszinsen in eine nicht mehr hinnehmbare Verschuldung wandelte. Banktechnisch nennt man so was wohl „Wandelanleihe“? Vermute ich jedenfalls.

Wie auch immer, im Prinzip bin ich ja überrascht, dass die Bank mich JETZT schon auf meine Schulden hingewiesen hat, denn sie hätte ja z.B. noch 20 Jahre warten können. Bei gleichbleibenden Konditionen wären dann aus 20 Euro Guthaben eine satte Schuld von ca. 11.300,-- Euro angewachsen, ohne dass ich überhaupt etwas geahnt hätte. Also muss ich wohl meiner ehemaligen Bank dankbar sein und deshalb rangiert sie auf meiner persönlichen Beliebtheitsscala nun wieder vor dem FC Bayern und Florian Silbereisen , allerdings immer noch hinter Pest und Cholera.

Nachdem ich umgehend jegliche Zahlung abgelehnt habe und zu verstehen gab, dass die Schufa-Drohung mich auch nicht gerade vor Furcht zittern ließe, erinnerte sich die Bank nun doch meiner damaligen Kündigung und buchte die 32,77 Euro sang-und klanglos aus. Hoffentlich führt solch unverantwortliche Großzügigkeit nicht zu heftigen Erschütterungen an den ach so sensiblen Finanzmärkten. Wenn das jetzt alle machten? Hoffentlich kann die Unicredit-Group diesen Verlust verschmerzen. Italiener!! Das sag doch schon alles. Man weiß doch, wie wackelig die aufgestellt sind. Am Ende bin ich für den großen Kollaps verantwortlich ... Mein Gott, was hab ich getan....?

Freitag, 25. November 2011

Er ist wieder da

Gutti as Jack

Wieso auch nicht? Da hatten und haben wir ganz andere Kaliber im Politgeschäft und richtig kriminell ist er ja nicht. Der Freiherr ist bloß ein eitler Gockel, der außer einem ausgeprägten Geltungsbedürfnis und gutsitzender Schmalzfrisur keine weiteren Talente vorzuweisen hat. Für einen normalen Beruf daher ungeeignet, bleibt letztlich zum Broterwerb nur die Profession des Schmierenkomödianten und da bietet einzig die politische Bühne ein weites Betätigungsfeld. Bedeutungsschwanger quasseln, ordentlich heucheln und konsequent leugnen, selbst wenn die Lüge offensichtlich ist, all diese Fertigkeiten beherrscht der Edelmann bekanntlich perfekt. Tänzelnd und federnd wird er in kürzester Zeit sein dankbares Publikum aufs Neue begeistern und auch für mich wird dann wieder der ein oder andere höhnische Blog-Beitrag abfallen.


PS: Natürlich ist mir aufgefallen, dass ich mit der o.a. „Schmalzfrisur“ nur ein Klischee bedient habe, denn genau diesem Markenzeichen hat der „ neue“ Baron ja jetzt abgeschworen und den äußerlichen Fettverbrauch sichtbar reduziert. Was er sich damals in die Haare schmierte, stopft er jetzt in sich hinein, wofür seine in gerade mal 9 Monaten angefutterten Pausbacken beredtes Zeugnis ablegen.

Donnerstag, 17. November 2011

Der Unterschied

NazisDa können die Innenminister von Bund und Ländern nun noch so triefäugig schockierte Betroffenheit heucheln, ihr völliges Versagen ist unverzeihlich und müsste den sofortigen Rücktritt nach sich ziehen. Sollte man meinen, aber das wird nicht geschehen, denn dass es einen Unterschied zwischen linkem und rechtem Terror gibt und damit auch in den Bekämpfungsstrategien, müssen wir einsehen.

Die RAF-Terroristen suchten sich ihre Opfer gezielt aus, gerne besonders widerwärtige Vertreter der Geldelite und deren Helfershelfer in Politik und Justiz. Um diesen Angriff auf die Mächtigen abzuwehren, fuhr der Staat alles auf, erließ Schnellschussgesetze, welche die Bürgerrechte bis heute einschränken und stellte alle Staatsbürger unter Generalverdacht. Die täglichen Personenkontrollen mit vorgehaltener Maschinenpistole an allen Ausfallstraßen der Städte sind noch in lebhafter Erinnerung. 34 Menschen fielen über die Jahre dem RAF-Terror zum Opfer, aber auch 27 Terroristen ließen ihr Leben. Der linke Terror ist das Böse schlechthin.

Mindestens genauso böse ist der islamistische Terror, der sich in Deutschland bisher zwar nur durch kaum nachvollziehbare Unfähigkeit bemerkbar machte. Ob Kofferbomber oder Sauerlandterror, jeder geplante Anschlag ging geradezu grotesk in die Hose, entweder weil man die Zünder vergessen hatte oder aber beim Chemikalienkauf gleich den Verwendungszweck signalisierte. Tolle Fahnungserfolge der Terrorbekämpfer konnten dennoch vermeldet werden und das Einverständnis der Bürger, sich noch intensiver überwachen zu lassen, stieg mit jedem dieser „Anschläge“. Die wichtigste, aufwendigste und erfolgreichste Terrorbekämpfung findet aber nach wie vor am Hindukusch statt und auch wenn die Bevölkerung das eher skeptisch beurteilt, es ist eine einzige Erfolgsgeschichte.

