Donnerstag, 26. Mai 2011

Eine kleine Nachtpornographie

Spermaspuren auf der Kleidung des Opfers seien gefunden worden, meldete das ZDF gestern Abend im Heute-Magazin und erweitert damit unseren Erkenntnisstand in der Angelegenheit Strauss-Kahn und die versuchte Vergewaltigung. „Potztausend“, denke ich, „das nötigt mir ja geradezu Respekt ab.“, unterstellt, die Spuren ließen sich auch Strauss-Kahn zuordnen. Immerhin ist der Mann 64 Jahre alt, also kaum jünger als ich, und wenn ich mir die Situation in jener Hotelsuite an Hand der bisher kolportierten Geschehnisse vorstelle ( Was soll ich machen, das Kopfkino arbeitet halt.), werde ich ganz klein mit Hut, denn mit dieser phänomenalen Virilität bin ich leider nicht gesegnet. Ich weiß um meine Grenzen.

Strauss-Kahn kommt also, nur mit einem Handtuch bekleidet aus dem Bad und erblickt in seiner Suite eine Hotelangestellte, welche die Blumenarrangements richtet (?). Ha, eine Frau, nein, ein Weib, und sofort übermannt den alten Erotomanen hochgradige Erregung, welche das Hirn abschaltet und den Unterleib in sekundenschnelle zum Angriff mit der nötigen Härte ausstattet. So ausgerüstet stürzt sich der Lüstling auf das Ziel seiner Begierde, sabbernd, keuchend, tropfend. Das Opfer aber kann sich der Attacke erwehren, kann sich unter dem Rasenden hervorwälzen und mit derangierter Kleidung schreiend über den langen Hotelflur entfliehen…Fliehen wird danach auch SK aus dem Hotel, bis zum JFK-Airport und in ein Flugzeug nach Europa. In das Flugzeug schafft er es noch, bis nach Europa nicht mehr.

Wenn das Ganze wirklich so, oder so ähnlich, abgelaufen sein sollte, dann gibt es da gar nichts zu lachen, so lächerlich es auch sein mag. Gewalt geht einfach nicht, ist nicht zu verharmlosen und muss hart sanktioniert werden. Wenn ich mir aber die beeindruckende Potenz vorstelle – so aus dem Stand, so allzeit bereit – nun, es kann einen, wie man sieht, in Teufels Küche bringen, aber ein wenig neidisch bin ich schon.

Dienstag, 24. Mai 2011

Kernschmelze – na und?

Kernkraftwerk Fukujima kaputt

Jetzt ist es also amtlich. Tepco, die Betreiberfirma des havarierten Kernkraftwerks in Fukujima bestätigt nun, dass es in 3 der 6 Reaktorblöcke zur Kernschmelze gekommen ist. Aber, aktuell sei die Lage stabil.

Stabil? Im Moment? Wie beruhigend! Wenn ich es richtig verstehe, dämpft eine (wie auch immer geartete?) Kühlung die Temperatur der glühenden, zusammengeschmolzen Metallklumpen und man verhindert so wohl z.Zt. ein Durchschmelzen von je ca. 100 Tonnen hochradioaktiver, hochgiftiger, strahlender Metallpampe durch den Boden des Reaktordruckbehälters und ein Eindringen ins Erdreich und ins Grundwasser.

Ich weiß jetzt nicht, wie diese Kühlung z.Zt. bewerkstelligt wird. Immer noch mit Feuerwehrschläuchen und sozusagen im Handbetrieb, oder jetzt wieder mit reparierten Rohrleitungs- und Pumpsystemen? Letzteres kann ich nur hoffen, obwohl mich Fernsehbilder von Robotern, die sich durch die Explosionstrümmer in den Reaktorgebäuden robben, eher skeptisch stimmen.

