Sonntag, 10. Juli 2011

Das Schweigen der Belämmerten

Manchmal findet man im Internet, irgendwo, in irgendeinem Forum, einen kurzen Hinweis, einen Nebensatz, der aufhorchen lässt. Es gibt jede Menge Meinungsäußerungen zu den Stichworten Saudis, Panzergeschäft, Israel, Geheimhaltung und während man sich so die unterschiedlichsten Ansichten zu Gemüte führt, liest man plötzlich „Nachrichtenunterdrückung“ und die Namen Helmut Schmidt, Richard von Weizäcker, Javier Solana, Romano Prodi und vieler anderer politischer Ex-Schwergewichte. Von einem „Appell der Oldies“ ist die Rede und dass dieser in allen deutschen Mainstream-Medien verschwiegen wurde.

Zwar weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wovon die Rede ist, aber das lässt sich ja mittels Google rasch klären und das Ergebnis ist - ja was eigentlich – bezeichnend, erschreckend?

Da haben also 26 europäische Ex-Spitzenpolitiker, darunter eben auch Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt und Ex-Bundespräsident von Weizäcker einen Brief an den EU-Ratspräsidenten Herman von Rompuy, geschrieben, in dem die Umsetzung der EU-Beschlüsse zum Nahost-Friedensprozess gefordert wird. In diesem Schreiben wird die illegale Siedlungspolitik Israels scharf verurteilt und Sanktionen gegen Israel gefordert, falls die illegale Landnahme der Israelis nicht aufhöre. Das Schreiben datiert vom 2.12. 2010 und am 6.12.2010 gingen Kopien an alle Regierungen der EU und via dpa an die deutschen Medien. Im europäischen Ausland wurde dieser Appell in den Medien prominent publiziert. Die Deutschen erfuhren von dieser hochrangigen Kritik an der Politik Israels nichts, jedenfalls diejenigen nicht, die sich auf umfassende Information durch die Leitmedien verlassen. Weder in den Nachrichtensendungen der ARD oder des ZDF, weder in den großen Printmedien, in Spiegel, FAZ,SZ, Welt usw., in der Blödzeitung sowieso nicht, fand und findet man auch nur einen Hinweis auf die Existenz dieses Appells. Selbst DIE ZEIT hüllt sich in Schweigen und da ist der Unterzeicher Helmut Schmidt Mitherausgeber.

Ich traue ja den Medien mittlerweile jede Manipulation und jede Verdrehung der Fakten zu, aber dieses Schweigekartell macht mich wirklich sprachlos. Aber gut, wir wissen mit jedem Tag besser, was wir von dem ganzen Gewäsch von Demokratie und Informationsfreiheit zu halten haben.


Wer sich selbst ein Bild machen möchte:
Hier eine schöne Darstellung der Rumeierei der ARD mit ausführlicher Linksammlung u.a. auch der Originalwortlaut des Briefes (engl.) .

PS: Natürlich sind wir der Tagesschau- oder der Heute-Redaktion dankbar, dass wir am Donnerstag letzter Woche in jeder Nachrichtensendung über den Kinostart des neuen Harry-Potter-Schrotts ausgiebigst und umfassend informiert wurden.

Dienstag, 5. Juli 2011

Jawoll, wir können wieder!

Es ist schon faszinierend zu beobachten, mit welch unglaublicher Geschwindigkeit die deutsche Politik der militärischen Zurückhaltung abgelegt wird. Vor gerade mal einem Jahr fühlte sich der vormalige Bundespräsident Horst Köhler wegen der öffentlichen Kritik an seiner nassforschen Aufgabenbeschreibung der Bundeswehr so auf den Schlips getreten, dass er abdankte. Die Bundeswehr als Einsatzarmee zur Sicherung deutscher Wirtschaftsinteressen weltweit, diese Vorstellung schien dann doch weiten Teilen in Politik und Gesellschaft zu abenteuerlich und mit dem Grundgesetz kaum vereinbar. Knapp ein Jahr später erklärt der neue Kriegsminister de Maizier öffentlich Köhlers Hau-drauf-Vorstellungen zur offiziellen Aufgabenbeschreibung der Bundeswehr und kein Schwein regt sich mehr auf. Die Gewöhnung daran, dass militärische Gewalt wieder ein Mittel auch der bundesdeutschen Politik sei, geht soweit, dass selbst ein so scheinbar besonnener Mann wie Ernst A. Granditz in der 3sat-Kulturzeit die Beteiligung Deutschlands am völkerrechtswidrigen Gaddafi-Bombardement fordert.