Der braune Terror ist dagegen wesentlich harmloser. Lebensgefährlich bis tödlich zwar für türkische Gemüsehändler und Dönerbudenbesitzer, für Asylbewerber und Zigeuner, aber für die Geld- und Machtmenschen ist er keine Bedrohung. Außerdem ist das ausländerfeindliche Gedankengut in weiten Teilen der Bevölkerung fest verankert und wird von bestimmten Massenmedien und Buchautoren noch befeuert. Warum also sollte man da den gleichen Fahndungsaufwand wie bei den Linksterroristen oder Islamisten betreiben? Wenn, je nach Statistik, seit 1990 zwischen 60 und 190 Todesopfer auf Grund rechter Gewalt zu verzeichnen sind, fast ausschließlich Dunkelhaar- und –häutige, wurden diese Leute immer von Einzeltätern erschlagen, erstochen oder erschossen. Wer denkt denn schon an Bandenterror, wenn über die Jahre immer mit der gleichen Waffe bundesweit verteilt Muslime umgebracht werden? Warum sollte jemand mal beim Verfassungsschutz nachfragen, bzw. warum sollte der Verfassungsschutz von sich aus Hinweise oder Auskunft geben? Selbstverständlich nicht, sind doch die angesoffenen Glatzenträger mit ihren feisten Brutalfressen, die mit ihrer nur schwach verkappten Nazisymbolik pöbelnd durch die Städte ziehen, zu 50% V-Leute des Verfassungsschutzes. Auf diese Vermutung kann man jedenfalls beim Betrachten vom TV-Bildern solcher Aufmärsche kommen. Zwischen all den asozialen Schlägervisagen sieht man immer wieder verpixelte Physiognomien und da liegt doch der Verdacht nahe, dass das V-Leute sind, die nicht erkannt werden sollen.

Wegen der vielen V-Leute kann man dieses Nazigeschwärl auch nicht verbieten, denn das würde die Arbeitslosenquote im Osten erhöhen. Da aber nun zwei Verfassungsschützer mit der Lizenz zum Töten ausgefallen sind, sind zwei Stellen neu zu besetzen. Die entsprechenden legal illegalen Papiere gibt es ja schon. Da muss man nur noch die Lichtbilder austauschen. Die müssen allerdings biometrisch sein.

Dienstag, 15. November 2011

Väterchen Franz II

Franz Josef Degenhardt

Meinem Alter gemäß ist es wohl unausweichlich, dass sich über Jahrzehnte persönlich oder nur allgemein vertraute Menschen in immer kürzeren Abständen in die Ewigkeit verabschieden. Eben erfuhr ich, dass Franz Josef Degenhardt heute verstorben ist.
Hier hatte ich vor 4 Jahren schon einmal an ihn erinnert. Den Text von „Deutscher Sonntag“ hatte ich seinerzeit als Beispiel von Degenhardts so beeindruckender Bildhaftigkeit seiner Verse vorgestellt. Jetzt können wir uns Väterchen Franz noch einmal anhören und ein wenig melancholisch werden oder auch traurig sein.

Franz Josef Degenhardt - Deutscher Sonntag by hukbeilhartz

Montag, 14. November 2011

So in etwa sieht es aus

Immer wieder werde ich gebeten, doch einmal näher zu erläutern, was denn an den, von mir unter dem Begriff „Pistols“ immer mal wieder angedeuteten Freitagabenden so Besonderes sei. Nun, eigentlich gibt’s da nix Außergewöhnliches. Ganz normale Menschen trinken gemütlich ihr Bier, unterhalten sich gepflegt und die 2-Mann-Band „Reflex“ (Gitarre und Laptop) unterlegt das Ganze dezent mit Popmusik der 70er und 80er des vorigen Jahrhunderts. Ab und An verirrt sich auch ein aktueller Pop-Hit in deren Repertoire und dann füllt sich die kleine Tanzfläche direkt vor der Band. Im Verlauf des Abends weicht der Bierkonsum dann langsam den kleinen, bunten Shootern, namentlich Rusty Horseshoe, Gunfire and Suitcase sind sehr beliebt, und da auch die Musiker mit den bunten Stimmungsaufhellern versorgt werden, spielen sie nun zwar nicht besser, aber dafür immer henmmungsloser und lauter. Das Publikum goutiert dies durch verstärkte Tanzwut und hier ist es nun an der Zeit ein beispielhaftes Filmdokument heranzuziehen, denn ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Die Aufnahmen entstanden nicht im „Pistols“, geben aber die hervorragende Stimmung kurz vor Mitternacht sehr authentisch wieder und ich kann mir gut vorstellen, dass der geneigte Leser hier sehr bedauert, da nicht mittun zu können:

Freitag, 11. November 2011

Urheberrechte sind zu beachten – in Echtzeit

my-cell1Selbstverständlich, aber warum eigentlich nur in Deutschland? Zumindest drängt sich mir diese Frage auf, seit ich bemerkt habe, dass von mir dilettantisch angefertigte und auf YouTube hochgeladene Videoclips zwar weltweit, aber nicht in Deutschland anzuschauen sind. Es sind nicht die Bilder, sondern die unterlegte Hintergrundmusik, die die GEMA auf den Plan ruft. Selbst bei ausgewählten Fragmenten mehr oder weniger gängiger Popmusik haut die GEMA umgehend eine Blockade rein. Da spielt es keine Rolle, ob ein Jahrzehnte alter Popsong oder ein aktueller Black-Eye- Peas – Hit als Sound benutzt wurde, ob man das Fragment von einer ganz normal käuflich erworbenen Platte oder von einem (illegalen?) Download kopiert hat. Und sei der Musikfetzen auch noch so kurz, die GEMA merkt’s und dann geht via YouTube nix mehr – nur in „Germany“, wohlgemerkt, ansonsten läuft’s weltweit problemlos.
Weltweit hört sich zwar großartig an, nutzt mir aber gar nichts, da sich für meinen Mist weltweit natürlich keine Sau interessiert ( abgesehen von Google in Mountain View!). Jetzt fällt auch noch das Massenpublikum in Deutschland aus und Schwermut möchte mich überkommen. Mein Gott, es ist ja alles so sinnlos! Genauso sinnfrei wie dieser Beitrag, den ich gerade in Echtzeit in den Laptop verfrachte. Was das bedeutet? Naja, ich schaue nebenbei auf die Uhr, denn da erscheint in wenigen Sekunden das lustigste Datum dieses Jahrhunderts …Jetzt!! 11.11.2011 11.11 Uhr
Für den Rheinländer ist das natürlich doppelt lustig, beginnt doch Schlag 11Uhr 11 auch die Karnevalssession. So, jetzt hurtig noch das Beweisfoto meines eben abgelichteten Cellphones ( ich weiß, uralt, aber ich will damit ja auch nur telefonieren) in den Rechner und fertig ist der, dem Datum angemessene Flachsinn.

Dies nur zur Erklärung, warum das Video unter meiner Perser-Atombomben-Polemik von gestern nicht funktioniert – in Deutschland. (und ich hatte mir soviel Mühe, gegeben, die Atombomben so richtig bombastisch und pathetisch untermalt krachen zu lassen. Aber vielleicht klappt’s bei einem anderen Video-Uploader? Ja, sollte ich mal ausprobieren…)

Eurokrise - Heute mal aus Schweizer Sicht

Der nachstehende Clip ist ein Auszug aus der Nachrichtensendung „10 vor 10“ des Schweizer Fernsehens SF vom gestern Abend. Ca. 3 Minuten widmet sich der Beitrag der griechischen Regierungsumbildung. Dann verkündet der EU-Vize Olli Rehn die demnächst anstehende Rezession im Euro-Raum und dann wird’s gruselig, denn der Wirtschaftshistoriker an der Uni Zürich, Tobias Straumann, sieht im Prinzip keine Rettung für den Euro mehr, wenn nicht die EZB umgehend alle Staatsanleihen unbegrenzt ankauft. Er entwirft ein Schreckensszenario und seine Mimik und Körperhaltung wirken so sorgenvoll und hoffnungslos, dass selbst der Moderatorin Angst und Bange wird. Bei Minute 4 geht’s los, in Schwyzer Deutsch zwar, aber recht gut verständlich:

10vor10 vom 10.11.2011

Aber Gott sei Dank haben wir ja noch den Professor mit der Fliege, den Präsidenten des Bayerischen Finanzzentrums, Dr. Wolfgang Gerke, und der wird in der SF-Sendung „ECO“ befragt. Er hält von Straumanns "einziger" Rettungsmöglichkeit gar nichts und erklärt heiter: „Das hätten die Banken gerne!“ Nein, die privaten Gläubiger müssen ensthaft beteiligt werden, Griechenland muss raus aus dem Euro-Verbund, weil sie mit dem Euro niemals mehr auf die Beine kämen und Italien ist stark genug, könnte sich letztendlich sogar selber konsolidieren. Schwierig und für viele schmerzhaft sei dieser Weg natürlich auch, vor allem, weil man viel zu lange gezaudert hätte. Nicht so sehr der Inhalt seiner Ausführungen, als vielmehr der heiter-gelassene Vortrag von Prof. Gerke bewirkt, dass sich meine, nach dem Straumann-Interview aufkommende Panik langsam wieder verflüchtigt und dem z.Zt. ganz normalen Dauerunbehagen weicht. Bitte sehr:

ECO vom 07.11.2011

Tja, irgendwie habe ich bei solchen Krisenbewältigungsszenarien mehr und mehr das Gefühl, es gäbe nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera und dass wir hier in Südafrika doch relativ weit vom Schuss sind, beruhigt mich nicht mal ansatzweise.

Tief im Süden

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