Regelrecht fassungslos bin ich aber über unsere Medien. Da stehen gleich 3 Atommeiler vor dem Supergau, aber so richtig interessiert das nicht mehr. Alle Liveticker sind verschwunden und auch der Wind darf in Fukujima wieder blasen wohin er will, ohne dass wir, wie noch vor wenigen Wochen täglich, über seine Richtung informiert werden. Vor gerade mal 2 Monaten haben die TV-Leute von ARD und ZDF uns dramatisch gezeigt, wie sie aus Sicherheitsgründen von Tokio nach Yokohama fliehen. Sind sie nun wieder zurückgekehrt? Ist die bestätigte Kernschmelze in 3 Reaktorblöcken jetzt nicht mehr wichtig? Interessiere ich mich noch dafür, oder denke ich nicht mittlerweile auch: Kernschmelze – na und?

Samstag, 21. Mai 2011

Hilfe!

Jetzt bin ich doch etwas verstört. Ist meine Demenz jetzt schon soweit fortgeschritten? Ich glaube mich zu erinnern, dass sich mein letztes Posting hier mit der Merkelschen beschäftigte. Mein Ordner „Dokumente“ bestätigt mir, dass ich am 3.5. unter dem Titel „Freude?“ folgende Meinung formuliert habe:

Freude?

„ Ich freue mich , dass gelungen ist Bin Laden zu töten...“. So schnoddert es Frau Merkel ungeniert in die Mikrophone der Medien und mir zieht’s wieder mal die Schuhe aus.
So was kann ICH vielleicht sagen, oder Hinz oder Kunz. Ein solcher Satz aus dem Munde einer Bundeskanzlerin verbietet sich aber einfach und zeugt von einer geradezu unfassbaren politischen Dämlichkeit. Die Repräsentantin eines verfassten Rechtsstaates darf sich über den Erfolg der Amerikaner beim Aufspüren des Oberterroristen freuen, darf ihnen gratulieren usw. Den Tod eines Menschen aber, und sei der noch so ein übler Zeitgenosse, muss sie bedauern, denn die Todesstrafe ist in Deutschland grundgesetzlich verboten und nur ein ordentliches Gerichtsverfahren kann über Schuld und Strafe befinden. Nun ja, von einer Kanzlerin, der es nicht zu blöd war, sich beim Kriegstreiber Bush einzuschleimen, darf man Anderes wohl nicht erwarten.


Verstört bin ich nun, da ich meine mich zu erinnern, diesen Beitrag hier in den Blog gestellt zu haben und ihn nun nicht mehr finde. Kann mir vielleicht jemand, der hier regelmäßig mal nachschaut, helfen? Im Ernst, war Obiges schon mal hier zu lesen, wie ich glaube? Ich hab’s nicht gelöscht, ich habe noch nie was gelöscht, und bin jetzt ernsthaft etwas irritiert. Wenn ich das Hochladen wirklich vergessen haben sollte, dann habe ich allerdings auch allen Grund zur Sorge.

Donnerstag, 19. Mai 2011

„Pflanzlicher Bewuchs am Einwegfeuerzeug…

… oder Staat in Afrika?“ Diese Frage stellte der Kabarettist Jochen Malmsheimer und die naheliegende Antwort lautet: Moos am BIC, bzw. Mozambique! Eigentlich ganz einfach, wenn auch bereits Malmsheimer meint, dass man da nicht unbedingt draufkommen muss. Diese Alberei vorausgeschickt, bin ich auch schon beim Thema, denn in der letzten Woche habe ich mit dem Sohn den Süden dieses Landes bereist und wieder einmal wurden diverse Vorstellungen und Klischees gewaltig enttäuscht – angenehm allerdings.