Und wenn nun militärische Lösungen für die Probleme der Welt auch in Deutschland wieder akzeptiert sind, dann kann es ja nicht verkehrt sein, wenn Deutschland die Welt mit Spitzentechnologie in Sachen Wehrtechnik versorgt. Saudi Arabien z.B., eine Diktatur nach unserem Geschmack (gut!), benötigt dringend 200 Leopard2-Panzer, weil es sich, wie man uns erklärt, gegen den Iran (böse!) verteidigen muss. Zwar sind Waffenlieferung in Spannungsgebiete verboten und selbst die Regierung Kohl, sonst für jede Schweinerei zu haben, hat Panzerlieferungen nach Saudi Arabien nicht genehmigt, aber da sich Leopard-Panzer auch hervorragend zur Befriedung von Demonstranten eignen, und davon gibt es ja im arabischen Raum z.Zt. mehr als uns lieb sind, darf Krauss-Maffei diese, zugegeben, etwas überdimensionierten Peacemaker nun doch liefern. In Bahrain haben die ersten ihre segensreiche Wirkung schon unter Beweis stellen dürfen. Nachstehendes Video demonstriert die Nützlichkeit des Leo2 bei der Aufstandsbefriedung und irgendwie kann ich den Innenminister verstehen, wenn er so was Nützliches auch für den Einsatz im Innern der BRD fordert.

Samstag, 2. Juli 2011

„Auf jedem Schiff, dass dampft und segelt...

....gibt’s einen, der die Sache regelt.“ , krähte unlängst noch Guido Westerwelle, höchstwahrscheinlich nicht mal ahnend, dass die Originalversion dieses Sinnspruches einen, im heterosexuellen Milieu, völlig normalen Vorgang benennt. Im Original heißt es nämlich an Stelle des blutleeren, schwammigen „..gibt’s einen , der die Sache regelt.“ kraftvoll, bildhaft-eindeutig „...gibt’s einen, der die Putzfrau vögelt.“ Nun, woher sollte Guido Westerwelle das auch wissen, geschweige denn kennen? Dominique Strauss-Kahn aber, der alternde Womanizer, hat diese Weisheit aus der christlichen Seefahrt verinnerlicht und handelt dann auch der Tradition entsprechend.

Strauss- KahnStrauss-Kahn hat es sicher nicht leicht, hat ihn doch die Natur mit einem verdammt guten Aussehen, mit Geld und Macht bedacht. Meinungsäußerungen aus weiblichem Umfeld nach gäbe es kaum eine Frau, die ihn im Fall des Falles von der Bettkante stoßen würde. Außer, natürlich, Schwarzers Alice, die sieht das anders; aber wen wundert das noch, würde doch selbst der hartgesottenste Erotomane vor dieser sauren Bildzeitungszitrone Reißaus nehmen.

Das mit der Vergewaltigung schien ja von Anfang an ziemlich dubios und dürfte sich wohl trotz aller Nachhutgefechte der Staatsanwaltschaft als intrigantes Komplott erweisen. Aber, wer steckt dahinter, wer kennt Strauss-Kahn so gut, dass erwartbar war, dass dieser auf ein Quickie-Angebot einer Raumpflegerin sofort anspringen würde? Sind Topmanager der Weltfinanzen wirklich so schwanzgesteuert, dass jegliche Vorsicht außer Acht gelassen und jegliches Risiko eingegangen wird? Der Verdacht liegt nahe, dass dem wohl so ist. Besonders vertrauenerweckend ist das sicher nicht.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Gut verteidigt...

...durch etliche Sandbunker sind die Grüns des Golfplatzes in Richards Bay. Noch besser bewacht sind aber die Wasserhindernisse und zur Erhaltung der Gesundheit ist es sicherlich geraten, ins Wasser versenkte Bälle dort zu belassen.

Richards Bay CC Loch 18 mit Krokodil

Natürlich sollte man auch die, mit Warnschildern versehenen, Hippo-Territories, also die Flusspferdpfade, tunlichst meiden und überhaupt selbstverständlich auch alle Bereiche mit dichterem Pfanzenbewuchs, weil dort züngelnd und zischend die giftigsten Schlangen ihr Wesen treiben. Ansonsten kann man sich aber, mit der gebotenen Vorsicht, frei bewegen und die 3 Tage bei den Mini-Nationals dort oben in der St Lucia-Area waren zwar wenig erfolgreich, aber jederzeit spannend.

Samstag, 25. Juni 2011

Rumms!!