MozambiqueMozambique gilt als eins der ärmsten Länder Afrikas. Der plötzliche, ungeordnete Abzug der portugiesischen Kolonialmacht nach der Unabhängigkeit 1976, der anschließende 16-jährige Bürgerkrieg im Spannungsfeld des Kalten Krieges zwischen den Befreiungsbewegungen Frelimo und Renamo, immer schön angeheizt durch Kuba oder die DDR auf der einen und Südafrika und Rhodesien auf der anderen Seite, haben die Wirtschaft ruiniert und erst nach der Abkehr vom sozialistische System und den ersten freien Wahlen im Jahre 1994 verbessert sich die wirtschaftliche Lage wieder, langsam, aber stetig. Das mit der Hacke gekreuzte Maschinengewehr in der Landesflagge Mosambique’s erinnert an diese unseligen Jahre der Staatsgründung.

Viel hatte ich bereits gehört über die Schönheit des Landes, über die weißen, unberührten Sandstrände, über die Palmenhaine und über das so mediterrane Flair der Hauptstadt Maputo. Gleichzeitig aber hörte ich auch die Warnungen der Südafrikaner über die korrupte Polizei, die sich als Wegelagerer betätige und besonders ausländische Autofahrer mit erfundenem „Speeding“, d.h. behaupteten Geschwindigkeitsübertretungen alle paar Kilometer zur Kasse bäte. Die Straßen wären in einem katastrophalen Zustand, Schlagloch reihe sich an Schlagloch, und nur mit einem geländegängigen Fahrzeug könne man dort reisen. Außerdem könne man sich im freien Gelände nirgends unbesorgt bewegen, denn Tausende von Landminen, Überbleibsel des Bürgerkrieges, seinen nicht geräumt und nirgends könne man sich sicher sein, nicht in die Luft gesprengt zu werden. Des weiteren seien alle Nutten in Lourenco Marques, wie Maputo bis 1976 hieß und wie die meisten Südafrikaner die Hauptstadt heute noch nennen, also, heutzutage seien dort leider alle Nutten HIV-verseucht. Ja, und überhaupt würde man in Mozambique nur übers Ohr gehauen, höchstwahrscheinlich Opfer eines Raubüberfalls und überhaupt – huhuu – lebten dort heutzutage nur noch Schwarze.

Da liegt wohl der Hase im Pfeffer, denn der gemeine weiße Südafrikaner mag Schwarze nicht so besonders und nur zu gern erinnert er sich an die „Good old days“, als er schnell mal die relativ kurze Strecke von Johannesburg nach Lourenzo Marques fuhr, um dort ein paar angenehme Tage bei portugiesischen Kolonialherren und europäischem Lebensstil vom puritanisch-bigotten Burenmief auszuspannen. Billig war es damals außerdem, aber das hat sich inzwischen verändert. Vergleichbare Produkte oder Dienstleistungen sind in Mozambique heute teurer als in Südafrika.

mit Freund und Helfer und Radarpistole in SwazilandAusgestattet mit diesem „Informationen“ haben wir dann trotzdem beschlossen, das „Abenteuer“ zu wagen, haben uns das, für EU-Europäer, notwendige Visum besorgt (dauert 4 Tage und kostet unverschämte 90 Euro!) und sind am ersten Tag von St Michaels über Swaziland nach Maputo gefahren, natürlich mit meinem unverwüstlich Toyota Tazz. Die Strecke von ca.800 km haben wir trotz zweier Grenzübertritte problemlos in 10 std. bewältigt und einzig in Swaziland haben wir wegen zu schnellen Fahrens 100 Rand ( ca. 10 Euro) berappen müssen, erhielten aber dafür auch die Berechtigung zu einem Foto mit dem Polizeiofficer einschl. Radarpistole.

Der Grenzübergang von Swaziland nach Mozambique ist lustig, weil man dort auf der mosambikischen Seite sofort einen Helfer zur Seite hat, der von Schalter zu Schalter hilft, um die Stempelorgie für Pass und KFZ-Einfuhrpapiere ohne große Sucherei zu durchlaufen. (Info: unbedingt KFZ-Schein im Original mitführen, da sonst keine Einfahrterlaubnis erteilt wird!) Der Helfer macht einen sehr offiziellen Eindruck und so lässt man sich auch abschließend gern in sein „Office“ geleiten, wo er uns dann eine KFZ-Haftpflichtversicherung für die Tage in Mozambique verkauft. Ich weiß zwar, dass meine KFZ-Haftpflicht auch in Mozambique gültig ist, aber der „Helfer“ tut so gewichtig, dass wir das für eine Pflichtversicherung halten und die 150 Rand pflichtschuldigst zahlen. Guter Mann, dieser Makler, alle Achtung!