Wieder einer, und natürlich einer der Besten. Vor 2 Wochen, morgens um 6.30 Uhr auf dem Margate Golfcourse, klagte er leise, er fühle sich „irgendwie“ nicht so wohl. Er hielt 18 Löcher durch und da sah ich ihn zum letzten mal. Len Johns hat in den letzten 6 Monaten sein Alter, immerhin gesegnete 83 Jahre alt, sieben mal unterspielt!! Das mag dem Nichtgolfer nix sagen, aber mit 83 Jahren weniger als 83 Schläge für 18 Löcher zu verbrauchen, ist eine phänomenale Leistung. It’s all over now. Len Johns verstarb in der Nacht von Sonntag auf Montag, kurz und hoffentlich schmerzlos. Er, der alte zimbabwesche Rassist, war so ein sympatischer, humorvoller, freundlicher Mensch und, auch wenn man sein Dahinscheiden als altersgemäß und normal empfinden darf, er wird mir und uns fehlen..
Rest of thw world Margate

Hey Len, rest in peace.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Die Frau des Ministers

Sheryl Cwele ist hier bei der Hibiscus Coast Municipality angestellt. Sie bekleidet den Posten des/der Direktors/Direktorin für die Abteilung Gesundheit und öffentliche Dienste.

Siyabonga Cwele ist der südafrikanische Minister für nationale Sicherheit und ist der Ehemann von Sheryl. Diesem Umstand verdankt Sheryl wohl auch ihren sehr ordentlich entlohnten Direktorenposten bei der Bezirksverwaltung, denn, glaubt man einschlägigen Presseveröffentlichungen , wurde bei ihrer Anstellung auf normalerweise erforderliche Zeugnisse oder Befähigungsnachweise verzichtet. Sheryl und Siyabonga Cwele bewohnen ein schönes Haus in Port Shepstone und 4 Kinder entsprangen dieser gutsituierten Verbindung.

Tessa
Tessa Beetge (35) war eine Nachbarin und mit der Zeit eine Freundin von Sheryl Cwele. „War“, so darf man wohl vermuten, denn Tessa Beetge sitzt seit 2008 in einem Gefängnis im brasilianischen Rio de Janeiro, wegen Drogenschmuggels zu 6 Jahren Haft verurteilt und sie ist auf ihre „Freundin“ sicher nicht gerade gut zu sprechen.



CharmaineCharmaine Moss (48) betreibt hier in St Michaels einen Beauty-Salon, ist zeitweise auch Airobic-Trainerin und wurde über die Jahre eine gute Bekannte von Frau Blackconti, welche Charmains Dienste immer wieder mal in Anspruch nimmt. Frau Moss war auch mit Sheryl Cwele befreundet, da ihr Sohn mit einer Tochter der Cweles zur Schule ging und die Frauen sich über Fahrgemeinschaften für die Kinder kennen gelernt hatten. Auch hier darf man mit Fug und Recht „war“ schreiben, denn Frau Moss blieb das Schicksal der Tessa Beetge nur erspart, weil sie im letzten Augeblick von einer verlockenden Reise in die Türkei absprang.

Frank NabilosaFrank Nabolisa, ein Nigerianer mit dubioser Vergangenheit, war der „Geschäfts“-Partner der Sheryl Cwele, und auch hier ist das „war“ angebracht, denn dem Geschäft der beiden wurde nun die Grundlage entzogen. Sheryl und Frank wurden vor wenigen Tagen vom High Court, dem Oberlandesgericht, in Pietermaritzburg zu 12 Jahren Haft verurteilt. Frank sitzt schon seit seiner Verhaftung im Januar 2010 ein, wohingegen Sheryl, die 2010 ebenfalls verhaftet wurde, nach kurzer Untersuchungshaft gegen 100 000 Rand Kaution wieder freigelassen wurde. Nur so nebenbei, auch nach dem letzten Urteil bleibt sie auf freiem Fuß, denn sie behauptet nach wie vor unschuldig zu sein und hat Einspruch eingelegt.