Überlandstraße in Mozambique mit typischem TruckAuf der Fahrt nach Maputo halten wir vergeblich Ausschau nach den so oft beschworenen Schlaglöchern und, um es gleich vorauszuschicken: Auf den nächsten 800 km hoch nach Vilankulos werden wir auch nicht fündig, jedenfalls nicht auf den Hauptverkehrswegen. Dafür gibt es einen Grund: Mozambique hat eine Menge ungehobene Bodenschätze. Die Volksrepublik China hat sich weitgehende Schürfrechte gesichert und hilft Mozambique im Gegenzug, die Infrastruktur zu verbessern. Der Straßenbau ist ein Teil dieses Deals und die Nord-Süd –Fernstraße von Maputo über Xai-Xai nach Beira ist brandneu und in einem erstklassigen Zustand.

Zurück nach Maputo, einer Metropole, die anders, als z.B. südafrikanische Großstädte, sehr europäisch wirkt, natürlich nur in der Innenstadt und an der Meerespromenade. Die Vorstädte bestehen wie überall im südlichen? Afrika aus ziemlich roh zusammengeschusterten Zweckbauten. Davor typische Marktszeneriekilometerlang die Buden, Holz-und Blechverschläge der Kleinhändler und Kleinhandwerker und in dritter Reihe dann die Hütten und heruntergekommene Mietskasernen der Vorstadtbewohner. Unübersehbare Menschenmassen wuseln rechts und links der Durchgangsstraßen, kaufen und verkaufen, schleppen und tragen Waren aller Art, auf dem Kopf, auf dem Rücken, mit Karren oder mit Fahrrädern. Minibusse kommen und gehen und über allem dröhnen afrikanische Tanzrhythmen aus übergroßen Lautsprecherboxen aus Taxis oder den Buden.

MaputoDie Innenstadt Maputos ist schachbrettartig gegliedert, wird von breiten Boulevards durchzogen, auf denen, undenkbar in Südafrika, auch nachts noch Menschen flanieren oder die rechts und links liegenden Restaurants, Cafes und Bars bevölkern. Der Autoverkehr in der Innenstadt ist mit europäischen Städten vergleichbar. Vergleichbar sind auch die Bankgebäude, die Geschäfte internationaler Markenhersteller und natürlich der weltumspannenden Fastfood-Ketten, aber darüber wundert man sich ja schon lange nicht mehr. Unübersehbar sind allerdings auch die vielen bettelnden Kinder, oder die Mütter, die mit ihren auf den Rücken gebunden Babys einen Almosen erflehen.

Die Menschen sind schwarz, Weiße sind die Ausnahme, aber in den teureren Restaurants oder Hotels sind Schwarze dann doch wieder in der Minderheit. Nachdem wir uns also am Abend ein wenig in Maputo umgesehen hatte, nachdem auch unsere Suche nach HIV-freien Nutten leider ergebnislos blieb, nachdem wir uns mit ein paar Stunden Schlaf von der langen Anfahrt erholt hatten, brachen wir am nächsten Morgen auf nach Tofo, einem kleinen Badeort auf einer Halbinsel nahe der Provinzstadt Inhambane, ca. 500 km nördlich von Maputo.
Die Fahrt auf der perfekt ausgebauten Nationalstraße führte uns bei Xai-Xai über den Limpopo-Fluß. Das Land dort ist topfeben und so können wir uns gut vorstellen, wie die Überschwemmungskatastrophe im Jahre 2000 hier so viele Opfer gefordert hat, denn wohin hätten sich die Menschen in Sicherheit bringen sollen? Deren reedgedeckte Dächer der Rundhütten, gerade einmal 2,50 Meter hoch, boten sicher keinen Schutz.

rechts und links vom Highway - Rundhütten, Palmen und jede Menge Natur

Im weiteren Verlauf führt die Nationalstraße E1 meist schnurgerade durch sattgrüne Buschsavanne, Kilometer um Kilometer vorbei an Cashew-Bäumen, Affenbrotbäumen, den Baobabs, und Kokospalmen, jede beladen mit dicken Trauben ihrer fußballgroßen Früchte. Dazwischen überall die Rundhütten der Landbevölkerung. In kleinen Ortschaften immer wieder die Buden und Verkaufstände der Händler, beidseitig im Straßenverlauf, und ganz wichtig, als einziges festes Gebäude der Laden eines Mobilfunkbetreibers, entweder Vodacom oder Mcell. Es ist kaum zu fassen, aber trotz der auf dem Land überall sichtbaren äußerst spartanischen, um nicht zu sagen armen Verhältnisse, besitzen die meisten Menschen ein Handy und tragen das meist sichtbar in der Hand. Von Zeit zu Zeit passierten Cashew-Verkäuferwir am Straßenrand aufgestellte, verzweigte Äste und an den Verzweigungen baumeln durchsichtige Plastiktüten, gefüllt mit frisch gerösteten Cashew-Kernen ( Cashews sind ein wichtiger Exportartikel Mozambiques). Für ein Pfund haben wir 450 Metical, also ca. 10 Euro bezahlt, unverhandelt und höchstwahrscheinlich viel zu viel. Bessere Cashews aber haben wir kaum je genossen.

Nach ca. 10 Std . Fahrt erreichten wir dann am Abend Tofo und die dortige Barry-Lodge, direkt am riesigem Sandstrand des indischen Ozeans gelegen. Tofo hat in Taucherkreisen einen gewissen Bekanntheitsgrad, weil sich vor der Küste dort Walhaie und Mantarochen ganzjährig aufhalten und es werden Bootsfahrten zur Beobachtung angeboten, wobei man mit Schnorchel, Brille und Flossen mit diesen riesigen, jedoch völlig ungefährlichen Fischen mitschwimmen kann. So kann man es im Internet lesen und so erzählen es auch die Leute von der Peri-Peri-Diver-Station. Ob das allerdings so stimmt oder nur ein Bluff ist, wir wissen es nicht. Trotz 2-stündigen Herumkurvens mit dem Boot vor der Küste war außer ein paar scheuen Delfinen, die sofort abtauchten, als wir Schnorchler über die Bordwand ins Wasser klatschten, nichts zu sehen, jedenfalls kein Manta und auch kein Walhai. Unsere Enttäuschung hielt sich allerdings in Grenzen, denn die Sonne schien vom strahlend blauen Himmel, das Wasser war angenehm warm und die Seefahrt war sprichwörtlich lustig.
Beach in TofoFischer am Abend in Inhambanedie Frau des Fischers bringt das Kind zum BootFischer mit Dhau, das Meer ist sehr flach, denn es herrscht Ebbe
Der nächste Tag führte uns noch einmal 300 km weiter nach Norden, nach Vilankulos, denn dort sind der Küste einige Inseln vorgelagert. Die bekannteste und größte ist Bazaruto und diesen Inseln ist gemeinsam, dass dort schneeweiße Sandstrände und Felsenriffe mit einer vielfältigen Unterwasserfauna anzutreffen sind und bunte Aquariumfische wollten wir uns unbedingt in ihrem natürlichen Umfeld anschauen. Also haben wir für den nächsten Tag einen Segelturn mit einer Dhau zur Insel Magaruque gebucht. Sohn und ich waren die einzigen Passagiere und eine dreiköpfige Besatzung steuerte das Boot und umsorgte uns. Eine Dhau ist ein Kahn mit einem Mast und einem Dreieckssegel, welches an einem Querbalken, in unserem Fall ein weit ausragendes Bambusrohr, hochgezogen wird. Zum Segeln benötigt man bekanntlich Wind und daran mangelte es an diesem Tag erheblich. Es herrschte eine ausgemachte Flaute, aber unser Boot hatte auch einen kleinen Außenbordmotor und der schob uns dann gemütlich brummend in einer Stunde über das Flachwasser zwischen Festland und Insel. Dort angelandet wurden die Schnorchelutensilien angelegt und dann konnten wir endlich auch die vielen bunten Fische an der Riffkante Krebse für Crab-Curry, wer essen will muss fummeln, aber sehr leckerbewundern. Während dessen richtete die Besatzung für uns den Lunch, putzte Gemüse und Salat, kochte Reis, mörserte Knoblauch und Chillies für die Peri-Peri-Sauce, die ein mosambikisches Crab-Curry erst zu genau diesem macht und das Ganze wurde uns dann zur Mittagszeit im Schatten eines kleinen Sonnendaches serviert. Krebse auszutzeln ist zwar etwas mühselig, der Geschmack aber ist hervorragend. Noch ein wenig frische Papaya als Dessert, noch einmal an die Riffkante, Fische gucken und dann soll’s genug sein. Wir bedeuten der Besatzung, das wir wieder Richtung Festland aufbrechen könnten.