Was aber war die Geschäftsidee des Paares Sheryl und Frank? Nun, es ging ganz einfach um Drogenhandel. Frank wusste, wo man diese im Ausland günstig einkaufen konnte und Sheryl war für die Logistik, d.h. den Transportweg nach Südafrika zuständig. Also war Sheryl gut zu ihren „Freundinnen“, Tessa und Charmaine, und offerierte diesen gut bezahlte, leichte Aushilfstätigkeit im Ausland. Tessa sollte für 14 Tage in London arbeiten und Charmaine 2 Wochen in der Türkei. Was genau dort dann zu tun sei blieb im Unklaren, aber alles wäre legal, man würde mit 25 000 Rand entlohnt und alle Reisekosten würden übernommen. Wer wird schon misstrauisch, wenn eine wohlhabende Freundin, die Ehefrau eines Staatsministers gar, so ein Jobangebot macht? Die beiden Frauen jedenfalls waren es nicht, waren geradezu begeistert, und so erfuhr auch ich via Frau Blackconti, dass ihrer Massage- und Waxing-Spezialistin Charmaine eine gut bezahlte Reise in die Türkei in Aussicht stand. Das war 2008 und da keine weiteren Details genannt wurden, dachte ich nur: Schön für sie, also Charmaine, und hatte die Sache vergessen.

Irgendwann erfuhr ich dann aus den Medien, dass eine Frau Tessa Beetge aus Port Shepstone in Brasilien mit 10 kg Kokain im Gepäck verhaftet worden sei. Für mich war das eine Nachricht wie hundert andere. Den Namen hörte ich da zum ersten mal und außer, dass es eine Frau aus Port Shepstone, also hier von der Southcoast, war, interessierte ich mich auch nicht weiter dafür. Ziemlich elektrisiert aber war ich dann Anfang 2010, als ich in einer überregionalen Zeitung einen Artikel über die Verhaftung der Sheryl Cwele und des Frank Nabolisa las. Drogenschmuggel und –handel wurden ihnen vorgeworfen und, wie es hieß, „Shelly Beach-Beauty-Practioness“ Charmaine Moss sei die Hauptbelastungszeugin der Staatsanwaltschaft.

An dieser Stelle sollte ich auf einen, für uns Deutsche, ziemlich gewöhnungsbedürftigen Fakt hinweisen. Die hiesigen Medien haben keine Hemmungen, die Klarnamen und oft auch Fotos von Personen zu veröffentlich, die eines kriminellen Vergehens verdächtigt werden. Dass dies hier auch bei Belastungszeugen praktiziert wird, macht mich ziemlich fassungslos, denn man mag sich die Angst des Zeugen vor Nachstellungen von interessierten Kreisen vorstellen. Wenn ich hier jetzt auch alle Namen ausschreibe, kann das keinen Schaden mehr anrichten, denn aus unzähligen Presseveröffentlichungen sind diese Namen bekannt.

Charmaine hatte jedenfalls eine Heidenangst und wurde für einige Zeit regelrecht unsichtbar. Später erzählte sie uns dann, dass sie ihre Reise bereits angetreten hatte. Sheryl Cwele hätte das Visum für die Türkei und die Flugtickets besorgt und so ist Charmaine dann nach Johannesburg geflogen. Von dort sollte dann am nächsten Tag der Flug nach Istanbul starten. In Joburg nahm sie besagter Frank Nabolisa in Empfang und brachte sie über Nacht in einer ziemlich schäbigen Absteige in Joburg unter. Nachfragen zu ihrer Tätigkeit in der Türkei wurden erst ausweichend und dann dahingehend konkretisiert, dass sie in der Türkei eigentlich nur ein Päckchen in Empfang nehmen und mit nach Südafrika bringen solle; ansonsten könne sie sich 14 Tage bis zum Rückflug eine schöne Zeit machen.

In dieser Nacht habe sie angefangen zu denken, zu suspekt waren der zwielichtige Nigerianer, die miese Unterkunft und dann erst dieser merkwürdige Auftrag. Früh am nächsten Morgen fuhr sie direkt zum Airport und flog mit der nächsten Maschine zurück nach Durban. Das war ihr Glück, denn wäre sie in die Türkei geflogen, hätte sie das gleiche Schicksal ereilt wie Tessa Beetge. Sie wäre mit Sicherheit mit dem „Päckchen“ festgenommen worden, denn wie sich später herausstellte, waren Cwele und der Nigerianer schon seit einiger Zeit im Visier der Drogenfahnder.

Vorerst ist nun ein Urteil gesprochen. Sheryl Cwele und Frank Nabolisa sollen 12 Jahre ins Gefängnis. Charmaine’s Zeugenaussage und diverse abgehörte Telefonate und abgefangene SMS’s und E-Mails waren ziemlich eindeutig, sodass auch eine Revision kaum zu einem anderen Urteil kommen dürfte. Aber wer will darauf wetten, zumal ja höchste politische Kreise berührt sind. Der Minister für nationale Sicherheit und Ehemann, weiß anscheinend nichts, schweigt jedenfalls bisher beharrlich.