Das stimmt die drei jungen Männer fröhlich, ist doch diesmal ein früherer Feierabend in Sicht. Es ist immer noch Windstille und so wird wieder der Außenborder angeworfen und zurück geht’s. Nach einem Drittel der Strecke streikt plötzlich der Motor und die Besatzung zieht das Segel auf. Merkwürdig, denn nach wie vor spürt man kaum einen Hauch. Der Kahn dümpelt, so scheint es, auf der Stelle. Die hinter uns liegende Insel sieht noch recht groß aus, wird auch nicht kleiner, und das vor uns liegende Festland, schmal und unscharf am Horizont, verändert Kontur und Größe ebenfalls nicht. Die Crew hat es sich inzwischen gemütlich gemacht und plaudert untereinander in einer Sprache (Portugiesisch?), die wir nicht verstehen. Langsam aber verstehen wir: Der Sprit ist alle, der Tank ist leer. Na , vielen Dank, und nun? Bis zum Festland sind es bestimmt noch vier bis fünf Kilometer, das Segel Flaute und keinen Sprit mehr - da hilft nur noch schiebenhängt schlapp und auch der Einsatz einer ca. vier Meter langen Stange zum Staken, das Meer ist hier wirklich flach, wirkt ziemlich hilflos. Na gut, entdecken wir halt wieder die Langsamkeit und harren der Dinge. Irgendwann kam dann doch ein Hauch von einem Wind auf und nach fast vier Stunden, für die Hinfahrt benötigten wir gerade mal eine, erreichten wir dann endlich wieder den Strand von Vilankulos. Nach einer weiteren Übernachtung im „Smugglers“ , einer einfachen aber sauberen Herberge ging es dann am nächsten Morgen auf die Heimreise. Eine Tagesreise bis Maputo, dortige Übernachtung und dann noch mal einen Tag im Auto bis nach Hause zu uns an die Southcoast.

Sonnenuntergang in Inhambabe

Achso, ich habe nach Minenfeldern, bzw.den entsprechenden „Danger“-Zeichen Ausschau gehalten. Gesehen habe ich keine, aber das muss ja wirklich nichts heißen, denn Mozambique ist flächenmässig ein sehr großes Land. Ja, und dann die so oft beschworene korrupte Polizei und deren angeblich willkürlichen Geldforderungen. Wir wurden ein-, zweimal kontrolliert, höflich wurde dann der Führerschein verlangt und das war’s. Die Tempolimits haben wir allerdings auch peinlich genau eingehalten, was allerdings besonders bei Ortsdurchfahrten auch unbedingt sinnvoll und geraten ist.
Unser Fazit: Ein wirklich schönes Land mit einer üppigen Natur und meist sehr schönen, freundlichen Menschen, welches einen weiteren Besuch ganz sicher lohnt.

PS: Dieser Reisebericht ist viel zu lang, evtl. auch zu langweilig geraten, aber da ich hier im Blog so lange nix mehr von mir habe hören lassen, meinte ich, mich etwas ausführlicher auslassen zu müssen. Ich bitte mir das nachzusehen.

Sonntag, 17. April 2011

Feigheit vor dem Feind…

…will ich mir nun doch nicht nachsagen lassen, obwohl ich eingedenk meiner vollmundigen Ankündigungen im Vorfeld: „ Diesmal packen wir sie, diesmal geben wir ihnen den Rest!“ nun lieber den Mantel des Schweigens über diese peinliche Vorstellung breiten würde. Wer „wir“ ist und wer „ihnen“? Ach ja, das sollte ich schon erwähnen, obwohl vor allem meine Münchener Blog-Kunden es bereits schadenfroh ahnen: Ich schreibe hier über die soeben durchlittene, grauenhafte Niederlage, also das alljährliche Deja Vu, meiner geliebten Werkself Bayer04 beim fußballerischen Hassobjekt der Nation, bei den Münchener Bayern.

Das Endergebnis, 5 : 1 für die Bayern, ist schon bered, aber es drückt bei weitem nicht den Klassenunterschied aus, der über die gesamten 90 Minuten sicht- und spürbar war. Da spielt der Tabellenzweite, als solcher angeblich noch mit Meisterschaftsambitionen, gegen den Tabellenvierten und ergibt sich nach einem unglücklichen Eigentor in der 7. Minute widerstands- und willenlos in sein Schicksal. Gnadenlos wird das System Heynckes durchgezogen. Quer, quer, zurück, Fehlpass, möglichst aus dem Stand, ohne auch nur in Tornähe des Gegners zukommen und sagenhafte 60% Ballbesitz weist die Statistik aus. Super! Leider hat man sich dann in 45 Minuten 4 Gegentore eingefangen und - aufgemerkt!! – keinen einzigen Schuss auf oder auch nur in die Nähe des Münchener Tors abgegeben.

Man wird mir hoffentlich nachsehen, dass ich von der Beschreibung der 2. Halbzeit wegen depressiver Anwandlungen Abstand nehme. Besser wurde meine (geliebte?) Werkself nicht und einzig weil die Bayern es etwas ruhiger angehen ließen, blieb meiner (?) Werkself ein zweistelliges Debakel erspart.

Allerdings findet man auch in so einer trostlosen Niederlage noch einen positiven Aspekt. Das System Heynckes wechselt nämlich in der kommenden Saison den Standort, d.h. es wird dann dem FC Bayern aufoktroiert und das gibt doch Anlass zu den schönsten Hoffnungen für meine geliebte(!) Werkself.

Außerdem: Es sind ja immer noch 6 Punkte Vorsprung vor den Bayern und auch wenn Dortmund eben (leider) gewonnen hat sind’s nur 8 Punkte Abstand. Das ist an 4 Spieltagen doch locker zu verspielen. Bayer 04 Leverkusen jedenfalls hat ähnliche Vorsprünge schon mehrmals vergeigt ..(hüstel).

Sonntag, 3. April 2011

Zum Rücktritt

Mülltrennung 2
( ausgeliehen bei Titanic.de - besser kann ich's nicht kommentieren)

Samstag, 2. April 2011

Spenden für Japan?