Zapiro Cwele
( vigilance = Wachsamkeit, Mr. Cwele arbeitet an einer Verteidigungsrede für die "Protection of Info Bill", ein Zensurgesetz ähnlich dem, welches die ungarische Regierung kürzlich durchprügeln wollte. Der ANC möchte seine dauernden Skandale besser unterm Deckel halten.)
Tessa Beetge hatte eigentlich noch mehr Grund über den Zweck ihres Reiseauftrags nach zu denken, denn ihr wurde ein Job in London avisiert, der dann, als sie in Joburg ankam „leider schon besetzt“ war, aber, welch glückliche Fügung, in Kolumbien, in Bogota, sei ein Päckchen abzuholen und dann mit zu bringen. Sie hat nicht nachgedacht, oder nicht nachdenken wollen. Nun verbringt sie schon 3 Jahre in einer Gefängniszelle in Brasilien. Wie man hört, arbeitet sie dort an einem Buch über ihre Erlebnisse. Arbeitstitel: Die Frau des Ministers ( Nein, Blödsinn – den Titel habe ich jetzt erfunden. Ansonsten stimmt’s aber – weitgehend.)

Dienstag, 7. Juni 2011

Was sollte das denn?

Margot KäßmannIrgendwas muss die Margot Käßmann, die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende den 3sat-Kulturzeit-Machern getan haben, denn schon die Anmoderation der Tina Mendelsohn hat so einen merkwürdigen Unterton. Frau Käßmann sei, so Mendelsohn, seit ihrem Rücktritt populärer als je zuvor und lebe ganz gut davon. Im Beitrag selbst ging’s dann richtig los. Frau Käßmann wird uns in kurzen Schnipseln auf dem Kirchtag gezeigt, während einer Podiumsdiskussion, im Gespräch mit normalen Kirchentagsbesuchern, beim Interview mit einem merkwürdigen Journalisten und bei einer Predigt in einer übervollen Kirche. Unterlegt wird das Ganze mit einem bewusst süffisant-scheinironischen Off-Kommentar. Da der Ton die Musik macht hört man nun unterschwellig folgende Vorwürfe:

Frau Käßmann ist der Star des Kirchentages und zieht die Massen an. Selbst eine Kirche ist randvoll, wenn Käßmann predigt. Käßmann nützt das aus um ihre „Weisheiten zu verkünden“ und zwar „zu Allem und Jedem“. Ihre „Worte zum Sonntag kommen bei den Zuhörern gut an". Sie hat sich, obwohl sie nach wie vor findet, dass nichts gut sei in Afghanistan, bis heute noch nicht selbst vor Ort informiert. Sie ist nach eigenem Bekunden kein Militärexperte, ist aber dennoch der Meinung, dass eine Lösung im Afghanistankrieg nur durch Verhandlungen mit den Taliban gefunden werden kann. Käßmann „findet Armut grausam und Krieg doof“ und „wenn auch nicht alles gut ist in Afghanistan, so ist doch alles gut bei Margot Käßmann“. Frau Käßmann hat auch zu allem Übel auch noch ein Buch geschrieben, „ Eia-Popeia-Prosa wie der Literaturkritiker Dennis Scheck urteilt“, und das verkauft sich auch noch gut, ist ein Bestseller. Dann darf ihr auch noch ein Focus!-Journalist Berechnung und intellektuelle Unredlichkeit vorwerfen und zwei Kirchentagsbesucherinnen, die Käsmann gut finden, lässt der Ton des Kommentars dann als dumme Puten erscheinen. Ganz schlimm ist es natürlich, folgt man dem Off-Kommentar, dass „Käsmann zur Ikone der Glaubwürdigkeit geworden ist, die durch ihre Wohlfühl-Rhetorik die Sehnsucht der Menschen nach einer besseren Welt stillt.“

Natürlich sind das alles ganz entsetzliche Vorwürfe und den so intellektuell redlichen Kulturzeit – Machern wie Stefan Braunshausen und Tina Mendelsohn kommt das unschätzbare Verdienst zu, endlich die ganze verheuchelte Gesinnung der Ex-Bischöfin entlarvt zu haben. Naja, und 45 Minuten Kulturzeit müssen ja auch täglich gefüllt werden. Da ist man froh über jeden Beitrag und sei er auch noch so ein Machwerk.

Montag, 6. Juni 2011

Kein Problem im indischen Luftraum

Weiterflug sicher!

(copy and paste from Titanic.de. Typischer Titanic-Humor, feinziseliert mit dem Vorschlaghammer, geschmacklos und primitiv, aber, tut mir leid, mich reisst’s vom Hocker)

Tief im Süden

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