Donnerstag, 31.3. – 3sat-Kulturzeit: Die japanische Pianistin Anna Kurasawa ruft zu Spenden für Japan auf. Die junge Frau ist nett anzusehen, spielt hervorragend auf dem Piano und bittet in einwandfreiem Deutsch um Spenden für Japan. Also klicke ich die entsprechende 3sat-Webseite an, weil ich annahm, dass Frau Kursawa eine individuelle Japanhilfe organisiert hätte. Auf der Webseite aber finde ich nur die Konten der bekannten Hilfsorganisatoren und da beschleichen mich dann doch einige Zweifel.

Ich kenne natürlich die entsetzlichen Bilder von ausradierten Orten, von Menschen in Notunterkünften oder solchen, die hilflos in den Trümmern ihrer zerstörten Häuser herumirren. Natürlich bedürfen diese Menschen der Hilfe, aber: Japan ist kein armes Drittweltland, Japan ist eine reiche Industrienation und der private Wohlstand der Japaner dürfte dem der Deutschen nicht nachstehen. Demzufolge dürften die Japaner locker in der Lage sein, ihre notleidenden Landsleute mit eigenen Mitteln zu versorgen und dass sich da die wohlhabenden Japaner nicht ausklinken können, dafür wird ja hoffentlich die japanische Regierung sorgen.

Spendenaufrufe für Japan? Ein wenig komisch klingt das schon. Jedenfalls dürfte das auch ARD und ZDF aufgefallen sein, denn die anfangs reflexartige (Naturkatastrophe = Spendenaufruf) Einblendung von Spendenkonten der großen Hilfsorganisationen in den ersten Tagen nach der Katastrophe wurde schnell wieder eingestellt. Noch mal zur Klarstellung: Individuelle Hilfe für notleidende Japaner im Katastrophengebiet sollte jeder leisten, der dazu in der Lage ist und über entsprechende Kontakte verfügt. Für die großflächige Hilfe aber, für Schadenersatz und Wiederaufbau ist die japanische Regierung, ist die Firma Tepco und sind die Versiche rungen zuständig, oder kurz, ist das Sache der Japaner selbst, denn Geld ist dort mit Sicherheit genügend vorhanden.

Freitag, 1. April 2011

Und ewig raunt der Elmar

Thevessen11„Nach allen vorliegenden Erkenntnissen handelt es sich nicht um einen islamistischen Hintergrund. Es handelt sich um einen kriminellen Einzeltäter…“, erklärt uns der „ZDF-Terrorismusexperte“ Elmar Theveßen mit bedeutungsschwangerer Expertenmiene.

Wow, gut dass uns Theveßen so präzise informiert. Zwar hatte uns die Heute- Redaktion in ihrem Einspieler zum mutmaßlichen Bombenanschlagsversuch am Dortmunder Stadion gerade zuvor mit den Fakten versorgt, hatte uns auch noch der Polizeisprecher unmissverständlich erklärt, es handele sich um einen Einzeltäter, der möglicherweise Geld erpressen wollte. Der mutmaßliche Täter, ein 25-jähriger Mann, sei Deutscher und geständig. Von Islamismus und islamistischen Terror kein einziges Wort, nicht mal andeutungsweise.

(Ich vermute mal eher, und das mit der Gelderpressung scheint ja auch nur eine Vermutung, dass der Täter ein eingefleischter BVB-Anhänger ist, der für das nächste Heimspiel schon mal vorsorglich verbotene Pyrotechnik in Stadionnähe gebunkert hat.)

Nein, aber jetzt mal im Ernst: Was soll diese merkwürdig-sinnfreie "Expertise" des stellvertretenden Chefredakteurs und, ich mag’s schon gar nicht mehr hinschreiben, „ZDF-Terrorismusexperten“? Wozu diese perfide Assoziation: Bombenanschlag – Islamismus, auch wenn ein Zusammenhang diesmal verneint wird? Kriegt der Theveßen da Geld für? Ich meine nicht für seinen Zweitjob als "ZDF-Terr…" - Sie wissen schon - , das ist sowieso klar, aber kriegt er auch Geld für’s Bedienen aller islamophoben Dumpfbacken? Ist er am Ende selber eine?

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